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"Der Alte stirbt doch sowieso"

michisma

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
7 Sep. 2006
Beiträge
228
Hallo Ariel

Ich arbeite in der Pflege und kann es langsam nicht mehr hören und lesen was für Missstände in den Heimen sind.
Wir,die Pflegekräfte sind der ********** vom Dienst.
Jeder,kommt früher zum Dienst und geht später nach Hause,die Zeit wird nicht bezahlt,damit wir den Schreibkram erledigen können und die "normale Zeit" dem Bewohnern zu Gute kommt.
Ich weiß nicht wie es weitergehen soll,da immer mehr Aufgaben in immer weniger Zeit zu erledigen sind und wir aber auch nur Menschen sind und keine Roboter.
Die meisten Pflegekräfte haben Überstunden die normalerweise nie wieder in Frei zu bekommen sind.
Wir in der Pflege haben wirklich einen Knochenharten Job und auch der Umgang mit pflegebedürftigen,zum Teil sehr dementen Bewohnern ist extrem Stressig.
Ich kenne kein einziges Heim,und ich kenne viele Heime da Pflegende zusammenjammern,in dem Zustände sind wie es ständig in den Medien beschriebenwird.
Wenn man optimale Pflege möchte,wird das nicht bezahlbar sein,bzw wer soll das bezahlen.

Ist nicht gegen Dich gerichtet,aber ab und an platzt mir der Kragen
Liebe Grüße
michisma
 

pussi

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
30 Apr. 2007
Beiträge
1,930
hallo, michisma

hut ab, vor pflegekräften! besonders in alten- unf pflegeheimen.

aber , sei mir bt. nicht böse.
ihr habt euren beruf selber gewählt.
das heisst auch berufung . bis zur selbstaufgabe.

vor vielen jahren hatten christliche schwestern die aufgabe übernommen.
scheinen aber alle auszusterben.

heute scheint es nur noch commerz zu sein, auf kosten der pflegebedürftigen.
und das, bei den preisen!

mfg
pussi
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
23 Juli 2007
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1,237
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Hallo michisma,

ich glaube nicht, dass das Buch Pflegekräfte diskreditieren will.

Es soll und will (unter anderem) genau das machen, was Du auch machst: Auf Zustände aufmerksam machen, die über kurz oder lang für keinen der Beteiligten erträglich sind.

Und die von Dir angesprochenen Berichte in den Medien sind möglicherweise das Gegengewicht zu den ebenso unterträglichen (und ebenso falschen) Werbebroschüren der Pflegeeinrichtungen und Pflegeabteilungen.

Ist es da nicht besser, wenn ein Buch qualifiziert auf die Mißstände für Pflegende und Gepflegte aufmerksam macht.

Schließlich kann nicht jeder ein Forum wie http://www.pflegeboard.de durchackern um einen Eindruck der Situation zu bekommen. Allein der Themenbereich "ethik-in-der-pflege" offenbart Abgründe.

Grüße
oohpss
 

Buffy07

Mitgliedschaft beendet
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13 Sep. 2006
Beiträge
875
Hallo mischisma:),

mich hat dein Satz sehr irritiert...optimale Pflege ist nicht bezahlbar...heißt das etwa im Umkehrschluß..wer das nicht bezahlen kann muß mit dem zufrieden sein was er vorfindet:mad::eek:...ich kenne auch viele Pflegeheime und mir streuben sich die Haare, wenn ich sehe wie mit dem Pflegebedürftigen umgegangen wird...wie Pussi schreibt..jeder sucht sich seinen Beruf aus....und wer in der Pflege tätig ist...weis das er mit Menschen zu tun hat nicht mit Holz...alleine die respektlose Ansprache an den zu Pflegenden...wie geht es uns:mad:..der Mensch hat einen Namen...oder gehen wir jetzt aufs Thrönchen...als ich diesen Satz hörte antwortete ich meine Mutter FrauXXX geht jetzt auf die Toilette oder müßen sie auch....die Menschen in Pflege, Altenheimen oder KH haben alle Namen und ich glaube sie wurden nicht entmündigt oder als Namenlos eingetragen:mad:
Ich zolle allen denen Respekt die diesen Pflegeberuf so ausüben, wie er gedacht ist...ich zolle jeder Familie in der Gepflegt wird einen hohen Respekt...und man kann den Menschen nur danken
Bisher ..nach den neusten Untersuchungen und Überprüfungen nach der neuen Gesetzeslage hat kein Heim ohne Beanstandungen diese Überprüfung überstanden......das sollte zu denken geben....
Für manche ist ein Alten- und Pflegeheim eine Gelddruckmaschine und der Pflegende bleibt außen vor.....
Die Zeitungsmeldungen beweisen es...
Gruß Buffy07
 
Zuletzt bearbeitet:

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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23 Juli 2007
Beiträge
1,237
Ort
Hamburg
...alleine die respektlose Ansprache an den zu Pflegenden...
Hallo,
in dem von mir angeführten Boatd, in dem sich Pfleger austauschen, fragt eine Pflegerin, wie sie mit ihrer Kollegin umgehen soll, die die Patienten öfters schlägt.

