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3. Baum UO Frontal 21 "Hilflose Wut "

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hella

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
25 Juni 2014
Beiträge
423
#26
Liebe Marima!
So habe ich auch mal gedacht. Ja!

Ich war mal selbständig, habe viel (und gern) gearbeitet und bin natürlich auch erkältet arbeiten gegangen. Ich habe einfach sehr gern gearbeitet. Ich konnte aber auch selbst gestalten. Ich brauchte keinen Schnupfen, um mich nach Hause zu verflüchtigen. Wenn Mitarbeiter ungewöhnlich lange krank waren mit Schnupfen und Co, habe ich mich immer gefragt, was aus deren Sicht schief sein könnte, dass sie damit „flüchten“. Sie wollten ja diese Stelle unbedingt. Was also führt zu dieser Schieflage. Manchmal ging es nur darum, dass sie die Gewissheit brauchten, dass sie Hilfe haben, wenn sie den Ungang mit empfundenen Druck nicht gut können und seit Schulzeiten nur Vermeidung gelernt hatten. Das kann man ja thematisieren und verändern. Wir hatten nur wenig Mitarbeiter und es ist nicht repräsentativ, aber krank „gefeiert“ hat da keiner, würde ich sagen. Sie hatten für den Moment keine bessere Strategie zur Verfügung.

Und ja, ich fand mitunter die Leidensfähigkeit mancher Mitmenschen (ja, gern Rückenschmerz und Depression) merkwürdig und das Verlangen nach Rente unverschämt. Aber leider hörte ich tatsächlich vorwiegend von wirklich dreisten „Forderern“. Die, die es wirklich betrifft, die echt Rente und Entschädigung bräuchten und genarrt werden, sind mir gar nicht zu Ohren gekommen. Das ist wie eine stumme Masse. Und je mehr von den Dreisten zu hören war, desto weniger konnte man glauben, dass es das andere Extrem geben könnte.
 

Marima

Wegen Mehrfachmitgliedschaft geperrte Mitglieder
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1 Okt. 2017
Beiträge
499
#27
Hallo bobb, hella und alle

ich würde mir wünschen, dass jedes Unfallopfer wieder Gesund wird und Gerecht entschädigt wird.

In diesem Forum sind fast ausschließlich Unfallopfer, die Schwierigkeiten haben ihre Ansprüche durchzusetzen. Die Versicherten bei denen es keine Probleme gab sind hier nicht zu finden, warum auch. Wie viel % diese ausmachen ist mir nicht bekannt.

Es ist mir nur zu pauschal, alles auf die Gutachter, Versicherungen und Gerichte zu schieben. Das Bindeglied zwischen den Unfallopfern und den Gutachtern, Versicherungen und Gerichten ist der eigene Rechtsanwalt und genau hier ist zumindest bei mir in den letzten 13 Jahren das größte Problem. Ich bin gezwungen alles selbst zu machen, so weit es rechtlich überhaupt möglich ist.

Das zweite Problem sind die eigenen Ärzte, die nicht erkennen können der wollen an welchen Erkrankungen das Unfallopfer eigentlich leidet. Wenn die Ärzte und Rechtsanwälte, ihre Arbeit, für die sie bezahlt werden vernünftig machen würden, hätten wir erheblich höhere Erfolgsaussichten.

MFG Marima
 

Gsxr1983

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#28
Naja ich finde eure Diskussion Interessant! Oder eher nicht! Die Versicherung geht nur den Weg des geringsten Widerstands! Man muss die Imunität der Gutachter abschaffen und ermöglichen dass diese für Grobe Fehler abgestraft werden können!

MfG

Gsxr
 

IsswasDoc

Erfahrenes Mitglied
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#29
Hallo Gsxr1983,

wenn die finanziellen Abhängigkeiten abgeschaft würden und alles nur Ehrenamtlich von den Gutachtern zu erbringen wäre, wäre der Anreiz des Lügen und Betrügen schon mal evtl. eingedämmt.

