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Knorpel züchten und transplantieren

schneipe

Mitglied
Registriert seit
30 Nov. 2006
Beiträge
40
Hallo liebe Forenbenutzer,

mir wurde kürzlich der Vorschlag gemacht, dass aus meinem Sprunggelenk Knorpel entnommen, dieser wird außerhalb des Körpers gezüchtet und dann wieder transplantiert werden soll. Kennt das jemand? Ich glaube mal gelesen zu haben, dass durch diese Methode kaum ein Anwachsen im Sprunggelenk möglich ist. Meine Nekrose aber wird doch damit nicht geheilt, also die eigentliche Ursache wird doch damit nicht bekämpft
Lg
schneipe
 

Speetwomen

Erfahrenes Mitglied
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7 Sep. 2006
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470
Alter
53
Ort
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www.jackystiefelweb.de
Hallo

Ich habe nach meinem Unfall damals eine Knobelzelltransplantation am Knie bekommen. Vom Sprunggelenk habe ich noch nichts gehört. Mir wurde damals in einer Artroskopie ein Stück des geschädigten Knorbel entnommen und 500ml Blut. Dann wurden das ganz in ein Labor nach Berlin geschickt um einen neuen Knorbel zu züchten. Das hatte den Vorteil das man mirf kein künstliches Kniegelenk einsetzten mußte. Nach ca. 4 Wochen wurde mir dann in einer 5 stündigen OP der Knorbel wieder eingesetzt. Ich durfte dann 8 Wochen das Bein gar nicht belasten und dann Kilo weise. Insgesamt dauerte die Heilung 7 Monate. Vor meinem Unfall wurde diese OP am anderen Knie gemacht, denn das wurde schlichtweg kaputt operiert. Danach konnte ich meine geliebten Sportarten wie Tennis und Tanzen wieder vollkommen schmerzfrei ausführen. Dies ist jetzt ca. 15 Jahre her. Da ich mir bei dem Unfall vor 7 Jahre die Wirbelsäule verletzt habe, hatte ich über Jahre eine Schonhaltung und damit das nicht Unfallknie falsch belastet. Auch mit Sport war nichts mehr drin. Nun sagte man mir das sich das Nicht Unfallknie böse anhört und ich habe auch Schmerzen drin. Das Unfallknie ist fängt auch leicht wieder an. Damals wurden diese Art von OP noch nicht von den KKs bezahlt ( ich wurde als Forschungsfall abgerechnet) und es gab auch nur 3 Ärzte in Deutschland die sowas machten. Letzten las ich aber in einer Zeitschrift das dies nun doch von den KKs übernommen werden. Aber wie schon gesagt ich habe es am Knie gemacht bekommen und kann nur sagen ich würde es einem künstlichen Kniegelenk vorziehen und jeder Zeit wieder machen lassen, denn ich war bis zu meinem Unfall vollkommen beschwerdefrei.

LG
 

j_e_n_s

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Hallo schneipe,

mir hatte das mein Arzt auch mal erzählt. Er meinte aber dazu, dass gezüchteter Knorpel nicht so lang hält (ist wohl weicher) wie der originale und hat mir davon abgeraten (bei mir fehlte im OSG der gesamte Knorpel). Wär wohl nur eine kurzfristige Lösung.

Gruß Jens
 

pinki

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Hallo Schneipe ,

Ich kann dir zwar nix da zu sagen ( wegen transplatation ) .

Aber so viel ich weiß , müsste die Nekrose chirugisch abgetragen werden ,
Nekrose = faules Gewebe ,wenn diese abgetragen wird , muss die Wunde dann von innen nach außen heilen ich kann mir vorstellen das dann wenn der Knorpel
eingesetzt wird , wird das Nekrotische Gewebe entfernt der Knorpel eingepflanzt somit ist das dann eine sauberere Sache zumindest steriler als mit Nekrose und kann dan in Ruhe aus heilen.

lg
pinki
 

j_e_n_s

Erfahrenes Mitglied
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6 Feb. 2007
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Sachsen
Hallo Schneipe,

hab noch mal in meinen Unterlagen "gewühlt" und zum Knorpel im Sprunggelenk was gefunden (mache mir immer Notizen nach Arztbesuchen).

Verglichen mit anderem Gelenkknorpel, etwa dem des Hüftgelenkes, weist der Knorpel des Sprunggelenkes eine deutlich höhere Druckfestigkeit auf.
Die höhere Druckfestigkeit ist bei nachgezüchteten Knorpel auf Grund der besonderen biochemischen Zusammensetzung des Sprunggelenkknorpels wohl nicht der Fall.

So jedenfalls die Aussage des Operateurs damals. Ich möchte dir nicht abraten davon, lediglich diesen einen Hinweis geben, dass du den Arzt geziehlt darauf ansprechen kannst.

Gruß Jens
 

Cateye

Mitgliedschaft beendet
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Beiträge
1,059
Hallo Pinki,

eine Nekrose muss nicht automatisch abgetragen werden, sofern sie quasi inaktiv bzw. verkapselt ist.

Zur Knorpeltransplantation ins Sprunggelenk folgendes: es stimmt, dass man damit im Knie begann (geschichtlicher Hintergrund). Mittlerweile versucht man mit mehr oder minder großem Erfolg andere Gelenke schonend zu erhalten. Grundsätzlich indiziert man beispielsweise Hyalinsäure in das Daumensattelgelenk, um Knorpelwachstum zu fördern. Der Knorpel in den Gelenken ist wesentlich anders aufgebaut als der im Ohr oder in der Bandscheibe bzw. Schambeinfuge. Es scheint mir ein Gerücht, dass im Reagenzglas gezüchteter Knorpel weniger stabil sei. Das Problem ist, dass Knorpelgewebe nicht durchblutet wird, was stoffwechselbedingt eher ungünstig ist. Genau diese Tatsache macht es schwierig, dass das nachgezüchtete Gewebe einwächst.

Allerdings halte ich den Versuch, durch Knorpeltransplantation das Gelenk zu erhalten, eine prima Idee. Ich weiss, dass man ebenfalls versucht, mit körpereigenen Muskelfasern, Gelenkspalte aufzupolstern, wenn bei gleichzeitigem Knorpelschaden eine große Instabilität durch Bänderinsuffizienz vorliegt.

LG,
Cateye
 

pinki

Erfahrenes Mitglied
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6 Sep. 2006
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Ort
Hessen
Hallo Cateye,

Nix für ungut , du hast es ja jetzt sehr ausführlich erklärt :):)

Ich war von einer infizierten Nekrose aus gegangen .

lg
pinki
 

schneipe

Mitglied
Registriert seit
30 Nov. 2006
Beiträge
40
Ich danke euch für die vielen Hinweise, ich denke das wird mir schon etwas bei meiner Entscheidung helfen!
Danke
schneipe
 
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