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Angst vor Spätfolgen, hin zu fallen und alles ist ..

HWS-Schaden

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Registriert seit
2 Nov. 2012
Beiträge
3,087
Ort
Bei den Stadtmusikanten
#50
Hallo Ellen,

ich denke, dass man nicht alles durch ein MRT im Sitzen diagnostizieren kann,
aber hier ging es ja um eine Klärung der Probleme mit der HWS
und die HWS sowie Kopfgelenke lassen sich sehr gut im Sitzen
per Upright-MRT untersuchen.

LG
 

elster999

Erfahrenes Mitglied
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11 März 2014
Beiträge
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Ort
Großraum Berlin
#51
Hallo HWS,
stimmt, da hast du recht und da sieht man ja auch viel mehr, habe ich hier schon gelesen...
Bei mir ging es immer nur um Kopf, Kiefer und -Gelenke etc, leider nie um die HWS.
Mein Hausarzt hat immer gesagt, wenn man so ein arges SHT hat und so viele Brüche am Kopf/Gesicht etc, plus Polytrauma, dann hat die HWS 100% auch was abbekommen...
Aber das das gern negiert wird in der BG-Behandlung ist ja auch klar.
Zum Glück kann ich nicht klagen, dass ich wenigstens hilfreiche Therapien und Medikamente ohne Probleme verordnet bekomme...
LG Ellen
 

Teddy

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Beiträge
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#53
hallo dachschaden,

seit meinem 7. Lebensjahr leide ich an Migräneschüben, wurde per EEG im Akutzustand nachgewiesen. Es liegt bei mir wohl eine genetische Anlage vor, da in meiner Familie eine ganze Reihe über Generationen hinweg betroffen sind. Über Jahrzehnte habe ich ganz gut damit Leben gelernt. Mein Hausarzt, ebenfalls Migräniker, hat mich über Jahrzehnte gut begleitet und alle Therapien mit mir durchgezogen. Falls doch alles ausgereizt war und nichts half, legte er mir im Anfall eine Nootrop-Infusion an, damit ich wenigstens die nächsten Stunden überstehen konnte. Er sprach von der "Art Epileptischen Anfall" nur eben in der Hirnrinde bei Migräne. Regelmäßiger Schlaf, Ernährung, Lebensführung halfen die äußeren Einflüsse zu steuern um die Zahl der Anfälle zu mindern. Mit den neuen Medis, den Triptanen, konnte ich mir immer besser helfen.

Dann 1999Crash - Frontalkollision auf der Landstraße - ein schleuderner Carrera rauschte in unseren Wagen-unser Passat hörte an der Scheibe auf. Kfz-Sachverständiger gratulierte uns zum neuen Leben. Danach wochen-monate-jahrelanger Ausnahmezustand mit Kopf, Hals und Nacken. HWS-Schleuder- SHT-Trauma, dazu offene Beinbrüche etc ich musste 5Monate an Krücken gehen und stand täglich unter starken Schmerzmitteln. Migräne war selbst mit Triptanen nicht mehr unter Kontrolle zu bringen.

Daher war ich zwei Mal in Kliniken Schmieder wegen chronischer Schmerzzuständen, dazu 10Jahre lang non-stop verschiedene Therapien: durchgehend wöchentliche Physio, dazu Manuelle Therapie-Cranio Sacrale, Akupunktur, etc. Psychotherapie, Hypnotherapie alle versucht und das was half weiter gemacht.

Die einzelnen Spezialisten vorallem eine sehr gute Physiotherapeutin vor Ort hat meine immer wieder anschwellenden Myogelosen in die Finger genommen und mir sehr gut helfen können. Sie und die Fachleute in der Spezialklinik für Neurologie haben mir das mit den Hirnabläufen so erklärt.

Beim ersten Klinikaufenthalt wurde mir angeraten wieder zu Hause eine Schmerztherapie bei einer Anästhesistin anzufangen. Sie hatte über ein halbes Jahr u.a. auch versucht mit Lidocainspritzen die verrückt spielenden Muskelansätze mal still zu legen, sie meinte, der Muskel weiß eigentlich was er tun soll, er ist immer in hab acht Stellung in Anspannung. Das half aber nur Stunden, aber war eine Wohltat nach jahrelangem unberechenbaren Schmerzphasen.

Sie hat auch versucht mich unter kurzer Vollnarkose im Bereich C1C2 mit Schmerzmittel zu spritzen, aber das bekam mir nicht. Sie erklärte mir die Muskelverläufe und die neurologischen Abläufe.

Nun sind es schon so lange Jahre her - dieser Auslöser Crash. Ich musste vieles aufgeben, Beruf, Hobbies, Kontakte - musste viel dazulernen, wie ich mich bewegen muss, wie ich regelmäßig pausiere, entlaste und Belastungen manage. Schlafe mit spezieller Nackenrolle (zig ausprobiert) im Aktuschmerz mit Halskrause, damit die Wirbel, Knochen und Muskeln still sind und nicht immer wieder Öl in das Schmerzfeuer gießen. Mache täglich meine Muskelstärkungsübungen und Dehnungen.

Ich kann heute noch nicht den Kopf nach rechts drehen, zurückschauen. Zum über Kopf etwas einräumen, Sterne - Feuerwerk schauen muss ich den Kopf mit der Hand stützen. Redet mich jemand von rechts hinten an oder sitzt rechts neben mir und ich will hinschauen, schießt der Schmerz ein, sowie bei Erschütterungen, schnelles Bremsen etc. z.B. Fahrradfahren Illusion.

