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Wirbelbruch, L4, Operation, Versteifung durch Platte und 6 Schrauben

Skyfalljohnny

Neues Mitglied
Registriert seit
5 Feb. 2020
Beiträge
1
#1
Hallo alle zusammen!

Ich bin vor kurzen beim Klettern 14 Meter im freien Fall gegen den Boden gestürzt und habe mir dabei den 4ten Lendenwirbel gebrochen. Daraufhin wurde ich operiert, Versteifung durch einer Platte von L5-L4-L3. Der Unfall und Operation sind jetzt gut 10 Wochen her. Die ersten Wochen konnte ich mich kaum im Bett drehen und nun geht es eigentlich schon besser. Dennoch habe ich noch immer Schmerzen im Rücken und ein Gewissen ziehen. Da ich noch im Rollstuhl bin wegen meinen Verletzungen an den Fersen sollte die Wirbelsäule eigentlich nicht so sehr belastet sein. Dennoch muss ich mich immer wieder alle paar Stunden ins Bett legen und eine Pause machen. Nun frage ich mich ob das noch viel besser wird und die Schmerzen auch irgendwenn verschwinden oder ob ich diese immer haben werde. Was könnte ich vielleicht machen damit es besser wird? Habt ihr erfahrung mit gewissen hilfreichen übungen? Oder irgendwelche tipps? Ich bin eben erst 20 Jahre alt und sehr dass sich die Lage noch verbessert.. da ich auch sehr gerne sport mache.. und momentan siehst eher schlecht aus.
Ich bin für alle Ratschläge und Ideen dankbar!
 

Pfong

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
22 Feb. 2018
Beiträge
243
#2
Hey

Willkommen hier bei uns.

So wie ich das lese, hast du ja mehr als Glück gehabt!
Was genau hast du zu dem Wirbelbruch noch für Verletzungen?
Was sagen die Ärzte?

Hast du eine private unfallversicherung?

Also ich würde erst mal die Beine still halten und wem auch immer danken, das ich noch am Leben bin.
Der Rest kommt mit der Zeit. :)

Mfg
 

sab

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
27 Dez. 2009
Beiträge
154
#3
Hallo,

ich habe mir vor 11 Jahren bei einem Reitunfall 5 Wirbel gebrochen, LWS und BWS. Ich möchte Dir erstmal Mut machen, ich habe wieder ein gutes - auch sportliches Leben inklusive 5mal die Woche reiten - zurückbekommen. Allerdings habe ich 4 Wochen nach dem Unfall in der reha mit Training angefangen. Training bedeutet rückgerechtes Training, viel Geräte (Gewichte) und auch Gymnastik und später Yoga. Alles natürlich immer entsprechend dem, was ich machen durfte, z.B. die ersten Monaten keine Beugen. In der reha haben sie mir gesagt, dass die einzige Chance wieder in Gang zu kommen, im Training besteht, um eben zum einen Rückenmuskeln aufzubauen und zum anderen auch diese zu dehnen. Das habe ich durchgezogen und bin auch jetzt noch 4mal die Woche im Fitnessstudio. Ich brauchte aber jede Menge Geduld und das erste Jahr war hart, denn die Erfolge zeigten sich nur sehr langsam. Da brauchte ich Geduld und musste trotzdem weiter trainieren. Ich hatte es auch jahrelang, dass ich nach ca. 5 - 6 Stunden eine halbe Stunde liegen musste sonst bekam ich mörderische Rückenschmerzen. Das ist mit der Zeit weggegangen. Geblieben ist mir, dass ich eine starke Skoliose habe, einen sichtbar schiefen Rücken aber - toit, toi, toi - keine weiteren Probleme. Ich lebe halt sehr rückgerecht, d.h. ich habe auch einen speziellen Bürostuhl , ich mache meinen Sport aber ich bin z.B. zu meinem geliebten Reiten wieder voll zurückgekehrt. Niemand hat erwartet, dass es je wieder so gut werden würde. Ich bin fest davon überzeugt, dass es an meinem Training liegt.

Also, Kopf hoch, informier Dich, was Du machen darfst und dann tue es.
Gute Besserung

Sabine
 

Haerluk

Neues Mitglied
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15 Feb. 2020
Beiträge
16
#4
Hallo,

habe mich eben im Forum angemeldet:
Instabile Berstungsfraktur LWK3 ADA3, OP am 06.02.20....(nebenbei noch eine Rippenserienfraktur rechts mit Mantelpneumothorax) noch Radsturz.
Nach OP mit "perkutane dorsale Instrumentierung LWK2 auf LWK4.
Im Moment zuhause auf dem Sofa.