Auch wenn das eine Ausnahme ist, zeigt es doch auf, dass es keine etablierten Instanzen/Mechanismen gibt, an die sich Pfleger wenden könnten, selbst wenn sie die Not erkennen.

Insofern schätze ich - nein hoffe ich -, dass der Beitrag von michisma darstellt, dass er/sie selbst nicht mit den zahllosen Konflikten zurechtkommt. Und möglicherweise haut michisma zum Glück nicht auf die Patienten, sondern auf jene die die Umstände darstellen, wie sie sind. Denn gegen den Arbeitgeber, die Gesetze oder die Gesellschaft kann man wenig machen. Vor allem wenn man bedenkt, wenn wir (das Volk) nun an die Regierung gewählt haben. Alles was nicht wirtschaftlich aktivierbar und produktiv einsetzbar ist, stellt Kosten dar und Kosten sind zu optimieren.

Grüße
oohpss
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
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11 März 2007
Beiträge
3,038
Hallo,

mein Vater ist Anfang dieses Jahre zuhause gestorben, meine Mutter (83) hat ihn bis zum Schluß selber gepflegt.
Sie hat nur wenn es ihr selber schlecht ging, einen Pflegedienst zugelassen...dieses aber nicht aus übergroße Liebe zu meinem Vater sondern:
das Pflegepersonal wechselte fast täglich, mein Vater mußte um 9.15h auf den Topf (ob er wollte oder konnte...egal) hat er 30 Minuten später alles ins Bett gemacht...war der Pflegdienst schon wieder weg und die Arbeit bei meiner Mutter.
Um 9.05h mußte er gewaschen werden, dafür wurde er auch schon mal extra geweckt.
Die Pflege wurde nach einer Punkte-Liste gemacht und alles Minutengenau.

Bei der Überprüfung hatte meine Mutter IMMER Eintragungsfehler zu ihren Ungunsten gefunden.
Und dazu war alles sehr teuer.
Da sagte sie "ich habe weniger Stress, wenn ich alles alleine mache und kann uns den Tag gerecht einteilen".
Meine Mutter hat die ganze Arbeit gemacht und nur die Hälfte des Pflegegeldes bekommen....warum:mad:

Ganz sicher (und da denke ich gerne positiv:rolleyes:) sind nicht alle Pflegedienste und Pflegepersonal so, aber gerade die Geschäftsführer solcher Pflegedienste verdienen sich hier eine "Goldene Nase" und das ausführende Personal bekommt einen Hungelohn und ist total überfordert.
Da denke ich wie Buffy.

Ich kenne das Buch nicht , aber ein Tipp von Ariel ist es mir immer Wert dieses zu ändern:)

Lieben Gruß
Kai-Uwe´s Frau
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
Beiträge
2,698
Hallo michisma,

deine Meinungsäusserung nehme ich nicht persönlich, warum auch, du bestätigst ja genau das, was in dem Buch angeprangert wird.

Wenn die Arbeitszzeiten überschritten werden müssen, dann ist da doch was nicht mit der Personalbesetzung richtig!
Wenn in dem "Knochenjob" der Krankheitsausfall unter dem Personal hoch ist, dann stimmt da auch was nicht.

In meinem Beruf erlebe ich das gleiche Geschimpfe, und da ich ein realistisches Bild von dem habe, wie die einen Kollegen sich ein Beinrausreissen, in ihrer Arbeitspflichterfüllung voll aufgehen, Übermenschliches leisten, so sehe ich auch das totale Gegenteil, weshalb eben das Geschimpfe voll berechtigt ist und auch unterstütze!

Über Banker wird nicht viel geschimpft im Vergelich zu dem was sie verbrochen haben, immerhin haben sie unser liebstes Kind, unser Geld, "verbrannt".
Wenn ein pflegebedürftiger Mensch, egal welchen Alters, mit offenen Wunden grauenhaft vernachlässigt, vereinsamt dahinvegetieren muss, obwohl für Pflege bezahlt wird, dann ist das ja nicht unser liebstes Kind, sondern nur ein Mensch, der ja eh bald stirbt!

