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HWS- Verletzung und nichts als Ärger....

Mrs. Jinx

Erfahrenes Mitglied
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19 Apr. 2012
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233
Hallo,

bislang war ich nur stiller Mitleser hier im Forum, nun werde ich aber doch von mir und meinen Problemen erzählen. Über eure Meinungen und evtl. Erfahrungsaustausch dazu freue ich mich sehr.

Mitte letzten Jahres hatte ich einen Verkehrsunfall bei dem ich mit 120km/h mit einem großen Reh frontal kollidiert bin. Das Auto geriet ins Schleudern,ich prallte mit dem Kopf an die Seitenscheibe, habe das Auto aber wieder unter meine Kontrolle gebracht und kam dann irgendwann zum Stehen. Kurze Zeit nach dem Unfall ca. 30 Minuten begannen meine Symptome. Dazu gehörten Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schmerzen HWS- Bereich. Durch den Rettungsdienst wurde ich in ein Krankenhaus gebracht. Ein Stifneck wurde nicht angelegt. Im Krankenhaus wurde ein CT von Schädel und HWS gemacht. Es wurden keine Blutungen, Läsionen oder Frakturen gefunden. Eine körperliche Untersuchung fand nicht statt. Mit der Diagnose HWS- Distorsion, commotio cerebri konnte ich nachhause gehen. Danach begab ich mich in ambulante chirurgische/ D- ärztliche Behandlung. Einige Tage erfolgte eine HNO- ärztliche Abklärung aufgrund des weiter bestehenden Schwindels. Diagnostiziert wurde eine Verletzung des Gleichgewichstorgans rechts. Behandelt wurde dies medikamentös, was allerdings kaum zu einer Besserung beitrug. Einige Tage nach dem Unfall habe ich mit Physiotherapie begonnen. Mittlerweile litt ich unter Schwindel und heftigen Schwindelattacken, Sehstörungen ( verschwommen sehen), laut Physiotherapeut häufig Nystagmus ( unkontrollierte Augenbewegungen), Übelkeit/ Erbrechen, Kopfschmerzen, Schmerzen im HWS- Bereich, Schmerzen im Schulter- Bereich, Schmerzen im ganzen Rücken ( bis in LWS- Bereich), Sensibilitätsstörungen ( Kribbeln) im rechten Arm, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, zeitweise Wortfindungsstörungen, Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Tachykardien in Ruhe, sowie Herzrhythmusstörungen in Form von Extrasystolen. 2 Wochen nach dem Unfall habe ich meine Arbeit trotz bestehender Beschwerden wieder aufgenommen. Es gab eine kurzzeitige Besserung der Symptomatik. Physiotherapie tat mir gut und verringerte die Symptomatik. Leider erzielte sie immer nur eine kurzzeitge Verbesserung meiner Beschwerden. Im September verschlimmerte sich die gesamte Symptomatik wieder deutlich. Ein MRT ergab lediglich eine Streckfehlhaltung der HWS. Im November erfolgte die Beurteilung durch einen Neurochirurgen einer BG- Klinik. Die Vermessung meiner Kopfbeweglichkeit ergab eine Bewegungseinschränkung mit muskulärem Hartspann. Es wurde eine weichgewebige Verletzung im Sinne einer HWS- Distorsion des Schweregrades QTF 2 mit muskulären Dysbalancen festgestellt. Die Verletzung des Gleichgewichtsorgans schien verheilt zu sein. Nach bzw. während Belastung kommt es immer zu einer Verschlimmerung der Symptomatik. Oft ist das Arbeiten sehr grenzwertig, weil ich meine Patienten, meine Kollegen und mich durch diese Schwindelattacken, Sehstörungen, etc. eigentlich schon gefährde. Im privaten Bereich kann ich Belastungen von denen ich weiss, dass sie meine Symptomatik verschlimmern weitestgehend vermeiden. Auf der Arbeit geht das leider nicht. Ich bekomme weiterhin Physiotherapie, welche weiterhin hilft, allerdings weiterhin nur kurzzeitig ( meist bis zur nächsten Belastung) Wobei ich auch dazu sagen muss, dass meine Physiotherapeuten direkte Massnahmen an C0, C1, C2 weitestgehend vermeiden, da ich sofort mit Schwindelattacken, Sehstörungen, Nystagmus, etc. reagiere. Was die Behandlung nicht immer einfach macht, aber sie nimmt mir etwas die Schmerzen. Im Dezember erfolgt eine erneute Vorstellung in der Neurochirugie einer BG- Klinik bei weiterhin bestehenden Bechwerden. Meine Kopfbeweglichkeit hat sich nach allen Seiten hin leicht verschlechtert. Festgestellt wurden weiterhin unveränderte muskuläre Dysbalancen, sowei eine endgradig schmerzhafte Bewegunsbeeinträchtigung der HWS. Mir wurde zu Wirbelsäulengymnastik und einem Rückenschulprogramm geraten. Bei Tests zur HWS- Stabilität durch meine Physiotherapeuten reagierte ich mit heftigem Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit. Meine Physiotherapeuten halten eine Bänderverletzung im Kopf- Hals- Übergang für möglich. Der D- Arzt hält eine solche Verletzung für absolut unwahrscheinlich, hatte mich aber noch NIE körperlich untersucht. Der stellte mir lediglich dumme Fragen und ist offensichtlich ein Meister der Ferndiagnose. Möglicherweise hat er aber auch den Röntgenblick... Auch ein weiteres CT brachte, abgesehen von der Streckfehlhaltung keinen weiteren Befund. Es wurde weder ein Funktions- MRT oder Funktions- CT gemacht. Fragestellung bei diesen bildgebenden Verfahren war lediglich HWS- Distorsion. Es wurde wohl der Kopf- Hals- Übergang nie beurteilt. Ich bekomme weiterhin Physiotherapie, die mir in Bezug auf die Schmerzen immer kurzzeitig hilft. Ein Legen des Kopfes in den Nacken, also ein Nach- oben- sehen, direkte Manipualtion an C0, C1, C2 und Belastung durch Tragen von Patienten, Geräten, Koffern, Lasten etc. lösen immer Schwindel, Sehstörungen aus. Drehen des Kopfes zur Seite löst manchmal Schwindel, Sehstörungen aus. Oft treten die Beschwerden aber auch ohne für mich direkt erkennbare Ursache auf. Mittlerweile habe ich auch einen Osteopathen aufgesucht, der eine ähnliche Vermutung hat wie die Physiotherapeuten. Der D- Arzt nimmt die Aussagen der Therapeuten leider nicht ernst, da er der Meinung ist, da man ja in den normalen Standard CT und MRT nichts auffälliges, abgesehen von einer Streckfehlhaltung sehen konnte, da auch nichts weiter sei. Da mich kein Arzt so recht ernst nimmt und aus schlechtem Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber quälte ich mich weiter zur Arbeit und betete immer, dass nichts Schlimmeres passiert.

