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Was für Folgen durch Wurzelaffektion?

Benji1711

Nutzer
Registriert seit
2 Feb. 2008
Beiträge
5
Hllo,

meine Tochter, sie ist 16, hatte am 02.01.2008 einen schweren Unfall. Sie hat den 5. Lendenwirbel zertrümmert mit Wurzelaffektion. Was bedeutet diese Diagnose für ihr weiteres Leben? Ich meine im späteren beruflichen Bereich oder auch privat? Sie wollte so gerne Hiphop tanzen. In der Reha haben sie ihr jetzt gesagt, dass sie das nie machen könnte. Kein Arzt sagt uns, was für Einschränkungen wohl kommen könnten.

Kennt sich vielleicht jemand damit aus?

Vielen Dank für Antworten und
viele Grüße
Benji1711
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
23 März 2007
Beiträge
2,698
Hallo benji1711,

5. Lendenwirbel zertrümmert mit Wurzelaffektion. Was bedeutet diese Diagnose für ihr weiteres Leben? Ich meine im späteren beruflichen Bereich oder auch privat?
Affektion würde ich in diesem Zusammenhang mit 'hinziehen/hingezogen zu' übersetzen, um es verständlich zu machen. Affektion kann auch Liebehaberei, Bevorzugung usw. deuten, jeder, der in der Medizin auf Begriffe aus der Psychiatrie, Affekt, affekte, Affektionen, zurückgreift, halte ich für "neben der Sache"!

Es ist eine unproblematisch objektiviebare Verletzung, aber es muss für die Versicherung, also für eventuelle Schadensersatzansprüche "entstellt" werden, so dass aus einem Schaden ein Nichtschaden ausgelegt werden kann.

Solche Diagnoseformulierung, mit der der Patient so gut wie nichts anfangen kann, siehe deine Frage, halt ich für unstatthaft. Auch manche Ärzte haben mit soch schwammigem Geschreibsel ihre Schwierigkeiten und ordenen dann gegebenfalls auch falsche, nichtangemessene Therapien an.

Schwammige, nicht greifbare Diagnosen sind die Voraussetzung für Falschbehandlung und Pfusch.

Ich würde dir empfehlen, zu einem unabhängigen Arzt zu gehen, oder den Hausarzt festzunageln, schriftlich eine ordentliche Diagnose zu stellen, damit die Therapie richtig erfolgen kann, und auch, damit ihr was für die Versicherung in der Hand habt und eine Rechtspositon erhaltet.

Außerdem würde ich zusätzlich den Chefarzt dieser Abteilung anschreiben und dies zum Ausdruck bringen, und darauf drängen, dass ihr eine nachvollziehbare, verständlich einwandfreie Diagnose erhaltet. Auch stelle die Frage, ob das eine qualitative Diagnose sei, mit der folgende Behandlungen richtig angemessen angeordnet werden können.

Du kannst in deinem Schreiben richtig affektiv, also leidenschaftlich werden.

Zu der Frage, was aus der Verletzung in der Zukunft wird:
Ein Trümmerbruch kann abheilen, Knochenzellwachstum erfolgt ohne Probleme.

Allerdings ist zu beobachten, was außer dem Bruch sonst noch an Verletzungen aufgetreten sind, dazu solltedringend eine MRT aufschluss geben. Die zerstörten Knochenteile sind das geringste Problem an der WS, die Weichteilverletzungen um den Bruch herum, das ist das Problem für die zukünftige Herstellung der Belastungsfunktion der WS. Auch wenn die Höhe des Wirbelkörpers niedriger geworden ist, ist das dringend zu beachten.

Wenn du eine MRT hast, dann frage hier nochmal an, und erzähle, was der Radiologe schreibt.
Es wäre auch gut, von dem Unfallereignis zu berichten, wie es zu dem Trümmerbruch kam! Damit könnte man schon eher auf die Art der Verletzung schließen.