Ökonomisch Wirtschaften in einem Betrieb, in dem das Produkt für die Gelderwirtschaftung der Mensch ist, krank oder pflegebedürftig, ist ein absoluter Widerspruch zur Menschenwürde, zur Moral und kontra ethisch. Für mich ist das die perverseste Sache der Welt - neben Waffenhandel!

Es wäre mir ein reines Vergnügen, Prof. Lauterbach, Medizinökonom von Gottesgnaden, mit Fliege ausgestattet, nebst seinen Freunden, den Ethikkommissaren, für einige Tage als pflegebedürftige Personen in so einer Pflegekasserne zu betreuen, zu den selben Bedingungen, wie sie es selbst in ihren Ämtern befürworten.

Da heisst es z.B.: Ökonomisch wirtschaften heisst > Einsparen.
Gibst du einem Pflegebedürftigen zu trinken, dann musst du ihm wieder die Windel wechseln, also einsparen, das Trinken und die Windel.
Mit dem Windelwechsel würde Eincremen/pudern der Haut notwendig, also einsparen, kein Trinken geben!
Trinken geben würde ein Personal in Arbeit versetzen, also einsparen, kein Trinken geben.
Jeder offene Dekubitus lässt den Pflegebedürftigen schneller sterben, also einsparen, keine regelmässige Umlagerung, die offenen Hautstellen sich entzünden lassen, umso schneller kann sich die Rentenkasse die Rente einsparen und die Pflegekasse das Pflegegeld, ein Ersatzpatient, noch ohne Dekubitus steht ja schon auf der Warteliste, der Kreislauf des Einsparens beginnt von neuem.

Personalkosten einsparen: Je weniger die Heiminsassen Pflege bekommen sollen, desto weniger Personal ist nötig. Umso mehr Geld bleibt übrig + Ökonomisch!
Unökonomisch sind menschliche Zuwendung, Freundlichkeit, korrekte Pflegearbeit, ..., einsparen, einsparen, einsparen >>>> Gewinnausschüttung.

Wir hatten Wahl, vor ein paar Wochen, da wäre es um Mindestlohn gegangen, um ein menschenwürdiges Gesundheitssystem, um soziale Umverteilung - besonders auch von gierig erwirtschaftetem Geld. Aber es ging ja keiner zur Wahl, zumindest keiner von denen, die es am nötgsten hätten.

Viele UO müssen ihren Lebensweg aufgrund der Verletzungsfolgen allein gehen, ohne familiäre Beleitung - also landen einige von uns in den Pflegeheimen.
Ich kann nicht länger als ca eine halbe Stunde auf einer Stelle sitzen oder liegen, bis jetzt ich mich noch selbst bewegen und drehen.
Mir graut davor, in einem Pflegeheim dann mit offenen Wunden (Dekubitus) vor mich hinzuvegetieren, nur weil das Pflegepersonal fehlt, körperlich zu schwach ist oder unwillig bzw. unter Pflichtphobie leidet.

Mir muss niemand erzählen, was in Kliniken und Heimen (egal welchen) so abgeht. Mir sind diese Einrichtungen und die Arbeit gut bekannt.

In den Edelpflegeheimen, in denen zwei Mann Personal pro Pflegeperson rund um die Uhr bereit stehen, da wird von einer Pflegeperson soviel bezahlt, dass man sich Kritik nicht leisten könnte. Da findet man auch keine Missstände, höchstens mal Diebstahl.

In den Pflegeheimen, in denen nichtr die Pflegeperson privat bezahlt, sondern die Pflegekasse, da herrscht das Elend. Man will auf Teufel komm raus, aus den wenigen Kröten, die die Pflegekasse bezahlt auch noch Gewinn erwirtschaften.

In südlichen Ländern ist mir aufgefallen, dass die Menschen grausam zu den Tieren sind, aber ihre Kinder und Alten liebevoll in der Familie umsorgen.
Bei uns ist es umgekehrt: Es wird Zeit, Geld und Muse in die Tiere investiert, Tierheime sind regelrechte Luxusherbergen durch die grosszügigen zahlreichen Spender, man quillt über vor Geld!

Wieviele Personen gibt es, Kinder und Erwachsene, die ein Pflegetier betreuen, regelmässig Gassi gehen, in Fernsehsendungen sogar auch noch Tiere aus dem Ausland eingeflogen werden müssen, weil der Deutsche nicht genug davon haben kann.

