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Traumabewältigung

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pswolf

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
20 Jan. 2008
Beiträge
1,101
Ort
Bayern
Hallo @,

nach langer Zeit raffe ich mich mal wieder auf, hier um meine Erfahrungen mit meinem Unfalltrauma weiterzugeben.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber ich habe seit geraumer Zeit unter dauerhafter Lustlosigkeit zu kämpfen. Mir macht das Leben keinen Spass mehr und meine Beziehung wird warscheinlich auch demnächst in die Brüche gehen weil meine Lebensgefährtin unter meinen Depris zu leiden hat. Ich möchte nur noch schlafen, mag morgens gar nicht mehr aufstehen. Alles was ich vor meinem Unfall gern mochte, kann ich nicht mehr ausführen.
Ich traue mich nicht mehr unter Menschen(kann große Menschenansammlungen und die, daraus resultierende Sprechlautstärke nicht mehr aushalten), habe dauernd das Gefühl als wenn die mich anstarren und über mich reden.

Zur Beachtung: Ich habe, einmal die Woche, eine Sitzung bei meiner Traumatherapeutin(bis jetzt sind es 5 Sitzungen gewesen). Aber bis jetzt hat es noch nicht viel gebracht. Bei der letzten Sitzung bin ich sogar beim reden in Tränen ausgebrochen und es ging mir saumäßig! So langsam kann ich nicht mehr und ich weiß auch nicht was ich noch tun soll!:(:(:(

Gruß
pswolf
 

holger02

Erfahrenes Mitglied
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15 Okt. 2008
Beiträge
156
Ort
Berlin
Hallo pswolf

das wird ein langer Weg
Ich hatte damals 75 (ab 2004)Stunden Traumatherapie-so mit stillem Begleiter und Tresorübungen ,sicheren Orten,Bildschirmtechnik und pi,pa,po!
Anschließend bin ich zur Arbeit gegangen und habe gelitten wie ein **************
Meine damalige Therapeutin lag so oft daneben ich war schwerst traumatisiert.
Die hätte mich in eine Klinik einweisen müssen ,aber nein hat einfach ihr Programm durchgezogen.
Also Vorsicht wie weit die Therapie für dich stimmt,ob der Therapeut geeignet ist und ob du und wie du dich überhaupt darauf einlassen kannst und solltest.Du bestimmst und musst dich auch schützen!
seit 2007 habe ich bis andauernd einen sehr fähigen Therapeuten mit dem ich Stück für Stück das verschüttete ausgrabe.
Aber das geht nicht immer und ich leide erbärmlich-------aber es gibt inzwischen auch die Momente in denen ich micht gut fühle und das heisst es gibt Hoffnung für uns!Gib nicht auf niemals .
Grüße von Holger02
 

Bully1

Erfahrenes Mitglied
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26 Mai 2010
Beiträge
376
Ort
Worms
Hallo !
Mir geht es genauso ,alles was mir vorher Spass gemacht hat geht nicht
mehr .Auch die Arbeit fehlt mir richtig ( auch wenn manche lachen )
und die Bg meint ich soll zum Psychologen nur leider finde ich keinen
bei uns .
Jeder Tag ist im Augenblick richtig Scheisse Entschuldigung für die Ausdrucksweise manschmal habe ich schon gedacht wäre besser
wenn ich den Abgang gemacht hätte .
Mir geht alles so auf den Nerv ( auch die Fam.) die Zettel beim Doc
Auszahlungscheine und jeder will was anderes bin froh wenn meine
Op ist ,danach geht es hoffendlich wieder aufwärts die Hoffnung stirbt
zuletzt
LG
 

klowunde

Erfahrenes Mitglied
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3 Sep. 2008
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264
hallo zusammen