Alles Gute für deine Tochter
Gruß Ariel
PS: Zufügung: Habe gerade deine weitere Frage in einem andere Thama gelesen, und denke, dass du bei einer MRT -Kontrolle nachprüfen lassen solltest, ob nicht an einer anderen Stelle der WS eine Stauchung stattgefunden hat. Das passiert häufig, wenn ein Schlag (Sturzaufprall, je nachdem wie aufgeprallt)) an einer Stelle der WS zu einer Fraktur geführt hat.
Für die Schule sehe ich kein Problem, solange sie sich von ihrem Freund fern hält! Man kann in jedem Lebensalter einen Schulabschluss machen. Und Tischler kann sie auch werden, wenn sie sich in einer Reha entsprechend schon mal Werkstattmäßig umsieht. Eine Reha kann immer nur so gut sein, wie eine richtige oder falsche Diagnose es erlaubt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:

Cateye

Mitgliedschaft beendet
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11 Sep. 2006
Beiträge
1,059
Hallo Benji1711,

um Deine Tochter tut es mir sehr Leid - es ist jedoch der Heilungsverlauf abzuwarten, der hoffentlich für sie bestmöglichst ablaufen wird. Ariel hat sicherlich recht, möglichst unabhängige Meinungen einzuholen. Ich finde es nur schlimm, bei einer so jungen Patientin im Vorfeld so niederschmetternde Prognosen zu stellen, die vermutlich den Heilungsverlauf nachhaltig negativ beeinflussen, denn der Mensch selbst kann sicherlich einiges dazu beitragen, dass es heilt.

Ich habe mir wegen des Wortes Affektion den Pschyrembel geschnappt und habe nachgeschlagen. Dort steht: "Affektion (lat. afficere einwirken, befallen) f: (engl.) affliction; Befall durch eine Krankheit".

Das Problem allgemein ist, dass vielen Unfallopfern angedichtet wird, an einer "degenerativen" Krankheit vor dem Unfallereignis gelitten zu haben, damit eine Versicherungsleistung verweigert werden kann. Hier würde ich mich unbedingt bei einem Anwalt für Medizinrecht vorstellen. Alles andere hat Ariel bereits geschrieben.

LG,
Cateye

PS. Mehr Infos über den Unfallhergang wären hier unbedingt wichtig.
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
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2,698
Hallo cateye,

"Affektion (lat. afficere einwirken, befallen) f: (engl.) affliction; Befall durch eine Krankheit".
Nun setz das mal zusammen: Wurzel und "Befallen" (Bei Zahnwurzel leuchtet mir das noch ein, wenn ein Bakterieller Befall vorliegt); es ist, egal in welchem Nachschlagewerk das nun mit "hingezogen" oder "befallen" gedeutet wird, es ist und bleibt ein Schwamm, mit dem der Patient und der nachfolgende behandelnde Arzt nichts anfangen kann und es wird auf Behandlungsautomatik gestellt, also Normal-Programm bei Therapie. Ob das nun verletzungsangemessen ist oder nicht.

Auf jeden Fall nützen Versicherungsgutachter, diesen Diagnose- "Schwamm" günstig für Auftraggeber formgebend hinzuquetschen.
Gerade deshalb wird dieser Begriff verwendet, weil es den Stamm: 'Affekt' beinhaltet, das auf "kurze Dauer" hindeutet.

Also nicht nur aus Büchern herauslesen, sondern auch deuten lernen, was die Erfahrung mit sich bringt.

Zitiere: "(engl. affliction; Befall durch eine Krankheit")“, hat die kurz dauernde Komponente. z.B. Aus dem engl. Fachwortschatz der Medizin mit der Hintergrundbedeutung von „kurzlebig“, was aus dem Affekt immer gedeutet wird.
Eine Hautaffektion z.B. bedeutet, ein vorübergehendes, zeitlich eng begrenztes, Erscheinen. Ebenso Verhaltensaffektionen, kurz dauernde Verhaltensäußerungen (Weinen Lachen)!

