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Wie soll ich bloß das Verfahren durchstehen?

Punkinella

Nutzer
Registriert seit
18 Sep. 2006
Beiträge
18
Hallo, Ihr Lieben!

Heute kam die Nachricht, daß es im Strafprozeß endlich zur Verhandlung kommt. (Unfall Sommer 04)

Ich hab so sehr dafür gekämpft - und jetzt bin ich auf einmal "total im Eimer". Alles kommt hoch!
Wie stehe ich das durch?
Wie schaffe ich es dem Unfallverursacher gegenüberzustehen? Wie halte ich den Anschuldigungen stand? Was ist wenn ich "zusammenklappe"?

Ich hab das Gefühl mir zieht jemand den Boden unter den Füßen weg, dabei muß ich doch gerade jetzt stark sein!

Liebe Grüße!
Punkinella
 

fliedertiger

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27 Sep. 2006
Beiträge
717
Hallo Punkinella :)

ich kann mir in etwa vorstellen, wie es Dir geht ... leider kann ich Dir aus meinem Erfahrungsschatz nix außer virtueller Unterstützung bieten.

Hast Du schon mal Bestellungen beim Universum gemacht ? oder von der 3-Schritte Technik von Franz A. Koch gehört ?

fliedertigerische Grüße :p:p:p

das ps.: es gibt ein Forum von/über Bärbel Mohr (Bestellungen und Reklamationen beim Universum)
 

Cateye

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Beiträge
1,059
Hallo Punkinella,

ich finde die Tipps von fliedertieger richtig klasse - nicht nur zur Verhandlung, sondern auch für die kreative Gestaltung deines Alltags mit bunten Lösungsmöglichkeiten.
Für die Verhandlung selbst kann ich Dir noch den Tipp geben, Dich mit den Rescuetropfen von Bach einzudecken. Macht ruhig ohne zu betäuben.

Ansonsten finde ich es doch gar nicht so schlimm, wenn Du vor Gericht nicht die Starke spielst, denn wenn es darum geht, wie es Dir seit dem Unfall geht, soll ruhig zur Sprache kommen, dass Du leidest. Hier geht es oft lediglich um die in der Strafprozessordung definierte Schuldfrage - die moralische Schuldfrage bleibt außen vor.

Habe Mut, auch Emotionen zu zeigen, dann klappt das auch am Verhandlungstag!

LG,
Cateye
 

maja

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Beiträge
1,262
Hallo Punkinella!

Habe mir Deine Beiträge angeschaut.
Leider steht dort nichts über Deinen Unfall.

Du schreibst: "wenn Du dem Unfallveursacher gegenüberstehst"
aber, "wie halte ich den Anschuldigungen stand".

Vielleicht ist Dein Unfall ähnlich, wie meiner.

Zwar wurde in dem Gerichtsurteil, der Radfahrerin die maßgebliche Schuld zugesprochen, nur für mich selbst-in meinem Kopf -hatte ich Schuld.

Zum Anfang erkundigte ich mich des Öfteren nach ihrem Befinden.
Sie wurde in ein künstliches Koma versetzt.

Als sie 3 Monate später-nach Krankenhausaufenthalt und Reha, zu Hause war-wollte ich sie unbedingt sehen.

Also raffte ich mich auf, kaufte einen riesen Blumenstraus und besuchte sie.
Voller Schuldbewußtsein, war ich damals.
Das Gerichtsurteil war noch nicht gesprochen worden.

Sie ließen mich in die Wohnng, boten mir einen Kaffee an, erzählten wie shlimm es für sie war und sie war sich überhaupt ihrer Schuld nicht bewußt!
Sie fragten nicht wie es mir geht.
Ich hatte versucht ihr zu helfen.
Mit ihrem Mann und einem anderen Passanten, wollten wir das Auto anheben, schafften es auch ein Stück, dann riss dem einen der Spoiler meines Autos ab und ihr Mann ließ los.
Durch den Schock den ich vom Unfall hatte-konnte ich nicht loslassen.

Bei mir krachte es im Rücken, es war mein 1.LW+ Bsv.
Mit dem Gericht hatte ich hatte zu tun, weil ich psychisch nicht in der Lage dazu war und mein Anwalt nicht wollte, dass ich vor dem Gericht aussage.