Ich bin ja "nicht weit weg von Skyfalljony", hab hier im Forum unter dem Stichwort Wirbelbruch schon einiges gelesen, und hätte auch Fragen, würde gerne von Erfahrungen profitieren etc.

Daher erstmal meine Frage an die "alten Hasen" in diesem Forum, ist es denn sinnvoll, dass jeder seinen eigenen Thread eröffnet? Sollte ich das tun?
Wenn Skyfalljonny nichts dagegen hat, könnte ich mich ja hier anhängen.
Ältere Threats sind leider irgendwann eingschlafen...

Gruß
Lukas
 

Pfong

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
22 Feb. 2018
Beiträge
243
#5
Hey Lukas

Im Prinzip ist es egal ob du selber einen Beitrag eröffnest oder die bei jemand anderen mit einbindest.
Das ist die überlassen.

Was hast du denn für Fragen?

Mfg
 

Haerluk

Neues Mitglied
Registriert seit
15 Feb. 2020
Beiträge
16
#6
Die Wichtigste und Dringedste ist:
Am 05.03 muss ich in die Klinik, da wird nachuntersucht und es soll entschieden werden, ob der Wirbel auch noch "von Vorne" unterstützt werden muss.
Ich habe noch nirgends gefunden, was das genau bedeutet, hört sich nach großer OP an. Und ich wüste natürlich gerne ob ich etwas tun kann damit sich der kollabierte Wirbel von selber wieder aufrichtet.
Ein Orthopäde hat gesagt: Bloß nicht liegen bleiben.
Also spaziere ich im Moment Früh, Mittags und Abends ums Haus, solange die Füße tragen.
Ich hoffe ja sehr, dass meine Muskulatur da mit hilft. Ich bin mit 57 zwar nicht mehr der Jüngste aber als aktiver Triathlet erstens fit und zweitens mit einer recht guten Rumpfmuskulatur ausgestattet.

Ansonsten suche ich natürlich nach allen möglichen Empfehlungen um wieder auf die Beine zu kommen. Von meinem Sport her bin ich es gewohnt sehr diszipliniert und strukturiert zu trainieren, brauche jetzt aber Anleitung und Erfahrung aus der Praxis.......aber das hat noch Zeit.

Gruß
Lukas
 

Pfong

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
22 Feb. 2018
Beiträge
243
#7
Hey Lukas

Gleich noch eine Frage vorne weg, hast du eine private Unfallversicherung?

Ich bin l1-l3 versteift mit fixateur und wirbelersatzkörper.
Hab die op "von vorne" hinter mir.
Mein wirbel war komplett zertrümmert und die Ärzte sagten mir, das die Wirbelsäule nach vorne "kippen" könnte, da kein halt vom wirbel mehr da war.
Darum wurde mir ein Ersatzkörper eingesetzt.

Ja das ist eine große op, wie jede mit Risiken verbunden.
Die Ärzte sind von meiner linken Körperseite rein, der linke Lungenflügel wurde bei der op "einfallen gelassen", damit Sie Platz hatten.

Ja ich war die Nacht vor der op sehr aufgeregt, hab auch vor mich hin geweint.
Aber ich kam ja nicht drum herum, besser als Rollstuhl.
Als ich dann zum op geschoben wurde, ist mein Puls in die Höhe geschossen....

Es wurden dann die Bandscheibenfächer aufgeräumt und die Reste vom 2. Lwk sowie die zerrissenen Bandscheiben entfernt.
Dann wurde der cage eingebaut.

In meinem Fall haben die Ärzte richtig entschieden und auch sauber operiert, dafür bin ich sehr dankbar.

Die Schmerzen nach der op sind heftig, hatte eine Schmerzpumpe mit oxycodon bekommen.
Aber das wirst du bestimmt schon kennen vom fixateur Einbau.

Bei dir ist alles noch sehr frisch, das ganze Metall muss erstmal richtig Einwachsen.
Falls du einen Wirbelersatz benötigst, muss dieser ebenfalls Einwachsen und zusätzlich mit Knochen Durchbaut/umbaut werden.
Das dauert bis zu 2 Jahren.

So wie du hab ich das auch getan, kurze Gassi Runden und sonst lag ich nur rum.
Heftige schmerzen, verzweifelt usw war eine sehr schwere Zeit.

