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Reitunfall mit Fremdreiterversicherung / Pilon Tribal Fraktur

KatjaR

Neues Mitglied
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5 Juli 2018
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3
#1
Hallo Ihr Lieben,

dieses ist mein erstes Forum und ich hoffe der Beitrag ist hier richtig, wenn nicht nehme ich gerne Tipps entgegen.

Zu mir, mein Name ist Katja und ich bin knapp über 39 und weiblich.

Mir steht der Kopf gerade quer und weiß bei einigen Dingen kein Rat, trotz Rechtsanwalt.

Mein Unfall, kurz beschrieben, ereignete sich vor 1 Jahr. Als ich ein Pferd zu Weide führen wollte, der kurz wohl kurz vorm verhungern und schlecht erzogen, machte kehrt und trabte ins Nachbarfeld. Ich habe mich von Ihm 10 Meter ziehen lassen, trat in eine Traktorspule und zog mir eine Pilon-Trial-Fraktur des Sprunggelenkes zu.
1 OP Externer Fixateure 1 Woche später 2 OP, 5 Monate an Gehhilfen. Nun ein Jahr später, Schwellungen bei Wetter und Zuviel Belastung , 3 Narben und viel Metall. Bewegungseinschränkung 10-0-30.

Die Besitzerin (immer noch guten Kontakt) hat eine Fremdreiterversicherung, dieses war ich wegen Urlaub Ihrerseits.

Diese Versicherung wollte erst gar nicht zahlen und nun bietet Sie an meine Auslagen plus 3000,00 Schmerzensgeld zu zahlen mit einer Abfindungserklärung.
Ich bin auf kein Schmerzensgeld aus, aber von der Abfindungserklärung sträube ich mich. Nun ist es aber so, dass mich laut meines Rechtsanwaltes ein Mitverschulden betrifft, hätte ja den Strick loslassen können. Ja hätte ich!! Dumm aus heutiger Sicht. Zudem würden Spätfolgen wie Arthrose schwierig auf den Unfall zurück zuführen sein. Zweite OP steht noch aus, zur Metallentfernung , dieses soll laut Arzt vom Juni 2017 auch erst 2019/2020 passieren.

Nun meine Fragen:
1. hatte jemand schon so einen Stauchungsbruch und wie ist dieser über die Jahre verheilt? Kam es innerhalb von 10 Jahren eine schwere Arthrose? So dass es zu einer Berufsunfähigkeit gekommen ist?

2. Wie hoch kann das Schmerzensgeld werden, wenn es vor Gericht geht.

Ich bin nicht scharf auf einen Jahrelangen Rechtsstreit, möchte aber wenn es zu einer außergerichtlichen Einigung kommt, nicht nach 10 Jahren sagen, falsch verhandelt ;o).

Vielleicht hat ja jemand Tips oder einen Rat oder hatte ähnliches schon mal.


Liebe Gruße
Katja
 

Rekobär

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#2
Hallo Katja,

ich habe den Eindruck, dass Dich das Thema Schmerzensgeld zu sehr beschäftigt, obwohl es eigentlich Dein geringstes Problem ist. Denn vordergründig steht die Frage nach Deiner Genesung.

Ob ein Schmerzensgeld angemessen ist oder nicht, entscheidet letztendlich tatsächlich ein Richter, falls es zum Rechtsstreit vor Gericht kommt. Das Problem ist allerdings, dass die Prozesse erstens sehr lange dauern können und zum anderen es fast so ist, wie beim Hornberger Schießen. Dabei kommt es nämlich darauf an, welche Einstellung der Richter zu Deinem Fall hat.

Es kann Dir also durchaus passieren, dass der Richter der Meinung ist, dass 3.000,00 € völlig überzogen sind. Er kann aber auch zu dem Entschluss kommt, dass Dir mehr zusteht.

Was ist also Dein Ziel? Lieber die Aufwendungen und zusätzlich 3.000,00 € und dann ist gut, oder streiten bis zur Ewigkeit mit Nervenkrieg, ungewissem Ausgang und möglicherweise ein Haufen Kosten, die Dir unter Umständen nicht ersetzt werden.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

KatjaR

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#3
Hallo Rekobär,
Vielen Dank für deine Antwort. Meine größte Sorge ist eigentlich vor den sogannten Folgeschäden. Am Anfang hieß es , sie können froh sein wenn Sie wieder laufen können, eventuell müssen wir versteifen.Das laufen habe ich mit viel Fleißarbeit Physio, Studio und einem guten Chirurgen tatsächlich erreicht. Der jetzige Ist Zustand ist nicht optimal aber Alttagstauglich. Humpeln tue ich nur auf unebenen Strecken und wird halt dick bei diesem Wetter.
Wenn aber bei der 2 Op was schief geht, keine Erfahrung mit Metallenfernung, oder die Arthrose in 2 Jahren voll zuschlägt, was ist dann? Sind solche Verletzungen nach einem Jahr Ist Stand oder können Sie sich arg verschlechtern, wenn ja, kann es zu einer Berufunfähigkeit (Büro) kommen.
Tja und dann sprechen wir tatsächlich von Geld. Puh. Das geht mir durch den Kopf.