Durch die Gefälligkeiten der mehrzahl der M.E. Schlechtachter erhoffen sich doch diese, wiederum Bevorzugungen der Versicherungen+Kostenträger und Gerichte. Die Gefälligkeiten werden dann hin und her geschoben damit wird das System aufrecht erhalten. Der Kläger hat nur eine Statistenrolle als Fußabtretter.

Nartürlich müsste es dann auch eine absolute Trennung von Gerichten, Versicherung,Ärzten und Raw geben, weil Gelegenheit macht Diebe!

Leichter wie sich bei uns Geschädigten sich zu bedienen und an unserem Elend zu verdienen, geht es kaum. Kontrolle totale Fehlanzeige, Konsequenzen für jeden Laien sofort erkennbare Fehler Fehlanzeige, ab einer gewissen Sozialen Schicht können die sich fast alles erlauben Zauberland BRD.

Gruß
Isswasdoc
 

bobb

Erfahrenes Mitglied
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335
#30
Hallo Gsxr1983,
ja, es genügt m.E. nicht, dass ein wegen der Besorgnis der Befangeheit abgelehnter Gutachter nur damit abgestraft wird, daß sein Gutachten nicht verwertbar ist oder im krasserem Fall ihm die Auszahlung seines Honorares durch das Gericht wegen grober Fahrlässigkeit versagt wird, sondern solch einem Gutachter sollte eine saftige Strafe in Anlehnung an den Gegenstandswert auferlegt werden. Aber das wird Wunschdenken bleiben :-(
Gruß Bobb und eine angenehme Nachruhe Euch allen :)

Hallo an Euch,

könntet Ihr mich noch unterstützen bei meiner Intention, dass die Redaktion von "Kontraste" das Thema "Gutachterneutralität?" erneut für einen TV-Beitrag zum Thema macht. Nur wenn mehrere Opfer so ein Ansinnen bei einer TV-Redaktion bekunden, besteht überhaupt eine Chance, ein Thema erneut öffentlich zu behandeln.

Googelt mal und dann kommt ihr auf ein Kontaktformular bei der Redaktion, über das Ihr Eure Vorschläge machen könnt. Die letzte Sendung zu diesem Thema war ja nicht schlecht, doch damit soll es nicht genug sein.

Danke für Eure Unterstützung.
Bob
 

ptpspmb

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#33
Hallo Marima,

interessant ist, dass du den Knotenpunkt bei deinem Anwalt suchst!
Mit Verlaub, der kann dich nur so gut vertreten wie du Ihm zuspielst!
Er kennt deine Lage ja auch nur von dir und den GA die über dich gemacht wurden!
Ein Gutachter macht an dem Tag an dem er dich untersucht ca. 10 Gutachten (ist so der Schnitt bei einem Gutachteninstitut)!
Du bist eine unbekannte Adresse für Ihn!
Er untersucht dich und kommt dann zu einem Ergebnis! Meistens 95% für die Beklagten!

DER GA LEBT VON VOLGEAUFTRÄGEN!

Leider ist es kein Einzelfall, aber ich alleine kenne 3 Leute die mehrfach zu dem St. nach Tübingen gehen sollten!

Sorry, aber dein Anwalt alleine ist nicht der Knackpunkt!

Noch etwas, wenn deine Mitarbeiter 3 Wochen wegen Schnupfen ausfallen und Party machen und du dann davon Kenntnis bekommst, dann frage ich mich, warum du die Mitarbeiter nicht dazu befragt hast!
Ein Mittarbeiter macht eigentlich solche Sachen nur wenn er damit durchkommt!

Leider ist es so, wie isswasdoc schreibt!
Das ist die Realität!
 

