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Was kommt nach der Knieprothese - Versteifung oder Amputation?

Aramis

Erfahrenes Mitglied
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27 Okt. 2012
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Unterfranken
#13
Jeep Gitti,

sorry für OT !

Schwitzen: Schatzi leidet sehr darunter- es fehlt auch jeden Menge Körperoberfläche zur Regulation.
Dann diese -durch die Prothese- abgerissenen Haare die sich zu fürchterlichen Abszessen / Furunkeln oder was weiß ich entwickeln, erst nach wochenlangem behandeln, einweichen,spalten was auch immer zurückbilden... kaum ist Einer weg taucht der nächste auf....!
Von den lebensbedrohlichen Keimen sprech ich erst garnicht, auch diese können durch "oberflächliche" Hautirritationen schlimme Schäden anrichten!

Ich weiß nix von den Behindertensportlern, keine Ahnung, wer wie lange schon mit seiner jeweiligen Einschränkung lebt! Auch ist mir aufgefallen , dass Doping nie ein Thema bei Paralympics ist - Verdachtsfälle natürlich- aber wer überblickt die notwendige Schmerzmedikation?
Mein LG würde ohne seine Medis keinen Tag durchstehen, bzw. bei Überdosierung "Bäume ausreisen" und wenig später zusammenbrechen:(

Darum bin ich auch eine Verteidigerin von Oscar Pistorius, ich weiß natürlich nicht ob und welche Medis er nimmt, aber kaum jemand kann nachvollziehen welche Alpträume durch Medikamente entstehen und Komaflashbacks verstärken- ich bin sehr vorsichtig geworden, wenn ich meinen Schatz wecke....

Danke Gitti und Grüße an den Ironman
LG
Aramis
 

Lilalu

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#14
Hallo zusammen und vielen Dank nochmal!

Schöne Aussichten sind das wirklich nicht! Bei einem versteiften Knie gehen nach meinen Informationen sehr schnell der Rücken und die Hüften drauf, was auch schlimme Schmerzen verursacht. Von weiteren Problemen ganz zu schweigen.

@Ironman: Mir wurde gesagt, dass die 15-20 Jahre darauf beruhen, dass die meisten Knie-TEP bei Menschen über 70 Jahre eingesetzt werden. D.h. die meisten sind da schon kaum noch aktiv und etliche zumindest die letzten 10 Jahre schon im Pflegebett. Da kann das Teil leicht lange halten! Bei jüngeren ist die Versagensquote am höchsten und die Haltbarkeit deutlich verringert, da man ja aktiver sein möchte und auch muss - von der Rentenversicherung wird das ja nicht anerkannt. Nicht jeder kann einen Bürojob machen und viele kämpfen sich daher unter Schmerzen irgendwie durch den Berufsalltag. Eine Wechsel-OP bei einer Knieprothese ist ein sehr schwerer Eingriff mit einer hohen Komplikationsrate und sehr schwierigen Reha. Das schafft man auch nicht so oft.
 

ironman13/08

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#15
Hallo Lilalu,

Eine Wechsel-OP bei einer Knieprothese ist ein sehr schwerer Eingriff mit einer hohen Komplikationsrate und sehr schwierigen Reha. Das schafft man auch nicht so oft.
Klar, da hast du sicher recht, doch würde ich, wenn die Zeit gekommen ist, noch einmal alle Für und Wieder abwägen und dann entscheiden.

Die 15-20 Jahre stammen aus dem Artikel den ich dir verlinkt hatte, da geht es auch um junge Leute.

Ich drück dir meinen Daumen das die TEP lange bei dir hält.

@Aramis,

was meintest du mit OT?
Danke für die lieben Grüße an Ironman, der ist zur Zeit ganz und gar nicht fit, aber er kann ans Ende der Arbeitswelt kucken, (z.Z. ist er krank geschrieben) bin ich froh.
Auch an euch beide viele Grüße und ganz ganz viele Genesungsgrüße an deinen Partner, verbunden mit der Hoffnung das es ihm auch irgendwann wieder besser geht und ihr beide noch was vom Leben habt.

