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Verkehrsunfall 3 Erwachsene, 2 Kinder

benter

Nutzer
Registriert seit
17 Mai 2009
Beiträge
3
Hallo,

ich bin irgendwie über google auf dieses Forum hier gestossen. Auslöser war ein Unfall, der sich gestern Nachmittag ereignete - dazu noch mein erster Unfall als Fahrer, da ich meinen Führerschein erst seit vergangenen Dienstag habe.

Ich möchte nun die nächsten Schritte richtig machen, um bei evtl. Dokumenationen nichts auszulassen.

Unfallhergang:
Ich bin auf eine Ampel zu gefahren, die auf gelb wechselte - also dann zu rot wurde. Ich habe normal gebremst und kam an der Haltelinie zum stehen.
Ich weiß nicht genau wieviele Sekunden es waren, schätze aber mal so ca. 1-3 Sekunden später wurde mein Fahrzeug (Auto zur Probefahrt aus einem Autohaus) von hinten gerammt.

Im Auto befanden sich neben mir als Fahrer noch meine Mutter als Beifahrer (63 Jahre), meine Frau (32) und meine beiden Jungs (5 + 7 Jahre).

Nach dem ersten Schreck habe ich mit meinen Kindern gesprochen und mein ältester Sohn klagte sofort über Schmerzen im Kopf, Nacken- und Halsbereich. Daraufhin alamierte ich die Feuerwehr.
Mein jüngerer Sohn wurde vom Sanitäter und von uns befragt, ob er Schmerzen hätte - hatte er nicht.
Mein großer Sohn wurde zur genaueren Diagnose ins Krankenhaus gebracht.
Nach einer Röntgenuntersuchung wurde er mit einem Verband am Hals und einer Salbe erst einmal entlassen.
Beide Kinder sind zu diesem Zeitpunkt wohl auf - beklagen sich kaum oder gar nicht über Schmerzen.

Die Sanitäter oder Polizei befragten uns Erwachsene nicht nach Schmerzen. Jedoch stellte ich schon bei den Gesprächen mit der Polizei fest, dass mir mein Nacken schmerzt. Heute kommen noch Kopfschmerzen dazu, sowie Schmerzen in der Schulter.
Da ich aber den Wagen zum Autohaus zurück bringen wollte, hatte ich auch nichts weiter gesagt.
Meine Frau beklagt sich über allg. Unwohlsein und ebenfalls über Schmerzen in der Schulter.
Meine Mutter hat keine Schmerzen.

Was sollten meine ersten Schritte sein?

Für morgen habe ich mir vorgenommen einen Orthopäden aufzusuchen, um meine Frau und mich durchchecken zu lassen. Und natürlich möchte ich einen Anwalt aufsuchen, um Schmerzensgeld einzufordern.
Bin dabei über google auf folgende Anwälte gestossen Anwaltsbüro
Quirmbach & Partner - spezialisiert auf Schadensregulierung.
Kennt jmd. die Anwälte - gut oder schlecht?

Obwohl es meinem jüngeren Sohn gut geht - trotzdem noch einmal durchchecken lassen - wenn ja wo Kinderarzt oder auch Orthopäde?

Das sind vllt. teilweise banale Fragen... - aber es ist für mich der erste Unfall, bei dem ich zudem auch noch Verletzter bin - und nicht nur ich, sondern auch meine Kinder - die erst zum zweiten Mal mit mir Auto gefahren sind.

Der große hat zur Zeit noch Angst wieder in ein Auto zu steigen - das haben erste Gespräche mit ihm gezeigt.

Was können vor allem bei den Kinder Spätfolgen (kurz- oder langfristig sein) sein?

Viele Grüße Benter
 

Speetwomen

Erfahrenes Mitglied
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7 Sep. 2006
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Hallo Benter

Erstmal herzlich Willkommen hier im Forum. Ich fange gleich mal an;). Eigendlich hätte dir und deiner Frau das geliehene Auto erstmal egal sein müssen. Ihr hättet Euch auch sofort im KH durchchecken lassen sollen, denn es könnte passieren das die Versicherung dann sagt das die evt. Verletzungen nicht vom Unfall kommen weil du nicht gleich zum Arzt gegangen bist. Du solltest auch der Polizei Becheid sagen das du dich vermutlich verletzt hast, denn das kommt mit ins Protokoll. Ich stand damals so unter Schock das ich gar nicht gemerkt habe das ich schwer verletzt bin. Aber ich hatte Glück im Unglück ein Polizist muß es mir angesehen haben und sagte mein Mann soll am gleichen Tag noch auf die Wache kommen, er würde ihm dann alles erzählen. Mein Mann der auch bemerkte das ich verletzt bin sagte zu dem Polizisten das ich Strafanzeige gegen den Unfallfahrer stelle. Damit war dann alles protokoliert.

