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Wann passiert hier mal endlich etwas ? und wenn was ?

Registriert seit
2 Jan. 2017
Beiträge
34
#1
Hallo Miteinander,
zu meinem Unfall hatte ich mich hier im Forum schon hinreichend geäußert... das Urteil für die ersten 5 Monate des insgesamt 22 Monate andauernden Erwerbsausfalls hatte ich ebenso ausführlich veranschaulicht. (siehe frühere Beiträge).

Die weiteren 17 Monate der Erwerbsunfähigkeit ( Einkommensschaden ) stehen aber noch aus... hier haben wir aus verfahrenstaktischen Gründen nur noch die Versicherung des Unfallverursachers verklagt. Somit wechselt die Zuständigkeit des Gerichtes und wir laufen nicht Gefahr, wieder auf den selben Richter zu treffen, welcher für die ersten 5 Monate des Schadenszeitraumes zuständig war.

Diese Klage haben wir im März 2018 eingereicht, im Dezember 2018 erhielten wir nach Anfrage bzgl. des Verfahrensfortschrittes die Antwort des LG, das die Akte erst jetzt versehentlich der zuständigen Richterin vorgelegt worden sei, das Verfahren nun aber bevorzugt behandelt werde.

Nun haben wir September 2019 und haben seitdem vom Gericht kein Bild und kein Ton vernommen !! Wenn das bevorzugt sein soll, möchte ich verlangsamt nicht erleben :)
Die zuständige Richterin ist im übrigen nach Geschäftsverteilungsplan ansonsten der Zivilkammer für Immobilien- und Grundstücksgeschäfte zugeordnet.

Zudem teilte uns das Gericht im März 2018 bei der Bestätigung des Klageeingangs mit, das sie mit den Urteilen des LG Bielefeld ( den Schmarren könnt Ihr im Beitrag Gerichte und Versicherungen, eine unheilvolle Allianz nachlesen) konform gehen wollen... da haben sich Zahlen geändert, Gutachten, welche dem LG Bielefeld noch nicht vorlagen wurden zwischenzeitlich erstellt... usw. Das Interessiert die wohl gar nicht ???

Gruß Volker
 

seenixe

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#2
Hallo Volker,
die Mühlen der Justiz mahlen sehr langsam. Mein Zivilverfahren über 2 Instanzen hat tatsächlich 11 Jahre gedauert. Es geht doch eventuell nur um die Existenzgrundlage eines Menschen. Du wirst Dich noch einige Zeit gedulden müßen. Nach der Güteverhandlung, die dann irgendwann ansteht fangen dann erst die langwierigen Schriftsätze - und jedes Mal natürlich Fristverlängerung - mit der Gegenseite an.

Sorry, ist leider so in unserem Justizsystem

Gruß von der Seenixe
 

Rudinchen

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#3
Hallo Volker,

Hast du die neuen Gutachten und evtl. auch Arztbefunde durch deinen RA immer mit Begründung, weshalb das ursächlich auf den Unfall zurückzuführen ist, bei Gericht eingereicht?

Hast du die Patientenakte aus dem erstbehandelnden Krankenhaus? Nicht nur den Entlassungsbrief. Aus dieser Akte (und dem Anbulanzbrief) geht oftmals mehr über die unfallbedingten Verletzungen hervor als aus dem Entlassungsbrief.

Viele Grüße,

Rudinchen
 
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#4
Hallo Seenixe hallo Rudienchen,
selbstverständlich haben wir alles verfügbare eingereicht, ich habe allerdings den Eindruck, das die Justiz völlig überlastet ist, teilweise einfach keinen Bock hat, schlicht gesagt,das dort teilweise Personal vorhanden ist, welches fachlich, sachlich und nicht zuletzt auch menschlich für das was dort eigentlich gewährleistet sein sollte, nicht geeignet ist... das Fass vom sogenannten Richterrecht mache ich hier nicht nochmal auf ! Wenn das Gericht der Meinung ist, das die Erde eine Scheibe ist, dann ist die Erde eben eine Scheibe, im Namen des Volkes !

Wo ich allerdings kein Verständnis mehr habe ist, das selbst glasklare Fakten ( nachweislich unverschuldeter Unfall, nachweislich dadurch 2,5 Jahre nicht arbeitsfähig und somit kein Einkommen...) derart lange "verhandelt" werden muss... ich verstehe nicht einmal im Ansatz, was man dort überhaupt verhandeln muss !!! (Hauptsache das Einkommen der Juristen ist da gewährleistet)

Das war keine Massenkarambolage, wo erst gutachterlich mühsam auseinander dividiert werden muss, wer prozentual wie viel Schuld hat, das ist unstrittig, genauso wie die Tatsache, das ich eben Unfallbedingt 2,5 Jahre kein Einkommen hatte !!!

