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Unfall mit 2 Toden

Juttaed

Nutzer
Registriert seit
14 Okt. 2008
Beiträge
3
Hallo Zusammen, ich bin jutta 44 jahre alt und aus unterfranken.
Ich bin neu hier und suche hilfe oder ratschläge.
Im april diesen jahres ist mein Neffe Niko 18 und sein Beifahrer Mario 16 bei einem Unfall ums leben gekommen.
ich schildere kurz die Fakten.
Niko is aus ungeklärter Ursache in einer leichten kurve ins schleudern gekommen und in den gegenverkehr gerutsch, in dem auto das entgegenkam sass seine Chefin, er rutschte seitlich in ihr Auto. Beide waren sofort tod durch genickbruch. Tschuldigung ich schreibe etwas durcheinander weil ich mich schriftlich nicht so gut ausdrücken kann.
Die Gegnerin erlitt schinbeinbruch der längere zeit behandelt werden musste.
Ihre erste aussage war...."ich war gestanden" angeblich weil sie die Niko schon schleudern sah. Dieses wiederlegte ihr die Polizei, es wurde angenommen das beide ca. eine geschwindigkeit von 80-90 kmh fuhren.
Sie machte ca. 3 Monate später erst eine schriftliche aussage die sehr schwammig ist und abweicht von "ich war gestanden" sie meinte sie hätte niko schon von weitem schlittern sehn verlor ihn dann aus den augen durch eine senkung vor der kurve und als er aus der senkung rauskam sah sie nur noch kurz was aus dem augenwinkel........ hmmmmm wie sieht man was aus sem augenwinkel wenn ich geradeaus auf die straße schaue Und warum fahre ich ungebremst weiter wenn ich von weitem ein auto schlittern sehe ?
Der Gutacher fragte 2 mal beim staatsanwalt nach ob ein gutachten erwünscht sei, was vom diesem verneint wurde weil die sachlage "klar" sei Niko war ja ein stück auf der andren strassenseite. Es könnte doch auch sein das sie ihm auf seiner seite entgegen kam er bremste und dann erst schlitterte......... meine frage an euch ..... können wir verlangen das der gutachter jetzt noch ein gutachten erstellt der rechtsanwalt meint nein weil ja jetzt keine spuren mehr da sind. Aber der Gutachter muss ja alles aufgenommen haben, es kann ja nicht sein das die beiden Jungs 3 Stunden im Auto liegen mussten weil auf den gutachter gewartet wurde . :mad:
Mein Bruder ist ziemlich ruhelos weil er das gefühl hat das der Tod seines Sohnes niemand interessiert, seine versicherung hat gezahlt und so ist es am einfachsten, und die Baufirma der unfallgegnerin erleidet auch keinen schlechten ruf wenn niko allein an allem schuld war.
ich glaube es reicht fürs erst mal sehn wie ihr darüber denkt oder ob jemand weiss wie man weiter handeln kann
Liebe Grüße Jutta mit Niko im Herz
 

desmin

Nutzer
Registriert seit
14 Okt. 2008
Beiträge
11
Hallo Jutta,

ich denke schon das der Anwalt euch richtig beraten hat. Ich war vor kurzem auch Zeugin und deshalb auch schon öfters vor Gericht.. in der Regel holen die Richter und Anwälte soviele gutachten raus bis es nicht mehr geht.
 

seenixe

Super-Moderator
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31 Aug. 2006
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8,316
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Berlin
Hallo Juttaed,

herzlich Willkommen hier im Forum. Der Anlass ist nicht schön, aber nicht mehr zu ändern.
Für Euch ist die psychische Belastung mit der Schuld umzugehen sehr schwer. Dies kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Aufarbeitung des Unfalls soll im Vordergrund stehen. Sucht euch einen Psychologen. Der Neffe und auch sein Freund wird nicht mehr lebendig. Nicht in jedem Fall ist böses zu vermuten, wenn ich Deine Schilderung lese.
Eure Trauer und Eure Suche ist wichtig , aber Ihr müßt weiterleben.

Gruß von der Seenixe
 

Juttaed

Nutzer
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14 Okt. 2008
Beiträge
3
re

hallo desmin........ ich verstehe deine antwort nicht ganz ...... es wurde kein gutachten verlangt weder vom richter weils keine verhandlung gab und auch von keinem anwalt.... niemand will ein gutachten ausser wir betroffenen, weil wir halt gerne wüssten was wirklich passiert ist und weil die gegenseite gelogen hat.
hallo seenixe..... nein sicher kein schöner anlass. In Behandlung sind die eltern von niko und auch ich gehe immer mit wenn verscheidene sachen angeboten werden über trauerarbeit. Klar einfach ist es nicht da hast du vollkommen recht, und ich versuche immer alles objektiv zu sehn und wir reden auch sehr viel drüber warum es so wichtig erscheint rauszufinden was geschehn ist.
Es is halt nur alles nicht zu verstehn zumal die strecke weit zu übersehn war.
Am Anfang hegten wir ja gar keinen Zweifel bis die Gegnerin anfing zu Lügen.
Und wiesoooo wird kein Gutachten erstellt Wieso will sie nicht mit uns reden ? Wir möchten doch nur wissen was passiert ist bzw wie es passiert ist nicht der gegnerin die schuld versuchen zuzuweisen. Einfach nur wissen was war da. Wir bilden uns ein das wir dann evtl. ein bisschen besser damit umgehn kann. Der Anwalt sagte uns so is es für alle das einfachste....die jungs können nichts mehr sagen ... die versicherung bezahlt und so hat niemand mehr stress und ärger. Hab leider noch keine Antwort ob es überhaupt geht selber ein Gutachten von dem Sachverständiger vor Ort zu verlangen. Ja wir müssen weiterleben (leider) und wir tun wirklich alles mögliche um mit der Trauer umzugehn. Wir halten zusammen und ich bin sehr stolz auf meinen Bruder und seiner Famile das sie überhaupt bereit sind sich helfen zu lassen was ja viele garnicht annehmen.
Und aus diesem Grund möchte ich auch gerne versuchen ihnen zu helfen den Verlauf zu klären, ich betone nochmal wir möchten nicht wirklich den schuldigen sondern ehr wissen was wirklich passiert ist.
Ok ich hüpf jetzt ins Bettchen ....hatte Nachtschicht
LG Jutta
 