Es gibt aber keine Fernsehsendungen, die Personen vermitteln, die bereit wären als rüstige Rentner Kinder ehrenamtlcih zu betreuen, oder Kinder auch ehrenamtlich eine Pflegeoma -Opa im Heim regelmässig zu besuchen, spazierengehen oder vorlesen, oder erzählen/zuhören.

Warum es das nicht gibt?
Weil nichts daran zu verdienen ist!

Kurz: Solange das Gesundheitswesen auf rein ökonomischer Basis betrieben wird, als Gewinnerwirtschaftungsquelle, solange können wir davon ausgehen, wird es eher schlimmer mit unserer sozialen Menschenbezogenheit als besser.

Gruss Ariel
 

Buffy07

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Hallo Ariel:),


wer keine Ahnung von der Materie hat, sollte nur mal 1 Tag zur Kenntniserweiterung in Alten- und Pflegeheimen gehen...ich habe mir geschworen..egal was kommt..und wie es machbar ist..kein Angehöriger kommt mehr ins Heim..In der Letzten woche wurden Berichte veröffentlich wonach die größte Teil der zu Pfelgenden in Heimen verhungern und verdursten....weil keiner sich die Mühe macht den Menschen zu helfen zu Essen und zu Trinken...und wenn man als Anghöriger nicht ganz schnell aufpasst haben die Menschen eine Magensonde...das ist noch weniger Arbeit und kostengünstiger...der Beutel ist schnell angehangen und der Mensch kann sich nicht wehren....warum liegen in den Heimen soviele mit einer Sonde...es ist so eine Art Trend geworden.....wenn nichts geht... Sonde....mit Hilfe und Zuwendung könnte dies umgangen werden....das aber kostet Zeit und Geld.....
Für mich ist wichtig, dass alleine und dies erlebe ich jeden Tag....ein kranker oder alter Mensch sich freut wenn man ihn anspricht und anlächelt:):) und ihm einen schönen Tag wünscht....man muß diese Augen sehen...
ich wohne neben einem Alten-und Pflegeheim...und sehe tagtäglich Menschen...ich kenne keinen pers....aber wenn sie mit ihren Gehhilfen am Haus vorbei kommen..diese leeren Augen...und einer sagt guten Tag...man kann diese Veränderung buchstäblich sehen....es kommt ein kleines Blitzen ins Auge...seit dem ..wenn ich Nachmittags durch den Garten gehe...bleiben mittlerweile einige immer stehen...es geht nur um ein paar Worte...wie alte Bekannte...und das ganze ist kostenlos..
Ich überlege mir..wenn ich besser auf die Medis umgestellt bin...ins Heim zugehen und evtl. Vorzulesen....weil sehr viele nicht mehr lesen können, aber immer fragen...was steht in der Zeitung...
Diese kostenlosen Zuwendungen gibt es in Heimen nicht..eine Pflegerin wurde angschrien, weil sie sich zulange mit dem Menschen unterhalten haben...
Irgenwann bekommen wir die Quittung für so ein Verhalten der Gesellschaft:eek:

Eine aufgewühlte Buffy07
 

pussi

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@ alle,

es ist ein grauenvolles thema!

entschuldigung!
früher gab es eine familie, die sich um ihre eigenen angehörigen kümmerte.

wer keine hat, war schlecht dran, aber es gab ja auch noch nachbarn.

heute:?

ellbogensystem!, keiner möchte verantwortung übernehmen!
wir sind sehr egoistisch geworden.

bei dem gedanken, dass ich auch bald in so einem heim landen muss, dreht sich mir der magen um!
naja, dann wird halt nix mehr gegessen.

nochmals entschuldigung
es ist ein sehr heikles thema.

