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Warum bayerische Richter immer wieder denselben Gutachter bestellten

Joker

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Warum bayerische Richter immer wieder denselben Gutachter bestellten

Von Karsten Kammholz 2. Juni 2008, 04:00 Uhr

Verquickung von Gerichten und Gutachterfirma beschäftigt das Justizministerium - Kritiker fürchten Monopolstellung - "Gefahr der Kumpanei"

Quelle: WELT ONLINE

Aus urheberrechtlichen Gründen kann hier nur die Überschrift des Artikels dargestellt werden, der vollständige Artikel lässt sich hier nachlesen.

Hmm,
- Institute für Begutachtung / Gutachterfirmen
- Vorwürfe unwissenschaftlichen Vorgehens
- regelmäßige Beauftragung derselben Gutachter(firmen) durch Gerichte
- von Gutachterfirmen veranstaltete Fortbildungen für Richter
usw. usf.

Alles Themen, die wir hier auch schon im Forum diskutiert haben, halt nicht mit dem Hintergrund familienpsychologischer, sondern medizinischer Gutachten heiß diskutiert haben. Und wir wissen alle: diese Zustände gibt es nicht nur in Bayern :eek:

Gruß
Joker
 

Berichter

Erfahrenes Mitglied
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128
Hallo Joker,

weise mal einem Richter nach, dass er keine unabhängigen und neutralen Urteile fällt. Da hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Wahrscheinlich wird von der CSU wegen des schlechten Wahlergebnisses erst einmal geklappert, bevor dann alles wieder Nebel verschwindet. Vermutlich ist Bayern nicht das einzige Bundesland in dem so etwas vorkommt. Mich wundert in Deutschland nichts mehr, wir haben einfach eine verkommene Demokratie, in der Kungeleien zur Tagesordnung gehören.
Viele Grüsse
Berichter
 

Joker

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2 Sep. 2006
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am Rhein
Hallo Berichter,

die Geschichte mit dem Nachweis habe ich mir mittlerweile abgeschrieben, da hat so ein dummer Kläger wie unsereins schlechte Karten und wird ggf. sogar über ein noch negativeres Urteil, als es ohnehin schon ergangen wäre, abgestraft. Frei nach dem Motto: "beiß nicht die Hand, die dich füttern könnte".

Umso wichtiger finde ich es jedoch, dass solche Informationen über andere Kanäle - und sei es das Justizministerium oder die Medien - irgendwie doch zu den Richtern durchsickern. Ob jeder Richter daraufhin seine Verhaltensweisen ändert, wage ich zu bezweifeln; bis so etwas überall angekommen ist, dürfte es Jahrzehnte dauern. Dennoch erachte ich es als unbedingt wichtig, wenn solche Sachen an höherer Stelle diskutiert werden.

Wir hatten ja - insbesondere im alten Forum - uns über solche Machenschaften ausgetauscht, einige Punkte wurden auch in TV-Sendungen aufgegriffen, letztendlich habe ich jedoch den Eindruck, dass dies alles nicht wirklich wahrgenommen wurde / werden wollte, so dass die doch mittlerweile weit zurückliegenden Berichte keine oder nur wenige Auswirkungen hatten.

Ich frage mich daher, ob es unter den gg. Umständen sinnvoll sein könnte gerade beim bayerischen Justizministerium auch auf die identische Problematik im medizinischen Bereich aufmerksam zu machen. Dies können aber sicherlich am ehesten Forumsuser, die auch in diesem Bundesland betroffen sind, ohne dabei ausschließen zu wollen, dass eine konzertierte Aktion beim Bundesjustizministerium auch gewisse Erkenntnisse brächte. So etwas will aber wohl geplant sein.

Gruß
Joker
 

Ariel

Erfahrenes Mitglied
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23 März 2007
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2,698
Einseitigkeit der Überzeugungsbildung bei Richtern

Hallo Joker,

Danke, für deine aufmerksame Beobachtung.

Ich zitiere einen Satz aus diesem Artikel über die bayrischen Richter und von denen die immer wieder selben beauftragten Gutachtern:

"Das Landgericht Landshut will sogar einen gemeinsamen Arbeitskreis mit der GWG gründen. "Es besteht die Absicht, Treffen mit der Zielrichtung des Erfahrungsaustausches zu organisieren", so der Bericht der Justizministerin."

Mich erinnert das an den Arbeitskreis, den die hohen BGH-Richter mit immer denselben, von Gerichten bevorzugten Gutachtern der Versicherungswirtschaft (Prof. Dr. Stevens), getarnt als Psychiater der forensischen Psychiatrie der Universität Tübingen, ausrichtet und sich damit vorsätzlich einseitigem versicherungsmedizinischem "Sachverstand" aussetzt. Siehe hierzu die Beiträge über den Verkehrsgerichtstag in Goslar, anfang diesen Jahres.

Die Einseitigkeit der Fortbildung bei Richtern hat schon so durchgeschlagen, dass selbst diese gebildete Akademiker glauben, nur psychisch Gestörten haben Unfallverletzungen und Schadensersatzforderungen ist ein Hinweis auf psychische Gestörtheit. Sonst bestünde eigentlich kein Grund, einen Psychiater mit einem Arbeitskreis für Unfallverletzte/-verletzungen zu beauftragen.

Ich wäre der Meinung, 1. die häufigste Unfallverletzung kann auch Gesunde treffen, und 2. die häufigsten Unfallverletzungen durch Beschleunigungskräfte sind Verletzungen der HWS/oHWS und des Kopfes und damit in erster Linie der Kopfsinnesorgane.

Also würden nicht einseitig voreingenommene Richter logischer Weise Spezialisten aus der Forschung der Kopfsinnesfunktionsstörungen zur Arbeitskreisbildung beauftragen, um ein einheitliches Konzept für die Überzeugungs- und Meinungsbildung der Richter für Verkehrsunfallverletzungen zu erstellen.

Forcierende Kraft hinter diesem einheitlichen Treiben (siehe oben) ist die Organisation der strategischen Vernetzung, damit nichts mehr ohne Kontrolle abläuft.

Gruß Ariel
 
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Berichter

Erfahrenes Mitglied
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6 Sep. 2006
Beiträge
128
Hallo Joker,
ich bin völlig Deiner Meinung, dass diese Zustände nicht nur in den von Herrn Karsten Kammholz (Welt Online) genannten Bereichen, wie z.B. in Vormundschaftangelegenheiten stattfinden, sondern auch auf dem medizinischen Sektor, bei Bauangelegenheiten, Umweltangelegenheiten etc.
über all dort, wo der Staat bzw. das Land Interesse hat, seine Belange durchzusetzen. Da kommt es dann nicht mehr darauf an, ob dann das Gutachten etwas teurer wird. So kann man von vorneherein schon die Weichen stellen.
Selbst wenn die Medien das Thema aufgreifen, werden sich die Gerichte kaum darum kümmern. Du weißt die Richter sind" unabhängig" in Ihren Entscheidugen.......sagt man. Ich muß vorsichtig sein was ich hier schreibe, aber den anderen Teil kannst Du Dir ja dabei denken.
Das Thema bundesweit aufzugreifen, halte ich für sehr problematisch, da Unfallopfer eigentlich kaum eine Lobby haben.
Man könnte den Anfang höchstens in Bayern machen, in dem man sich an den CSU Landtagsabgeordneten Joseph Ranner wendet und den für das Thema sensibilisiert.
Viele Grüsse
Berichter
 
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