so wie ihr euch fühlt kann ich nur nach empfinden. leide auch an einer depression,auch keine lust auf nichts,liege 24std nur im bett. bin gerade am anfang der therapie.medis schlagen auch noch net wikrlich an,aber das dauert auch ne weile,sagte mir zumindestens mein psychodok. zu allem überfluss hat ich gestern wieder ne rentenbegutachtung.dabei stellt sich raus das meine rückenplatte(besser gesagt zwei schrauben) komplett gebrochen sind und keine stabilität mehr für den 5lwk bietet.jetzt muss ich ein wenig aufpassen mit dem bewegen und ne op ruft auch mal wieder. dazu kommt noch das ich wohl durchblutungsstörung in beiden sprunggelenken habe und starke arhtrose in beiden sprunggelenken so wie beide knie. die bösen botschaften nehmen echt kein ende. ich hoffe echt so sehr das die therapie mir schnell hilft. die op und die genessung auch wieder schnell vorran geht und ich wieder in die zukunft gucken kann und mein leben genieße,trotz den einschränkungen und schmerzen.

mit deinen probleme bist du hier auf jeden fall nicht alleine pswolf. uns geht es allen net anders und wir hoffen alle auch nur das uns geholfen werden kann! ich wünsche uns auf jden fall alles gute auf unserem schweren weg.

lg die wunde
 

gertrud1

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20 März 2008
Beiträge
1,094
Hallo,

ja mit den verschiedenen Tief's ist es so eine Sache - ich denke so ganz unbekannt ist das hier so keinem..........

Mir macht das Leben keinen Spass mehr und meine Beziehung wird warscheinlich auch demnächst in die Brüche gehen weil meine Lebensgefährtin unter meinen Depris zu leiden hat.

Wie sieht das denn bei den Anderen mit ihren Beziehungen aus?.?

Wie schafft ihr den Alltag - wie kommen eure 'besseren' Hälften mit euch und der ganzen Situation klar?

Ich bin da für jeden guten Ratschlag dankbar!.!

Gruß
Gertrud:)
 

morphisto

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5 Okt. 2007
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6
ich war mit meiner damaligen freundin gerade mal 3 wochen zusammen als mein unfall passierte - sie kannte nicht mal meine eltern und meine eltern auch sie nicht. es hatte auch erst ein paar tage gedauert bis sie auf die intensiv kommen durfte (sie war ja keine verwandte).

in den 12 monaten (10 monate krankenhaus, 8 wochen reha) war ich auch teilweise extrem depressiv....habe die kg verweigert, das pflegepersonal angeschnautz und meine mitpatienten mit lauter depri musik genervt. und was hat die "blöde kuh" gemacht? hat kein mitleid gezeigt (das ich so gerne gehabt hätte) sondern einfach anwesenheit gezeigt, zugehört, neben mir geschwiegen und mir in den ********** getreten! (für eine damals 19 jährige echt ein hartes brot)

heute ist sie meine frau :)

wenn ich heute so zurück blicke kann ich nicht mal sagen wie ich es genau geschafft habe, aber wenn ich jetzt zurückblicke ist der unfall einfach "ein" puzzelstück meines lebens geworden. er hat mir so einiges negatives gebracht...aber auch die beziehung zu meiner jetzt frau bestärkt. ich habe mir damals überhaupt nicht vorstellen können in meinem leben noch mal glücklich zu werden. heute bin ich es.

(dabei fällt mir ein das ich meiner frau mal wieder blumen schenken könnte...)

grüße
 

gertrud1

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20 März 2008
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Hallo Morphisto,

lief und läuft ja relativ Prima für dich. Da hat sie ja ne' Menge auf sich genommen.
Was für Einschränkungen hast du heute noch und wie sehr 'beherscht' dein Unfall und die Folgen noch euren Tagesablauf?

