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Unfall mit Folgen Knie Tep

_sabine_

Neues Mitglied
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22 Mai 2018
Beiträge
2
#1
Hallo ich bin Sabine 52Jahre jung und sitze im Rollstuhl.
Vor fast ein Jahr hatte ich einen schweren Unfall.
Hinter mir ist die Erde weg gebrochen und ich fiel im Graben ca 80 cm tief.
Ich zog mir eine Tibiakopffraktur 3 Grad zu und eine Thrombose
Da das Gelenk zusammen gebrochen ist nach der Operation sitze ich nun fast 1Jahr im Rollstuhl mit Pflegecrad 3.
In 2 Tagen wird man die 1 operation Metallentfernung durch führen,
dann in 3 Wochen bekomme ich eine Knie Tep und eine Anschlußheilbehandlung
Ich habe eine Unfallversicherung 100000€ ohne Progression
320000 € mit Progression 1000
Wieviel Geld kann ich erwarten von der Unfallversicherung und wie hoch ist der Schaden in Prozent umgerechnet.
Worauf muss dann auch achten wenn verhandelt wird mit der Versicherung
Sollte man eiben Anwalt noch aufsuchen.
Freue mich auf eine Antwort
Danke für Eure Hilfe
 

Pogorello

Neues Mitglied
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Beiträge
5
#2
Ich hoffe, Du hast den Unfall bereits bei der / den Versicherung(en) gemeldet. Wenn nicht, hole das UMGEHEND nach. Deine Versicherungssituation hast Du leider nicht eindeutig dargestellt. Hats du nun einen Vertrag mit einer Grundsumme von 100.000 ohne Progression und zusätzlich einen Vertrag mit einer Grundsumme (oder Höchstsumme) von 320.000 mit einer Progression 1000? Letztendlich ist das auch egal, da in deinem Fall wahrscheinlich sowieso ein Arzt / Gutachter den Invaliditätsgrad feststellen wird. Für Dich ist erst mal absolut wichtig: MELDE DEN UNFALL BEI DEN VERSICHERUNGEN!!!!! Bald ist die Frist unter Umständen verstrichen.
 

_sabine_

Neues Mitglied
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22 Mai 2018
Beiträge
2
#3
Der Unfall ist gemeldet auch fristgerecht. Op wurde durchgeführt zur Metallentfernung. Bericht liegt vor bei der Versicherung. Diagnose posttraumatische Gonarthrose rechts lateral betont. Nun will die Versicherung prüfen ob ein Angebot gemacht werden soll oder ob ich zu einem Gutachter gehen muß. Ich möchte persönlich nicht mehr zu einem Gutachter da ich die Nase von Ärzte gestrichen voll habe. Ich hoffe sie machen mir ein finanzielles Angebot.
wobei jetzt meine Frage nochmals lauten würde wieviel Prozent wären dafür gerechtfertigt, möchte mich auch nicht unterm Wert abspeisen lassen.
Meine Versicherung hat eine Progression mit drin 1000
Meine Psyche ist einfach nur am Ende ich brauche Ruhe
Lg Sabine
 

Pogorello

Neues Mitglied
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Beiträge
5
#4
Sorry, aber wieviel Prozent angemessen sind kann ich Dir nicht sagen. Sie werden vom Beinwert 70% ausgehen (bei der normalen Gliedertaxe) und dann entscheiden, zu wieviel Prozent dein Bein beeinträchtigt ist. Setzen sie beispielsweise einen Beeinträchtigungsgrad von 3/10 Beinwert voraus, wären das 21% Inva-Grad. Aber ich bezweifle, dass hier im Forum jemand Dir sagen kann, welcher Beeinträchtigunsgrad angemessen ist.
 

Teddy

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#5
Hallo Sabine,

willkommen hier im Forum. Da hast du ja Schlimmes erlebt. "Psyche am Ende, ich brauche Ruhe," dieses Gefühl kennen hier viele. Dieses Rausgerissen sein aus dem früheren Leben und nun mit Umständen kämpfen, die einem unendlich groß und schwer vorkommen. Denn das sind alles Sachen, wo man selber Laie ist und dem gegenüber stehen die Sachbearbeiter von Versicherungen, die damit täglich umgehen und ihr Strickmuster durchziehen.

