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Reitunfälle 2010 und 2014 mit instabiler Berstungsfraktur LWK 2 und BWK 12

Christine1976

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#1
Hallo zusammen, ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin eine erfahrene und leidenschaftliche Freizeitreiterin. Im Sommer 2010 hatte ich einen heftigen Sturz vom Pferd der ordentlich schmerzte. Ich bin mit voller Wucht auf den Rücken geknallt und das auf einem hartem Boden ohne Schutzkleidung (Helm hatte ich auf).
Mit dem Heli ging es in die Klinik und die instabile Berstungsfraktur am 2. LWK wurde zweimal operiert. Einmal mit einem Fixateur interna von hinten stabilisiert und mit einem zweiten Operationsschritt von der Seite mit einem Knochenspan aus der Hüfte versteift (1. LWK mit 2. LWK).
Alles verlief schmerzhaft, reibungslos und relativ schnell, so das ich nach 10 Wochen wieder anfangen konnte zu arbeiten.

Ein Jahr später hab ich mich wieder auf das Pferd getraut. Ging super. Dann bin ich weiter geritten. Nur dieses mal mit Rückenprotektor.

Am 29.12.14 hatte ich einen erneuten Sturz. Anderes Pferd. Weicher Boden mit Schutzkleidung. Mit wenig Schmerzen bin ich aufgestanden. Die Schmerzen sind bei Rotation im Oberkörper schlimmer geworden. Bin ins Spital und es ergab eine sehr niederschmetternde Diagnose.

Erneute instabilde Berstungsfrakur vom BWK 12. Noch schlimmer als 2010. Die erste Operation habe ich hinter mir. Verlief gut und ich habe fast keine Schmerzen. Die zweite steht aus....die soll noch belastender werden wie die 2010.

Meine Schmerzen sind weniger schlimm, als die psyche. Mein liebstes Hobby werde ich aufgeben müssen. Ich kann es einfach nicht verstehen warum ?
Es war kein schlimmer Sturz und so ein schlimme Verletzung !

Wer hat ähnliches Schicksal und kann es etwas mit mir teillen ?
Weitere Infos unter: http://www.unfallopfer.de/forum/showthread.php?p=263328#post263328#ixzz3O97WLhOX
 

Gsxr1983

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#2
Hallo Christine,

natürlich ist es ein harter Schicksalsschlag und nicht wirklich eine Hilfe das du ja noch laufen kannst! Aber mir hilft es zum Beispiel ungemein zu sehen wie knapp ich am Rolli vorbei geschrammt bin!

In einem bekannten Hof kommt immer ein Mädel im Rolli, Sie ist im Schritt blöd gefallen.

Durch meine Freundin habe ich viel Kontakt zu Pferden und solange man sich noch bewegen kann ist da noch das eine oder andere möglich!

Ein Motorrad kann ich nicht longieren oder Bodenarbeit betreiben! :eek:

Ich hatte mir extra ein gemütliches Motorrad gekauft, wurde mit unter 50 km/h beim Brötchen holen über den Haufen gefahren. Der Unfall Verursacher hat sich nicht einmal bei mir blicken lassen.

Heute muss/darf ich dickes Pony spazieren führen!

Von mir die besten Genesungswünsche, lass dich nicht hängen!


GSXR
 

Christine1976

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#3
Hallo Christine,

natürlich ist es ein harter Schicksalsschlag und nicht wirklich eine Hilfe das du ja noch laufen kannst! Aber mir hilft es zum Beispiel ungemein zu sehen wie knapp ich am Rolli vorbei geschrammt bin!

In einem bekannten Hof kommt immer ein Mädel im Rolli, Sie ist im Schritt blöd gefallen.

Durch meine Freundin habe ich viel Kontakt zu Pferden und solange man sich noch bewegen kann ist da noch das eine oder andere möglich!

Ein Motorrad kann ich nicht longieren oder Bodenarbeit betreiben! :eek:

Ich hatte mir extra ein gemütliches Motorrad gekauft, wurde mit unter 50 km/h beim Brötchen holen über den Haufen gefahren. Der Unfall Verursacher hat sich nicht einmal bei mir blicken lassen.

Heute muss/darf ich dickes Pony spazieren führen!

Von mir die besten Genesungswünsche, lass dich nicht hängen!