Und wenn dann eine Richterin das Zepter in die Hand bekommt, welche ansonsten Immobiliengeschäfte verhandelt.... ich rufe ja auch keinen Schornsteinfeger, wenn ich Darmkrebs habe...

Ausserdem gibt es schöne CT-Bilder (weiß auf schwarz) , auf denen kann selbst mein 8-jähriger Neffe erkennen, das die Rippen 24 mal gebrochen waren, das Knie gebrochen ist usw. aber nein, da müssen noch Gutachten drüber geschrieben werden , jeder Justiz- und Juristenkasper muss seinen mehr oder weniger unqualifizierten Senf dazu geben... das sollte der Gerichtsbarkeit doch bekannt sein, welche "Verschleppungstaktiken" da insbesondere von den Versicherungen betrieben werden.

Die ganze Sippschaft trifft sich doch regelmässig zu Fortbildungen... und der gesetzgebende Volksvertreter sitzt daneben und hat keine Ahnung davon ? Ein unsägliches Possenspiel ist das... wie gesagt, meinen Namen können die beim "Im Namen des Volkes" getrost weglassen !!!

LG Volker
 

Rekobär

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#5
Hallo Volker,

es wundert mich auch manchmal, wie man Richter einen Fall rechtlich beurteilen lassen kann, der von der Materie keine Ahnung hat. Aber, in der Tat, so ist das in unserem Rechtssystem, wie @seenixe schon richtig gesagt hat. Da gibt es einen Richterverteilungsplan an jedem Gericht. Und dann wechseln die Richter regelmäßig die Kammern. Da kommt es schonmal vor, dass man als Kläger während der Zeit des Klageverfahrens mehrmals einen anderen Richter bekommt, weil diese in der Zeit die Kammer wechseln.

Das scheint aber völlig normal zu sein, wie ich während meiner jahrelangen Unterstützung von Geschädigten erfahren durfte.

Interessant wird es, wenn der Richter bestimmte Gutachter einsetzt. Daran erkennt man schon, welche Richtung der Fall gehen soll.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)

PS an Alle: Bitte nicht traurig sein, wenn ich in den nächsten zwei Wochen nur sporadisch hier hinein sehe. Ich bin nämlich bis einschließlich 22.09.2019 in Marokko im Urlaub.
 

Rudinchen

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#6
Hallo Volker,

ich kann deinen Ärger verstehen - du musst ja von was leben, und da ist jeder Tag, den es länger dauert mit dem Gerichtsverfahren bitter.

Aber Tatsache ist leider, dass da Richter urteilen müssen, die ÜBERHAUPT KEINE medizinsiche Ahnung haben - und wenn, dann nur das, was sie sich privat oder im Laufe ihres Lebens auch beruflich - angelesen haben.

Das ist so, als solltest du, oder dein Bäcker, oder dein ... auf einmal beurteilen, was medizinisch richtig oder falsch ist - und zwar zweifelsfrei. Die Richter haben "nur" Jura studiert - deine Richterin halt mit Schwerpunkt Immobilienrecht. Trotzdem muss sie medizinische Sachverhalte entscheiden. Das ist halt für sie auch nicht leicht. Das entschuldigt natürlich keine Fehlentscheidungen, lange Wartezeiten usw.

Ich dachte erst auch, dass ein Richter über Fälle entscheidet, in denen er seine Schwerpunkte hat. Ist aber nicht so, die müssen über alles entscheiden, Betrug, Steuerhinterziehung, Verkehrsvergehen, Mord ... Ich kann mir das für die Richter auch nicht einfach vorstellen. Aber sie haben diesen Beruf gewählt und sollten deshalb verantwortungsvoll dementsprechend handeln. Wenn das nicht immer passiert, umso schlimmer.

Es gibt zig Ansätze, die dieses System verbessern sollten/könnten/müssten. Aber das brauchen wir jetzt nicht zu diskutieren. Wir müssen halt das nehmen, was wir haben und versuchen, das beste draus zu machen. Wir kämpfen uns nun auch schon seit Jahren da durch ...

Viel Erfolg!

Rudinchen
 
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