Bis das Urteil gesprochen wurde kam, dann noch so einiges.
Die Leute wollte sehr viel Geld von meiner Versicherung, was mir auch recht war.
Sie wollten sich auch Geld von mir borgen, was ich nicht konnte.
Dann logen sie über die Umstände des Unfalles-behaupteten sie mußten auf der falschen Seite fahren.
Was nicht stimmte, weil die Strasse und beide Bürgersteigseiten neu ausgebaut waren.
Sie waren sauer das ich noch meine Fahrerlaubnis hatte.

Was ich Dir damit sagen möchte-heute bin ich voll sauer auf sie und könnte jederzeit vor das Gericht gehen und ihr auch in die Augen schauen.

Kann nur sagen ich war einfach zu blöd-habe sie nicht angezeigt-alle Kosten für mein beschädigtes Auto, selber getragen, dazu noch der Rechtsanwalt.

Von meinem kaputten Rücken, die Schmerzen, Einschränkungen, keine Aussicht auf Arbeit- will ich gar nicht reden, weil es meine Entscheidung war-ihr unbedingt helfen zu wollen.

Trotzdem, wenn ich sie heute sehe, sie hat nichts von der Versicherung bekommen, tun mir zwar immer noch ihre Unfallfolgen leid, aber ich versuche es nicht auf mich zu nehmen.

Ihre Geldprobleme aber tun mir nicht mehr leid, da sie sie zum Teil selbst verursachten-weil sie auf ein riesen Schmerzensgeld hofften, was ich ihnen ja auch gegönnt hätte, und auf Entschädigung der beim Unfall zerstörten Sachen, wo ich aber sehr erstaunt war.
Ich hatte 500 EU angegeben, bei denen ich schon übertrieben hatte.

Sie aber machten aus der geflickten Tasche, dem rostigen Fahrrad, den alten Schuhen und den abgetragenen Sachen das 4 fache, weil sie mir leid taten, sagte ich nichts dazu.

Punkinella, habe keine Angst!
Du bist geschädigt durch den Unfall-es geht um Dich und nur um Dich.

Niemand wird sich einen Dreck um Dich scheren-nach dem Gricht!
Also sei stark und habe auch ein wenig Wut im Bauch, mir hilft so etwas.

Was könntest Du für Anschuldigungen hören-gehe das nochmal durch,
überleg was Du sagen Könntest /müßtest/würdest.

Übe wie Du es sagst, damit niemand an Dir zweifeln kann!

Ich wünsche Dir viel Kraft -dann wirst Du es auch schaffen!

Liebe Grüße maja
 
Zuletzt bearbeitet:

Punkinella

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18 Sep. 2006
Beiträge
18
Hallo, lieber Fliedertiger!

Danke für den Tip! Habe bisher noch gar nichts davon gehört und gleich mal ein bischen "gegoogelt".


Hallo, liebes Cateye!

Auch für Deine Zeilen lieben Dank!
Du hast vielleicht Recht, was soll ich mir Sorgen darüber machen, daß ich das Verfahren vielleicht nicht durchstehe. Der Verursacher hat sowieso keinen blassen Schimmer davon was er mir angetan hat. Sollen doch alle sehen wie es mir eigentlich geht.

Hallo, liebe Maja!

Den Unfallhergang hatte ich im alten Forum beschrieben .
Wie es das "Glück" aber wollte, hatte mich im Forum jemand erkannt und ich habe dann ziemlich viel herausgelöscht.

Du glaubt gar nicht wie oft ich nachts auf der Tastatur herumgehämmert habe - hab mich aber nie getraut meine Post`s abzuschicken.
Die letzten drei Jahre waren eine einzige Katastrophe. (Physisch und psychisch)

Wut im Bauch - die hab ich zu genüge!
Mein Mann und ich sind aus unserem kleinen Nest in die Stadt gezogen - ich hatte Angst zur Attentäterin zu werden!

Ich habe mir überlegt einer Verhandlung zuzuhören. Dann wüßte ich wenigstens wie so was läuft. (Ich weiß ja auch welcher Richter zuständig ist. Könnt mir den ja auch mal ansehen.) Oder ist das keine gute Idee?

Danke für Deine lieben Zeilen und liebe Grüße!
Punkinella

Wie gern würde ich meinen Namen unter die Beiträge setzen!
Eines Tages wird die Sache ausgestanden sein und dann gibt es hoffentlich auch eine Chance auf Gesundung.
 

fliedertiger

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Beiträge
717
Hallo punkinella :)

ich denke, Du hast in der kurzen Zeit, bzw. seit dem letzten posting zu heute einen RIESENSCHRITT gemacht ...

