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Nur noch Verwirrung nach Unfall

rehapool

Nutzer
Registriert seit
27 Okt. 2008
Beiträge
2
Hallo und guten Tag. Ich freue mich, das ich dieses Forum gefunden habe und hoffe, hier ein paar Ratschläge zu bekommen, denn so langsam habe ich keine wirkliche Meinung mehr, wie ich weiter vorgehen soll bezüglich Anwalt und Ärzten.
Ich kopiere gleich einmal, was ich für mich zusammengetragen habe, um den Überblick zu behalten und entschuldige mich vorab für die Länge.
Also hier mein Problem:

29.05.2008: LKW nimmt mir die Vorfahrt. Das Ausweichen endet mit ca 70 Stundenkilometern im Graben. Da der LKW ohne zu halten auf die Kreuzung rollte, blieb nur wenig Reaktionszeit und wenig Zeit zu handeln. Auch konnte die Geschwindigkeit aus diesem Grund nicht wesentlich reduziert werden.
Zunächst kaum Anzeichen einer Schädigung. Lediglich Schmerzen an der Hand. Die Sanitäter der Malteser brachten mich vorsichtshalber zum Röntgen in das Krankenhaus. Das Röntgenbild ergab keine wesentlichen Auffälligkeiten. Auto - Totalschaden.
Abends aufkommender starker Kopfschmerz und Schwindel, sowie Vergesslichkeit (Gedanken kamen und waren im nächsten Moment verschwunden). Schmerzen im Nackenbereich, die in den rechten Arm ausstrahlten.
30.05.08: Termin beim Hausarzt. Erste Diagnose Zerrung der HWS, bzw. Schleudertrauma). Krankengymnastik und Ibruprofen wurden verschrieben.
Am gleichen Tag habe ich einen Anwalt eingeschaltet.
Seit diesem Tag mehrfach Behandlung durch Hausarzt, zweites Rezept KG. Allerdings bleiben sowohl die stechenden Kopfschmerzen im Nackenbereich, die in den Kopf ausstrahlen, als auch Schwindel, Sehstörungen, massive Konzentrationsstörungen und ausstrahlender Schmerz in den rechten Arm bestehen.
Neben den körperlichen Schmerzen, die sich inzwischen über Monate ziehen, stören die Beeinträchtigungen durch die Intensivierung der Beschwerden bei jeglicher Art von Betätigung (beruflich und privat. Schwimmen gehen mit Kindern z.B. führt sofort zur Zunahme der Beschwerden).
Wesentlich kommt aber auch die Beeinträchtigung bei der Arbeit negativ zur Geltung. Durch die Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnislücken, als auch durch die bei Belastung stark an Intensität zunehmenden Schmerzen ist es deutlich erschwert, telefonische Kundenkontakte wahrzunehmen, bzw. sich auf korrekte Rechnungsschreibung, Verpackung usw. zu konzentrieren.
Selbst die Zusammenstellung der Unterlagen für den Steuerberater stellt sich durch die Auswirkungen des Unfalls als echte Schwierigkeit dar, da auch geistige Arbeit bzw. Konzentration zur Vermehrung der Schmerzen führt.
Da ich mich aus dem ALG2 heraus selbständig gemacht habe, ist die Situation nun wesentlich erschwert, da notwendige Dinge, wie der Besuch von Kliniken, Rehaeinrichtungen und anderen potentiellen Kunden nach dem Unfall praktisch unmöglich geworden ist, da längere Autofahrten mit anschließenden Kundengesprächen nicht möglich sind.
Da über einen längeren Zeitraum keine Verbesserung der Beschwerden erfolgte und sowohl die körperlichen Schmerzen, als auch die damit verbundene seelische Belastung nicht mehr tragbar waren, wurde ein Orthopäde eingeschaltet.
Die erste Untersuchung ergab, das die Muskulatur im Nackenbereich verhärtet ist und das die Reflexe im rechten Arm stark eingeschränkt sind.
Der Röntgenbefund war unauffällig. Meine Halswirbelsäule sieht so gut aus wie bei einem 20jährigen, sagte der Arzt (ich bin 47).
Termin zum MRT.
Bei der Besprechung der Ergebnisse des MRT erfuhr ich heute, das es eine leichte Vorwölbung zwischen dem 2 und 3 Halswirbel gibt und einen massiveren Bandscheibenvorfall zwischen 5 und 6 Halswirbel, der wohl hauptsächlich für meine Probleme verantwortlich sind.
Aussage des Orthopäden: Eine Opration können wir wohl vermeiden. Allerdings müssen wir jetzt von allen Seiten schießen. Damit meinte er: Krankengymnastik, Spritzen, und REHA von 3 Wochen. Allerdings müsse ich mit mindestens noch 2 Monaten rechnen, bis ich wieder halbwegs beschwerdefrei sein würde. Zur Klärung, ob meine Beschwerden mit dem Unfall zusammenhängen, empfahl er mir einen ärztlichen Gutachter. Wo und wie ich das anstelle, konnte er mir aber ebenso wenig sagen, wie die Mitarbeiterin der Krankenkasse, die ich anschließend angerufen hatte.
Am gleichen Tag (also heute) Gespräch mit der Anwaltskanzlei, die mir mitteilte, das die gegnerische Versicherung die geforderte Vorschusszahlung von 1500€ Schmerzensgeld ablehne. Auch sagte mir der Anwalt, das der Arzt bestätigen müsse, das meine körperlichen Probleme mit dem Unfall zusammenhängen.
Zwei Atteste meines Hausarztes waren der Schmerzensgeldforderung schon beigelegt. Da stand aber der Bandscheibenvorfall noch nicht fest.
Am 11.11. habe ich nun noch einen Termin beim Neurologen.

