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Beamter der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft verhaftet

Kasandra

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Hallo Bobb,

den Eindruck habe ich auch:

Da ich nicht weiß, ob ich den Namen des mutmaßlichen Unternehmens hier nennen darf, habe ich den Text stellenweise mit XXXX angegeben. Jedenfalls lagen die Preise für 1 Gutachten gem. Hessenschau.de schon mal bei 50.000 Euro, erstellt von Arzthelferinnen :).
Viele Grüße

Kasandra
 

bobb

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470
Hallo,

der Abrechnungs-/Gutachterskandal zieht weitere Kreise:


Das Unternehmen in Mörfelden-Walldorf war die Schaltzentrale, die "Aufträge" von der Generalstaatsanwaltschaft entgegengenommen hat und dann für eine Verteilung an weitere Unternehmen gesorgt hat.

Ein gewerblicher Mitbewerber, der sich auch um Gutachten bei der hessischen Staatsanwaltschaft bemühte, wurde von der Frankfurter Justiz immer wieder an das Unternehmen (Schaltzentrale) in Mörfelden-Walldorf verwiesen.

Schließlich hat dieser Mitbewerber dann Anzeige erstattet, weil sein Bemühen um "Aufträge" nicht fruchtete.

Gruß Bobb
 

Anja123

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Hallo,

es weitet sich weiter aus:


Danach soll die Firma von Badles Freund die Schaltstation eines Korruptions-Netzwerkes gewesen sein.


Sie habe nämlich nicht alleine Gutachter-Aufträge von der von Badle geleiteten Abteilung zur Bekämpfung von Korruption und Betrug im Medizinwesen bei der Generalstaatsanwaltschaft erhalten. Sondern diese zur Verschleierung der engen Verbindung mit dem Top-Ermittler an andere, ebenfalls eigens dafür gegründete Firmen weitergeleitet.


Neun Personen werden in der Anzeige namentlich genannt. Und ein Computeranalyse-Unternehmen in Frankfurt, dass auch oft von der für die Bekämpfung von Verbrechen wie Kinderpornografie, Drogen- und Waffenhandel im Internet zuständigen Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft, der international hochgelobten „ZIT“ (Zentralstelle für Internetkriminalität), beauftragt wird.


Ein Zitat aus dem Jahr 2016 - Vortrag bei der Bundesärztekammer


Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen

Oberstaatsanwalt, Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten
und Korruption im Gesundheitswesen ZBVKG



https://www.bundesaerztekammer.de/f...rdner/Recht/20161112_Antikorruption_Badle.pdf





Zuwendungen


….. sind wie Wasser,


sie finden ihren Weg

Viele Grüße

Anja
 

Meli

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Es ist unfassbar, was da zutage tritt. Wundert mich nicht mehr, dass das Gericht für mein Gutachten nach § 109 8000 Euro Vorschuss wollte und der Gutachter auch fast alles abgerechnet hat für einen 2,5 Stunden dauernden Termin zur Begutachtung (plus Aktenstudium, haha)
 

Anja123

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Hallo Meli,

Du hast wenigstens das "Glück" von einem Arzt begutachtet worden zu sein.

Hier bei dem Fall wurde überwiegend durch Arzthelferinnen die Gutachten erstellt.

Gruß
Anja
 

Kasandra

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Hallo in die Runde,


dies scheint wohl lt. HRB eine der ehemaligen Geschäftsführerinnen der erstgenannten Firma nund die GF dieser Firma zu sein :cool:

Insgesamt sind wohl Arzthelferinnen die "Gutachterinnen". Wenn man sich die Stellenanzeige der Firma ansieht, dann ist wohl die einige Qualifikation "Arzthelferin". Es scheint eher freiberuflich im Nebenjob (ggf. 450 Euro Basis) und teuer GA erstellen?!?!?!?

Viele Grüße

Kasandra
 

Meli

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Anja, wir hatten ein Gutachten vom Gericht, wo der Professor massiv darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er selbst das GA machen soll, hat er aber nicht, er hat mich nur 30 Minuten gesehen, den Rest machte seine Assistentin. Was glaubst du, im SG wurde es nicht zugelassen deshalb, beim LSG war es plötzlich wieder vollkommen genehm... die haben so lange begutachtet, bis einfach nur noch rauskommen konnte, dass ich gar nix hab :-(
 

bobb

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Hallo Anja,
hallo Meli,

Ihr seid ein bißchen auf der falschen Spur. Es handelt sich hier nicht um medizinische Begutachtungen von Personen, sondern um "Überprüfungen" von Arztabrechnungen gegenüber Ihren Leistungsträgern. Diese Arbeiten werden zwar als "Gutachterarbeiten" bezeichnet, doch haben diese Prüfarbeiten den Hintergrund, nicht ordnungsgemäße Abrechnungen aufzudecken bzw. Beweise zu schaffen für entstandenen Schaden bei den Leistungsträgern. Bei diesen Prüfarbeiten bedient sich das Unternehmen der angestellten oder wohl eher freiberuflichen Arzthelferinnen, weil diese Kräfte ja auch sonst die Abrechnungen z.B. in Arztpraxen mit den Leistungssträgern (Kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen etc.) vornehmen.

Das besagte Unternehmen in Mörfelden-Walldorf hat eben auch wegen der Kenntnisse über die Abrechnungsmodalitäten solche Arzthelferinnen eingesetzt, da diese natürlich in der Relation zu den berechneten "Gutachtenkosten" besonders effizient, d.h. ökonomisch im Sinne des Unternehmens arbeiten.

Gruß Bobb
 

Anja123

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Hallo,

am Donnerstag 6.08.2020 ab 10.00 Uhr ist die Sondersitzung - Landtag Hessen.


Offenbar hat der Beschuldigte in den zurückliegenden 15 Jahren für die Generalstaatsanwaltschaft Aufträge über Fachgutachten im Wert von mehr als 12. Mio. € systematisch an stets denselben Auftragnehmer vergeben und dafür mehrere hunderttausend Euro an Schmiergeld erhalten.

Gruß
Anja
 
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