GSXR


Herzlichen Dank GSXR für deine Worte.
Es tut mir sehr gut "Gleichgesinnte" zu treffen, die so plötzlich aus dem Alltag gerissen worden sind. Zum Glück ist es bei dir auch so gut ausgegangen Das mit der Dame die im Schritt (!) gestürzt ist und nun im Rollstuhl sitzt ist total bitter...

ja du hast recht. Ich kann froh sein nicht im Rolli sitzen zu müssen.
Wieder mal.

Wir haben so oft darüber gesprochen, mein Mann und ich, wie es war 2010 nach dem schweren Unfall und das wir so froh und dankbar sind das ich noch laufen kann und eigentlich wieder komplett hergestellt :)

Jetzt sind wir wieder genau da angekommen. Mein Mann hat einfach furchtbare Angst. Er reitet nicht und kennt sich damit nicht aus. Und ich habe nun auch Angst bekommen....ich würde so gern die Zeit zurückdrehen :(

Zweimal hintereinander so schwer verletzt....das ist für mich so unbegreiflich
 

Gsxr1983

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#4
Hallo Christine,

dieses "warum" habe nicht nur wir täglich im Kopf, aber deswegen bleiben wir morgens nicht liegen!:rolleyes:

Mein Glück im Unglück war das ich 3 Monate vor meinem Unfall begonnen hatte konsequent auf einen Hindernislauf zu trainieren und daher körperlich fit war! Ich gehe davon aus das du vom Reiten her auch recht fit bist! Wenn wir körperlich nicht so fit gewesen wären, wo wären wir dann heute?

Meine 4 Gebrochenen Wirbel wurden im KH sogar übersehen und keiner hat verstanden warum meine Schmerzen immer schlimmer wurden! :confused:

Ach das mit dem Pferd! Wandelndes Risiko und warum hat man? Genau an diesem Tag! Ich wusste das etwas passiert! :mad:

Wenn ich die Wahl hätte zwischen Motorrad fahren oder reiten, ich würde mich nach heutigem Stand, für reiten entscheiden. Denn beim reiten hast du einen unberechenbaren Faktor im Straßenverkehr hunderte jeden Tag und trotz dem setzen wir uns täglich ins Auto!

Ich würde mich wohl nicht auf den großen schwarzen setzen aber so ein kleiner Schwarzwälder würde ich mir schon zutrauen!

Ich war früher viel Joggen dies geht aber wegen meinem Rücken nicht mehr. Seit Mitte letzten Jahres bin ich viel mit den Reitern unterwegs, mein Bewegungsdrang hat mich auf die Idee gebrach das wenn ich mir ein Extrem Downhillfahrrad, mit viel Federweg, hole und die Federung ganz weich auf mein Gewicht abstimmen lasse müsste das gehen. Etwas Geld investiert und das Fahrrad steht nun in einer Box.

Die Zeit zurück drehen? Das bringt bei mir nichts, alle 3 Jahre erwischt es mich schlimmer!

Dieses "Warum" bringt uns nicht weiter und unbegreiflich ist es sowieso!

Wenn das leben dich zu Boden schlägt, stehe auf und sage: "Du schlägst wie ein Mädchen".:cool:


MfG

GSXR
 

ironman13/08

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#5
Hallo Christine,

du fragst warum du beim zweiten Mal noch schlechter da stehst als beim ersten Unfall.
Das erstaunt mich doch. Dir ist doch sicher klar gewesen das dein Rücken nicht mehr dieselben Belastungen wie vor dem ersten Unfall aushält.
und eigentlich wieder komplett hergestellt
Ein instabiler Wirbelbruch ist kein lapidarer Fingerbruch der fast von alleine heilt, die Wirbelsäule wird nicht mehr so stabil wie vorher.
Jeder Schlag den dein Rücken abbekommt, auch ein relativ leichter, kann Folgen haben, ein instabiler Bruch mit einem internen Fixateur ist nicht wie bei einem Auto: kaputtes Teil raus - neues Teil rein und gut ist. Nein, da besteht immer eine Schwachstelle, das muß klar sein.

