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Warum endet Spaß oft in Depression

Dark Angel

Nutzer
Registriert seit
12 März 2007
Beiträge
14
Ort
Land Brandenburg
Hallo!
Gestern ist es mir wieder passiert (wie so oft) bin mit Freunde weg & wir haben viel Spaß,Lachen viel & dann von einer Sekunde auf die andere bin ich fast am heulen & meine Stimmung sinkt auf den Tiefstpunkt-ich falle in ein schwarzes Loch...denke-he,das hättest du nicht mehr haben können,nur wegen diesem Mädel...oder mein Kind kommt heim & erzählt von der Schule oder von ihrem Freund,wer hätte ihr dann zu gehört,wenn ich Tot gewesen wäre-wie wäre es weiter gegangen-hätten sie mich alle vergessen...


Ok,ich habe überlebt,also muß ich das Beste daraus machen,aber wie-wenn ich den Spaß nicht mehr verkrafte & ich damit nicht umgehen kann


Viele Grüße Dark Angel!
 

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
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Beiträge
7,864
Ort
Berlin
Hallo Dark Angel,

Die Verarbeitung von Unfällen, posttraumatischen Belastungsstörungen, ist nicht einfach und Du scheinst mir dann noch an einen vielleicht nicht so kompetenten Vertreter der Psychologenfront gekommen zu sein. Vielleicht versuchst Du es noch mal bei einem anderen Therapeuten. Die Stimmungswechsel sind schon noch das Ergebnis des nicht vollständig verarbeiteten Unfalls.

Gruß von der Seenixe
 

Cuti

Mitglied
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17 Okt. 2006
Beiträge
46
Unfallverarbeitung

Hi Dark Angel,
ich sehe das auch so wie Seenixe. Bei dir zeigen sich Hinweise auf eine PTBS ( Post-Traumatische Belastungs-Störung ), bei der wenige Psychologen und noch weniger Ärzte helfen können. Wichtig ist, jemanden zu finden, der eine Ausbildung in Traumatherapie hat. Adressen findest du z.B. hier: http://www.emdria.de/pages/suche/suche.php?s=1
Ich denke es ist ähnlich wie bei mir, dass du im Moment, als du glaubtest, jetzt ist alles vorbei, deine Familie vor Augen hattest. Dieses Verantwortungsgefühl und diese Verlustangst hat sich bei dir festgesetzt. Was mit Emotionen erlebt wird, prägt sich unmittelbar ins Langzeitgedächnis ein, während andere Inhalte erst mehrfach wiederholt werden müssen. Zuständig für diese Sortierung (Gedächniskonsolidierung) ist der Hippocampus, der gleichzeitig zu einem Teil des Gehirns gehört, in dem auch unsere Gefühle verarbeitet werden.
Je besser es dir geht umso stärker wird die Verlustangst im Unterbewusstsein. Die kann dann bei einem geeigneten Reiz plötzlich hervorbrechen. Das Blöde ist, dass sich diese Vorgänge unserem Bewusstsein entziehen und daher rational nicht lösbar sind.
Die Traumatherapie bedient sich daher auch überwiegend nicht rationaler Methoden, wie Imagination und EMDR (musste mal googeln).
Mein Unfall ist 1999 gewesen und ich muss gestehen, dass mir all diese Verfahren zwar geholfen, aber keinen Durchbruch gebracht haben. Erst durch ein Aussenseiterverfahren (man greift ja nach jedem Strohhalm) habe ich (erst vor drei Monaten) begriffen, dass ich den Unfall nie als Teil meines Lebens „in den Arm genommen“ habe. Wenn ich meine Tobsuchtsanfälle hatte, habe ich auch immer nur geschrieen. “Ich will das nicht, ich will das alles nicht“. Diese Abwehrhaltung hat mich aber völlig blockiert
Frage dich also nicht nur, was hat der Unfall dir angetan. Denke : „O.k, rational gesehen müsste ich jetzt tot sein. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall. Also , was sollte mir der Unfall dann zeigen. Du wirst überrascht sein, wie viele Dinge du findest, die neben dem ganzen Sche...... auch positive Denkansätze bieten.
Ich war völlig geplättet, welche Wirkung das auf meine Symptomatik hatte, gerade auch auf die Depression und die Tobsuchtsanfälle.
Ich hoffe, es hilft dir auch etwas.
Gruß Cuti
 

Punkinella

Nutzer
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18 Sep. 2006
Beiträge
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Hallo Dark Angel!

Bist du das nicht mit dem "Feuer"? Bei mir war es das Wasser.
Beides , so denke ich, ganz extreme Situationen.

