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Unfall mit psychischen Folgen- vielleicht kann mir ja jemand helfen

withtears

Nutzer
Registriert seit
20 Dez. 2006
Beiträge
5
hallo,

ich hatte am 5. dez. 2006 einen autounfall.

ich erzähl mal kurz wie es dazu kam.

ich führ von meinem freund aus auf der landsstraße richtung meinem zu hause.
auf dieser landstraße sind zwei ampeln, ganz knapp vor der zweiten ampel ist eine ausfahrt, wo man nicht abbremsen muss um rauszufahren.
ich bin mit ca. 70kmh hinter einem auto hergefahren. die ampel schaltete von grün auf orange, ich war jehdoch schon viel zu nah dran um noch anhalten zu können.
das auto vor mir führ die ausfahrt raus und ich wollte über die ampel fahren... als plötzlich ein stehender kleinbus an der ampel stand. ich habe keine lichter an dem auto gesehen. konnte natürlich nicht mehr anhalten. wollte noch ausweichen, hab ihn aber noch mit meiner beifahrerseite erwischt und mich daraufhin mehrmals überschlagen. irgendwann ist dann mein auto kopfüber zum stehen gekommen (mir kams vor wie ne ewigkeit).
ich war angestellt und hing also kopfüber in meinem auto drinne. habe mir auch gedacht das ich lieber so hängen bleibe, bevor ich mir beim abschnallen noch was tu.
plötzlich war im innenraum rauch, ich konnte das zundschloss nicht finden um den motor auszumachen. hab mich abgeschnallt und saß dann sozusagen im meinem auto, aber halt richtig rum.
meine türen gingen nicht auf, meine fenster auch nicht. eine frau draußen riss wie bescheuert an den türen und schrie dabei das sie sie nicht aufbekam.
ich saß da drinne und wollte schreien das ich hier raus will aber ich bekam keinen ton raus. nur einmal ganz kurz.
es wurde immer mehr qualm und mir kam die zeit vor wie ne ewigkeit.
irgendwann ging dann mein fenster ca. 5 cm auf und ich bekam frische luft.
ich dachte ich muss verbrennen.
ein mann hat die tür dann aufbekommen und mich haben alle angestarrt als wär ich ein auserirdischer.
ich bin aus dem auto rausgerannt und wollte einfach nur weg von da und hab gezittert und konnte nicht reden.
sie haben mich dann auf eine wiese gesetzt und mir ihre jacken gegeben und polizei, krankenwagen waren unterwegs.
ich wollte meinen freund anrufen, hatte aber mein handy nicht dabei und seine nummer nicht im kopf, also hab ich meine ma angerufen von dem handy eines mannes der da war.
als der krankenwagen da war hab ich gleich valeum oda so bekommen, jedenfalls war ich ganz starr und zitterte und lag da drinne.

nun. ich hab nur prellungen und ne gehirnerschütterung. bin also gut davon gekommen.

mein problem nun ist. ich kann nicht darüber reden, ich träume nicht davon garnichts.
ich bin seidher auch nicht mehr autogefahren. ich will erst wieder fahren wenn ich ein neues auto habe. bin nur als beifahrer gefahren.
ich bekomme wegen jeder kleinigkeit depressionen, streite mich nur noch mit meinem freund.
einerseits will ich meine ruhe habe, aber sobald ich alleine bin gehts mir ziemlich dreckig.

der qualm ausm auto, war vom airbag und von öl welches übern motor lief, also nicht weiter tragisch.

ist auch niemandem weiter was passiert.

ich weiß nicht wie ich jetzt mit mir umgehen soll.
und andere verstehen mich nicht wenn ich sag das ich meine ruhe haben will und dann doch wieder ankomm und gesellschaft suche... ich verstehs ja selber nicht.

mfg wt
 

seenixe

Super-Moderator
Mitarbeiter
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31 Aug. 2006
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7,891
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Berlin
Hallo WT,

Herzlich Willkommen im Forum. Ich kann nachvollziehen, was Dir passiert ist.
Du brauchst schnellstens psychologische Hilfe, die Dir bei der Verarbeitung des Unfalls hilft. Zögere die Inanspruchnahme nicht hinaus. Es ist ganz wichtig auch im Kopf das geschehene zu verarbeiten. Die normale Reaktion ist Verdrängung. Aber so ein Erlebnis mit seinen Ängsten verdrängt man nicht einfach.