Bei meiner jetztigen Beweglichkeit und meinen jetztigen Problemen kann ich sagen , Abfindung und gut. Will keinen Streit und Stress, was nur Zeit und Geld kostet. Ist es daher ratsam das Angebot anzunehmen oder nicht.
Arbeiten tue ich im übrigen auch gerne.
Oder hätte eine Berufsunfähigkeit direkt eintreffen müssen, damit die Versicherung dafür aufkommt. Dann wäre es wieder ein Vergleich.

Finde es wirklich schwierig, so mittendrin.

LG Katja
 

HWS-Schaden

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#5
Hallo Katja,

wenn ich alles bisher richtig verstanden habe, war es ein privater Unfall, für den die gegnerische Haftpflichversicherung der Halterin zuständig ist, was nicht bestritten wird.
Liegt eine Schuldanerkenntnis - oder wie sowas in dem Fall heißen mag - vor?

Was sagt denn dein RA wegen der noch anstehenden 2. OP: Kann man nicht bei der Versicherung erwirken, dass sie sich bis nach OP und Heilung der OP-Folgen abwartend stellt?
An die anderen Mitlesenden: Wäre das nicht eine Möglichkeit?

LG
 
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#6
Hallo Katja.
Ich hatte vor knapp 2 Jahren eine Luxationsverletzung am Sprunggelenk.
Jetzt in der kurzen Zeit eine Arthrose Grad 2 bekommen.
Ich wurde nicht operiert nur konservativ behandelt.
Nach diesen 21 Monaten noch immer wöchentlich Physio, Wetterfühligkeit, Fuß wird bei längerem gehen,stehen Dick und schmerzt.

LG Yvonne
 

KatjaR

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#7
Hallo,
ob ich richtig beraten bin mit meinem RA weiss ich zur Zeit auch nicht.Aber manchmal ist man ja nicht ganz objektiv, wenn man betroffen ist.Jetzt ist ja Urlaubszeit und er ist nicht erreichbar.Er rät zu der Abfindungserklärung, weil Spätfolgen schwer zu dem eigentlichen Privat- Unfall zusortierbar wären.Seine Aussage!
Zudem würde ich auf jedenfall eine Mitschuld bekommen.Denke ich auch , aus Google Forschungen.

Die Versicherung möchte ja vor der 2 OP die Unterschrift.Diese möchte ja gerne Geld und Zeit sparen, und drängelt deswegen. Wenn man das könnte ☺ würde ich es gerne machen, schreibe mir das gerne auf meinen FragenanRA- Zettel auf.Da hätte ich auch wieder neue Röntgenaufnahme und Chirurgen aus unserer Hauptstadt und nicht unsere hier.

Vielen Dank an alle

Katja
 

Marima

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#8
Hallo KatjaR

verändern die 3000 € Schmerzensgeld dein Leben so positiv, dass du glücklich bist.

Auf jeden Fall ist die Versicherung und dein Anwalt dann glücklich.

Mitleid kriegst du geschenkt, Erfolg musst du dir hart erarbeiten.

Mein Rat ist, kauf dir ein Fachbuch, hat mir auch geholfen, ja du könntest eine Mitschuld bekommen, na und.

MFG Marima
 

Marima

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#9
Er rät zu der Abfindungserklärung, weil Spätfolgen schwer zu dem eigentlichen Privat- Unfall zusortierbar wären.Seine Aussage!
Pflicht des Anwalts zur umfassenden Belehrung
Ein Rechtsanwalt ist im Rahmen des ihm erteilten Mandates verpflichtet, den Auftraggeber umfassend zu belehren, seine Belange nach jeder Richtung wahrzunehmen und seinen Auftrag so zu erledigen, dass Nachteile für den Mandanten möglichst vermieden werden. Droht dem Mandanten ein Rechtsverlust, hat er diesem durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken.

BGH, Urteil vom 17. März 2016 – IX ZR 142/14



Pflicht des Anwalts zur Orientierung an der höchstrichterlichen Rechtsprechung
Der Mandant kann von seinem Rechtsanwalt die Kenntnis der einschlägigen Rechtsnormen erwarten, bei deren Auslegung er sich grundsätzlich an der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu orientieren hat. Hinweise, Belehrungen und Empfehlungen sind in der Regel an der höchstrichterlichen Rechtsprechung auszurichten.

BGH, Urteil vom 17. März 2016 – IX ZR 142/14
 
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