Wie kann nun eine solche Reha aussehen, bringt sie was? Sind Folgeschäden zu erwarten? Wie gehe ich in Punkto Schmerzensgeld vor? Gibt es eine Möglichkeit auf Rente? Vom Anwalt fühle ich mich inzwischen ziemlich alleine gelassen. Anfangs kamen noch Kopien seiner Schreiben, was aber seit nunmehr ca. 1 Monat nicht mehr passiert. Da bekomme ich Infos anscheinen nur noch auf Anfrage.

Danke fürs lange lesen. Evtl. kann mir jemand Hinweise geben, wie ich mich weiter verhalten kann und was bei dieser Diagnose wirklich ratsam ist.
 

pussi

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
30 Apr. 2007
Beiträge
1,930
hallo, rehapool

hast du wenigstens irgendwo eine private versicherung, z.b. unfall, buz?
oder dich als selbstständiger freiwillig bei der bg angemeldet?
augenblicklich wird wohl deine kk zahlen?

den schilderungen deiner unfallfolgen nach, wirst du lange zu kämpfen haben.

wenn möglich, gehe in eine reha.
ob sie dir was bringt, kann keiner einschätzen.
zumindest kannst du hilfe erwarten gegenüber behörden.

den anwalt würde ich wechseln.
bei den schäden sind 1.500,00€ m.e. ein witz.
nun musst du nachweisen, dass diese schäden unfallbedingt sind.

andere können dir mehr schreiben
mfg
pussi
 
D

Deleted member 5316

Guest
Hallo rehapool,

zu Deinen Verletzungen kann ich nichts sagen.

Aber zum Rechtsanwalt:
- sofortiges Mandantsentzug !
- Herausgabe der kompletten Akte (event. Schadensersatzanspruch)
- völlig falscher Aufbau einer Schmerzensgeldforderung


Such Dir einen Rechtanwalt für Verkehrsrecht zur Grundlagenermittlung und danach -sollte es erforderlich sein- einen RA für Medizinrecht.

Gruß .
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
Registriert seit
11 März 2007
Beiträge
3,038
Hallo Rehapool,

ich kann Dich sehr gut verstehen, wer selbständig ist hat ja kein Einkommen sobald er krank ist.