GSxr1983 hat schon Recht: froh zu sein nicht im Rollstuhl zu sitzen.
Auch mein Mann hat diese Freude, denn er hatte sich neben div. anderer Brüche ebenfalls 4 Wirbel gebrochen und ist nun über 5 Wirbel versteift. Aber er kann laufen! Alles andere zählt nicht mehr.


VG
Gitti
 

Christine1976

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#6
ja irgendwie muss ich dir da recht geben. Offenbar habe ich das etwas ausgeblendet und war einfach nur so glücklich darüber nach dem schweren Unfall 2010, das ich wieder alles machen kann.
Aber grad weil ich so dankbar war, bin ich so verzweifelt über diese Ohrfeige vom Schicksal.
Ich habe einfach unsagbar Angst das ich wieder irgendwie, irgendwo und irgendwann vieleicht nur ausrutsche und dann nicht mehr soviel Glück haben werde.

Ich habe das Gefühl meine Wirbelsäule ist jetzt wie "ein rohes Ei" und davor schenkte ich ihr wieder Vertrauen.

Es stimmt ich habe viel für mich gemacht. Regelmässig Sport und Rückenmuskulatur trainiert. Auch das Reiten ist sehr gut für die Muskulatur....ja.

Entschuldigt bitte nochmals das ich euch grad so uneinsichtig erscheine. Ich sitze einfach nur so tief in der Entäuschung darüber. Okay etwas Selbstmitleid...
In drei Wochen werde ich erneut operiert und diese Aussichten machen mir natürlich auch Angst.

Danke trotzdem allen die mir ihr Schicksal erzählen und mir das Gefühl geben nicht alleine damit dazustehen.
 

Gsxr1983

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#7
Ironman13/08

wenn ich fragen darf um welche 4 Wirbel handelt es sich?

Bei mir ist es BWK 5-8.

Klar wird es nie wieder, dessen bin ich mir bewusst!
Aber deswegen stehe ich morgen früh, trotz allem wieder auf :D.

Ski fahren, Downhill und Hindernisläufe lasse ich fürs erste mal!


Hallo Christine,

jetzt komm schon Kopf hoch! Ich war heute auch beim Pferd, da meine Frau länger arbeiten musste!

Meine Risikosportart ist aktuell bei Dachlawinen mit dem Pferd durch die Halle zu laufen ;).

Bin gespannt was mir noch für OP's drohen, wie gesagt bei mir soll es wohl stabil sein, betrifft aber 4 Wirbel!

Daher 3 mal die Woche Therapie!

MfG


GSXR
 

ironman13/08

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#8
Hallo Gsxr,

bei Ironman sind es die Lendenwirbel 1 - 4, zwei davon waren durch mit Hinterkantenbeteiligung.
Heute, 6 Jahre danach, geht es ihm "relativ" gut, aber auch erst seit er nicht mehr arbeiten muß, das war für seinen Rücken doch eine starke Belastung.
Bei ihm sind es eher die Beine die ihm Probleme machen, da diese bei seinem Unfall auch stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Aber auch Ironman und ich natürlich, sind froh das er soweit "gut" davon gekommen ist und jeden Tag wieder aufstehen kann. Depression war ganz am Anfang kurz eine da so lange er nicht laufen konnte, zum Glück war das schnell wieder vorbei und er hat nur nach vorne geschaut, 9 Monate nach seinem Unfall ging er wieder vollschichtig arbeiten.

Operation gab es bis jetzt keine mehr, wir hoffen das es so bleibt und der interne Fixateur keine Probleme macht.

@Christine,

klar das du im Moment kein Vertrauen mehr hast, dein Rücken braucht erst mal Zeit, aber Muskelaufbau ist dann wieder gut und wichtig.
Du mußt dir klar machen das keine riskanten Ritte mehr möglich sind, auch zuviel Gewicht heben und tragen ist gefährlich, Ironman darf nur noch 3 kg tragen. Das heißt Heuballen tragen und Stall ausmisten würde ich bleiben lassen.
Trotzdem hattest du unglaubliches Glück, gleich 2 mal, du solltest es nicht herausfordern sondern dich arrangieren und annehmen das nicht mehr alles geht. Man kann gut leben damit.;)

Viel Glück für deine erneute OP.:)