Was für Untersuchungen hat man bei deinem Sohn im KH gemacht? Es reicht absolut nicht aus wie es die meisten KHs machen nur zu röntgen und ich denke er hat kein Binde sondern eine Halskrause. Es sollte unbedingt auch bei Dir ein MRT oder CT gemacht werden und lass dir gleich die Bilder geben. Sollte bei deinem Sohn Verschiebungen der Halswirbel zu sehen sein, dann es sehr wohl zu Spätfolgen kommen, wenn es nicht gleich physioterpeutisch ( es muß unbedingt ein Therpeut sein der manuelle Therapie beherrscht ). Bei mir waren die Wirbel sehr stark verschoben aber es wurde nichts gemacht und heute bin ich Rentner. Nimm deinen Sohn mit zum Orthopäden denn der hat ganz andere Untersuchungsmöglichkeiten. Habe selbst 2 Kinder und würde das auch so machen. Bestehe bei dir und auch bei deinem Sohn auf MRT oder CT noch besser wäre Funktions MRT oder CT.

Da Du es ja leider verpasst hast gleich zum Doc zu gehen mache es glecih Morgen früh als 1. Ich sage immer zu jedem egal wie schlimm der Unfall war geht zum Arzt und zwar direkt danach. Du kannst nicht abschätzen ob und wie du verletzt bist, denn nach einem Unfall steht erstmal jeder unter Schock. Als bei mir ein paar Stunden später der Schock nachlies ging es richtig los Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen u.u.u.

Was den Anwalt betrifft kann ich dir leider nichts sagen, weil ich ihn nicht kenne. Aber bitte lasst Euch ALLE richtig durchchecken, denn die Gesundheit geht über alles. Danach kannst du dir einen Anwalt suchen, am besten einen für Verkehrsrecht. Ach was noch wichtig ist: Es wird Euch auch deinem Sohn kein Arzt der Welt sagen können ob Spätfolgen kommen können, deshalb unterschreibt nie bei der Versicherung eine Verzichtserklärung. Das heißt die Vers. bietet Euch eine Summe X an und ihr unterschreibt das ihr keine weiteren Ansprüche mehr an die Vers. habt. Wenn dein Sohn oder auch du, dein Frau u.u. Monate später doch Probleme bekommt habt ihr dann keinerlei Ansprüche mehr weil ihr das unterschrieben habt. Ein guter Anwalt wird euch auch davon abraten tut er das nicht hat er seinen Beruf verfehlt. Lasst euch auch alle Berichte KH und Arzt in Kopie geben sowie auch sämtlich Bilder. Das ist für später wichtig sollte man Euch zu Gutachtern schicken.
Vielleicht ist es auch hilfreich wenn ihr euch aufschreibt wie es euch geht, so eine Art Gedächtniskontrolle

Ich wünsche Deiner Familie und Dir gute Besserung

LG
 

tiptoe

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Dez. 2007
Beiträge
242
RA für Verkehrsrecht

Hallo,

das ist ja scheußlich, sowas als Fahrneuling erleben zu müsssen.

Speetwoman hat mit allem vollkommen Recht. Deshalb gehe ich auf die Punkte nicht auch noch ein.

Ich sage dir nur, du brauchst einen RA für Verkehrsrecht. Aber das machen viele und das ist auch nicht so schwierig, wenn die Rechtslage, wie bei dir, eindeutig ist. In deinem Wohnort findest du sicherlich jemanden. Der Ra sagt dir dann, welche UNterlagen er von dir braucht - eben die Briefe von den Ärzten bzw. Krankenhäusern.

Habe sowas gerade hinter mir, da mich als Fußgänger ein Fahrrad angefahren hatte.

