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Verschuldeter Unfall mit Todesfolge

allie

Nutzer
Registriert seit
8 Juli 2008
Beiträge
2
Hallo zusammen,
ich habe eine liebe Bekannte (61), die gestern aus Unachtsamkeit einem Motorradfahrer, der viel zu schnell war, die Vorfahrt genommen hat. Bei dem Aufprall kam der Motorradfahrer entsetzlicherweise ums Leben. Überflüssig zu sagen, dass sie total neben sich steht und nicht mehr ein noch aus weiß. Ihr selbst ist nichts passiert außer dem Schock und dem Schaden an ihrem Fahrzeug.
Ich würde von Euch gern wissen, was für rechtliche Konsequenzen das mit sich bringt. Fahrlässige Tötung, hab ich immer wieder gelesen. Außerdem: zahlt die Versicherung in so einem Fall? Und weiterhin geht es natürlich auch um den Umgang mit der Angelegenheit. An wen sollte man sich wegen seelsorgerischer Betreuung wenden? Ist das in jedem Fall angebracht? Rät der ihr auch, wie sie mit der betroffenen Familie des Motorradfahrers in Kontakt treten soll? Was können Freunde in dieser Situation für sie tun?

Ihr würdet mir echt helfen, indem ihr mir möglichst bald ein paar Antworten geben würdet. Mich quält das ganze selbst ganz schön und es tut mir auch wirklich leid für sie, dass ihr so etwas furchtbares passiert ist.

Danke schon mal im Voraus!

Liebe Grüße - Allie
 

Southy

Nutzer
Registriert seit
12 Sep. 2006
Beiträge
37
Hallo Allie!

Ich hatte vor 2,5 Jahren einen Unfall mit einem Rollerfahrer, der verstorben ist. Allerdings hatte er den Unfall verursacht. Vielleicht kann ich dir trotzdem ein paar Tipps geben.

Hat deine Bekannte sich einen Anwalt genommen? Es wird vermutlich - wie du ja bereits geschrieben hast - wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge gegen sie ermittelt. Ein guter Anwalt ist da absolut ratsam. Hat sie vielleicht sogar eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung, die das übernehmen könnte?

Der KFZ-Versicherung muss umgehend der Unfall gemeldet werden. Keine Schuldeingeständniss etc. machen. Ansonsten - für solche Fälle ist die Versicherung da.

Deine Bekannte hat sicherlich einen schweren Schock erlitten. Du könntest dich bei der Kripo erkundigen, ob es in eurer Nähe eine Trauma-Ambulanz für dich psychische Erstbehandlung gibt. Woher kommt sie denn?

Wie du am besten mit ihr umgehst, kann ich leider nicht sagen. Ich weiß selber oft nicht, was gut für mich ist. Wenn sie reden will, solltest du auf jeden Fall zuhören - und wenn sie die Sachen zehn mal erzählt. Das ist wichtig für die Verarbeitung. Ansonsten - einfach da sein.

Ich wünsche dir und deiner Bekannten alles Gute

Liebe Grüße
Karin

Habe noch was vergessen:
Kontakt mit der Familie des Motorradfahrers sollte deine Bekannte mit einem Anwalt absprechen. Schon wenn man "Entschuldigung" sagt, ist das rechtlich gesehen ein Schuldeingeständnis und kann zu erheblichen Problemen führen.

Wenn Sie (so wie ich) keinen Kontakt möchte, sollte das respektiert werden.

LG, Karin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Ferkelsmami

Nutzer
Registriert seit
23 Mai 2008
Beiträge
20
Ort
Niedersachsen
Hallo allie,

ich hatte vor knapp 2Monaten genau die selbe konstellation wie deine freundin und kann sehr gut nachvollziehen wie es ihr geht. Man schwebt einfach nur noch zwischen himmel und erde. Deshalb sollte sie sich auf jedenfall nochmal untersuchen ob sie nicht vllt ein schleudertrauma o.ä. hat (meins trat erst nach 2tagen auf) und sich von ihrem Hausarzt zu einem guten Psychologen für Traumatherapie überweisen lassen. Und wenns die erste Zeit gar nicht geht, soll er ihr auch zur Bewältigung des Alltags Antidepressiva o.ä. aufschreiben, bis die therapie anschlägt.