Santafee

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
11 Okt. 2007
Beiträge
1,591
Hallo Jutta,

in unserem Ort war vor nicht langer Zeit ein Unfall, bei dem ein Mopedfahrer schwer verletzt wurde... Wir sahen von unserem Fenster die "Detektivarbeit" der Polizei: Es wurden alle beteiligten und sogar unbeteiligeten Fahrzeuge (Zeugen) auf der Straße markiert und Fotos gemacht und Stunden später wurde nochmals die ganze Unfallstelle (eine größere Kreuzung) bildlich festgehalten, dabei wurden die Markierungen auch von oben (mittels Aufsatz auf einem Polizeiwagen) fotografiert.

Warum schreibe ich das? Ich denke, gerade bei tötlich verlaufenden Unfällen müssen doch sicher Fotos gemacht worden sein. Du schreibst, es wurde auch festgestellt, dass die Unfallgegnerin ebenfalls 80-90km/h fuhr... wie will man das feststellen ohne Bremsspur? Und wenn eine Bremsspur da ist, dann kann man doch sicher auch feststellen, ob sie nicht (auch oder überhaupt nur sie!) schlitterte...

Ich denke, Ihr solltet dieser Sache tatsächlich auf den Grund gehen, denn für Eure Trauerarbeit wird dies sehr wichtig sein! Sicher kann man mit diesem schrecklichen Unfalltod eines Kindes nie "abschließen", wenn immernoch Fragen offen sind! Und auch, wenn es so die einfachste Lösung für alle Beteiligte ist, denke ich, wird es auch für die Unfallgegnerin auf Dauer schwer sein, mit soooo einer Last zu leben, v.a. wenn es eine Lüge war! Vllt. verlangt Ihr Einsicht in die Polizeiakte! Befragt evtl. die Polizei-, Feuerwehrbeamten, die vor Ort waren... Und es muss möglich sein, auch im Nachhinein ein GA erstellen zu lassen!

Ich sehe es nicht so, dass Ihr der Unfallgegnerin etwas "auswischen" wollt, sondern nur Euer Recht auf Aufklärung und Gerechtigkeit. Wo kommen wir denn hin, wenn immer die Überlebenden Recht bekommen... vor allem wenn Jugendliche im Spiel sind! (PS: meine Tochter macht gerade FS!)

Ich wünsche Euch viel Kraft bei der Suche nach der Wahrheit!
VG Santafee
 

Tucson

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17 Sep. 2006
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58
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Hallo Jutta,

mir wurde erklärt, dass bei einem Unfall mit Todesfolge die Staatsanwaltschaft und ein Gutachter (mit Gutachten) eingeschalten werden muss.
Bei unserem Unfall war die Sachlage (Schuldfrage) schon durch mehrere Zeugen geklärt. Trotzdem wurde ein Gutachten erstellt. Dieses Gutachten habe ich gelesen und es hat mir, obwohl ich mir meiner Unschuld zu 100% bewusst war, sehr geholfen.
Auch würde ich den Tipps von Santafee (Polizeiakte usw.) nachgehen.

Viele Grüße
Tucson
 

Juttaed

Nutzer
Registriert seit
14 Okt. 2008
Beiträge
3
hallo Tuscon und Santafee,
danke für eure Antworten, wir haben die Polizeiakte gesehn sogar mit Bildern,
und daraus ist einfach viel zu viel unklar.
Im Polizeibericht selber sind meist nur vermutungen und teilweise falsche angaben. Morgen hat die Mutter vom Beifahrer einen Termin bei ihrem Anwalt, danach werden wir weiterentscheiden, ob man einfach akzeptiert was man vor die Füße geworfen bekommt oder ob man weiterforscht, was natürlich auch sehr unangenehm ist, wenn man immer wieder direkt mit allem kofrontiert wird.
Nein das Geschehen wir man niemals mehr vergessen und das man mit sowas weiterleben muss ist wirklich schlimm, aber wir müssen .. man hat einfach keine andere Wahl :( http://www.nikoundmario.de/html/der_unfall.html
Es ist einfach unvorstellbar wieso jeder irgendwas vermutet und es einfach nicht interessiert was wirklich war.
Liebe Grüße Jutta mit Niko im Herz
 
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