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Unterbewusstsein ändern

Unklar

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Registriert seit
18 Sep. 2019
Beiträge
13
Hallo Zusammen,

es ist schon eine Weile her, seitdem ich im Forum war.
Ich habe eine Überweisung zur Phsychotherapie.
Es hat lang gedauert bis ich mir eingestanden habe, dass ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen muss.
Jetzt stehe ich vor der Frage ob es eine Therapiemöglichkeit gibt, bei dem man das Unterbewusstsein manipulieren bzw wieder auf Null setzen kann ohne eine Hypnose.
Mein Problem: Autofahren ist kein Problem, allerdings wenn eine ähnliche Situation wie beim Unfall kommt(enge Straße und Kurve), dann ist mein Körper auf "Hab acht Stellung".
Mein Oberkörper verkrampft sich und je nach Situation bremse ich sogar stark ab. Des Weiteren kann ich kein Unfall mehr sehen. Wenn auf der Straße ein Autounfall passiert ist zieht sich meine Brust zusammen. Wenn die Erinnerung an den Unfall kommt, dann stoße ich diesen Gedanken gleich wieder weg.
Ich dachte, wenn ich das ganze ignoriere dann vergesse ich es, da ich ja keine starken Verletzungen erlitten habe. Und alles "halb so schlimm" war.
Hat einer von Euch gute Erfahrungen mit Psychotherapie gemacht? Gibt es spezielle Techniken?
In einem Beitrag hatte ich gelesen, dass die Ausrichtung des Psychologen keine so große Rolle spielt, sondern dass das vertrauensbasis zum Therapeuten stimmt.

Ich grüße Euch
Unklar
 

Teddy

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Hallo Unklar,

das mit dem: ach zu was brauche ich das, ich schaff das auch so mein Trauma ohne Hilfe anderer in den Griff zu bekommen. Erst mal müssen die Knochen heilen, dann wird alles besser. Pustekuchen, immer wieder spielt einem die Gedanken einen Streich - Gedanken machen Gefühle, Gefühle machen Körperreaktionen. Also warum nicht zum Gedankenarzt, wenn diese einem Schmerzen verursachen - einem Psychologen - einem Psychotherapeuten, der einen durch den Dschungel der verwirrenden, krankmachenden Gedankendschungel führen kann.

Kein Mensch erwartet von jemanden mit Zahnschmerzen, ach das wird schon, halte das nur aus... sondern auch da ist ein Zahnklemptner mit seiner Erfahrung der Richtige.

Die Frage, welche Therapieform, ob Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Hypnose etc kannst du beruhigt mit dem Psychotherapeuten besprechen. Mir hat die Gesprächstherapie gut geholfen, sowie auch die EMDR Therapie, wobei durch angeleitete Augenbewegungen das rechts-links Speichervermögen des Gehirns mit eingebunden wird belastende Momente neu abzuspeichern und zwar so, dass sie nicht mehr diese heftigen Körperreaktionen auslöst- wie Angst, Flucht, Panik.

Auch mit Hypnotherapie habe ich gute Erfahrungen gemacht. Dabei wurde wie beim Autogenem Training ein ruhiger Zustand erreicht, ich war dabei voll da, keinesfalls im Tiefschlaf und jederzeit in der Lage selber zu reagieren. Bei mir wurde in der Hypnotherapie ein tiefer Entspannungszustand erreicht und dann in leisen ruhigen Worten Bilder beschrieben. So zum Beispiel, wie ich mir den Schmerz vorstelle, ob dumpf oder grell, ob heiß usw. und dann folgte die Vorstellung, diese Flamme zu vergrößern wie durch ein Fernglas bzw. Lupe um dann sich daran zu machen das Fernglas umzudrehen, damit die Flamme kleiner wird, in die Ferne rückt usw.

Diese Vorstellungsübung in der Hypnotherapie brachte mir die Gewissheit, wenn ich gedanklich etwas verschlimmern kann, mir extrem Schlimmeres vorstellen kann, dann kann ich es verstärken, es bleibt nicht gleich. Wenn ich es mit Gedanken verstärken kann, dann ist es nicht festgeschrieben, sondern es lässt sich ändern, warum also auch nicht vermindern. Ich bin nicht ohnmächtig es ist kein unveränderbarer Fakt, sondern es lässt sich beeinflussen. Anhand der Übungen konnte ich mir selber helfen bei der Gedankenhygiene und es wurde nach und nach wirklich besser.

Die Therapie fing ich erst Jahre nach dem Unfall an und sie zog sich dann über zwei Jahre hin. Heute denke ich mir, schade, dass ich nicht schon früher diese Hilfe hatte. Wenn man sich drauf einlassen kann, dass jemand mit einem seine Gedankengänge durch spricht, hilft die Wichtigkeit neu zu setzen, hat er gute Chancen einen gangbaren Weg zu finden. Der Therapeut ist jemand außerhalb seines Bekanntenkreises, jemand neutrales, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, der ein Stückchen seelischer Müllschlucker spielt und einem echte Wegweiser sein kann. Ein guter Therapeut macht Vorschläge, wie Hausaufgaben, die man für sich eine Weile ausprobiert und einstudiert, was davon einem dann wirklich weiter bringt, kann ganz unterschiedlich sein. Manchmal denkt man vielleicht, huch was soll das, das ist doch albern oder quatsch, aber was hindert einen es doch mal zu probieren und wenn es dann auch einer der Wege ist, den man nicht weiter verfolgt, hat man es wenigstens versucht und kann sagen, dies war nicht so geeignet.

