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Tinnitus bei Daniel Baier: "Ein Ball kann das auslösen"

oerni

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#1
Dr. Olaf Müller:
Durch eine Erschütterung kann so ein Ohrgeräusch auftreten. Wir haben das häufiger bei Traumata, wenn der Schädel stark geprellt wird. Durch einen festen Schuss mit dem Fußball kann das auch passieren. Trifft er einen Knochen, ist die Erschütterung umso stärker. Ob diese der Auslöser war, kann man messen. Teilweise hat man in der Folge eine schlechtere Hörleistung im Frequenzbereich von 4 bis 5 Kilohertz.

Tinnitus bei Daniel Baier: "Ein Ball kann das auslösen"
 

IsswasDoc

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#2
Hallo oerni,

komisch wenn schon ein Fußball solche Schäden verursachen kann, dass dann bei den meisten Schleudertrauma-Fälle der Tinitus nicht anerkannt wird. Zumal dass hier der Schädelanprall bestimmt mit noch mehr Kraft erfolgt.

Wäre mal interessant zu wissen, mit welcher Kraft der Ball am Schädel einschlägt, weil der kennt bestimmt auch keine Harmlosikeitsgrenze aller DeltaV>10 Km/h usw.
Ich meine auch das die Schwerhörigkeit im Bereich 4-5 Khz viel öfter vorliegt wie gedacht wird.

Manchmal wird da auch nicht so genau gemessen, da kann es schon mal vorkommen, dass nur eine beginnende Schwerhörigkeit vorliegen soll, wenn aber ein Neutraler Experte Gewissenhaft nachmiesst, ist es in "Echt" eine mittelgradige Schwerhörigkeit.

Das merkt der betreffende erst, wenn er eine Hig-End-Anlage besitzt und dann meint seine Bändchenhochtöner müssten kapput sein, weil er die Höhen nicht mehr so prezisse hören kann. Der Schein trügt, weil schon 60db Schwerhörigkeit da ist, da kann man halt Sachen nicht mehr hören, die man vorher ohne Probleme gehört hat.

Gruß
Isswasdoc
 

oerni

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#3
Hallo IsswasDoc,

normalerweise ist es nicht so interessant was mit den Spielern bei Sport passiert, allerdings für uns Tinnitusler die durch Unfall
geschädigt worden, ist das doch eine wunderschöne Aussage des HNO Arztes.

Im übrigen dürfte die Verletzung als "Arbeitsunfall" behandelt werden und ggf. dürfte es so wie bei uns eben auch, KEINE
Anerkennung geben.

Harmlosigkeitsgrenze gibt es nur bei den Leistungsempfängern nach Unfall.
 

Rekobär

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#4
Hallo IswassDoc.,

die Kraft errechnet sich aus der Formel F = m x a (Masse mal Beschleunigung) und die Beschleunigung errechnet sich aus a = v/t (Geschwindigkeit durch Zeit).

Nehmen wir das Fussballgewicht von 450 g, also 0,45 kg und eine Fluggeschwindigkeit von ca. 70 km/h, also 19,444 m/s und eine Autreffzeit von 0,1 s, so ergibt das alles zusammen 19,44 m/s / ,01s = 194,44 m/s² x 0,45 kg = 87 N (Newton). Das heißt, auf den Kopf wirken abrupt 87 N.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

IsswasDoc

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#5
Hallo Rekobär,

Danke für deine Berechnungen. Also reichen theoretisch schon 87N gezielt am Schädel aus um einen Tinitus erzeugen zu können.

Da ist kein Schellm wer nichts böses denkt, wenn zb. bei einem Unfall der Kopf an die B-Säule knallt und nicht nur 450g im Spiel sind(Auto Gewicht und Eigengewicht Fahrer), selbst bei kleinen Unfällen mit angeblichen niedrigen Geschwindigkeiten, nie ein Tinitus entstehen soll.

Gruß
Isswasdoc
 

Mercury

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#6
@IsswasDoc: So einfach ist dir Rechnung nicht. Eine Kraft hat auch immer eine Richtung. Ball gegen Kopf = einfacher Fall und somit überschlagbar zu berechnen . Kopf bei Unfall = kompliziert. (z.B. Beide Körper beschleunigt...damit gehen die Massen der beiden Körper ganz anders ein)

Also ich verstehe was du meinst und stimm dir zu aber: unser Problem ist, dass wir den "Ball-Fall" nicht auf "Verkehrsunfall" übertragen können. Das Argument kann man mathematisch zu leicht zerpflücken.... leider...
 

Rekobär

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#8
Hallo IsswasDoc, @Mercury,

die Frage ist tatsächlich nicht ganz so einfach zu beantworten, wobei nicht das Problem in dem Zahlenwert der Kraft das eigentliche Problem liegt, sondern eher in der Frage, was genau hat dabei den Tinitus ausgelöst.

Es kann nämlich sein, dass der Ball eine Punktlandung auf eines der beiden Ohren hatte und dadurch ein abrupter Überdruck im Ohrgang entstand.

Insofern muss man hier etwas genauer hinschauen und untersuchen. Genau deshalb ist ja mein Job auch glücklicherweise etwas anspruchsvoller und kann daher nicht von jedem erledigt werden. :)

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Mercury

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#9
Hallo,

Genau das meinte ich... so kann man es leider nicht berechnen - ohne dass ein "schlauer" Physiker leicht sagen kann, dass der Vergleich für die Katz ist:

@Mercury,
Kopf an die B-Säule - wieviel wiegt Dein Kopf (nicht das Hirn) mal xx Kmh und schon sind deutlich höhere Werte im Spiel.
Es ist so dass höhere Werte resultieren können. Aber der Vergleich beweist es nicht. (Und da spielt schon die Richtung der wirkenden Kraft eine Rolle, das Trägheitsmoment usw. + natürlich die anatomischen Variablen die RekoBär erwähnt - da bin ich aber als Physiker inkompetent)

LG

Ach was ich noch dazu sagen möchte... um nicht falsch verstanden zu werden...

Ich sehe hier einfach nur das Problem, dass man als Versicherung bei dieser Rechnung leichtes Spiel hat zu sagen "nicht valide." Paar Variablen einbauen und wenn man dann darauf nichts entgegenbringen kann ist das Argument komplett futsch...

Gruß nochmal
 
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