Einige Monate nach dem ersten Unfall hatte ich erneut eine Verkehrsunfall. Wenn man nicht schon Probleme mit der HWS hat, ist das eine absolute Bagattelle, mich hatte dieser Unfall aber vollends umgehauen. Ich stand an einer roten Ampel als mir ein anderes Fahrzeug hinten drauf fuhr. Mein Unfallgegner war nicht schnell, dennoch habe ich sofort deutlich mehr Schmerzen im HWS- Bereich und auch mehr Kopfschmerzen verspürt. An meinem Auto war dank Plastikstossfänger auch kein grosser Schaden erkennbar. Der Unfallgegner und ich haben Daten ausgetauscht, Polizei wurde nicht verständigt. Ich bin trotz Beschwerden weiter zur Arbeit gefahren, hatte ja schliesslich Nachtdienst und war ja erst krank... Als mich mein Kollege für den Nachtdienst sah, sagte er nur: ´Was ist denn mit dir los? Du bist ja völlig durch den Wind.` Mein Kollege fuhr mich dann ins Krankenhaus. Im Krankenhaus erzählte ich meine ganze Vorgeschichte, alles wurde aufgenommen und eine Röntgenaufnahme der HWS angefertigt. Zu sehen war wohl wieder bis auf eine Streckfehlhaltung nichts. Die Diagnose war zunächst erneut Commotio cerebri und HWS- Distorsion. Als ich gerade unterschreiben wollte, dass ich jetzt nachhause gehe, haute es mich richtig um. Ich hatte eine extremst heftige Schwindelattacke mit Schwankschwindel und Fallneigung nach hinten, Übelkeit, Nystagmus, wurde schläfrig und war verlangsamt. Man wollte mich jetzt nicht mehr gehen lassen, auch nicht auf eigene Verantwortung. Ein CT wurde gemacht. Daran kann ich mich allerdings nicht mehr wirklich erinnern und weiss das Meiste nur aus Erzählungen meiner Kollegen und meines Mannes. Nun ja auf dem CT sah man wohl auch nichts. Dann folgte noch eine Sonographie der Halsgefäße, da nun eine Verletzung eben dieser Gefäße für möglich gehalten wurde. Der diensthabende Chirurg wollte mich gerne in ein Krankenhaus mit neurologischer Intensivstation verlegen lassen. Mitten in der Nacht wurde ich in eine andere Klinik verlegt. Ich lag dann einen Tag auf der Intensivstation und 5 weitere Tage auf einer neurologischen Normalstation. Meine Familie war zunächst glücklich, dass ich jetzt in einem Krankenhaus lag, da sie die Hoffnung hatten, dass nun endlich etwas passiert und man mich richtig untersucht. Pustekuchen. Dieser Krankenhausaufenthalt war der Horror. An Tag 1 nach dem erneuten Unfall tat ,mir mittlerweile der komplette Rücken so weh, dass ich nur noch heulend im Bett lag und am liebsten Sterben wollte. Als Schmerzmedikation hat man mir Paracetamol gegeben, was natürlich bei diesen barbarischen Schmerzen nur was für den hohlen Zahn war. Ich habe mehrfach heulend um ein anderes Schmerzmittel gegeben und keines bekommen. An diesem Tag hatte ich auch noch keinen Arzt gesehen und hatte dann darum gebeten eine Arzt kommen zu lassen. Aussage war dann, man wisse nicht, ob jetzt ( Nachmittag) noch ein Arzt komme. Stattdessen bot man mir Tavor aan und wollte mir dieses als Schmerzmittel verkaufen. Ich war zu dem Zeitpunkt völlig verzweifelt vor lauter Schmerzen und dem Wissen scheinbar nicht ernst genommen zu werden. Dumm für die Schwester, dass ich ja selber quasi vom Fach bin und Tavor kenne und auch weiss, dass das definitiv kein Schmerzmittel ist. Ich habe Tavor verweigert und weiterhin um ein Schmerzmittel gebetelt. Irgendwann kam dann doch noch ein Arzt, der mir dann ein Schmerzmittel plus Muskelrelaxans gab. Das half wenigstens ein bisschen. Die dämlichen Neurologen kannten alle bis dato angefertigten Arztbriefe und Befunde, nahmen mich aber scheinbar auch nicht wirklich ernst. Man war unfreundlich, gab keine Auskünfte, auf Nachfrage wurde ich beschimpft, die Chefärztin sprach in einem unmöglichen Ton mit mir, was sogar meiner Bettnachbarin auffiel. Meine HWS interessierte sie nicht wirklich. Stattdessen hielt man sich mit Nebendiagnosen auf, die nichts mit dem Unfall zu tun hatten. Auf mein Drängen hin hatte man mir versprochen noch ein Funktions- MRT der HWS anzufertigen. Das hat man dann doch nicht gemacht. Stattdesen machte man eine Röntgenuntersuchung in Anteflexion und Retroflexion. Eigentlich müsste ich