Denke halt dran, alle Ärzte, auch die Psychotherapeuten sind Berater, sie schlagen dir etwas vor, was aus ihrer Erfahrung sie in deinem Fall für die Verbesserung deines Zustandes anraten würden. Was und wie viel du davon umsetzt ist und bleibt deine eigne Entscheidung. Dazu hilft natürlich ein gutes Vertrauensverhältnis, dazu dienen oft die ersten drei Sitzungen, da kann man sich beschnuppern und auch reagieren, wenn die Chemie gar nicht stimmt.

Lieber UNKLAR Hoffe du siehst jetzt ein bisschen KLARER.

LG Teddy
 

Rolandi

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16 Okt. 2012
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1,804
hallo Unklar,

ich gehe mal davon aus, dass auch ein Therapeut nicht weiß, was in deinem Unterbewusstsein gespeichert sein kann.

Lg. Rolandi
 

HWS-Schaden

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3,992
Hallo Unklar

Es gibt bestimmte Techniken, mit denen Traumatherapeuten arbeiten.
Lies mal „EMDR“ nach als ein Beispiel.

Ich empfehle, zu einem Verhaltenstherapeuten zu gehen und bei der Suche zu gucken, ob er/sie speziell Traumatherapie und / oder EMDR anbietet. Bei www.therapie.de kannst du gezielt suchen.

Viel Erfolg! Es fast kann nur besser werden!

LG
 

Unklar

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18 Sep. 2019
Beiträge
13
Hallo Zusammen,

vielen Dank für eure Antworten.
Ich war zwar auf der vorgeschlagenen Website, jedoch war leider niemand in meiner Gegend dabei. Ich habe trotzdem eine Psychotherapeutin finden können die EMDR anbietet. Genau das habe ich gesucht und wäre ohne euch nie auf die Idee gekommen, da einen keiner drauf hinweist dass es so eine Therapieform gibt. Vielen vielen Dank dafür.
@Teddy
Ich habe öfters genau diese Gedanken wie du: "Manchmal denkt man vielleicht, huch was soll das, das ist doch albern oder quatsch"
Ich bin zuversichtlich dass es wieder wird. Mir fehlt aber trotzdem jemand der was ähnliches erlebt hat und mit dem ich drüber reden kann. Manchmal fühle ich mich sehr allein und "falsch".
Viele Grüße
 

Rekobär

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www.unfallreko.de
Hallo Unklar,

es gibt eine Methode, die nennt sich neurolinguistisches Programmieren (NLP). Die Grundlage dafür ist die Tatsache, dass, wie bei Dir, ein visueller Anker in Deinem Unterbewusstsein gesetzt wurde. Du beschreibst selbst zwei Anker (enge Straßen und Kurven / Verkehrsunfälle) jedes Mal, wenn diese Anker für Dich sichtbar werden, zeigt Dein Körper dasselbe Verhaltensmuster (Dein Oberkörper krampft).

Die Kunst bei NLP ist es den Anker auszutauschen, um die Situation zu entschärfen.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Teddy

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Hallo Unklar,

schön, dass es ein paar Grade besser geht. Du merkst, es ist ein Weg der Dir gut tut. In kleinen Trippelschritten entwickeln sich die täglichen Ausschläge von hoch nach tief und wieder hoch und wieder tief langsam weniger tief und stabiler hoch. Zeit heilt Wunden, ob wie es eigentliche heißt, Zeit heilt alle Wunden, das ist für mich zu optimistisch. Zeit gibt uns die Gelegenheit sich in das ungekannte neue Leben einzuleben, denn ein zurück zu den unbeschwerten Tagen, die bestimmt auch manchmal grau waren gibt es nicht. Es ist eine Art Trauerarbeit, ein Abschied nehmen.

Immer wenn dann ähnliche Auslösesituationen auftauchen reißen die Wunden wieder ein Stück auf und der Körper reagiert. Ein Psychologe hilft mit einem "seelischen Pflaster", damit die Wunde nach und nach leichter heilen kann.

In Ausnahmezuständen half mir die Formeln aus dem Autogenen Training: "Ich bin ruhig und gelassen, ich bin locker und gelöst, ein Kokon der Ruhe und Gelassenheit umgibt mich schützend, ganz und gar, mehr und mehr, noch und noch". Das habe ich mir wie ein Mantra ständig aufgesagt. Dazu half die Atemübung mit dem Zählen auf vier ein zu atmen und das Ausatmen langsamer, hier dann auf sechs zählen. Die Konzentration auf diese Worte und diese Atmung fokussiert auf diese Worte und drängt die wirren Gedanken zurück. Die Ausschüttung der Angsthormone werden dann nicht noch mehr angefeuert.

Es ist ein Weg, versuche dir jeden Tag selber ein Geschenk zu machen. Dir selber etwas Gutes tun und wenn es nur eine leckere Tasse Tee ist oder fünf Minuten einen Lieblingssong bewusst anzuhören usw. klingt vielleicht auch lächerlich, aber auch solche Tropfen höhlen den Stein und können die dunkle Stimmung aufhellen.

Dir eine weiterhin gute Zeit
LG Teddy
 
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