VG
Gitti
 

Aramis

Erfahrenes Mitglied
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#16
Danke Gitte, auch euch unsere besten Wünsche! Wenn Ironman nicht mehr kann, hoffe ich er kommt damit klar, ist evtl. auch erleichtert?

OT= off Topic , ich weiß nicht ob es noch hierher gehört? Ob sich Lilalu mit unseren Problemen noch identifizieren kann?

Hallo Lilalu,

wir hoffen alle auf Forschritte in der Medizintechnik!
Bedenke bitte, dass ein künstliches Kniegelenk heute schon deutlich länger hält als eine fast vergleichbar oft genutzte Beinprothese... naja, hier ist der einzige Vorteil... du gibst die Prothese zur Reperatur /Überprüfung ab, kriegst ein Austauschteil und gut, außer dem Aufwand, der verlorenen Zeit kaum Stress. Kein Vergleich zur KnieTep-OP.

Ahja, du erwähntest die Badeprothese:D klar zum Duschen ist sie gut. Dann ziehst du sie aus , weil der Stumpf sollte auch gründlich sauber sein.
Wie geht es nun weiter? Dein Helferlein bringt dir den Rollstuhl zur Dusche, nimmt die Prothese aus der Dusche macht sie derzeit sauber -du bist froh, wenn du dich und deine Haare trocken bringst.
Ähnlich im Schwimmbad, du ziehst die Prothese an, um zum Beckenrand zu kommen, evtl. kannst du damit einige Übungen im flachen Becken machen-schwimmen geht nicht , dafür ist sie viel zu schwer.
Am Meer: stell dir unendlich viel Sand auf der Haut vor.. darüber noch einen fest anliegenden Kunstoffschaft....ohne eine Begleitperson (wartet am Ufer mit den Krücken ) geht dann garnix, noch dazu Prothese und Salzwasser?

So könnte ich ewig fortfahren. Aber ich hoffe du versuchst es mit dem TEP solange wie nur möglich!

LG
Aramis
 

Lilalu

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#17
Hallo Aramis,

ja, ich kann das natürlich alles nachvollziehen und es klingt sehr übel! Die Frage TEP oder Beinprothese stellt sich ja auch gar nicht. Die Frage war Versteifung oder Amputation - wenn ansonsten medizinisch nichts mehr zu machen ist. Die TEPs halten nicht so lange und man sie nur begrenzt wechseln, weil der Knochen das nicht mitmacht. Genau kann man es nicht sagen - das ist natürlich individuell unterschiedlich. Von 15-20 Jahren Haltbarkeit geht bei jüngeren aber kein Arzt aus, mit dem ich gesprochen habe.

Wie man ohne Hilfe mit einem versteiften Knie aus dem Meer kommen soll, ist mir auch nicht klar. Man kann das Bein ja nicht mehr abbiegen und folglich auch nicht alleine vom Boden aufstehen, da es im Weg ist. Duschen ist sicher einfacher, aber in eine Badewanne kommt man gar nicht erst rein. Normales Sitzen geht auch nicht mehr und folglich ist man auch nicht mit dem Rollstuhl ein bisschen mobil, wenn es mit dem Gehen nicht so lange klappen will bzw. das gestreckte Bein ist halt im Weg (siehe Bus oder Bahn) ... Es sind alles ganz üble Aussichten! Die einzige andere Möglichkeit wäre, gar nicht erst so alt zu werden, dass es einen trifft!
 

Lilalu

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#18
Noch mal kurz eine Anmerkung:

Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich falsch verstanden wurde und ich habe mich auch etwas "lässig" ausgedrückt mit meiner Frage. Ich kann auch verstehen, dass jemand der sein Bein durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit verloren hat, mir die Frage, ob dies eine Lösung sein könnte, regelrecht übel nimmt. Niemand (und ich ganz bestimmt nicht!) verliert freiwillig ein Bein!