bobb

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8 Juni 2015
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335
#34
@All
Die Schwierigkeiten als UO zu seinem Recht zu gelangen sind in den Unzulänglichkeiten vieler Beteiligter zu suchen:
1. UO selbst, da es nach einem Ereignis gar nicht weiß, welche Untersuchungen bei welchen Fachärzten notwendig wären, um z.B. einen Erstkörperschaden feststellen zu lassen, damit er als unfallkausal beurteilt werden kann. Oder die schriftliche Erfassung der Beschwerden durch seine behandelnden Ärzte zu kontrollieren (Einsicht in die Dokumentation des Arztes). Oder das Nichtwissen über zeitnahe bestimmte bildgebende Verfahren, die meistens nicht als Kassenleistung erstattet werden, aber notwendig sind, um gesicherte Diagnosen zu erhalten (Upright-MRT, MRT-Angio, PET, SPECT, HNO-Audiometrie usw.)
2. Mangelndes Engagement des Anwaltes aufgrund seiner von der Hoffnung getragenen Vorgehensweise, einen besonders unter "wirtschaftlichen" Gesichtspunkten gesehenen schnellen Abschluß zu erreichen.
3. Auswahl der nicht immer geeigneten Fachrichtungen bzgl. der zu veranlassenden Gutachten (z.B. Neurochirurgisch anstatt oder zusätzlich zum Ortho)
4. Falsche oder unvollständige Gutachten vom Gericht veranlaßt
5. Behauptungen und Einwände der Beklagten, die auf Unwahrheiten beruhen und in gezielter manipulativer Absicht dem Richter gegenüber durch ständiges Wiederholen geschehen.
Hier greift dann der "Erinnerungsfaktor" im Gehirn z.B. eines Richters wie das im Bereich der kommunikationswisschenschaftlichlichen Erkenntnisse erläutert wird z.B durch Beeinflussung der Massenmedien auf die Menschen, die durch ständige Wiederholungen z.B. falscher Aussagen ein "Sichfestsetzen" im Gehirn erreichen und bei der Abwägung im Sinne einer Beurteilung der Menschen einem Sachverhalt gegenüber, dann auch einen gewissen Entscheidungsfaktor darstellen können.
6. Und dann noch die Unerfahrenheit oder die juristische Beurteilungsschwäche der Justiz. Vielleicht sogar die vonvorneherein dagewesende tendenziöse Einstellung der Justiz einem Kläger gegenüber?? Studie von Frau Prof. Gresser wurde ja hinlänglich auch hier im Forum zitiert.

Es gäbe noch viel mehr Faktoren, die wichtig sind, ein gerechtes Urteil zu erreichen und man nicht sagen, der Knackpunkt ist der Anwalt. In der Gesamtschau spielen viele Faktoren eine Rolle, um zu seinem Recht zu kommen. Doch sind nach meiner Erfahrung das Hauptmerkmal die Gutachten, die als Basis für eine richterliche Entscheidung dienen.

Grüßt Euch alle Bobb

P.S. Mein Anwalt sagte mir mal zu Prozessbeginn: Recht haben bedeutet nicht Recht zu bekommen
 

oerni

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#35
ja, es genügt m.E. nicht, dass ein wegen der Besorgnis der Befangeheit abgelehnter Gutachter nur damit abgestraft wird, daß sein Gutachten nicht verwertbar ist
Der Gutachter Dr. med Uwe Glatzmaier aus Inning am Ammersee wurde vom SG Regensburg für Befangen erklärt, trotzdem hält das SG und das LSG München an diesem Gutachter fest.
Ähnlich ist es mit dem Gutachter Dr. med Lösten (München) der seiner eigenen Aussage zu folge, ca 300 GA im Jahr schreibt.
Ich finde medizinische Gutachter die schon mal durch ein Gericht für Befangen erklärt wurden, sollten in einer "schwarzen" Liste aufgenommen werden und erst nach einer Karenzzeit von <10 Jahren die Möglichkeit haben, sich zu beweisen.
vom erstgenannte Gutachter ist mir bekannt, dass es wohl kein einziges Gutachten gibt, das Positiv für den Versicherten ausgegangen ist.

Was will ich damit beschreiben?
Gerichte halten sich nicht daran auf, dass Gutachter "negative" Schlagzeilen machen.
 

bobb

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8 Juni 2015
Beiträge
335
#36
Hallo oerni,
ja, das ist das Problem, daß bereits für befangen erklärte Gutachter weiterhin von Gerichten beauftragt werden und es den Richtern überlassen bleibt, wen sie beauftragen. Unser Wunschdenken wird ein solches bleiben, wenn wir diesen Zustand anprangern.
MfG Bobb
 
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