Bei mir war es so, daß ich kurz nach dem Unfall fast euphorisch war.
Ich war so froh, nicht so schwer verletzt zu sein und mir war klar, daß ein ganzes Heeresschar von Schutzengeln über mich gekreist hatte.
Ich hatte so viel Glück ! Ich lebe!

Doch dann kams: Nach drei Monaten fingen die Alpträume an. Ich habe diese erst gar nicht mit dem Unfall in Verbindung gebracht, dachte ich hätte einfach nur zu viele schlechte Nachrichten im Fernsehen gesehen.
(Ich träumte es kämen vermummte Terroristen in mein Zimmer und wollten mich erschießen)

Mein Unterbewußtsein wußte: Dies war ein Anschlag auf mein Leben.

Wie das alles wieder in den Griff zu kriegen ist, weiß ich leider auch nicht. Ich habe schon drei Therapeuten durch!
Wenn die psychologische Betreuung aber immer nur darin besteht "alles wiederhochzuholen" um dann auf die Uhr zu schauen und zu verkünden, daß die Sitzung leider zu Ende ist - dann kann ich darauf verzichten.

Vielleicht waren es allesamt nur keine Experten auf dem Gebiet der
"Traumatherapie", ich weiß es nicht. Vielleicht nehme ich nach den interessanten Beiträgen von Cuti noch einmal einen "Psychologenanlauf":

Liebe Grüße!
Punkinella
 

Cuti

Mitglied
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kein Unfallalptraum?

Hi Pukinella,
willkommen im Club.
Meine Gutachter sind offenbar der Meinung, ich müßte immer nur "flash backs" erleben. Meine Alpträume vom Zusammenbrechen des Hauses und dass ich am 11. September bei den Bildern des Word Trade Centers Weinkrämpfe bekam sind unfallunabhängig. Sie sind Ausdruck der finanziellen Belastung (die nachweislich erst infolge des Unfalls aufgetreten ist) "Er leidet unter Alpträumen, bei denen ein Fachwerkhaus einstürzt, die Katastrophe vom 11.September 2001, bei der tausende von Existenzen in kürzrster Zeit zerstört und ruiniert weden, belatet ihn sehr." Also, wie pervers muss ein Gutachter sein, um auf eine solch kranke Begründung zu kommen, anstatt an die Menschen zu denken!
Ich habe ganz ehrlich gesagt, dass echte "flash back´s" (Unfall 2/99 Gutachten 10/2001) nur noch selten auftreten. Deshalb sind sie "nicht als klinisch erhebliche Belstung" anzushen." etc., d.h. keine PTBS.
Mal schauen, was das Sozialgericht sagt.
Würde mich direkt interessieren, ob solche Alptrüme bei anderen PTBS/PTSD-Opfern auch vorkommen. Ich halte sie für "flash back"-Rudimente.
Gruß Cuti
 

Sonne67

Mitglied
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7 Sep. 2006
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Hallo Dark Angel und alle anderen,

auch ich kenne das alles, diese Träume, die tiefen Löcher, die Stimmungsschwankungen und und und....

Ich leide auch an einer PTBS und habe jetzt den zweiten Therapeuten. Er ist sehr fit was EMDR anbelangt. Ich hatte zuerst sehr große Angst davor aber wir haben ganz langsam damit angefangen. Er hat mir dann nach einiger Zeit gesagt, das wir IRGENDWANN mit der Traumabearbeitung anfangen können aber das ich den Zeitpunkt selber bestimmen kann. Ich hatte höllische Angst davor, weil man dann das Ereignis komplett nochmal erleben muss. Ich habe mich sehr lange dagegen gewehrt, bis mir klar war, du muss was machen, so willst du nicht mehr weiterleben. Also haben wir es in Angriff genommen, immer Stück für Stück, Szene für Szene und die Belastung wurde immer weniger. Die Bilder machen mir keine Angst mehr, ich kann wieder alleine bleiben und gehe mittlerweile sogar wieder alleine im Dunkelen vor die Tür.

EMDR hat bei mir wirklich sehr gut getan , ich kann es nur jedem empfehlen mal auszuprobieren, aber ich denke auch, das der Therapeut absolut fit darin sein muss und gaaaaanz viel Verständnis und Einfühlungsvermögen besitzen muss.

Ich wünsche Euch sehr sehr viel Kraft,

alles Liebe

Sonne67
 

Dark Angel

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Hallo ihr lieben am PC!

Als erstes,ja ich bin die mit dem Feuer!