Der Punkt ist aber ein anderer: Nach allem, was man mir gesagt hat, wird unausweichlich der Punkt kommen, an dem die TEP-Möglichkeiten erschöpft sind. Von den Schmerzen, mehreren OPs und vielen Risiken auf dem Weg dort hin mal ganz zu schweigen. Außer natürlich irgendetwas anderes bringt mich vorher um - das weiß aber niemand! Es stellt sich also die Frage, ob das Leben trotzdem weiter geht und es noch Chancen gibt, aktiv zu sein, zu reisen etc. Schließlich sind das die Dinge, die das Leben lebenswert machen!

Vielleicht versteht man mich so ein bisschen besser!

Zum Duschen fällt mir noch ein: Ich habe nur eine Badewanne - dafür gibt es aber Sitze (die Dinger, die man auf dem Badewannenrand anbringt und so erhöht sitzt), die man zum Duschen nutzen kann. Viele Senioren haben die. Damit sollte das Duschen doch sogar ohne Hilfe und auch ohne Badeprothese möglich sein? Vielleicht noch ein stabiler Stuhl mit Armlehnen neben der Badewanne (für Körperpflege, an und ausziehen etc.)und entsprechende Haltegriffe an der Wanne.

Ihr habt sicher schon sehr viel ausprobiert! Aber so was in der Art würde mir dazu spontan einfallen.
 

Aramis

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#19
Hallo Lilalu,

sorry, ich glaube, dass ich dich schon richtig verstanden habe.
Dein Leidensdruck und die Angst vor der Zukunft sind klar erkennbar!

Du willst dich auf alle Eventuallitäten vorbereiten, dass zeichnet dich als vernünftigen Menschen aus:)

Wir haben dir Tatsachen aus unserem Leben geschildert.
Es gibt keinen alleingültigen Weg.
Bei dir ist noch soviel offen, die Medizin macht ständig Fortschritte.

Z.B. vor wenigen Jahren war es undenkbar mit nem Herzschrittmacher ein MRT
machen zu lassen. Heute gibts Herzschrittmacher die sind MRT-fähig...

Also nicht verzagen!
LG
Aramis
 

Lilalu

Neues Mitglied
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#20
Hallo Aramis,

vielen vielen Dank für die Infos und die Schilderungen!

Auf Fortschritte mag ich nicht zu sehr hoffen. Enttäuschte Hoffnungen sind oft schlimmer als eine ehrliche Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen. Natürlich kann es Fortschritte geben. Nach meinem Gefühl scheint sich aber die Forschung gar nicht so sehr dafür zu interessieren. Die Anzahl der Betroffenen ist einfach zu klein! Die meisten Knieprothesen werden Senioren eingebaut und da sind dann 15 Jahre Haltbarkeit genug. Die meisten erleben nicht mal eine Wechsel-OP, manche halt doch noch eine - wirklich kritisch wird es nur für den kleinen Prozentsatz an Menschen, die z.B. auf Grund von Unfall oder schwerer Erkrankung doch schon in jungen Jahren einen Gelenkersatz bekommen haben.

Viele Grüße, vielen Dank nochmal und alles Gute euch!
 
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#21
Keine Angst

Hallo Aramis,

Ich habe meine Tep Knie links seit 2,5 jahren und mache eine Umschulung zum Orthopädieschutechniker !
Meine Gedanken waren am anfang die selben wie deine !
Was ab ist tut nicht mehr weh und so eine Prothese kann ja alles,aber:
Alles wurde genannt: Sommer Winter,der Stumpf schwillt an und ab....da reicht schon morgens und abends !Phantomschmerz puhhhh ,Ich kenne Diabetiker mit Vorfußamputation....naja ohne worte
Eine Knieprothese ist wechselbar 2-3 mal ,aber dann ist noch nicht ende denn:
Es gibt auch spezielle "Tumorprothesen" d.h : passt nicht gibt es nicht solange dein Knochen in Ordnung ist kann man immer weiter gehen!
Diese werden extra angefertigt ,man ist in der lage eine Endoprothese "einzubauen" die weit über das maß geht welches vorstellbar ist !
Heute kann man schon ein halbes Schienenbein ersetzen, und auch der Oberschenkel ist voll ersetzbar ,unglaublich aber wahr: Es gibt Tumorpatienten die haben 1/3 Künstlich ersetztes Becken ,inkl Hüftprothese !
Es ist unglaublich was heutzutage machbar ist !
Zudem ist sehr wichtig einen guten Orthopädieschuhmacher zu haben,dieser kann Winkelprobleme des gesamten unteren Bewegungsapparates beeinflussen nur mit einem guten Schuh
Sport ist auch sehr wichtig ,zudem kommt die ernährung