Alles GUte

Tiptoe
 

Siegfried21

Erfahrenes Mitglied
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10 Sep. 2006
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2,530
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Hallo benter,

dein Zitat:

ich bin irgendwie über google auf dieses Forum hier gestossen. Auslöser war ein Unfall, der sich gestern Nachmittag ereignete.
Jedoch stellte ich schon bei den Gesprächen mit der Polizei fest dass mir mein Nacken schmerzt.
Und natürlich möchte ich einen Anwalt aufsuchen um Schmerzensgeld einzufordern.

Was mir bei deiner Angelegenheit einwenig aufstößt ist dies, dass medizinisch
nach den paar Tagen noch nicht alles abgeklärt ist, aber es schon beim Thema- Schmerzensgeld, im Kopf klick macht.

Grüße

Siegfried21
 

benter

Nutzer
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17 Mai 2009
Beiträge
3
Hallo Siegfried,

an das Thema Schmerzensgeld hatte ich selber auch nicht gedacht. Als ich am Samstag-Abend mit meiner Schwester telefoniert habe, erzählte sie mir davon.

Primär geht es mir um die Gesundheit, vor allem meiner Kinder. Wir waren heute noch einmal bei einem Chech-Up bei einem speziellen Kinder-Orthophäden, dieser hat die Jungs erst einmal so geprüft.
Und Mitte der Woche gehts dann noch zum MRT, um dann letzte Gewissheit zu haben - ob bzw. dass alles in Ordnung ist.
Da mein großer wieder Sport machen darf, gehe ich davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt ersteinmal alles in soweit in Ordnung ist.

Und wie du meinem Eröffnungsbeitrag entnehmen kannst, habe ich das Wort "Schmerzensgeld" nur einmal, in einem Satz benutzt. Daraus dann abzuleiten, es mache "klick" im Kopf... - naja - ist in Ordnung.

Nachdem ich mich hier im Forum ein wenig umgesehen habe, ist ja unser Unfall eine Bagatelle im Vergleich zu einigen Schicksalsschlägen hier.
Dennoch überwog gestern noch der Schock über den Unfall und die Unklarheit, was ist eigentlich nun zu tun.

Ich danke für die ersten Tipps.

Viele Grüße

Benter
 

maja

Mitgliedschaft beendet
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6 Sep. 2006
Beiträge
1,262
Hallo Siegfried!

Hätte nicht jeder gern eine "Million"?
Habe nun schon, nicht nur in Deinem Beitrag, des öfteren,
gelesen, ein wenig Unverständnis geäußert wird,
wenn jemand wegen Schmerzensgeld fragt.

Warum soll man eigentlich nicht daran denken, wenn es einem auch noch
zusteht?

Die Zufriedenheit darüber, dass es einem nicht noch schlimmer ergangen ist
braucht doch deswegen nicht zu kurz kommen.
Wir haben eigentlich, jedenfalls die meisten, sehr wenig Geld und wenn einem
dann etwas passiert, man auch noch Schmerzen erleiden muss, es einem zusteht, weil man keine Schuld an diesem Unfall hatte,
warum sollte man nicht daran denken?

Habe festgestellt, (dass Leute die es gar nicht nötig hätten),
jeden kleinen Fahrschein und weiss ich was noch alles aufheben,
weil sie es vielleicht wiederbekommen.
Ist auch richtig so.

Also mir stand kein Schmerzengeld zu -leider.
Denn ich hatte/hab genug davon. (Schmerzen)
War nur ein Helferunfall, aber bekommen hätte ich gern
etwas.
Auch wenn es meine Schmerzen nicht verringert hätte,
so wäre doch zumindest meine Lebensqualität gestiegen.
Ausserdem hätte ich mir, jetzt wo ich fast nur noch O Anwendungen bekomme, gerne Massgen Fango.... geleistet.
Könnt es nämlich gut gebrauchen.
Das Geld von meiner PUV habe ich auch gern
genommen
(hätte mehr sein können :-((((()

Fahrscheine habe ich nicht aufgehoben -leider.

Also-seid bitte nicht so empfindlich-wenn jemand danach fragt.

LG
maja
 

tiptoe

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Beiträge
242
Hallo Benter,

Moment mal: nachdem mich eine Fahrradfahrerin auf dem Gehweg angefahren hatte und ich ins Krankenhaus fuhr, dachte ich sofort an Schmerzensgeld, natürlich.

Das hängt nun mal ganz und gar nicht mir ausbeuten zusammen, sondern einfach mit Recht.