Dies in dem Zusammenhang mit der Fraktur bei dem 5.Lendenwirbel soll suggerieren, dass das Problem sich kurzzeitig auf die Nervenwurzel auswirkt, und bei länger andauernden Beschwerden als nicht unfallbedingt ausgelegt werden kann (und wird, da bin ich sicher).

Wir „unterliegen“ doch immer einer allgemeinen Heilungszeit, alle, ohne Ausnahme der individuellen Situationsbeachtung. Welcher Patient kann sich dagegen wehren?

Solche Formulierung hat in einer Diagnose nichts zu suchen, das ist wie eine „Wetter“-Vorhersage, die zutreffen kann oder auch nicht.

Für meine Erwartung, die ich an eine Qualitativ einwandfreie Diagnose stellen würde, sortiere ich solche Diagnoseformulierung unter Diagnosemanipulation ein, so ungefähr, wie man aus einer 1 MIT EINEM KLEINEN QUERSTRICH eine 4 zaubern kann.

Gruß Ariel
 

natascha

Erfahrenes Mitglied
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19 Feb. 2007
Beiträge
1,269
Hallo Ariel ,
ein dickes Danke für deinen einsatz!
Der Beitrag war wie immer einsame spitze, und verdeutlicht für alle worauf es ankommt.

vg natascha die der deutschen rentenversicherung Bund gerade Beine macht.

Übrigens als hinweis es ist nie verkehrt, bei geltendmachung von ansprüchen diese mit der Öffnungsklausel gemäß §9 Abs2 SGB7 zu stellen , dies insbesondere in hinblick auf die Zukünftige entwicklung einer Verletzung oder Erkrankung.
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
Beiträge
2,698
Hallo natascha,

danke, immer gut, wenn immer mehr verstehen hinter die "Kulissen" zu denken.

Zu deinem SGB7§9, Abs, 2 und 1 (http://www.lumrix.de/gesetze/sgb7/9.php
gilt das auch für Arbeitsunfall oder nur BK? Hast du da diesbezüglich Information?
Gib mal ein: "Der Unterlassungszwang bei Berufskrankheiten", vielleicht lesenswert für dich.;) (Hier zu weit weg vom Thema!)

Gruß Ariel
 

Cateye

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11 Sep. 2006
Beiträge
1,059
Hallo Ariel,

nichts anderes habe ich geschrieben! Ich fühle mich durch Deinen Beitrag verdummt und verunglimpft!

Cateye
 

Bozi

Nutzer
Registriert seit
24 Sep. 2007
Beiträge
56
Ort
Brandenburg
Hallo Benji1711,ich möchte dir und deine Tochter Mut machen.
Von vorigen Beiträgen wissen wir,daß es sich um Verletzung Nervenwurzel handelt.
Glaube es mir,es geht mit dem Zeit deiner Tochter bestimmt besser.Es ist jedoch viel Geduld angesagt.
Bei mir wurde im Jahre 2002 ein Fixateur interne(Titanplatte mit Verschraubung zwischen Lendenwirbel und Steißbein)angebracht.Bei postoperative Kontrollen zeigte sich eine Fehllage einer Schraube.Es mußte also korriegiert werden und das gestaltete sich sehr schwerig,da nur ungenügend Halt gefunden wurde.Noch in Narkose wurde erneutes CT durchgeführt,das eine Verletzung des Spinalkanals und Nervenwurzel bestätigte,so daß diese Schraube mußte erneut korrigiert werden.
Ich dachte dann,daß ich mein ganzes Leben nicht richtig laufen kann.Ich habe gehumpelt und konnte mein Fuss nicht heben.In Reha sagten mir auch,daß es so mit minimalen Besserung bleiben wird.
Nur Mein Orthopäde hat mir Mut gemacht.Er sagte:ich soll mir vorstellen,wie lange wird ein Haar von Lendewirbelsäule bis Fußspitze wachsen.So viel Zeit muß ich eben Geguld haben und üben,üben.
Heute ,nach 5 Jahren habe ich keine Beschwerden mehr.Ich humple nicht und kann richtig mein Fuß heben.
Ich wünsche deine Tochter Gute Besserung und grüß sie ganz lieb von mir,das wird schon werden.....Bozi
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
Beiträge
2,698
Hallo cateye,

warum fühlst du dich durch meinen Beitrag so?
Auch wenn mein Beitrag mit deinem Namen adressiert war, so schreibe ich doch für alle.