Gruß
Gertrud;)
 

morphisto

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5 Okt. 2007
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6
hm, also als wesentliche einschränkung habe ich z.b.:
-überempfindlichkeit an den fußsohlen (barfuß laufen ist schmerzhaft)
-einen komplett deformierten linken fuß mit wassereinlagerung in den knochen und arthrose in den zehengelenken sowie durch fehlende bänder kaum noch bewegung (hier wird wohl demnächst das usg und das osg versteift werden...)
-fehlender wadenmuskel im linken unterschenkel
-zwei knie mit fehlenden kreuzbändern (schubladeneffekt...) und starker einschränkung in der beweglichkeit (100-110 grad)
-eine hüftkontraktion durch das (damals im krankenhaus) lange liegen mit beinhochlagerung - die dafür sorgt das ich schräg stehe und ständig rückenschmerzen habe
-ein linkes handgelenk das nicht mehr ganz angewinkelt werden kann
-eine extreme callus bildung am linken schlüsselbein die auf einen nerv drückt und dafür sorgt das wenn ich länger stehe oder gehe der ganze arm taub wird

was ich im alltag davon merke:
-kein langes gehen oder stehen
-kein hinhocken oder hinknien
-ständige schmerzen in den füßen, beinen, rücken und kopf

sorry für das einfache auflisten der fakten...man gewöhnt sich das so an wenn man ständig anderen ärzten seine wehwechen aufzählt ;)

wie ich damit im alltag umgehe? ich lebe mein leben.

natürlich wird mein alltag durch so sachen wie kompressionsstrümpfe tragen, schmerzmittel nehmen, aus/ruhezeiten nehmen, ausreden finden warum man die 500 meter vom bahnhof zum kunden lieber mit dem taxi fährt statt zu fuß zu laufen mitbestimmt. aber mein leben wird auch durch familie (insbesondere meine kinder), freunde, arbeitskollegen, in den urlaub fahren, auf eine grillparty gehen usw bestimmt.

will sagen: es überwiegen die positiven punkt in meinem leben. natürlich ist es deprimierend wenn man nicht auf dem fußboden im kinderzimmer mit dem sohn lego bauen kann weil man das nicht aushält...oder mit ihm fußball spielen gehen kann. oder wenn man auf dem geburtstag der tochter mal wieder nicht mithelfen kann weil man mit starken schmerzen im bett leigt. aber wir können auch so viele tolle dinge zusammen machen! natürlich denke ich auch mit grauen an jede messe auf der ich für unsere firma stehe..und decke mich mit schmerzmitteln ohne ende ein aber da zu sein, mit anderen menschen zu reden, abends mit den kollegen zusammensitzen und es sich beweisen das man es kann - das ist mein antrieb.

ich weiß wie schwer das ist. wie schon vorher gesagt, hatte ich auch echt phasen wo ich kein bock mehr hatte - und: ich werde keinen verurteilen der in so einer phase steckt das ist mir wichtig.

ich lese in diesem forum schon seit langem mit (bin schon seit 2007 angemeldet) - habe mich aber bisher nie getraut zu schreiben. meine angst ist das wenn ich schreibe wie es mir jetzt geht jemand denke könnte ich mache das als vorwurf das andere nicht "jammern" sollen. das will ich auf keinem fall. jeder muss seinen weg suchen solche dinge zu verarbeiten - ich habe meinen gefunden...aber ich weiß auch wie schwer das ist.

grüße
 
Zuletzt bearbeitet:

klowunde

Erfahrenes Mitglied
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hallo morphisto

die einschränkungen und so die du beschreibst sind bei mir fast genauso. nur ich hatte mit meiner verlobten leider kein glück. war 5 jahre mit ihr zusammen,als der unfall passiert. 7monate nach dem unfall hat sie dann schluß gemacht.die belastung war zu groß. war echt wohl ätzend, aber man kann es ja net ändern. aus dem loch damals habe ich mich aber selber nochmal rausziehen können. aber die depression die ich nun habe, finde ich kein weg raus. ne freundin an meiner seite wäre echt wohl ne gute stütze um nach vorne zugucken. hast echt glück mit deiner süßen. schön das es auch solche geschichten gibt.
 

pswolf

Erfahrenes Mitglied
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20 Jan. 2008
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Bayern
Hallo @,

vielen Dank für Euer Feedback. Habe nicht gedacht, dass dieses Thema so aufrüttelt.