Der LKW-Fahrer hat ja wohl 100% Schuld, also müßte doch seine Versicherung auch Deinen RA bezahlen. Es ist nur schlecht zu beweisen das die BSV vom Unfall kommen, leider.
Verstehe es nicht falsch, ich kann mir schon sehr gut vorstellen das sie vom Unfall kommen, aber die Gegnerversicherung wird sagen es kommt von Deinem hohen (tschuldigung) Alter.

Ob eine Reha was bringt? Dazu kein Einkommen, da kann keine Heilung erfolgen.

Suche einen Neurologen, oder viel besser eine neurologische Diagnostikklinik auf (frag Deine Krankenkasse) und lass Deine Nerven auf Durchlässigkeit messen. Diese Woche Krankenhaus wird Dich viel weiter bringen.
Vielleicht finden sich ganz andere Diagnosen und diese sehen dann viel mehr nach Unfallfolge aus.

Viel Glück
Kai-Uwe´s Frau
 

rehapool

Nutzer
Registriert seit
27 Okt. 2008
Beiträge
2
Zunächst einmal danke für die schnellen Antworten.
Versicherungstechnisch bin ich ganz gut dran, hoffe ich. Die Anwaltskosten gehen sowieso zu Lasten der gegnerischen Partei. Rechtschutz besteht aber auch.
Problematisch wird es mit dem Anwaltswechsel, da wir hier seit zwei Jahren auf dem Dorf zwischen Münster und Bremen wohnen. Wie geht man so etwas wohl diplomatisch an, ohne jemand auf den Schlips zu treten? Hier kennt jeder jeden. Kennt jemand zufällig einen empfehlenswerten Anwalt hier in der Ecke? Wie sollte eine Schmerzensgeldklage aufgebaut sein? Ich würde mich besser fühlen, wenn ich da ein paar Anhaltspunkte hätte, was nicht so korrekt gelaufen ist und wie es sein sollte, um besser argumentieren und einschätzen zu können. Eventuell hat auch noch jemand einen guten Ratschlag, wie der Nachweis erbracht werden kann, das alles mit dem Unfall in Zusammenhang steht. Die Aussage, das ich vorher nie Probleme mit Kopfschmerzen oder der HWS hatte, reicht wohl nicht, wie ich einigen anderen Beitragen entnommen habe. Der Termin beim Neurologen steht schon für den 11.11. Da können doch bestimmt auch Messungen zur Nervenleitfähigkeit durchgeführt werden, hoffe ich. Oder ist das ein komplizierteres Verfahren, das längere Zeit benötigt? Der Hinweis auf andere, besser nutzbare Ergebnisse beim Neurologen hört sich an, als könnten noch weitere Schäden, bzw. Diagnosen auf mich zukommen. Das macht schon ganz schön Panik.
Nochmals vielen Dank für Eure Antworten.
 
D

Deleted member 5316

Guest
Hallo rehapool,

Was macht Dich so sicher, das die Anwaltskosten komplett zu Lasten des Gegners gehen.
Du wohnst auf einem Dorf, jedoch nutzt Du das Internet und dieses Forum, wo ganz Deutschland mitliest und Dir Tips gibt.
Warum beschränkst Du Dich darauf, auch ein Anwalt ist deutschlandweit einsetzbar.
Ein Auftragsentzug muß man nicht diplomatisch regeln. (Wenn Du willst schreib ich Dir sowas als Volage per PN)
Zur Klage:
Als Erstes müssen die Schuldverhältnissen geklärt werden. (RA Verkehrsrecht)
Zum jetzigen Zeitpunkt trägst Du 1/3 selber. (Verkehrsrecht Grundlage Betriebshaftung)
Wenn Du einen guten Anwalt findest, wird er Dir zur Kenntniss geben, das diesbezüglich von Dir vorerst kein Nachweis bezüglich Vorschäden zu erbringen ist.

Gruß .
 
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