Sie muss den unfall umgehend der Versicherung melden. Im Normnalfall zahlt diese dass dann auch (allerdings meist mit selbstbeteiligung). Und sie sollte sich dringend einen Anwalt für Verkehrsrecht suchen und solange auch keine aussage der Polizei gegenüber machen. Denn traumatisiert ist die Aussage sowieso nutzlos.

Und zum Familienkontakt: Ich spreche da jetzt nur aus meiner Sicht,aber ich habe es getan. Das half mir etwas und die Familie stellt sie nicht als skrupellos da. Allerdings sollte in der Trauerkarte auch kein schuldbekenntnis o.ä. drin stehen.

Desweiteren wollte ich noch anmerken, dass es durch die überhöhte geschwindigkeit sein kann, dass deiner freundin nur eine teilschuld zugesprochen werden kann. aber genaueres muss sie mit ihrem anwalt besprechen. Falls du noch weitere fragen hast, und ich dir helfen kann, kannst du mir auch gerne ne PN schicken;-)


Alles Liebe und viel Kraft für deine Freundin

Ferkelsmami
 

allie

Nutzer
Registriert seit
8 Juli 2008
Beiträge
2
Hallo Ihr beiden,

erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Tipps waren echt hilfreich. Ich werde morgen mit ihr reden und sie auf die Notwendigkeit des Anwaltes und der Vermeidung eines Schuldeingeständnisses hinweisen.
Glücklicherweise ist sie heute gleich wieder zur Arbeit gegangen und lässt sich nicht hängen. Ich denke, grübeln ist nur schädlich im Moment.

Nochmal Danke an Euch und auch Euch weiterhin viel Kraft zur Verarbeitung des Erlebten.

Liebe Grüße - Allie
 

wieselxx

Neues Mitglied
Registriert seit
4 Juli 2008
Beiträge
15
Hallo
Also das verstehe ich jetzt nicht ganz warum nicht die schuld eingestehen wenn doch jeder weiß das er nicht schuld hat

Dafür ist die Versicherung da!

Und was hat man den bei einem Schuldeingeständnises zu befürchten?

Bewährung ?
Höhere Prämie für Versicherung ?

Also ich würde da schlecht schlafen können wenn ich es doch weiß das der andere eigentlich nicht schuld ist und es für mich im eigentlichen null konsiquenzen hat.

Die arme Familie des Motorradfahrers
 

bln_ib

Erfahrenes Mitglied
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27 Juni 2008
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380
Alter
47
Ort
Berlin
hallo wieselxx,

wenn du schuld in irgendeiner form eingestehst, also dich auch nur entschuldigst wird das als schuldgeständnis gewertet.
das hat viel mit recht und versicherung zu tun. die schuld klärt nicht die polizei vor ort, auch nicht du selbst.

die schuld wird geklärt. deswegen wird dies auch in den fahrschulen gesagt - nei die schuld eingestehen oder sich entschuldigen.

natürlich kann man einen schock haben und dann sagt man viel, aber das wiederrum zählt dann nicht!

zum schluß kommt es auf polizei, gericht und versicherung an!

deswegen ist das so wichtig! es können ja auch noch andere faktoren, die du noch gar nicht kennst eine rolle spielen. bei mir war das mal ein pkw mit fahrerflucht den zum glück noch die feuerwehr die ich rammte gesehen hatte nur kein anderer, natürlich war ich den anderen dann rein aber nicht schuld.

es kann soviel mögliches geben was für eine verminderte schuld sprechen kann, egal wie der unfall ausging und das ist ja echt hart!

viele grüße
 
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