mfg
pussi
 

Pit13

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zu Hause
Hallo @,

ist die Pflege von alten und kranken Menschen nicht mehr bezahlbar?
Ich stelle mir diese Frage beim lesen Eurer Beiträge.
Aber warum wachsen Pflege,- Altenheime wie Pilze aus den Boden? Weil bedingt durch die höhere Lebenserwartung der Menschen naturgemäß im Alter Krankheiten und Gebrechen normal sind und daher ein hoher Bedarf an Plätzen in Heimen besteht?
Nein, der Grund liegt für mich einfach darin, dass Pflege nicht mehr bezahlbar ist, sondern weil mit der Pflege von Menschen richtig viel Geld verdient werden kann und wird!
Warum müssen pflegebedürftige Menschen in Heimen so vegetieren?
Weil ein Kaufmann/Ökonom Leiter dieser Einrichtungen ist und von der Pflege keine Sach,-Fachkenntnis besitzt.
Dem Personal dürfte die geringste Schuld treffen, denn wenn eine Pfleger/in oder Schwester ihre Aufgaben gegenüber der zu pflegenden Person nicht ordentlich erfüllt, gibt es einen Pflegedienstleiter, der dafür zu sorgen hat.
Ich vermute es liegt nur an dem geplanten Gewinn.
@ michisma, wer gibt Euch die Pflegeminuten für einen Patienten vor? Wer erstellt den Schichtplan in eurem Hause? Wer macht die Abrechnungen für die erbrachten bzw. nicht erbrachten Pflegeleistungen? Wird auf das Geld verzichtet, wenn ein Patienten eine Pflegeleistung aus unterschiedlichen Gründen z.B. Personalmangel nicht erhalten hat? In wie weit, sind die erbrachten/ nicht erbrachten Pflegeleistungen überhaupt überprüfbar? Ich möchte niemanden etwas Unterstellen, schon gar nicht dem kleinem Pflegepersonal, aber wie verhält es sich tatsächlich in der Praxis, wenn z.B. der Patient seine "kleine Wäsche" selbst durch geführt hat? Wo fängt eine Manipulation der Leistungsabrechnung an und wo hört sie auf?
Wenn ich, so wie gestern Abend Beiträge im TV. sehe und die pflegebedürftigen Menschen, wie z.B. in einem Fall glauben er habe gefrühstückt ohne das dieses tatsächlich zu traf, ist dann eine erbrachte Unterschrift durch diesen Patienten, auch kein Nachweis über eine erbrachte Leistung.
Es ist einfach nur traurig, was hier in unserem so reichen Deutschland so alles möglich ist!

MfG.
Pit
 

michisma

Erfahrenes Mitglied
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7 Sep. 2006
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Hallo alle

Ich bin sehr erstaunt,was doch ein paar Zeilen für Reaktionen hervorrufen.
Ich arbeite seit 29 Jahren in der Pflege,in dieser Zeit habe ich Umzugsbedingt einige Heime kennengelert.
Seit ca 10 Jahren wird es in der Pflege immer schwieriger die "Zusatzaufgaben" neben der normalen Pflegetätigkeit zu erledigen.
Zu den Aussagen ich hätte mir den Beruf ja selbst ausgesucht muß ich sagen,ihr habt ja Recht.
Aber es muß doch auch solche Dummen wie uns geben,die den "Job" machen.
Für die meisten von den Pflegenden ist es nicht nur ein Job sondern wir sind mit Herz und Seele dabei.
Die alten Menschen haben mit uns mehr Kontakt und wir wissen von unseren Leuten mehr als die meisten Angehörigen die nie zu Besuch kommen und wenn sie da sind meist gelangweilt daneben sitzen und die Augen verdrehen.
Wer nimmt sie in den Arm und tröstet sie wenn sie traurig sind?
Wer kümmert sich um ihre Ängste und Nöte?
Wer nimmt die Dementen an die Hand,gibt ihnen Sicherheit und Hilfe in "IHRER WELT".
Zu der Aussage Pflege ist kaum bezahlbar stehe ich auch.
Wisst ihr was es heißt mit MDK um jeden Cent und jede Minute der Pflege zu feilschen?
Die Heime bringen mehr Leistung als vom MDK bezahlt wird,weil dieser die meisten Pflegestufen nicht anerkennt.
Und wer bringt diese Zeit auf?
Die Pfleger die sich die Füße wund rennen und dann in den Medien als Schläger,Folterer,Sadisten usw betitelt werden.
Wir brauchen uns nicht wundern warum keiner mehr in der Pflege arbeiten will.
Wollt Ihr drei Schichten arbeiten,auch Weihnachten und Silverster Nachtdienst?
Von der Bezahlung reden wir mal gar nicht,aber vom gesellschaftlichen Stand.
Für die Pflege sind wir ja gut genug,aber angesehen sind wir nicht.

Ich wünsche mir,dass alle die nur reden und schreiben sich doch bitte mal eine Woche ehrenamtlich in den Heimen betätigen.
Das würde den alten Menschen was bringen,Zuwendung,Zeit und auch ein bisschen mehr Wärme und Liebe.
Und der leere Ausdruck und die Einsamkeit wären ja auch weg.

Macht das doch mal es bringt Euch mehr als ihr glaubt
michisma
 
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