Ich muss mir immer wieder Auszeiten gönnen und meine Familie ist eine große Stütze für mich. Ich muss auf meinen Körper gut hören, dann sind die Schmerzphasen leichter zu händeln.

Damit Leben lernen, das Mögliche versuchen, jeden Tag in die Hand nehmen und einen guten Tag daraus machen, mehr geht nicht. Gestern nicht mehr änderbar, nur noch die Einstellung, Wertung dazu - Morgen? Wer weiß schon, wer hat das schon in der Hand. Es bleibt nur das heute, das hier und jetzt.

Wir sind dankbar, trotz allem, dass wir unsere Kinder heranwachsen sehen können (Mein Mann war beim Crash mit im Auto und hatte sich beide Arme verletzt) - es hätte sicher alles noch viel viel schlimmer kommen können!

Zeit heilt Wunden? Nein, sie lehrt einen, wie man mit Schicksalschlägen umgehen sollte, umgehen kann. Es nützt nichts, alles und jeden zu verteufeln, Schuld zu zuweißen, sich die Zeit und Energie selber zu klauen und immer in der Vergangenheit zu rühren. Damit schneidet man sich nur selber ins eigene Fleisch. Jeden Moment an Miesmachendes denken, sind Sekunden, Minuten die fehlen um seine Lebensbatterien aufzufüllen mir Gutem, Sachen die einen Aufbauen und Lebensmut geben.

Lieben Gruß
Teddy
 
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30
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in der Mitte Deutschlands
#54
Danke Teddy

Hallo Teddy,

dein Blick auf das Leben und deinen Gesundheitszustand finde ich beeindruckend. Ich kann vieles was du schreibst nachvollziehen, auch wenn es mich anscheinend nicht ganz so hart getroffen hat.

Schön das du Ärzte gefunden hast, die dir deine Problematik haben erklären können. Leider bin ich keinem begegnet, der sich die Zeit genommen hat mir das ausführlich zu erklären und eine angemessene Therapie zu erarbeiten. Wenn ich Glück hatte, haben sie mir kurz gesagt, das es das gibt. In vielen Fällen bin ich auch auf Ärzte getroffen die keine Idee von meinen Krankheitsbild haben oder haben wollten und gesagt haben sehen sie zu das sie mal wieder arbeiten gehen oder das kann ja dann nur psychisch sein. Nur diese Fachleute konnten nichts wesentliches diagnostizieren und mir auch nicht helfen.

Zum Glück habe ich selbst sehr viel in meinen Körper gehört, geschaut welche Liegeposition die schmerzfreiste ist. Dank Physio, Rehasport, anderen Bewegung und vielem Ausprobieren kann ich mich recht gut wieder bewegen, auch wenn der eine Arm immer noch meint sich so viel wie möglich Pausen zu nehmen. Der immer wieder auftretende Schwindel nach falscher Belastung und die Müdigkeit gehören einfach zum Leben dazu.

Mein Freundeskreis und meine Hobbys haben sich deutlich reduziert. Zum Glück hat meine Familie immer zu mir gestanden und viele Arbeiten im Haushalt übernommen.

Die Ärzte von denen du schreibst sind für mich ganz schön weit weg, deshalb werde ich erst mal den Buchtipp von Christiane besorgten vielleicht finde ich noch ein paar Tipps und erwerbe Fachwissen wenn mir die "Götter in weiß" mir wieder erklären wollen, das es das nicht gibt.

Gruß dachschaden2013
 

Gsxr1983

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#55
Spinaltrauma

Mahlzeit,

Erneut spiegelt sich heute meine Erfahrung wiedere das man sich nur Begutachten lassen darf nach dem alle betroffenen Körperregionem einem Facharzt vorhestellt wurden und es Berichte gibt an die sich der Gutachter wenden muss!

Komme gerade von Stuttgart und der Facharzt hat unter Absprache mit einem Kollegen, die auch auf Angaben meines Neurologen beruhen, eine klare Diagnose gestellt. Umschrieben hat er das ganze das bei der überstreckung des Rückenmark wohl bestimmte Nerven irreparabel überstreckt bis gerissen sind und mir so die Fein- Steuerung der Beine fehlt! Ich habe mich noch nicht weiter eingelesen und nur das Wort: "Spinaltrauma" aufgeschnappt! Bisher wurde von vielen Gutachtern das ganze als simuliert abgetan!

Die Diagnose irreparabel ist natürlich scheiße aber besser als "stellen Sie sich nicht so an!".

Über lesetips freue ich mich.

MfG


Gsxr
 

Gsxr1983

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#56
Guten Morgen @All

Ich sollte wissen ob es eine Einstufung für das Schwere-Grad von gebrochenen Wirbeln also Deckplattenimpressionsfrakturen oder Allgemein die Knickbildung oder Kyphose der Wirbelsäule gibt!

Etwas wie der Cobb Winkel.

Hintergrund ist das der Sachverständige des Landgericht Stuttgart meinen Knick der BWK als Geringfügig und Knöchern ausgeheilt bezeichnet.

Ich habe eine Distraktionsverletung der BWS, BWK 5-8, bemessene Winkel BWK 8 ist ca. 20° Bwk 5 ist ca. 13 und gesamt ca. über 40°. Ist das Geringfügig?

MfG


GSXR
 
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