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Warum haben Krankenkassen und BG probleme mit MdE bei Sudeck

finchen

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
19 März 2008
Beiträge
131
Meine Frage ist warum wird solange an einem Sudeck Patienten ausprobier e man eine MdE bekommt .Bei der Bg ist es mir klar das ich da nur zu Gutachtern komme die für die BG Arbeiten . Aber bei meiner KK kann ich nicht verstehen warum Sie sich nicht festlegen wie hoch meine MdE ist . Ich bekomme nur immer mitgeteilt das es zu einer MdE gekommen ist aber in welcher Höhe sagen sie mir nicht . Aber warum.
Wenn jemand von Euch damit ähnliche Erfahrungen gemacht hat bin ich für jede Hilfe sehr dankbar .

LG finchen :eek:
 

Cateye

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
11 Sep. 2006
Beiträge
1,059
Hallo finchen,

eine Krankenkasse darf und sollte sich nicht in arbeitsrechtliche Belange einmischen.

Immer wieder gibt es Klärungsbedarf, was eine MdE bedeutet: MdE ist eine Bemessung, um wieviel Prozenzt Du im Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern auf dem Gesamtarbeitsmarkt benachteiligt bist. Das ist nur den Unfallkassen bzw. Berufsgenossenschaften erlaubt, eine MdE zu bestimmen. Ab einer MdE von 20% bekommst Du eine Erwerbsminderungsrente, gemessen am Jahresverdienst des Jahres vor Deinem Unfall (vor Eintritt der Berufskrankheit). Die Mitteilung über die MdE bekommst Du über einen Bescheid (der steht am Ende des Verwaltungsaktes) durch die BG respektive Unfallkasse mitgeteilt.

Grundsätzlich hast Du immer das Recht, Gutachtervorschläge (guter Grund: wegen Befangenheit) abzulehnen. Dann kannst Du eigene Gutachtervorschläge einbringen. Da empfehle ich immer ganz klare Ansagen zu machen. Beispielsweise empfiehlst Du zwei mögliche Gutachter, wobei Du klare Prioritäten setzen kannst. Bei den Gutachtern habe ich bisher meist ein gutes Händchen bewiesen. Ich habe immer kleinere Arztpraxen großen Häusern vorgezogen. Meist ist es so, dass Du bei großen Krankenhäusern zu Prof. Sowieso zur Begutachtung einbestellt wirst und das "Schmitchen" macht die Begutachtung. Du darfst auch immer vorher die Ärzte Deines Vertrauens fragen, wohin sie an Deiner Stelle zur Begutachtung gingen.

Prinzipiell glaube ich nicht, dass alle BGen oder Krankenkassen Schwierigkeiten bei der Anerkennung des Sudecks haben. Es ist halt auch eine sehr schwierige Krankheit. Schwierig, sie eindeutig nachzuweisen und schwierig, sie erfolgreich zu behandeln. Im Übrigen geistern im Netz und in den Lehrbüchern noch Beschreibungen von dem Arzt, der der Krankheit den Namen gab, herum, der eine psychische Diathese als Mitursachen zur Ausbildung eines Sudecks beschrieb. Auf deutsch: wer psychisch angeschlagen, respektive depressiv ist, entwickelt eher einen Sudeck...

So, ich muss jetzt ins Bettchen, da ich frisch aus der Klinik komme, mit einer weiteren Stellatum-Blockade.

Liebe Grüsse
Cateye
 

Sonne80

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1 Apr. 2008
Beiträge
50
Hallo Ihr zwei!

Also ich habe wie ich Finchen auch schon gesagt habe noch keinen MdE, weil bei mir ja nichts über die BG läuft. Allerdings habe ich auch zahlreiche Gutachter Erfahrungen. Ich habe z.B. die Erfahrung gemacht, dass es super wichtig ist, sich von einem Schmerztherapeuten begutachten zu lassen und nicht von einem Neurologen, Chirurgen oder was auch immer. Beim CRPS / Sudeck handelt es sich um eine Schmerzerkrankung und aus diesem Grund muss man sich auch von einem Schmerztherapeuten begutachten lassen. Wenn ich Zahnschmerzen habe gehe ich ja auch nicht zum Frauenarzt. Versteht Ihr was ich damit sagen möchte? Ich habe schon oft von anderen Sudeck-Erkrankten gehört, dass Ihre Versicherungen oder die BG dieses Faktum nicht anerkennen möchte und die Leute immer wieder zu Psychologen, Neurologen oder wem auch immer zur Begutachtung schickt. Das ist aber nicht richtig. Man hat das Recht von einem Schmerztherapeuten, der sich auf dem Gebiet des CRPS auskennt begutachten zu lassen. Soweit meine Erfahrungswerte.
LG Sonne
P.S.: Hoffe Dir geht es eingermaßen nach der Blockade Cateye!
 

oerni

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
2 Nov. 2006
Beiträge
4,295
Ort
Bayrisch-Schwaben
Hallo,

da bei mir auch ein CRPS I (nach Ansicht der UKM) vorhanden ist, suche ich nach vernünftiger Literatur (die ich teilweise Online finde).
Es gibt kaum Ärzte die sich bei CRPS auskennen und dann auch noch dieses Beurteilen im Sinne der GdE bzw MdE können.
Der Arzt in Murnau äußert sich nicht über die MdE, schreibt keinen IDC-Code in seine Stellungnahme.

Vielleicht gibt es ja hierzu ganz aktuelle Erfahrungen?
 

derosa

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3 März 2008
Beiträge
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Ort
Niedersachsen
Hallo finchen,
das größte Problem bei CRPS liegt darin, dass man Schmerzen nicht sieht. Darüber hinaus gibt es ja leider auch die Therorien, dass CRPS rein psychisch bedingt sei.
Ein früherer SB meiner BG schoss, bei einem Hausbesuch bei mir, den Vogel ab, indem er behauptet hat, dass nur Frauen ab eines gewissen Alters an Sudeck erkranken würden. Ich habe ihm darauf mitgeteilt, dass es auch Männer damit gäbe und leider auch Kinder. Er sollte sich mal erkundigen, ob es mehr Männer oder Frauen auf der Welt gibt.

Dadurch, dass sowohl große als auch kleine Verletzungen zu CRPS führen können, ist es recht schwer, es manches Mal (rechtzeitig) zu diagnostizieren. Eine Behandlungsmodell für jeden CRPS gibt es ebenfalls nicht. Bei dem einen wirkt dieses und beim anderen jenes.

Im Gegensatz zu Cateye habe ich hingegen bessere Erfahrungen mit großen Kliniken bei Begutachtungen gemacht. Auch wenn du dir deine Gutachter selber aussuchst, gehört immer eine wenig Glück dazu, was letztendlich dabei rauskommt.
Bei Gutachtern, die dir deine BG vorschlägt, wirst du selten Glück haben, weil sie in der Regel von der BG leben.

Über die Wichtigkeit einer vernünftigen Schmerztherapie war ich mir selber früher nicht im Klaren. Sie ist aber bei CRPS sehr wichtig, da es ansonsten tatsächlich zu psychischen Problemen kommen kann.

Hallo Oerni,
ich habe bislang auch noch keine vernünftige Literatur über CRPS gefunden. Schade, dass Herr Sudeck mittlerweile tot ist, vielleicht hätte dieser mehr Interesse als andere Ärzte, die von ihm entdeckte Krankheit, weiter zu erforschen.

Viele Grüße
Derosa
 
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