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Wie berechnet Gutachter die Invalidität?

WolfK

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23 Okt. 2015
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2
Hallo,
ich war für eine private Unfallversicherung bei einem Gutachter. Anlass war ein Sturz auf das linke Handgelenk bzw. den linken Ellenbogen, so dass es zu Beeinträchtigungen im linken Schultergelenk und an Fingern der linken Hand bekommen ist.

Hier die Daten aus dem „Messblatt für obere Gliedmaßen (nach der Neutral - 0 - Methode)“:

Linkes Schultergelenk
1. Arm seitwärts / körperwärts 100-0-20
2. Arm rückwärts / vorwärts 30-0-150
3. Arm auswärts / einwärts 55-0-90
4. Arm auswärts / einwärts 70-0-70
(Oberarm 90° seitwärts abgehoben)

Zusätzlich wird bescheinigt, dass beim linken Zeigefinger die Streckstellung nicht gehalten werden kann, es besteht ein Abstand von 2 cm vom Fingernagel bis zur verlängerten Handrückenebene.

Anzumerken ist, dass nach Rücksprache mit einem Orthopäden und entsprechend der Maximalangaben auf dem Erfassungsbogen der Wert von 90° unter Punkt 3 nicht erzielbar ist. Nach erster fernmündlicher Reklamation wurde dieses allerdings vom Unfallchirurgen bestritten, außerdem habe es keinerlei Auswirkungen auf das Gesamtergebnis.

Er kommt auf eine Minderung der Funktionsfähigkeit des linken Armes um 1/10, “… zumal die beklagten Beschwerden eher zugenommen haben.“.

Ich würde gern wissen, wie der Gutachten der Arzt den Invaliditätsgrad berechnet hat bzw. wie ein Aufnahmefehler, der im Messwertbogen eingetragen ist, sich auf den Invaliditätsgrad auswirkt.

Kann mir jemand sachkundig helfen?

Gruß
Wolf
 

Isländer

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Grüß Dich, Wolf!

01
Ich brauche zusätzliche Angaben aus Deinem Versicherugsvertrag.
Ich brauche die einschlägige Zeile aus der Gleidertaxe. Die Gleidertaxe findest Du:

Im älteren "kleingedruckten": § 7
In neuren Verträgen: Ziffer 2.1.1.1

Da müsste etwas stehen, was bei Verletzungen des Armes fällig ist. Bitte teile mit: Was steht da?

"Arm im Schultergelenk .....70 %"
oder
"Arm .....70 %"
oder
"Arm ab Schultergelenk....70 %"

Das macht nämlich gewaltige Unterschiede. Ursache ist die "Im-Gelenk-Rechtsprechung" des BGH. Aber erst mal die Mitteilung, bitte, sonst müsste ich ein kleines Serminar halten.




ISLÄNDER
 

WolfK

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2
Hallo Isländer,

"70% Arm im Schultergelenk
65% Arm bis oberhalb des Ellenboogengelenks
60% Arm unterhalb des Ellenbogengelenks
55% Hand im Handgelenk
20% daumen
10% Zeigefinger
5 % anderer Finger
Bei Teilverlust oder Funktionsbeeinträchtigung gilt der entsprechende Teil des jeweiligen Prozentsatzes."

Gruss

Wolf
 

MEGGY..

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Hallo WolfK,

Du hast wohl noch einen älteren Vertrag, kannst Du sicher sein,
dass der Vertrag nicht vor einigen Jahren auf andere Bedingungen
(vielleicht AUB 2008) umgestellt wurde?

Sollte bei Dir tasächlich "Arm im Schultergelenk" vertraglich noch
gültig sein achte sehr gut auf die Ratschläge von ISLÄNDER.

Wichtig für verwertbare Antworten ist auch die Angabe wann (ca.)
der Unfall war und ob es sich um das 1. Gutachten handelt.

Mit den Messwerten und der Einschätzung der Invalidität, die
auf Dauer verbleibt (und dann noch von der PUV zu akzeptieren wäre)
kann ich leider nicht weiterhelfen.

Bei einem Schulterbruch (Humeruskopffraktur) wurden mir letztendlich
4/10 Arm = 28 % Invalidität von der PUV anerkannt/bezahlt.

Meine Messwerte waren:

(Arm vom Gutachter geführt)__________ alleine angehoben
Arm seitwärts/körperwärts________passiv 70/0/-° - - aktiv 30/0/-°
Arm rückwärts/vorwärts _________passiv 30/0/80° - aktiv 20/0/60°
Arm auswärts/einwärts drehen____ passiv 10/0/80° - aktiv -0/0/70°

Mein Arm war zu dem Gutachtenzeitpunkt (3 Jahre nach Unfall) noch
sehr stark in der Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und schmerzhaft
(immer noch Opiate eingenommen).

Vielleicht ziehst Du jetzt selbst mal einen Vergleich bezüglich der Werte.

Alles Gute

Meggy
 
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