sagen, man versuchte eine solche Aufnahme zu machen. Problem an der Sache war, dass ich meinen Kopf eigentlich kein Stück bewegen konnte, da man mir zuvor eben kein Muskelrelaxans gab. Also konnte man die Kopfgelenke und HWS in Funktion nicht wirklich beurteilen. Festgestellt wurde dann 2 Bandscheibenprotrusionen, sowie Gefügelockerung im Sinne einer Spondylolisthesis Grad 1 HWK 5/6. Kopfgelenke ohne Beurteilung. Für die Neurologen dort ist dieser radiologische Befund nicht relevant. Man erzählte mir dann noch etwas von Schmerzgedächtnis und Auslöschung des selbigen. Da musste ich ja mal kurz lachen. Wie vermeide ich die Entstehung eines Schmerzgedächtnisses? Indem ich genug Schmerzmittel gebe, um eben keine heftige Schmerzen entstehen zu lassen. Und was haben die Ärzte in diesem tollen Krankenhaus gemacht? Mir die Schmerzmittel, abgesehen von etwas Paracetamol, verweigert. Sehr lustig... Mit der Diagnose HWS- Distorsion und Commotio cerebri und diversen anderen Diagnosen wurde ich dann nach 6 Tagen entlassen. Man gab mir einen vorläufigen Arztbrief mit, der den ganzen Geschehnissen dort noch die Krone aufsetzte. Man hat mir ganz offensichtlich nicht zugehört, denn in der Anamneseerhebung gab es einige schwerwiegende Fehler. Fakten und Daten waren schlichtweg falsch, was mich in ein völlig falsches Licht rückte. In dem Brief las sich meine ganze Vorgeschichte so als wäre die Psyche an allem schuld. Ich habe diesen Brief bemämgelt und genauestens aufgeschrieben was alles falsch ist und um Änderung des Briefes gebeten. Da ich mit meinem bisher behandelnden niedergelassenen D- Arzt ja nicht weiterkam, ging ich auf Anraten und in Begleitung meiner Schwägerin zu einem anderen D- Arzt. Ich brachte alle Unterlagen mit. Er wollte sich alles durchlesen, verschrieb mir Physiotherapie und schrieb mich für 3 Wochen krank. Nach einer Woche war ich wieder dort. Ich war voller Hoffnung, sang meine Schwägerin doch wahre Lobeshymnen auf diesen Arzt. Und dann kam mal wieder alles anders. Ich wurde mal wieder vor den Kopf gestossen und scheinbar nicht ernst genommen. Eine Untersuchung fand nicht statt! Auch dieser Arzt hatte scheinbar keine Lust sich mit mir eben leider nicht 0815 Patient auseinanderzusetzen und verwies mich mit der Begründung, dass sei kein chirurgisches/ orthopädisches Problem an eine BG- Klinik. Wohlbemerkt ohne mir ein Fachabteilung zu nennen, an die ich mich wenden soll. Meine sehr bemühten Therapeuten haben nochmal nen ausführlichen Befund geschrieben, da sie nochmal einige Tests zur Stabilität der HWS gemacht haben, die leider auch positiv waren. Meine Therapeuten sind weiterhin der Meinung, dass bei mir eine HWS- Instabilität besteht. Sie vermuten als Ursache dafür nach wie vor eine Verletzung ( Überdehnugn, Anriss, Riss) der Bänder im Kopfgelenkbereich. Für den Neurochirurg einer BG- Klinik bleibt es weiterhin eine HWS- Distorsion. Den Bericht meiner Physiotherapeuten, die ja nach wie vor die einzigen sind, die mich und meine HWS wirklich untersucht haben, hat er sich noch nicht mal angesehen. Seit Juni bin ich bei einem Orthopäden in Behandlung, der mich und die Verdachtsdiagnose der Therapeuten ernst nimmt. Gerne würde er Akunpunktur probieren. Ich habe keine Ahnung, ob das was bringt, aber ich werde den Strohhalm wohl ergreifen und es einfach probieren. hat jemand von euch Erfahrungen mit Akupunktur sammeln können? Seit Juni bin ich jetzt krank geschrieben. Und ich merke, dass die Schmerzen und auch der Schwindel etwas weniger werden, wenn ich körperliche Anstrengungen in Form von Dingen oder Personen tragen vermeide. Jetzt muss nun endlich noch ein Funktions- MRT gemacht werden, auf dem man dann auch hoffentlich endlich etwas sieht, was meine Beschwerden erklärt. Aber es ist ja scheinbar auch nicht so einfach eine Praxis zu finden die solche Aufnahmen macht und ausserdem braucht man ja dann auch noch einen gescheiten Radiologen, der sich mit Verletzungen im HWS- Bereich auch auskennt und Bilder dementsprechend auch auswerten kann. Kennt jemand im Rhein- main- gebiet vielleicht einen guten Radiologen?