Wenn du deinen Beitrag und den von Bozi betrachtest, dann erkennst du, dass diese Inhalte direkt auf das Verletzungsproblem von benji1711s Tochter eingehen.
Mein Beitrag dagegen ist inhaltlich auf die Diagnoseformulierung abgestellt.
Also ganz verschieden, ich kann nicht verstehen, warum du das für dich so persönlich nimmst, wenn ich gewisse strategische Machenschaften von Versicherungsärzten kritisiere.
In keinster Weise musst du dich verdummt oder verunglimpft fühlen, denn ohne deinen Beitrag hätte es keinen Anstoß für meinen gegeben.
Also hast du doch indirekt dazu beigetragen, dass einiges genauer beleuchtet wird.
Wir werden nicht weiter kommen, wenn wir versicherungsmedizinische Strategien nur sanft ansprechen, es ist jedes kleine Detail zu hinterfragen.
Selbst der Qualität der Medizin würde es gut tun, sich ihre Handlungsweisen zu hinterfragen und nicht immer nur, ob das Essen geschmeckt hat, ob das Personal freundlich war, ob die Fenster geputzt waren, ob man lange warten musste.

Unser Problem sind vor allem die Tricksereien der Versicherungsmediziner, und das habe ich mit meiner Art herausgekehrt.
Ganz bestimmt nicht, um dich zu verunglimpfen, sondern um das, was du angedeutet hast noch genauer hervorzuheben.
Du machst doch gute Forumsarbeit und ich mach sie meine auf meine Art, die man kritisieren möge, jedoch schlecht ist sie auch nicht.

Wenn dir der Satz mit dem Bücher lesen und deuten lernen als allgemeiner Ratschlag persönlich zu unangenehm ist, dann ist das schade. Vielleicht ist zuviel erhobener Zeigefinger drin, allerdings macht doch eine Erinnerung an das wesentliche nicht krank!
Ich hätte auch schreiben können, '§en zitieren, aber auch richtig deuten/auslegen/anwenden können', es ist derselbe Zeigefinger, und er ist berechtigt.
Warum gibt es sonst zu den Gesetzen Kiloweise Kommentare. Zu den medizinischen Fachtermina gibt es die nicht, sollte aber eingeführt werden.
Keine schlechte Idee! Zu jeder Diagnoseformulierung, was diese nun bedeuten könnte, und ausgelegt werden kann: für die weiterbehandelnden Ärzte, für die Therapeuten, für die KK, für die BG, für die Gutachter und für die Richter.
Bisher wird ja nur nach juristischer- und medizinischer Sichtweise unterschieden, wobei nicht mal differenziert ist, dass es sich ausschließlich um versicherungsmedizinische Sichtweise handelt.

Du siehst, mit dem Scheiben kommen neue Ideen, so ist das auf einem "Marktplatz" voller Unfallopfer, Berufskranken, zwischen den Ständen der BG und den Oberleitungen (Stromleitungen) der Versicherungsunternehmen.
Ich bin dabei ein Meckerer, der von Marktstand zu Marktstand pendelt und das faule Gemüse, versteckt zwischen dem darüber liegenden guten Gemüse, herausfiltert. Ich lasse mich nicht so schnell von oberflächlicher Kaschierung täuschen.

Es würde mich freuen, wenn du deine spontanen (negativen) Gefühle überdenkst und zu einem positiveren Ergebnis gelangst.:)

Gruß Ariel
 
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