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Warum ein D-Arzt gerne D-Arzt ist

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
Registriert seit
31 Aug. 2006
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8,316
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Berlin
Hallo,

ich zitiere aus einem aktuellen Urteil des LSG Berlin:
Laut der Aufhebungsvereinbarung erhielt der Kläger Abfindungen für die endgültige Aufgabe der D-Arzttätigkeit sowie für die Aufgabe sonstiger Tätigkeiten im Rahmen der Nebentätigkeitserlaubnis in Höhe von 1.000.000,00 DM brutto, für den Verlust des Arbeitsplatzes in Höhe von 358.658,00 DM brutto zuzüglich – nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses – ein Urlaubsgeld in Höhe von 500,00 DM und ein pauschales Weihnachtsgeld in Höhe von 5.947,12 DM brutto.

Wer hat diese Abfindung bezahlt? Wer fragt sich noch, warum D-Ärzte Ihren Berufsgenossenschaften so gewogen sind? Die Abfindung wurde 2001 gezahlt, nicht etwa jetzt, wo wir ja mit Milliarden rumschmeißen, allerdings nicht für Bedürftige.

Ich spare mir weitere Worte

Gruß von der Seenixe
 

Worst_Case

Wegen Mehrfachmitgliedschaft geperrte Mitglieder
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91
D-Arzt vor dem LSG?

Hallo Seenixe,
war der D-Arzt beim LSG oder bei einem Landesarbeitsgericht/Zivilgericht? Musste der Ärmste vor einem Landessozialgericht gegen die BG angehen? Kannst Du bitte einmal dies Urteil verlinken? Vielen Dank.

Also bei meinem Durchgangsarzt war es so, dass er sich in den zwangsweisen 3,5 Jahren an meinem Unfall die Taschen vollmachen konnte, für einen Kleinwagen reichte es gewiss. Habe seine gierigen Rechnungen in der BG-Akte zu stehen.
Dass der ein dickes "D an der Waffel" und €€-Zeichen in den Augen hatte, sah ich bei jeder Begegnung. Wegen des Ds an der Waffel habe ich einen anderen, "patientenorientierteren" D-Arzt aufgesucht, natürlich passte der BG dies nicht.

Gruß
Worst_Case
 

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
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31 Aug. 2006
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Berlin
Hallo Worst_Case,

nein, nein, er war vor dem LSG weil seine BG-Rente nicht hoch genug ist.
Hier der Link zum Urteil auch wenn das Urteil im FAQ-Bereich bereits steht, aber den "Genuss" darf man niemanden vorenthalten.

Mit der hiergegen gerichteten Klage vor dem Sozialgericht (SG) Potsdam hat der Kläger geltend gemacht, ihm stehe wegen besonderer beruflicher Betroffenheit ab dem 01. Februar 2002 eine Verletztenrente nach einer MdE von 70 v. H. zu. Er habe außergewöhnliche Nachteile dadurch erlitten, dass er infolge seiner BK besondere berufliche Kenntnisse und Erfahrungen nicht mehr nutzen könne. Diese Nachteile würden nicht durch sonstige Fähigkeiten ausgeglichen. Die Nichtberücksichtigung dieser Nachteile würde zu einer unbilligen Härte führen.
Auslöser der Entlassungsbestrebungen seines ehemaligen Arbeitgebers sei der Umstand gewesen, dass dessen Haftpflichtversicherung das Infektionsrisiko nicht habe tragen wollen, das aufgrund der Hepatitis-C-Erkrankung für seine Patienten bestanden habe. Nach Freistellung von seiner Tätigkeit sei zur Vermeidung einer Kündigung und eines sich anschließenden arbeitsgerichtlichen Prozesses eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen worden. Keinesfalls sei eine Medienkampagne Grund für die Beendigung der Tätigkeit gewesen, diese sei erst Mitte 2001 gelaufen.

Dieser Chefarzt war auch als medizinischer Gutachter für Berufsgenossenschaften, Versicherungen und Gerichte mit einem Arbeitsanfall von durchschnittlich 60 bis 70 Stunden im Monat tätig.

Gruß von der Seenixe
 

Buffy07

Mitgliedschaft beendet
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13 Sep. 2006
Beiträge
875
Hallo Seenixe,

mir kommen die Tränen>>> wegen besonderer beruflicher Betroffenheit stehen ihm zu<<<<
Das ist eine Verarsch..... aller tatsächlichen Verunfallten Personen:eek:.
Aber daraus ist ersichtlich, warum die so an ihrem D-Arzt hängen.
Das ist für die wie ein Sechser im Lotto. Was interessieren da die menschlichen Schicksale der Patienten die er begutachten muss:mad:. Hauptsache der Rubel rollt und nach mir die Sintflut.
Ein Gewissen besitzen die nicht.:(

Gruß Buffy07
 

pussi

Erfahrenes Mitglied
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30 Apr. 2007
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hallo, seenixe
es ist unfassbar - auch nur nebentätigkeit -
es wird überall der horizont verloren. bei uns uo ist es ja nicht nur die kleinigkeit eines nebenverdienstes.

auch wir können keine nachteile durch sonstige fähigkeiten ausgleichen.
die versicherungen werfen uns auch raus, wenn die kleinste möglichkeit gegeben ist.
hat der knabe eigentlich seinen haupberuf behalten?
oder sitzt er jetzt mit seiner abfindung im warmen?
mfg
pussi
 

Worst_Case

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6 Sep. 2008
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Arbeitsanfall

Hallo Seenixe,
solch einen "Arbeitsanfall" möchte ich auch gern einmal erleiden, der zu solch einer Ausschüttung führt. In der Betriebswirtschaftslehre nennt man das "G.-MAX!" (Gewinnmaximierung) und Maximalprinzip (mit geringsten Mitteln, 60 Std. pro Monat, die fette Rente rauskitzeln). Da tritt doch wieder die Unverhältnismäßigkeit zu Tage, wie wir sie parallel in der Politiker- und Managementszene erleben. Den Ausdruck des Urteils werde ich mal heimlich in der vorherigen D-Arztpraxis auslegen:D.

Gruß
Worst_Case
 

pswolf

Erfahrenes Mitglied
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Ort
Bayern
Hallo,

jetzt weiß ich endlich was ich in meinem nächsten Leben werden will. Oder ich lasse mich umschulen und werde:

D-Arzt

LG pswolf
 

Maik

Erfahrenes Mitglied
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15 Jan. 2007
Beiträge
242
Ort
Deutschland
Hallo seit doch nicht so hart zu den armen Ärzten !

Ich habe Mitleid mit den Ärzten...die Spritpreise für Flugbenzin sind um 180 % gestiegen für den Privatjet ..die Liegegebühren im Yachthafen sind auch über 150 % gestiegen..mal von den Anschaffungspreisen für neue Beförderungsmittel (Flugzeug /Yacht usw.) sind auch nicht günstiger geworden...


also ich bin gestern auch gefolgen....war nicht billig...als ich die Rechnung in der Dorfkneipe nicht bezahlen konnte für 2 x 0,25 Bier ..bin ich im hohen Bogen aus der Kneipe geflogen...


MfG

Maik:p
 
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