Ganz große Angst habe ich, dass man mir nicht glauben könnte und mich als Simulantin hinstellt. Wenn ich an mögliche Gutachten denke, wird mir regelrecht schlecht vor Angst. Ich fürchte, dass die BG irgendwann ein Gutachten fordert. Wenn dieser neue Arzt mir nun auch nicht weiterhelfen kann, weiss ich echt nicht mehr weiter. Eigentlich habe ich auch schon aufgegeben und nehme alles nur noch so hin. Meine Physiotherapeuten und meine Familie stehen voll hinter mir und treten mir oft genug in den Allerwertesten und animieren mich zum Weiterkämpfen, aber eigentlich fehlt mir so langsam die Kraft dazu. Ich wünsche mir so sehr, dass ales wieder so wird wie früher. Ich möchte mein altes Leben zurück. So kann mein Leben nicht mehr normal leben. Und vor allem hatte ich noch so viel vor... Vor dem Unfall hatte ich noch nie Probleme im HWS- Bereich, geschweige denn vergleichbare Symptome, die mich so verzweifeln lassen.

Über jegliche Ratschläge, Erfahrungsberichte oder Tipps von Leidensgenossen bin ich unglaublich dankbar!

Liebe Grüße

Mrs. Jinx
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Rudinchen

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Hallo Mrs Jinx,

es tut mir Leid, dass es dich auch so schlimm erwischt hat. Es gibt hier im Forum im Moment einige Diskussionen, die sich sehr intensiv mit der HWS beschäftigen. Versuche dich einmal einzulesen.

Mit der BG Frankfurt haben wir leider keine guten Erfahrungen gemacht. Evtl. versuchst du einmal einen Termin für eine Zweitmeinung in einem Wirbelsäulenzentrum zu bekommen. z. B.

http://wirbelsaeulenzentrum-bethanien.de

http://www.joho.de/index.php?id=710

Die müssten ja auch BG-Fälle übernehmen, du musst aber auch angeben, dass es sich um einen Wegeunfall handelt und auch deine BG-Nummer angeben.

Leider kann ich dir auch nicht sagen, welcher Radiologe in Frankfurt gute Funktionsaufnahmen macht, evtl. rufst du einfach einmal einige an und fragst nach, wer sich mit dieser Art von Aufnahmen gut auskennt. Ich denke, du erfährst evtl. schon an der Reaktion auf deine Frage, ob diese Aufnahmen in einer Praxis öfter gemacht werden.

Denn die Apparate müssen auch richtig eingestellt sein, um auf den Aufnahmen wirklich etwas erkennen zu können (frage mich bitte nicht nach Einzelheiten, die kann dir hoffentlich jemand anders besser erklären), da gibt es viel Fachliteratur dazu.

Wenn du viel Herumgeiere vermeiden willst und wenn du bereit bist, Geld zu investieren, dann lässt du ein Upright-MRT in Köln machen oder in einem anderen Upright-MRT-ZEntrum in Deutschland. Diese Untersuchung wird meistens von keiner Krankenkasse übernommen und von kaum einem Arzt verordnet. Aber dort sieht man ziemlich genau, welche Verletzungen vorliegen.

Wenn du viele Fragen hast - und die hast du sicher - lies einmal auf der Seite www.kopfgelenke.de nach.

Als Rettungssanitäterin hast du bestimmt schon Grundwissen, um die Erklärungen dort besser zu verstehen als medizinische Laien.

Bei HWS-Instabilitäten sind die normalen "Kräftigungsübungen" kontraproduktiv und können die HWS weiter schädigen - das merkst du ja selbst an zunehmendem Schwindel. Es werden eher isometrische Übungen empfohlen.

Du wirst leider einen beschwerlichen Weg vor dir haben und ich denke, dass eine Weiterarbeit in deinem Beruf leider nicht sehr sinnvoll ist - du schädigst dich selbst und gefährdest evtl. noch andere, das hast du ja schon gemerkt.

Ich wünsche dir viel, viel Kraft und gute Freunde, wir werden versuchen, dir so gut es geht zu helfen.

Viele Grüße,

Rudinchen
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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Mute

Erfahrenes Mitglied
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Hallo @ MRS.Jinx
Ich ratedir,du mußt dran bleiben.Das heist laß dich von Ärzten nicht abwimmeln und vor allem schau,daß die BG sich nicht davon schleicht!Ich würde heute mit den Syntomen,die bei mir auch (fast) so sind und dem wissen von heute,erst einemal alles dafür tun,daß die Sache bildlich abgeklärt ist.Bewegungs CT`s und MRT`s,spezielles MRT für Bänder und was ich auf jedenfall immer wieder machen lies ist eine Mylo.
Gruß Mute
 