Soll jemand die Schmerzen, die ihm jemand fahrlässig zugefügt hat, einfach aushalten und sagen, ach, war eigentlich nicht so schlimm? Nein, da bin ich ganz anderer Meinung: ich fordere per RA das Schmerzensgeld ein und freue mich darüber.

Aus diesem Grund gibt es doch Haftpflichtversicherungen.

Tiptoe

mein letzter Beitrag hätte an Siegfried gerichtet werden müssen, Verzeihung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

pussi

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hallo, benter

wenn rechtsschutz besteht, sollte man über einen ra eine feststellungsklage einreichen.

bt. nicht so sicher sein, was bagatellschäden angeht.
es könnten durchaus folgeschäden auftreten.

darum, gleich von anfang an, jeden schritt, der bezgl. des unfalls unternommen wurde und wird, dokumentieren, sowie alle diagnosen und arztbriefe, besonders radiologische aufnahmen hüten, als wenn es goldnuggets wären.
man weiss ja nie.

mfg
pussi
 

Speetwomen

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Hallo Bender

Was Maja geschrieben hat, dem ist fast nichts hinzuzufügen. Ich hatte das schon einmal geschrieben, egal wie schwer der Unfall war, du bist absolut nicht in der Lage zu sagen was für Schäden der Unfall ausgelöst hat, außer wovon ich nicht ausgehe du bis selbst Arzt;). Man ist so unter Schock, dass sieht man schon an deiner Reaktion nach dem Unfall. Dir war egal was mit dir ist du hast dich gleich um deine Kindern gekümmert.

Ich finde gut das ihr ins MRT geht, hoffe das ist ein Funktions MRT wo es leider nicht viele gibt. Bei einem F MRT kann man die Rotation der Halswirbel sehen, was bei einem sogenannten Schleudertrauma auch bei kleinen Aufprallgeschwindigkeit häufig zu Schäden kommt. Meine Aufprallgeschwindigkeit war zwar sehr hoch aber ich selbst habe überhaupt nicht mitbekommen wie mein Kopf im Auto rumgeschleudert wurde. Ich habe nicht einmal gemerkt das ich mit dem Kopf an den Schiebdachträger volles Rohr drangeknallt bin, sodass ich ein mittleres Schädelhirntrauma davon getragen habe.

Damit du deine Ansprüche bei der Vers. anfordern kannst, was absolut nicht verwerflich ist sondern dein gutes Recht, schreibe jede Fahrt zu Arzt egal ob mit deinem Sohn oder du selbst auf. Auch Befunde, Bilder u.u.u sind absolut wichtig die aufzubewahren. Komme bitte von Bagatellunfall runter, dieser Begriff exestiert nur in den Köpfen von Gutachtern um die Summe zu drücken. Dir steht nicht nur Schmerzensgeld sondern auch Schadenersatz zu. Darunter zählen dann die Fahrten zu Arzt, eventuelle Therapien und Medikamente. Laßt Euch von einem Anwalt für Verkehrsrecht gut beraten. Wie schon erwähnt du eißt nicht wie sich die Verletzungen gerade auch bei deinem Sohn weiter entwickeln.

Ich wünsche dir und deiner Familie gute Besserung.

LG
 

benter

Nutzer
Registriert seit
17 Mai 2009
Beiträge
3
Guten Morgen,

also vielen Dank noch einmal für die Ratschläge. Das mit dem "Arzt/Schmerz-Tagebuch" werde ich sofort in Angriff nehmen.

Das Wort "Bagatellunfall" werde ich umgehend aus meinem Wortschatz streichen! :-D

Heute Vormittag haben wir einen Termin beim Anwalt und dann schauen wir mal weiter.

Im Moment ist es so, dass es den Kindern soweit gut geht - physisch. Der Große macht sich schon Gedanken, ob das wieder passieren könnte, deshalb will er auch kein Auto fahren. Das wird noch ein Knackpunkt werden.

Aber bis hier her wirklich vielen Dank.

Bisher war ich nämlich immer in der Rolle des Helfenden (nicht bei Unfällen, aber im sozialen Bereich, bei Problemen mit Behörden usw.) und bin ich das erste Mal Opfer in einer mir unbekannten Situation.
Das hilft mir wirklich hier immens weiter. Danke.

Viele Grüße

Benter
 
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