VG
Gitti
 

Elif

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#9
Liebe Christine,
ich bin leider nicht geeignet um Trost zu spenden, denn ich sitze ebenso wie Du momentan in einem tiefen Verzweiflungsloch.
Vor 4 Monaten hatte ich auch an BWK12 einen Berstungsbruch, interner Fixateur und Wirbelkörperimplantat.
Im Gegensatz zu Dir war ich vor meinem Unfall körperlich in einem relativen schlechten Zustand und untrainiert. In der Lendenwirbelsäule hatte ich auch bereits zwei Bandscheibenvorfälle, also vorher schon immer etwas Schmerzen und nicht mehr die Belastungsfähigkeit. Dementsprechend geht es mir auch jetzt körperlich und seelisch sehr schlecht..

Man möchte die Zeit zurückdrehen. Man fragt sich ständig, was wäre gewesen, wenn ich diesen Tag anders gehandelt hätte.. Irgendwie meint man im Nachhinein es vorher gespürt zu haben.. Das ewige Warum Und die Angst vor der Zukunft, was wenn ich wieder hinfalle, ein Unfall...ein Schlag..usw...

Vielleicht habe ich aber doch einen Trost für Dich:
Ich habe weder eine Sport betrieben, bei dem mit einem Unfall zu rechnen ist - noch im Straßenverkehr. Ich bin NUR im Garten ausgerutscht und rückwärts auf den Wiesenboden geknallt! Ohne Osteoporose dann diese schlimme Verletzung.
Ich wollte den Tag nicht raus, denn es hatte massiv geregnet und war teilweise matschig. Doch ich hatte drei Zwergkaninchen aus Tierquälerei gerettet und es war mir ein Bedürfnis ihnen im Garten ein Paradies zu bauen. War alles sehr schön geworden...Es war eine so glückliche Zeit für mich zu sehen, wie die Tiere aufblühten. Jeden Tag freute ich mich auf sie. Und dann dieser verhängnisvolle Tag als ich im Auslauf im Matsch ausrutschte und nach hinten fiel...

Eine weitere Tragik für mich ist, dass sich nach meinem Unfall keiner in der Familie richtig um die Tiere kümmern konnte oder wollte, sie sagen, weil sie auch verzweifelt waren. Man hat den beschädigten Auslauf nicht repariert, so dass die Tiere nach meinem Krankenhausaufenthalt einfach verschwunden waren....und ich nie erfahren werde, was aus ihnen geworden ist. Das schmerzt mich sehr, denn ich wollte sie ja retten - und nun liegt mir dieses ungewisse Schicksal auch auf dem Gewissen.

Alles Gute für Dich... und wenn Du "Jammern" möchtest, bei mir bist Du richtig :) Elif
 

Gsxr1983

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#10
Hallo Elif,

was dir widerfahren ist tut mir im Herzen weh! Ich wünsche dir die beste Genesung!

Was soll ich groß dazu sagen oder schreiben ich bin es gewohnt alle paar Jahre wieder ein paar vom Schicksal in die Fresse zu bekommen! Vielleicht sollte ich einfach öfters in eine Kirche gehen! :D

Ich denke mir das bei So etwas die guten Taten schwerwiegender sind als das was andere versäumt haben! Du hast dass, dir bestmögliche getan um Schwächeren zu helfen!

In der nordischen Mythologie glaubt man um so mehr Schmerz man für Familie und Schutzbefohlene erleidet, um so weiter wird man vorne Sitzen in der Methalle.

Auch hier noch mal die besten Wünsche von mir und gebt euch niemals auf.

MfG


GSXR
 

Christine1976

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#11
Lieber GSXR,

wielange ist es her das du den Unfall hattest mit den 4 gebrochenen Wirbel ?




Liebe Elif,

ooooohhhh das ist ja total schlimm deine Geschichte! Danke für dein Angebot und sehr gerne biete auch ich dir ein offenes Ohr respektive Auge an.Machst du denn Physiotherapie?
 
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Gsxr1983

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#12
Hallo Christine,

bei mir war es Ende September 2013! Waren aber nicht nur die Wirbel, ca. 25 Frakturen gesamt.

Unter: Verkehrsunfall mit Personenschaden

BWK, Skapula, Rippenserien, Lungenkontusion usw. :)

Sind auch Röntgenbilder meiner Wirbelsäule.


MfG


GSXR
 
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