Ich finde es schön, das bei einigen die Partnerschaft über das Trauma hinaus besteht. Wie schon gesagt, bei mir ist es leider nicht so. Auch finde ich im moment keinen Weg aus dieser Einsamkeit und Dunkelheit welche mich umgibt. Ich ziehe mich in mich zurück und lass keinen mehr an meinem "Leben" teilhaben.:(

Meine Traumatherapeutin sagt mir zwar, ich solle mehr unter Menschen gehen oder einfach mal raus in die Natur. Aber meine Lustlosigkeit in diesen Dingen, welche mir früher unheimlich Spass gemacht haben und mir Kraft gaben, ist zu groß. Manchmal stell ich mir vor wie es wohl sein würde wenn ich mit meinen Auto einfach gegen einen Baum fahre und alles ist vorrüber. Aber dann denke ich mir wieder, das kannst du nicht deinen Kindern antun.

Aber das geht warscheinlich vielen hier so.

Wünsche Euch noch einen schönen, schmerzfreien und hellen abend!

Gruß pswolf
 

gertrud1

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20 März 2008
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Hallo pswolf,

ich weis nicht ob du schon zugang zum 'Chat' hast - aber falls ja - wir 'treffen' uns dort Abends oft (so zwischen 20-22h) vielleicht für dich auch eine Möglichkeit einfach mal 'nur' zu reden und auf andere Gedanken zu kommen

Ich würde mich freuen dich dort auch einmal zu treffen!.

Gruß
Gertrud;)
 

uschreider

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Hallole pswolf,

auch ich kann dir gut nachfühlen. Seit meinem Unfall ist auch bei mir nichts mehr so, wie es einmal war. Zwar habe ich das Glück, dass mein Männlein zu mir steht, aber es tut mir wirklich sehr weh, wenn ich sehe, wie sehr ihn diese Situation doch auch belastet.

Wir habe vor einigen Jahren das Elterhaus meines Mannes übernommen und so Stück für Stück angefangen es von Grund auf zu renovieren. Um Geld zu sparen haben wir die Renovierungen immer alleine gemacht. Heute bleibt es an meinem Männlein hängen, da ich ihm nicht mehr groß helfen kann. Wir haben gespart, gespart, denn unser Wunsch war es immer, mal nach Australien zu fliegen und einen Kuala im Arm zu halten. Dann hatten wir zwar die ,,paar Mäuse" - und dann kam dieser dumme Unfall. Ob ich es jetzt jemals schaffe, so eine Reise körperlich zu verkraften, steht in den Sternen. Heute sagen wir uns auch, hätte wir uns nur früher mal etwas gegönnt, das könnte uns heute keiner mehr abnehmen. Aber, leider weiß man ja nie, was das Leben so bringt.

Ich war immer für meinen Beruf, wollte ihn nie aufgeben und habe mich somit gegen Kinder entschieden. Heute muss ich sagen, es war vielleicht doch ein Fehler, dass unsere Ehe kinderlos geblieben ist. Heute sitze ich tagsüber zu Hause herum und frage mich abends, wie ich überhaupt den Tag verbracht habe. Auch ich habe mich aus dem Leben ziemlich zurückgezogen. Unter Menschen traue ich mich nicht, bin total schreckhaft, Autofahren geht auch nur sehr eingeschränkt. Sitzen, Stehen, Laufen - es ist fast für nichts Kraft da. Aber ich war schon immer ein Kämpfertyp und hoffe, dass sich diese Situation doch irgendwann mal wieder einigermaßen bessert. Ich frage mich auch oft ,,Warum" ? Aber es gibt keine Antwort darauf. Mir hatte vor einigen Monaten mal eine Dame von der Physiotherapie gesagt, für irgendetwas war der Unfall gut, er sollte irgendwas in meinem Leben verändern - die Frage ist nur Was? Habe bis heute keine Antwort daruf gefunden aber ich muss oft an die Worte der Physiodame denken.

Eines darfst du auf jeden Fall nicht machen - Dein Leben wegwerfen. Du hast Kinder, die dich lieben und die dich brauchen, egal wie alt sie sind.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, auch in Zukunft mit deiner Situation umzugehen und wünsche dir viele Glückssterne, die dir dabei helfen.

Viele liebe Grüßlein
Würmlie
 
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