Mach doch das, was Dir gut tut ... Steh zu Dir und Deinem Namen, (und wenn es nur eine unsichtbare Signatur ist) geh in eine Verhandlung und schau Dir an, aus welchen kleinen Hinweisen Du Kraft schöpfen kannst.

ganz liebe fliedertigerische Grüße :p:p:p

das ps.: manchmal glaube ich, dadurch, daß wir zuviel Rücksicht auf die Denkweise der Großen nehmen, schaden wir uns nur selber ...
 

maja

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Beiträge
1,262
Hi Punkinella!

Habe Dir auf Deinem Post nur so viel geschrieben-um zu versuchen es Dir leichter zu machen.
Habe zwar immer noch keine Ahnung, worum es bei Dir genau geht, denke aber Dein Fall liegt schon anders als meiner.

Wenn Du die Möglichkeit hast-bei so einem Prozess dabei sein zu können,
wunderbar!
Wäre bestimmt sehr lehrreich für Dich.

Dies hilft bestimmt-Deine "Angst" in den Griff zu bekommen.

Denke aber daran-Richter und Staatsanwälte-kochen auch nur mit Wasser!

Ich wünsche Dir-viel Erfolg bei Deinem Termin und vor allem das Dein Wunsch auf Genesung, in Erfüllung geht!

Alles Gute
maja
 

Punkinella

Nutzer
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18 Sep. 2006
Beiträge
18
Ich muß mir hier meinen Frust von der Seele schreiben - sonst werde ich noch vollends bekloppt!
Heute - ach nee, war ja gestern - war ich im Komödienstadel.
Nach über 4 Jahren kam es gestern zur Strafverhandlung gegen den Unfallverursacher.

Hab morgens noch einen kräftigen Schluck Rotwein getrunken - hab gedacht ich kann da gar nicht hingegen. Ging dann aber, mein Mann hat mich an die Hand genommen. Im Gerichtssaal saß dann meine ganze Familie.


Was will man machen gegen einen Unfallverursacher (selber Anwalt) der sich mit seiner Frau natürlich absolut einig ist, einem mitgebrachten Anwalts... und einem Gutachter ,der im Gericht sitzt und alles, aber wirklich alles! zu Gunsten des Angeklagten auslegt und einem Richter der die Zeugen nicht einmal anhört? Alle wurden wieder nach Hause geschickt. (Im gesamten Verfahren wurden sie nicht ein einziges Mal vernommen)
Das Verfahren wurde ohne Auflagen eingestellt, nachdem eine excellente Show abgelaufen war.

Komisch fand ich, daß die Frau des Angeklagten sich am Ende per Handschlag vom Gerichtsgutachter verabschiedete mit den Worten:"Auf Wiedersehen Herr ...."

Vielleicht bin ich wenigstens mit der Verarbeitung des Ganzen ein Stück weiter gekommen - geheult und gebrüllt hab ich ohne Ende!

Hat nicht hier irgendwo mal einer geschrieben:
Du kannst ruhig im Recht sein - Du mußt auch mit der Justiz rechnen

Wie wahr, wie wahr!

Liebe Grüße!
Punkinella
 

seenixe

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Hallo Punkinella,
was hast Du erhofft? Welche Erwartungen hast Du nach 4 Jahren damit verbunden? Was sollte das Gericht Deiner Meinung nach für ein Urteil sprechen?

Fragen, die mich dabei immer wieder bewegen. Der Unfall wurde zum einen sicher nicht vorsätzlich herbeigeführt.
Nein, wahrscheinlich hast Du dem Unfallverursacher geholfen, mit der Unfallsituation besser klarzukommen als es Dir möglich ist.
Ich habe nach meinem Unfall auch überlegt, ob ich strafrechtlich vorgehe und habe mich dann selbst einmal kritisch unter die Lupe genommen und plötzlich viele Situationen entdeckt, wo ich ähnliche Gefahrenmomente heraufgeschworen habe. Mein Verhalten im Straßenverkehr ist seit diesem Zeitpunkt ein anderes geworden. Solange kein vorsätzliches Handeln zu unterstellen ist, mag der Verursacher selber versuchen mit sich ins reine zu kommen. Solche ein Strafprozess hilft da meiner Meinung nach wenig dem Unfallopfer.

Gruß von der Seenixe

PS. Den Spruch hatte ich lange Zeit ;)
 
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