Kopf hoch ,wenn fragen sind frag

Gruss Cyberknee
 

Aramis

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#22
Hallo Cyberknee,

danke für deine Antwort! Sie wird Lalalu sicher Mut machen ( falls sie nochmal reinschaut).
Ich konnte nur berichten, was im Alltag für Probs mit Oberschenkelprothese auftauchen;)

Viel Glück für deine Umschulung!

VG
Aramis
 

Nika1989

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#23
Hallo zusammen
Also ich bin 27 Jahre... Mittlerweile wünsche ich mir eine Amputation.
Ich erzähle mal von mir...
Vor 13 Jahren hatte ich einen Unfall, ich bin "nur" blöd aufs knie gefallen...
Seitdem wurde ich 9 mal am Knie operiert. An meinem Knie wurde schon so viel kaputt gemacht. Am Freitag (6.5) werde ich erneut operiert denn bei der op letzten Jahr wurde unsteril gearbeitet nun hab ich Keime im Bein.
Meine Prothese die schon einmal gewechselt wurde wird wieder entnommen.
Die Schmerzen die ich habe sind so krass das ich bei jeder Bewegung zusammen Krampfe... Ich habe in den Jahren ein hohen schmerzpegel doch nun sind die noch schlimmer... Selbst beim drehen zieht es schon im ganzen Bein.
Eine Amputation könnte mich wieder ins Leben bring. Denn 10min laufen geht nicht. Eine Versteifung heißt zwar man hat sein Bein, aber es kommt zu den Schmerzen die man hat noch die anderen schmerzen. Bei einer Amputation muss man sich mit der Beinprothese viel bewegen um die Nerven die, falsche Signal senden zu manipulieren.

Ich möchte leben, ich bin jung und habe noch Träume, ich möchte wieder Sport machen. Ich bin mittlerweile nach den ganzen op's zu den Entschluss gekommen bevor die Ärzte da weiter rum experimentieren und ich mich weitere 10 oder 20 Jahre quäle dann soll es lieber weg. Denn der Körper macht das auch nicht mehr alles mit... Die Narkosen die Medikamente den Stress... Ich ekel und hasse mein Bein und will wieder hüpfen laufen und mit meinem Patenkind aufn boden sitzen was momentan nicht geht...
Bei einer Versteifung sehe ich mega schmerzen und mehr psychischen Druck...
Ich sehe auch nicht das Problemen morgens das Bein anzuziehen und abends auszuziehen. Oder wenn ich im Bett liege und ich auf Toilette muss das Bein anzuziehen... Egal ob Beinprothese oder echtes Bein das Bein und du müsst eins werden. Man kann kleinlich sein und sowas wie den Toilettengang als nervig sehen oder man sieht die Prothese als ersten Schritt ins neue Leben.
 

Janny

Neues Mitglied
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7
#24
Hallo Nika,

das klingt ja schlimm. Nichtsdestotrotz die Frage - Hast du dich immer in ein und derselben Klinik operieren lassen? Mir kommt das von Seiten der Ärzte sehr dillettantisch vor, wie du es erzählst.

Mein Vater hat eine Knieprothese und kommt damit mittlerweile richtig gut klar. Sie haben die OP zwar auch 2mal nicht hinbekommen, aber dann ist er in eine Spezialklinik und da waren dann auch gute Ärzte am Werk. Nichts für ungut, aber man sich 9mal operieren lässt, holt man doch eher nochmal eine
zweite oder dritte Meinung ein.

Nimm mir das nicht übel, ist wirklich nur meine Meinung.
Wünsche dir alles Gute und hoffe, dass sich eine Amputation vermeiden lässt!
 
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