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Unfall mit Todesfolge

Wili

Neues Mitglied
Registriert seit
7 Apr. 2009
Beiträge
20
Hallo,

da ich neu bin hier im Forum hoffe ich auf ein Wenig Nachsicht zu treffen, wenn ich den einen oder anderen Fehltritt begehen sollte. Leider habe ich dieses Forum erst heute gefunden, obwohl unser Unfall bereits ein Jahr zurückliegt. Aber hier nun das eigentliche Geschehen.
Meine Familie (meine Frau (38), meine beiden Kinder 4/6 und ich (40) fuhren an einem Sonntag nach Hause. Kurz vor dem Ende der Fahrt fährt uns ein Motorradfahrer frontal in unser Fahrzeug. Nachdem ich meine Familie in Sicherheit gebracht hatte (weg von der Strasse), rannte ich zu dem Motorradfahrer und leistete Erste Hilfe. Leider musste ich noch während dieser Hilfe feststellen, dass der Motorradfahrer unter meinen Händen gestorben war.
Glücklicherweise hat meine Familie bis auf einige Schürf- und Prellwunden keine ernsten physischen Verletzungen erlitten. Ich erlitt wie meine Frau und die Kinder ein starkes Schleudertrauma -der Gutachter stellte in der Folge fest, dass der Motorradfahrer mit nahezu 100 Km/h in uns hineingefahren sein muss- und verschiedene Schnittwunden. Am nächsten Tag ging ich zur Schule, in den Unterricht. Dabei hatte ich allerdings nicht bedacht, dass der Unfall bereits hinreichend Gesprächstoff lieferte und ich zwangsläufig durch die Freunde des Motorradfahrers an das Ereignis erinnert wurde. Nach Abschluss der staatsanwaltlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass der Unfall für mich nicht vermeidbar war und ich zudem 0% Schuld an dem Unfall trage.
Trotzdem belastet mich dieses Ereignis sehr. Ich leide unter Schlafstörungen (ich wache jede Nacht auf, etc.) und muss dann immer noch meine Arbeit bewältigen. Meine Familie und ich bekamen zuerst überhaupt keine psychologische Unterstützung, da es schlicht keine Kapazitäten bei den Psychologen gab, d.h. ich wurde immer auf die Warteliste gesetzt. Die gegnerische Versicherung wollte möglichst schnell den Fall aus der Welt schaffen und bezahlte den materiellen Schaden anstandslos. Zudem forderte sie mich und meine Familie nach ca. 2 Wochen auf, den von ihr festgesetzten Betrag an Schmerzensgeld anzuerkennen. Meine Ärzte rieten mir davon ab mit der Anmerkung, erstmal ein Jahr abzuwarten. Inzwischen bin ich in psychologischer Behandlung. Leider haben sich meine scheinbar anfänglichen körperlichen Leiden (Taubheit im Arm und in den Fingern) nicht verbessert. Ein neurologisches Gutachten kommt demzufolge, da keine organischen Ursachen gefunden wurden, zu dem Schluss, dass eine psychosomatische Ursache zu Grunde liegen kann. Die gegnerische Versicherung sträubt sich mit dieser Begründung und auch ich selbst habe inzwischen Zweifel, ob starke Schmerzen im Arm wirklich auf eine solche Ursache zurückgehen können. Meine Familie habe ich bisher noch nicht zur Behandlng bekommen, da meine Frau völlig abblockt. Inzwischen bin ich mir nicht mehr klar darüber, ob ich überempfindlich bin , oder ob es tatsächlich so sein kann, wie geschildert. Zumal ich mich immer stärker zur Arbeit schleppen muss und den Alltag nur noch schwer bewältigen kann. Was soll ich tun ?

Gruss Wili
 
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Speetwomen

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Wili

Erstmal herzlich Willkommen hier im Forum. Was Dir und Deiner Familie passiert ist, ist ein Alptraum und ich denke nicht das du überempfindlich bist. Vielleicht verarbeitet das deine Frau auf ihre Art und Weise. Ich denke du solltest deine Frau nicht bedrängen, sie muß bereit sein Hilfe anzunehmen und solange sie das nicht will hat es keinen Sinn.
Zu deinen Verletzungen " HWS Schleudertrauma" . Als 1. muß ich dir sagen das so eine Verletzung zugern als Psychosomatisch abgetan wird. Welche Untersuchungen wurden bei dir gemacht. Hat man ein Funktions MRT oder F CT gemacht? Ich denke nicht. Bei mir hat man z.B. nach dem Unfall nichts von außen gesehen und wie sich jetzt erst rausstellte war ich schwer verletzt. Ich will dir nur damit sagen das wir als Unfallopfer nicht beurteilen können wie schwer wir verletzt sind nach so einem Unfall.

Ich rate dir dringend jetzt anzufangen das Feld von hinten aufzuräumen. Such dir als 1. einen guten Anwalt. Dann lass Deine HWS fachmännisch untersuchen. Ich schicke dir dazu mal eine PN.
Das wird jetzt ein harter Kampf und dazu wünsche ich dir und deiner Familie viel Kraft und vorallem gute Besserung.