Mute

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Mrs.Jinx!
Sorry ich habe jetzt deinen Beitrag nochmal durch gelesen.Und muß feststellen,daß der Ablauf nach dem ersten Unfall (Ärztehopping und deren Verhalten) sich sehr mit meinen Erfahrungen deckt.Also auch ich hatte danach die selben Krankenhausaufenthalte gehabt(zwar mit Verdacht auf einen Hirnschlag/Schlaganfall).Bei mir wurde dann auch eine Sonographie der Halsgefäße gemacht.Aber meiner Meinung nach hat das ganze System.Sobald man den Unfallhergang schildert und heraus kommt,daß die BG vielleicht die Verantwortung(besser gesagt die Kosten)übernehmen muß,wird alles dafür getan,um denen das Problem,daß sie für dich zahlen müßen zu nehemen.Paß auf,daß es dir nicht so passiert wie es mir in den ersten 4Jahre nach dem Unfall gegangen ist ich war einfach nur ein Simulant und dafür haben die Gerichte,Gutachter,Ärzte und vor allem die BG gesorgt.Und diese Situation(ein Simulant/und alles mit den Einschränkungen und Schmerzen)hat mich soweit gebracht,daß ich nicht mehr l.... wollte.Die 3 Jahre danach (nach den Gerichtsverhandlungen)waren nur noch ein Alptraum.Nichts ging.Niemand glaubte mir(vielleicht kam es mir auch nur so vor)und ich mußte weiter mein Leben leben(was die meisten Tag gar nicht ging).
Ich ging(und gehe) wie du auch arbeiten.Was für alle ziemlich gefährlich ist,aber irgend wie muß ich meine Familie ernähren.
Als ich mich nur noch in meinem Keller eingeschloßen habe(am leben nehem ich nicht mehr teil)bestand meine Frau darauf,daß wir in den Urlaub fahren.Ein neuer Alptraum für mich(Erklärung hier nicht)aber ich lies mich "breit schlagen"!Nach einem Tag im Urlaub kam es wie es kommen mußte.Ich habe den Urlaub im Hotelzimmer verbracht.Mit Schmerzen die habe ich versuchte mit allem zu betäuben was ich in die Finger bekam.Als wir dann endlich wieder nach Hause kamen,"schleifte" mich dann meine Frau noch mal zu meinem Orthopäden und bestand auf ein MRT(was der immer nur abgelehnt hatt).
Als ich bei dem Radiologen ankam,"war der schon von den Socken".Er bat mich meinemn Kopf gerade zu halten,was er dann selber feststellte,daß dies nicht ging.Als er dann das MRT gemacht hatte wurde ich sofort nach Langensteinbach überwiesen und ausgiebig untersucht.
Der Befund:Laut Radiologiebefund einer Verkippung zwischen C0 und C1 sowiecC1 und C2 die unter anderem auch durch eine exostosenartige Ausziehung von der oberen Gelenkfläche des Quwerforsatzes C1 nach cranial mit Entwiklung eines Pseudogelenkes zwischen C0 und C1 unterstütz und fixiert wird.
Zusätzlich C4 -C5 Zirkuläre Einengung durch Ligamenta flva Verdickung/C5 -C6 Osteochondrose mit Retrospondylose.Ausgeprägte spinale Enge rechtseitig beginnende Unkartrose/C6 -C7 Auch in dem Segment Osteochondrose mit Retrospondylose mit spinaler Enge.
Nachträglich Befund;massive Athrose(ganze Hws),speziell zwischen C0 und C1 sehr stark.
Was mit den Bändern ist(wegen der Schrägstellung des Dens) schaut man schon gar nicht,da im jetztigen "Stand der Dinge" so ist,daß es eine Fusion von C0-C2 geben soll.Und die restlichen "Reparaturen" bei der Operation mit gemacht werden.
Also lasse es nicht so weit kommen.Schau,daß du so schnell wie möglich heraus bekommst was bei dir nicht stimmt(das ist das aller wichtigste).Und lasse es dann irgend wie richten.Und selbst dann kann dir niemand sagen was besser wird.Aber es verschlechtert sich nichts mehr(so wie das bei mir ist)!
Bleib dran"Und denk daran ist ist dein Leben,daß du leben mußt!
Gruß Mute


Und bevor ich wieder Probleme bekommen,entschuldige ich mich gleich für meine Satzstellungen und Rechtschreibfehler.Wer es nicht lesen will,der soll es sein lassen!
 

sachsblau

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Hallo Mrs. Jinx,

willkommen hier im Forum...auch wenn der Anlass natürlich kein guter ist.

Ich selbst bin auch HWS-geschädigt und kann die Dinge, die Du schreibst, gut nachvollziehen. Viele der Symptome habe ich ebenfalls und weiß, wie es sich damit lebt.

Leider ist es so, dass viele Schleudertrauma-Patienten nicht ernst genommen werden. Man versucht ihre Probleme auf die Psyche zu schieben, auch wenn es genügend Anhaltspunkte für eine strukturelle Läsion gibt. Auch bei mir gibt es seit dem Unfall eine ganze Reihe von Veränderungen - im Rückenmark, an den Kopfgelenken, der gesamten HWS und der oberen BWS. Ich habe neurlogische Probleme, die jedoch nicht näher abgeklärt werden.
Auch ich hatte alarmierende Berichte meiner Physiotherapeuten, die weggebügelt wurden - wie nur können sich Therapeuten anmaßen, Tests zu machen, zu befunden und dann auch noch so etwas zu schreiben? Sie sind doch keine Ärzte...und schwupp wird alles vom Tisch gewischt...

Die Akupunktur kann Dir, vorausgesetzt sie wird von einem erfahrenen Arzt durchgeführt, ein wenig Linderung verschaffen. Die Schulter-Nackenschmerzen lassen sich damit etwas beeinflussen. Allerdings kommen sie auch wieder, das ist zumindest meine Erfahrung damit.