Eins ist wichtig, auch wenn du alles ganz schnell abwickeln willst, endlich den Versicherungsaktendeckel schließen möchtest, dann gehst du Gefahr die Krümel als angemessen anzunehmen, die dir deine Versicherung als Angebot für die Abwicklung mitteilen wird. Stell dir mal vor du bist ein Jahr älter und hast im Schnellschuss, nur um alles schnell, schnell, schnell hinter sich zu bringen, dich mit einem Bruchteil deines rechtlichen Anspruchs abwiegeln lassen. Diese Wunde wirkt psychisch wesentlich heftiger, als du dir momentan vorstellen kannst. Denn durch die finanzielle Regelung mit der Versicherung wird kein Moment Rollstuhl weniger, kein Schmerz geringer, keine Lebenseinschränkung fällt weg. Dein Alltag bleibt derselbe.

Du hast Rechte du hast eine Versicherung für diesen Fall abgeschlossen mit bestimmten Anrechten. Aber leider kann es sein, dass die Versicherung, wie auf einem Bazar üblich, ersteinmal mit einem Zehntel deines tatsächlichen Anspruchs dir anbietet. Gehst du wegen deines inneren Drucks, endlich Ruhe zu finden, darauf ein, dann lachen die sich ins Fäustchen. Und im Nachhinein schaust du in den Mond und schneidest dir ins eigene Fleisch.

Also was ist zu tun. Schritt für Schritt vorgehen. Die Versicherung muss leisten, wieviel?- wird sie runterspielen. Was kannst du tun? Ruhig bleiben, du hast Rechte. Da du im Rollstuhl sitzt, hast du vielleicht ja bereits einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. Da hast du von einer gegenüber der Versicherung unabhängigen Seite eine medizinisch anerkannte Feststellung deiner Einschränkungen.

Wenn die Versicherung deinen Zustand überprüfen will, wenn ihnen die Arztberichte nicht ausreichen und sie dich begutachten lassen wollen, egal, das Recht haben sie. Da nützt auch dein, "keine Lust, keine Interesse, will ich nicht," nichts. Die können das verlangen, da kommst du nicht herum.

Du hast nicht die Möglichkeit das zu verhindern, was lässt sich tun: sich auf das Prozedere einlassen, denn auch das steht in den unterschriebenen Versicherungsbedingungen. Du kannst dich darauf konzentrieren, dich auf eine Begutachtung gut vorzubereiten. Nach der Begutachtung wird die Versicherung dir einen Vorschlag machen, was sie bereit sei an Zahlungen zu übernehmen. Bist du damit einverstanden, akzeptiere, wenn nicht stelle wie im Bazar eine Hohe Gegenrechnung auf und dann geht es im hin und her, bis ein Kompromis gefunden ist. Oder aber du musst die Entscheidung der Versicherung gerichtlich überprüfen lassen, ob sie rechtlichen Bestand hat. Da bleibt dir nichts anderes übrig als im Klageverfahren DEINE RECHTE einzufordern.

Du siehst, erst einmal Ruhe bewahren, Infos einholen, Schritt für Schritt, das ist ein Weg, den viele hier im Forum erfolgreich gegangen sind.

Schön, dass du uns gefunden hast. Frage hier alles was dich auf der Seele drückt, hole dir hier alle Hilfskrücken, für die nächste Zeit. Achte darauf dass du dir mit einem Schnellschuss nicht ins eigene Bein schießt und du selbst dir deine Situation noch verschlimmerst. Du selbst musst mit dem was du erlebt hast, mit den Einschränkungen für den Rest deines Lebens zurecht kommen. Das kann kein Versicherungssachbearbeiter einschätzen, nur du selber.

Kopf hoch und lieben Gruß
Teddy
 

seenixe

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7,052
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Berlin
#6
Hallo,

bei mir wurde die Invalidität nach 10 Jahren Gerichtsverfahren auf 49 % Invalidität (Knie-TEP nach Tipiakopffraktur)festgelegt. Ab 50 % hätte ich Anspruch auf eine zusätzliche Rente gehabt. Bei mir kam eine Weber B-Verletzung des Sprunggelenkes dazu. Eine Einschätzung unter 5/10 Beinwert würde ich in jedem Fall ablehnen.

Gruß von der Seenixe
 
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