VG
 

Wili

Neues Mitglied
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7 Apr. 2009
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20
Hallo Speetwomen,

die Untersuchungen, die du anführst wurden bereits gemacht. Tja, bez. unserer eigenen Selbstüberschätzung, wenn ich dich richtig verstanden habe , gebe ich dir Recht. Leider habe ich auch nicht erkannt, wie nachhaltig ich von dem Unfall betroffen bin. LG Wili
 

Speetwomen

Erfahrenes Mitglied
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Hallo Wili

Wurde bei Dir ein Funktions MRT/ CT gemacht oder ein ganz normales? Das ist ein großer Unterschied. Beim normalen liegt man ganz ruhig in der Röhre, da kann man zwar sehen ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt, aber nicht was mit den Kopfgelenksbändern ist z.B. . Bei einem Funktions MRT wird der Kopf bewegt und so sieht man ob da was Instabil ist. Hast du einen Anwalt ?

Ich habe dir eine PN ( private Nachricht geschickt).

LG
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
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3,038
Hallo Wili,
gut das Du uns gefunden hast.

Ich würde an Deiner Stelle zur Diagnostik in ein neurologisches Krankenhaus gehen.
Hätten wir das für meinen Mann ein Jahr früher gewußt, müßte er vielleicht nicht den Tag mit Opiaten durchstehen.

Ein niedergelassener Neurologe hat nicht die Möglichkeiten wie eine gute neurologische Diagnostikklinik.
Durch besondere Nervenmessungen kann man feststellen ob Nerven beschädigt sind.

Laß Dich nicht so schnell von der Versicherung abschieben, Du kannst nicht sagen was die Beschwerden bei Dir noch auslösen.

Hast Du den Motorradfahrer auf Euer Auto zukommen gesehen?
Das würde erklären warum Du angespannter (versteifter) am Lenkrad gesessen hast und Deine Frau und Deine Kinder vielleicht lockerer.

Sicher hast Du es auch schon 1000x gehört das Dich keine Schuld trifft, aber Du willst es Dir nicht eingestehen.
Vielleicht gibt es in deiner Nähe eine Traumabetreuung, oder ein Arzt Deines Vertrauen kann Dir gute Hilfe nennen.

Ich wünsche Dir alles Gute, bleibe hier bei uns, stelle Deine Fragen und Du wirst immer Hilfe bekommen.

Lieben Gruß
Kai-Uwe´s Frau
 

Wili

Neues Mitglied
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7 Apr. 2009
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Ganz herzlichen Dank an Euch alle,
@speetwomen es wurde kein Funktions MRT/Ct gemacht.
@ kai-uwe
ja ich habe den Motorradfahrer kommen sehen

Gruss Wili
 

Anin

Nutzer
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22 Mai 2009
Beiträge
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Wili

Hallo Wili,
habe mit großen Interesse Deinen Beitrag gelesen. Meiner Familie ist vor ein paar Wochen ein fast identischer Unfall passiert. Auf Details möchte ich nicht eingehen, weil eventuell auch die Angehörige des toten Motorradfahrers hier im Forum sind und ich möchte nicht ihre Trauer stören. Obwohl wir keinerlei Schuld für den Unfall tragen, geht es uns sehr schlecht. Die körperlichen Schäden halten sich in Grenzen (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schwindel). Größere Probleme habe ich speziell wieder einen normalen Alltag zu führen und meine Arbeit zu bewältigen, da ich unkonzentriert bin u.s.w.
Habe größte Probleme Landstraßen zu befahren, weil ich immer befürchte, dass mir jemand frontal entgegenkommt. Ich bin selber Motorradfahrerin, aber das geht jetzt garnicht mehr. Dein Beitrag hat mir einfach gut getan, weil ich in Dir so eine Art Leidensgenossen sehe. Irgendwie fühlt man sich extrem allein gelassen als "überlebender Unschuldiger". ich denke oft an die Worte unseres Sanitäters, der uns in die Unfallklinik gefahren hat:" Den Film
wirst Du nie wieder los, es wird nur besser, wenn Du oft drüber redest."

Grüsse anin
 

Wili

Neues Mitglied
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7 Apr. 2009
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20
Hallo Anin,

leide habe ich deinen Beitrag erst heute gelesen. Neben den Problemen aus dem HWS kann ich dir nur empfehlen sofort, gerade auch in Hinblick auf deine Kinder, einen Psychologen aufzusuchen, wenn du denn einen konsultieren kannst - bei uns war es fast unmöglich, da alle sehr gut "zu tun" haben und keine neuen Patienten mehr aufnahmen-. Sofort zum RA und alle Dinge für Euch abklopfen. Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass sich Familienmitglieder nicht dazu bereit finden, uns in Ruhe zu lassen. Man will gegen unseren erklärten Willen Gespräche führen. Diese haben aber unsere Ärzte abgelehnt. Bitte denke daran, dass Du und Deine Familie Opfer seid, nicht Täter. Das ist die wichtigste und weiterführendste Perspektive. Gruss Wili
 
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