Du findest auf den Foren-Seiten viele Beiträge zum Thema HWS, Schleudertrauma, Instabilität und andere. Es lohnt sich, hier nachzulesen, auch wenn das unter Umständen viel Zeit braucht...aber es lohnt sich.

Ein Funktions-MRT wäre überlegenswert. Vielleicht hast Du Glück und der Orthopäde überweist dich dorthin. Viele Veränderungen/Verletzungen sind nur durch Funktionsaufnahmen zu belegen. Ob diese dann schlussendlich anerkannt werden, steht allerdings noch auf einem ganz anderen Blatt.
Beim Funktions-Röntgen werden, wie bei Dir auch, leider immer und immer wieder die falschen Aufnahmen gemacht...meist ohne Ergebnis. Richtiger und wichtiger wären sogenannte Funktionsaufnahmen nach Sandberg, die jedoch kaum eine Praxis anbietet. Auch hier könntest Du vielleicht nachfragen.
Hier mal ein Link dazu: http://www.kopfgelenke.de/diagnose-von-instabilitaten-der-kopfgelenke/2008/04/15/


Ich wünsche Dir alles Gute und hoffentlich baldige Hilfe und Besserung.
Viele Grüße
sachsblau
 

Siegfried21

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Hallo,

ja
... Schleudertrauma-HWS ist immer ein heißes Eisen und wenn die Beschwerden nach einer Karenzzeit nicht das weite gesucht bzw. verflüchtig haben, wird gerne versucht (dito Sachsblau) die Probleme auf die Psyche zu schieben.

Gerade bei der BG kommt dann Prof. Stevens ins Spiel und was dies bedeutet, muss ich wohl nicht detailliert ausführen.:eek:

Info:
Die Literatur zeigt, dass das „HWS-Schleudertrauma“ kein nosologisch valides Konstrukt ist. Die landesbezogenen Prävalenzraten, die Beschwerdequalität und die prädisponierenden Faktoren sprechen für ein erlerntes Verhaltensmuster im Sinne eines Unfallstereotyps. Ferner ist bei dem Beschwerdetyp „HWS-Schleudertrauma“ mit hoher Prävalenz von Aggravation zu rechnen.

Quelle:
http://www.gentner.de/gentner.dll/e11e461e491e496139_0604_MTg0ODk1.PDF

w. Info:
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/articleEPMYG-1.80152



Info: Professor Matthias Keidel, Psychologe und Neurologe an der Klink für Neurologie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth:
http://www.krankenversicherung-individuell.de/information/beschwerden-schleudertrauma-433.html

http://www.diebandscheibe.de/pdf/schleudertrauma.pdf


Grüße

Siegfreid21
 

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Mrs. Jinx

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Hey,

@mute, rudinchen, sachsblau: erstmal vielen, vielen Dank für eure Tipps, Links und Gedanken zu meinem Problem

@rudinchen: Danke für die vielen Links Die werde ich jetzt mal nach und nach durcharbeiten.

@mute: Bei meinem letzten Termin in der BGU Frankfurt in der Neurochirurgie hat der Arzt auch schon gesagt, dass er mir jetzt aber nur noch einmal Physiotherapie verschreiben könnte, weil die Unfälle ja jetzt schon lang genug her seien und es jetzt mal langsam gut sein müsse. Das ist zu gut und solche Aussagen habe ich schon öfter gehört, bekomme nämlich seit Ende 2009 Physiotherapie ausserhalb des Regelfalls aufgrund einer Lähmung des rechten Fußes bei Z.n. Lagerungsschaden nach Fuß- OP. Da musste ich auch oft diskutieren und beteln. Leider ist der Mensch aber oftmals kein klassischer Lehrbuchfall und es ist eben noch lange nicht gut. Ich habe mir all die Wehwehchen nicht gewünscht und möchte einfach nur ein bißchen Linderung. Und die Physiotherapie ist im Moment das einzige was mir ein bißchen hilft und ich bete, dass ich irgendwoher weiter Rezepte dafür bekomme.

@sachsblau: Genau so wie du die Sache mit der Befunderhebung durch einen Physiotherapeuten und die Reaktion der Ärzte darauf beschreibst, war es bei mir auch. Da darf man sich ja noch blöde Sprüche von ach so kompetenten D- Ärzten anhören, die mich noch niemals nie untersucht haben und deren Anamneseerhebung immer nur in der Stellung von Fragen bestand. Das sind unsere Ärzte heutzutage, juhu. Aber diese Situation kenne ich nur allzu gut aus meinem Berufsleben als Rettungsassistentin. Oftmals werden wir auch nicht richtig ernst genommen, Ärzte hören uns nicht zu,.... Dann sind wir nur die dämlichen Krankenwagenfahrer.... Unglaublich diese Arroganz. Und leider oftmals so unglaublich ungerechtfertigt.

Die Seite Kopfgelenke.de kenne ich und habe ich auch schon mehrfach durchstöbert. Sehr informativ diese Homepage. Sie hilft ein wenig besser zu verstehen, was da scheinbar in mir passiert.

Wenn ich die vielen Beiträge zu dem Thema HWS hier lese, ist es wirklich erschreckend immer wieder feststellen zu müssen, wie wenig fachkompetente Ärzte es auf dem Gebiet zu geben scheint. Fürchterlich wie mit Patienten umgegangen wird und was ihnen immer wieder unterstellt wird. Es ist ja nicht so, dass Menschen mit derartigen Problemen schon genug Sorgen haben. Nein, es werden einem noch mehr Steine in den Weg gelegt.