Cuti,ich bin auf den Link gegangen-leider gibt es bei mir in der Stadt keinen Traumapsychologen
.Es gibt ein Verhaltentherapeut,dass ist aber der,der mir fast bei jeder Sitzung sein Privatleben erzählt hat,der mir Essstörungen vorhielt,dem wichtig war vor dem guten Tag sagen meine Chipkarte zu erhalten,er wollte mich gleich am Anfang der Therapie für 3 Monate in eine Art psy.Anstalt schicken.Er hat zum Schluß mir oft Termine abgesagt & als ich ihn darauf hin ansprach (weil bei seiner letzten Absage Licht an war)wurde er arg böse...nach fast 1 Jahr brach ich alles ab.

Ich hatte in meinem Leben schon 4 Psychologen,2 vor & die anderen nach meinen Unfall,aber ich hatte mich nicht aufgehoben gefüllt,weil wie Punkinella schreibt,dass diese Psychologen nur auf die Uhr schauen & pünklich die Sitzung mitten im Gespräch beenden.Bei den einen klingelte immer pünklich der Wecker,dann stand er sofort auf & führte mich zur Tür...wie soll man dann noch Vertrauen finden?Nur ich habe auch irgendwie keine Lust mehr immer wieder die Geschichte zu erzählen,dann zu hoffen er kann mir helfen & dann kommt die Enttäuschung

Verlustangst-stimmt & dass in den Sekunden vor dem Knall sich das Leben & die Familie abspielt,stimmt auch!

Mein Umfeld hat mir gesagt,dass ich seit dem Unfall viel ruhiger & friedlicher geworden bin-ich lebe bewußter-das ist das einzig Positive,was mir der Unfall gebracht hat...leider!

Ich habe im letzten Jahr eine Selbsthilfegruppe gegründet-meine Betroffene haben ihren Unfall kurz nach 1990 gehabt & haben jetzt immer noch mit den Schäden & den Erlebten zu tun!Können nicht vergessen.Mein Unfall ist 2004 passiert-also ich glaube nicht,dass ich so viele Jahre das durchhalten kann...

Viele liebe Grüße euer Dark Angel!
 

Cuti

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17 Okt. 2006
Beiträge
46
Hi Dark Angel,
"Kopf hoch" sag ich dir nicht, weil das ein doofer Spruch ist und ich noch genau weiß, wie du dich jetzt fühlst. Aber es gibt wirklich berechtigte Hoffnung. Die hängt aber mit der richtigen Therapie bei den richtigen Leuten zusmmen.
Frag deinen Arzt, ob er mal bei derKassenärztlichen Vereinigung nachfragen kann, welcher Psychologe in deinem Bereich die Zusatzbezeichnung Traumatherapie führt.
Traumtherapeuten gibs mehr als in der Liste der EMDRIA.
Vielleicht erzählst du mir Näheres als Privat-Nachricht, damit ich mir ein Bild machen kann.
Gruß Cui
 

Yannick

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14 Feb. 2007
Beiträge
79
Hallo Dark Angel,

ich kenne das. Ich wurde über mehrere Wochen in einem BG-Krankenhaus auf das Übelste schikaniert und gemobt. ich hatte zum Glück einen sehr guten Psychater. Er hat mich wieder auf die richtige Bahn gebracht. Wer weiß was sonst passiert wäre. Vor einigen Wochen kam das ganze wieder durch. Ich konnte wieder so einige Sachen nicht verkraften. Seit dem Klinnikaufenthalt ist es für mich sehr schwer, das ich mich mehreren Sachen widmen kann. Ich bin jetzt wieder in Behandlung und es geht wieder aufwärts. Das schöne ist, der Doc setzt keine Medikamente ein. Ich hoffe das ich irgend wann mal darüber weg komme.

Jannik
 

Cuti

Mitglied
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17 Okt. 2006
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46
AW: Dark Angel

Hi Dark Angel,
wollte deine PN beantworten, bekomme aber Fehlermeldung!:(
Watt nu?
Gruß Cuti
 

Punkinella

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18 Sep. 2006
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18
Speicherplatz voll?

Hallo Dark Angel und Cuti!

Könnte daran liegen, daß der Speicherplatz für PN`s voll ist.

Wenn man "nicht fleißig Beiträge schreibt", so kann jeweils nur eine! Nachricht im Posteingang und eine! Nachricht im Postausgang abgelegt werden.
Mehr geht nicht!

Finde ich übrigens nicht richtig! (Wollt ich einfach mal gesagt haben!)

Gruß!
Punkinella
 

Cuti

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17 Okt. 2006
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46
Speicherplatz

Ja, kann gut sein, Pukinella.
Bleibt aber nicht so. War bei mir anfangs auch so. Jetzt sind es aber 50 Nachrichten. Kann mal jemand schreiben, welche Kriterien dem zugrunde liegen? Hab in der "Hilfe" nix gefunden.
Gruß Cuti
 
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