Aber auch diese verging :)

Bei dir ist es noch viel zu früh über Sport nachzudenken.
Bei dir ist erst mal Geduld angesagt. :)

Disziplin und Willen sind sehr gute Eigenschaften, halte dich aber an die Vorgaben vom Arzt.
Willst du zu früh zuviel kann das nach hinten los gehen, darum heißt das Zauberwort Geduld.
Es gibt auch nicht den Weg, jeder muss selber seinen finden, dafür sind wir alle zu verschieden.

Nach der Freigabe von Arzt, ging es bei mir Stück für Stück Bergauf.

So wie Sab, treibe ich viel Sport.
Motiviere mich jeden Tag.
Achte auf meine Ernährung und hab mein Leben umgestellt.
Wenn der Rücken einmal kaputt ist, benötigt er viel Pflege.
Dein Körper zeigt dir deine Grenzen auf.
Mach ich zuviel bekomme ich am nächsten Tag die Quittung dafür.

Falls das jetz alles negativ rüber kommen sollte.. Ich höre auf meinen Körper und lasse auch Dinge liegen.
Es gibt Sachen die kann ich und andere die lasse ich.
Halte ich mich daran kann ich recht normal Leben.
Also ich bin froh das es so gelaufen ist, hätte auch im Rolli sitzen können.

Ist ein bisschen länger geworden. :D

Mfg
 

Haerluk

Neues Mitglied
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15 Feb. 2020
Beiträge
16
#8
Hallo Pfong,

Danke für die lange Nachricht.
Die Aussichten sind zwar alles andere als rosig, aber es nützt ja nichts, die Realität würde mich sowieso einholen.

Bei Dir wurde wohl auch nicht Beides gleichzeitig gemacht.
Erst Fixateur und ein paar Wochen später den neuen Wirbelkörper?

Gruß
Lukas
 

Pfong

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Beiträge
243
#9
Hey Lukas

Ich wurde ein paar Stunden nach meinem Unfall notoperiert. Dabei wurde das Rückenmark entlastet indem der Wirbelbogen entfernt und der fixateur eingebaut wurde.

Ein paar Tage später wurde mir dann der Wirbelersatz eingebaut, sowie 2 Schrauben hinten im Rücken bei gesetzt, da diese nicht optimal saßen.

Meine Aussichten waren schlecht, aber man selbst kann viel beitragen diese Aussichten zu ändern.

Mfg
 

Pfong

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#11
Hey

Wer rastet der rostet, lieber öfter weniger als einmal viel, so Handhabe ich es.

Falls du einen Wirbelersatz benötigst, wird dich das erstmal wieder zurück werfen.
Aber auf lange Sicht profitierst du davon, weil die Wirbelsäule dadurch mehr Stabilität hat.
Im Netz gibt es auch Studien dazu, das bei gleichzeitiger versteifung von vorne und hinten bessere Ergebnisse erzielt werden.
Ebenso ist das Risiko von Material Lockerungen oder brüchen verringert, da der fixateur nicht die gesamten Kräfte aufnehmen muss.

Also warte erstmal ab, geh leicht laufen und am 5.3. Wirst du dann sehen was die Ärzte empfehlen.

Mfg
 

Haerluk

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#12
Mein Motto ist: Ein Bisschen geht immer und ein Bisschen ist besser als nix!

Also denken wir erst mal positiv.
Wenn ich mir Deine OP's anschaue, müsste ich es ja viel positiver erwischt haben. Ich bleibe mal Optimistisch.
Ich bin ja nach dem Unfall mit der Diagnose "Thoraxprellung" und der Empfehlung ein paar Tage Schmerzmittel zu nehmen aus der Notaufnahme nach Hause geschickt worden.
In dem Zustand bin ich dann noch 4 Tage rumgelaufen und habe es irgendwelchen glücklichen Bedingungen zu verdanken, dass dann die Schmerzen im Lendenwirbelbereich so stark geworden sind, dass ich sie gegenüber den Thoraxschmerzen überhaupt erst gespürt habe.
Erst dann wurde die Lendenwirbelsäule geröntgt, und danach gings ziemlich schnell.

Aber umgekehrt müsste das ja heißen, dass meine Wirbelsäule relativ stabil war.
Der Orthopäde, der die Lendenwirbelsäule als erstes geröntgt hat, konnte nicht an einen frischen Bruch glauben, weil ich ja noch aufrecht zur Türe rein gekommen bin, er hat dafür plädiert das im CT abzuklären....
....der Bursche war dann ziemlich überrascht und hat mich sogar im Krankenhaus besucht!

Gerade bin ich 1h auf sehr weichem Grasboden lansam gegangen, das hat richtig gut getan.

Gruß
Lukas
 
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