In meinen bisher gemachten MRT- bzw. Röntgenaufnahmen hat man seit dem Unfall im Juli 2011 immer wieder diese Streckfehlhaltung der HWS festgestellt. Das ist ja nunmal nicht physiologisch und muss irgendeinen Grund haben. Wenn ich das bisher gelesene richtig verstehe, versuchen die Muskeln im HWS-, Nackenbereich oftmals eine Instabilität o.ä. durch erhöhten Muskeltonus auszugleichen. Folge ist dann, dass die physiologische Stellung der HWS aufgehoben wird und es eben zu einer Streckfehlhaltung kommt, wie bei mir sichtbar. Ist das korrekt? Falls ja, wieso sehen die Ärzte sowas nicht bzw. wieso messen sie dem Befund keine größere Bedeutung zu und forschen nach warum diese Fehlhaltung da ist?

Liebe Grüße und allen Leidensgenossen gute Besserung!

Mrs. Jinx
 

Mrs. Jinx

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@Siegfried21: Danke für die Infos, auch wenn sie mir ganz schön Angst machen.

Liebe Grüße

Mrs. Jinx
 

Mute

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Mrs.Jinx
Also das mit den Physio müßte eigentlich mach bar sein.Ich selbst weis wie viel schlechter es mir ohne geht.Gegen Ende letzten Jahres hat meine Krankenkasse(besser gesagt der Medizinscher Dienst/was immer das auch ist)entschieden,daß ich nach 5,5 Jahren keine Physio mehr bräuchte.Ich könne das selber machen.Die Helden meinten ich könne meine Kopf irgend wie selbst bewegen,was gar nicht geht.Ich habe dann dreimal mit (jedesmal neuen u. auch älteren)Arztberichten versucht die zu überzeugen,daß dies die wichtigste Behandlung(besser gesagt die Behandlung die am meisten hilft,so daß ich zumindest meine Verspannungen ein bisschen in den Griff bekomme)ist.Half alles nichts!So hatte ich ich die Behandlungen ab da selbst bezahlt(2mal Wöchentlich).Als dann die Sache,durch die Untersuchungen in Langensteinbach,"einen anderen Lauf nahm",habe ich den Radiologiebericht wieder zu meiner Sachbearbeiterin von der Krankenkasse geschickt.Und siehe da,der Medizinische Dienst hat innerhalb von 2Tagen mir schriftlich zugesagt,daß die Physio wieder von ihnen übernommen wird.Also versuch`s weiter,denn mir geht es Tag für Tag so miserabel,daß ich mich über jede Erleichterung freue.Und ohne Physio hab ich keine zwei Tage,dann kann ich mich nicht mehr bewegen.Und das ist so,plus die Schmerzen die zu alle andern noch hinzu kommen.Immer mehr Schwindelanfälle und,und,und.
Und ,daß die Lähmung ein Grund für die Physio ist,kann ich auch nicht ganz nach vollziehen.Ich habe auch sehr oft,sehr starke/lange Ausfallerscheinungen in meinem rechten Arm.Aber das hat nichts mit meinen Schmerzen oder Verspannungen zu tun.Die Ausfallerscheinungen sind oft nach irgend welchen Bewegungen,dann geht die motorig von meines rechten Arm nicht mehr.Das ist bei mir zumindest so.
Also wenn es dir wirklich gut tut,kämpfe darum.Ich weis wie es dir in dieser Sache geht.Wie gesagt bei mir ging soweit,daß ich die Behandlungen ein dreiviertel Jahr selbst bezahlte (und auch wieder bezahlen würde),auch wenn ich es mir wirklich nicht leisten kann.
Gruß Mute
 

Feuerqualle

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Mrs. Jinx,

da hast du ne Menge durch und wohl noch ne Menge vor Dir.
Dafür wünsche ich Dir viel Kraft.

Mich erschreckt immer wieder wie sich die Erlebnisse doch gleichen.
Die Absprache der Wahrnehmung ist bei mir wohl für die PTBS verantwortlich(zumindest in gravierendem Maße).

Jetzt wo ich krank bin und Ärzte eigentlich brauche - ertrage ich weder Kittel noch Klinik mehr. So sehr haben mir ähnliche Situationen zugesetzt.

Die inadäquate Schmerztherapie habe ich mehrfach erleiden müssen - vermutlich der Grund für ein völlig überreiztes Schmerzzentrum und ein "Schmerzsyndrom".

Ich bin sicher - hätte man im akuten Zustand jeweils eine effektive Schmerzmedikation durchgeführt hätte ich heute keine chron. Schmerzen, keine Angst und Paniksymptome und keine PTBS.

Traurig, dass das immer wieder vorkommt - ja eigentlich schon Standart zu sein scheint.

LG
 

sachsblau

Erfahrenes Mitglied
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Streckfehlhaltung HWS

Hallo Mrs. Jinx,

Du hattest in Deinem letzten Beitrag ganz konkret nach der sogenannten Streckfehlhaltung der Halswirbelsäule gefragt. Dazu möchte ich Dir gern antworten.


In meinen bisher gemachten MRT- bzw. Röntgenaufnahmen hat man seit dem Unfall im Juli 2011 immer wieder diese Streckfehlhaltung der HWS festgestellt.

Die Steilstellung der HWS (auch Streckfehlhaltung genannt) ist eine der typischen Reaktionen der HWS nach einem erlittenen Schleudertrauma - egal ob durch einen Verkehrsunfall, einen Sturz auf den Kopf oder ähnliches ausgelöst.


Das ist ja nunmal nicht physiologisch und muss irgendeinen Grund haben. Wenn ich das bisher gelesene richtig verstehe, versuchen die Muskeln im HWS-, Nackenbereich oftmals eine Instabilität o.ä. durch erhöhten Muskeltonus auszugleichen. Folge ist dann, dass die physiologische Stellung der HWS aufgehoben wird und es eben zu einer Streckfehlhaltung kommt, wie bei mir sichtbar. Ist das korrekt? Falls ja, wieso sehen die Ärzte sowas nicht bzw. wieso messen sie dem Befund keine größere Bedeutung zu und forschen nach warum diese Fehlhaltung da ist?

Das Ganze ist leider nicht ganz so einfach und leider auch nicht so eindeutig.
Richtig ist zunächst einmal, dass diese Fehlhaltung durch ein Schleudertrauma verursacht sein kann, aber nicht muss. Und genau darin liegt die Schwierigkeit.
Untersuchungen haben gezeigt, dass es unter der Normalbevölkerung einen recht hohen Prozentsatz von Menschen gibt, die auch ohne Unfall oder der gleichen eine solche Haltungsanomalie aufweisen. Daher wird dem Ganzen kein besonderer Krankheitswert beigemessen, was für uns HWS-Geschädigte natürlich irgendwo schwer verständlich ist. Zumindest erklärt das aber, weshalb in Deinem und vielen anderen Fällen keine weitere Abklärung erfolgt.

Was Betroffene erleben ist, dass sich nach einem erlittenen Schleudertrauma die Körper-Statik komplett ändert.
Die Steilstellung (verbunden mit muskulären Verspannungen u.a.) der HWS dient, wie Du bereits richtig recherchiert hast, der Stabilisierung. Viele von uns haben das Gefühl, dass etwas "instabil" ist und irgend etwas bei der Kopfhaltung nicht mehr so funktioniert, wie vor dem Unfall beispielsweise. Die Nacken- und Schultermuskulatur versucht nun, dieses "Defizit" auszugleichen und den Kopf quasi zu halten. Dabei verfällt sie in eine Dauerspannung, die natürlich wiederum andere Probleme verursachen kann. Viele Schleudertrauma-Betroffene haben im Liegen kaum oder gar keine Probleme, aber sobald sie ihren Kopf auf den Schultern tragen, geht es los - die Schmerzen nehmen zu, die Verspannungen ebenfalls. Je mehr Kräfte auf die HWS im Tagesverlauf einwirken, um so ausgeprägter wird das Ganze.

Viele Ärzte glauben, dass mit dem Lösen der verspannten Muskeln das Problem zu beheben sei.
Jaein. Viele Geschädigte berichten, dass es für sie zwar angenehm ist, wenn durch die Physiotherapie, Akupunktur oder ähnliches die Verspannungen gemildert werden. Auf der anderen Seite geht es manchen aber gerade danach von den Schmerzen her noch schlechter....bis der Körper seine "Schutzspannungen" wieder aufgebaut hat, die er zur Kompensation dringend benötigt.
In der Literatur wird ab und zu berichtet, dass nach einem Schleudertrauma eine Störung in den Basalganglien vorliegen würde, die diesen ständigen Kreislauf mit bedingt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Basalganglien


Verletzungen in den Kopfgelenken, insbesondere Verletzungen von Bändern in diesem Bereich, führen zu Instabilitäten. Man hat das Gefühl, als wäre der Kopf eine Kartoffel, die auf eine biegsame Weidenrute aufgesetzt ist und schwer "gesteuert" werden kann.
Leider gehören gerade solche, meist schwerwiegende Funktionsstörungen, zu den Dingen, die sehr kontrovers diskutiert werden - kontrovers pro Versicherungswesen. Hinzu kommt, dass viele Radiologen gar nicht über das erforderliche Spezialwissen verfügen, um diese Dinge diagnostizieren zu können. Ein Großteil der Verletzungen wird daher oft übersehen und die Betroffenen werden zu unrecht als Simulanten hingestellt.
Ein Beispiel: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz...en-hinzustellen/story/16473448?dossier_id=871


Leider gibt es wohl nur sehr wenige Ärzte, die es verstehen, diese Zusammenhänge zu sehen und noch weniger, die sich dann auch noch auf die Seite der Patienten stellen.
Fakt ist, dass sich aufgrund der Steilstellung der HWS die gesamte Körperstatik verändern kann. Jeder kann das selbst testen - wird die HWS aufgestellt, stellen sich automatisch auch die anderen Wirbelsäulenabschnitte auf. Die physiologische Haltung mit Kyphosen und Lordosen geht "verloren" und man hat nicht nur Probleme mit der HWS sondern auch mit der BWS, der LWS und dem Becken - ein Kreislauf, der von vielen Medizinern nicht gesehen wird...



Hier mal noch zwei Links, die die gängige Meinung der Ärzte wiedergeben, dass der Steilstellung kein Unfallwert beizumessen wäre:

http://www.verkehrslexikon.de/Texte/HWS9.php

http://www.dr-heublein.de/hwsverletzungen.htm



An dieser Stelle noch ein DANKE an Siegfried21 für die, wie so oft sehr hilfreichen und informativen Links.


Viele Grüße und euch allen einen hoffentlich guten Tag
...sachsblau
 
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