Gruß von der Seenixe
 

sam

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
1 Sep. 2006
Beiträge
795
re. Antwort

Hallo Withtears,

willkommen im Forum bei uns,...

Da hast Du wirklich sehr viel Glück gehabt und hoffe doch sehr das Dein Schutzengelkonto nicht aufgebraucht ist.

Nun zu Deinem eigentlichen Problem, hier möchte ich Dich bitten einen Psychologen aufzusuchen. Winke bitte nicht ab ich versuche es Dir so zu erklären das es für Dich nachvollziehbar ist, ok.

Du hast zum Zeitpunkt des Unfalls unter enormer Anspannung / in einer erhöhten Stresssituation gestanden, erlebt und durchlebt und einen enormen Angstzustand aufgebaut. Man könnte es auch einfach als Todesangst bezeichnen.

Der 05.12. ist noch nicht lange her, daher gehe ich mal davon aus das Du selbst jetzt noch unter der Schockeinwirkung durch den erlebten Unfall stehst. Du kannst nicht drüber reden, Dich jedoch gut erinnern, Du bist unausgeglichen, schnell reizbar, ungehalten und Du hast nicht die Wiederholung des nochmaligen Erleben.
Noch funktioniert Deine Körperlicher Schutzfunktion ( die Verdrängung ), doch diese wird bald aufgebraucht sein, siehe o.g. Anfang.

Hebt diese Schutzfunktion sich auf wirst Du die Welt nicht mehr verstehen, was Dir heute schon mühe bereitet mit Dir und der Umwelt klarzukommen. Also ab zum Psychologen, diese Leute werden Dir behilflich sein Dich begleiten, das erlebte durch den Unfall fachgerecht zu verarbeiten. Nur so hast Du die Möglichkeit, Sorry sage es mal Salopp der / die Alte zu werden / wirst.

Gehe bitte unter Spezieller Geschrächskreis hier im Forum, hier findest Du viele Betroffene die nach einer PTSB sehr viel Zeit brauchen um das erlebte zu verarbeiten nach Unfall ect.. Keine Angst das ist ok und wir hören auch zu selbst wenn Du mal nicht gut drauf bist. Lese Dich ein wenig ein und Du wirst es verstehen lernen. Melde Dich Bitte einfach, ok. Dir gute Besserung, In diesem Sinne, sam ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Southy

Nutzer
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12 Sep. 2006
Beiträge
37
Hallo withtears!

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen - suche einen Psychologen auf.
Das hört sich bestimmt komisch an. Man verbindet Psychologen häufig mit "verrückt sein". Die meisten Menschen, die einen Psychologen in Anspruch nehmen, sind das aber ganz und gar nicht.

Es gibt Psychologen, die sich auf Traumapsychologie spezialisiert haben. Ich denke, so einer kann dir am besten weiterhelfen.
Du warst in Lebensgefahr und das kann man kaum (ich wüßte nicht wie) alleine verarbeiten.

Alles was du beschrieben hast, kommt mir sehr bekannt vor. Mir ging es nach meinem Unfall genauso.
Ich habe den Eindruck, dass dein Umfeld dich nicht ganz verstehen will. (Richtig verstehen können das wohl nur Menschen die in ähnlichen Situationen waren.) Erklären kann man die eigenen Gefühle in der ersten Zeit auch kaum - aber das wird. Vielleicht hilft das anderen beim Verständnis.

Ich wünsche dir alles gute und scheue dich bitte nicht, Hilfe anzunehmen. Nach so einer schrecklichen Erfahrung zum Psychologen zu gehen ist absolut keine Schande.

Liebe Grüße
Karin - Southy
 

Hollis

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Gesundheitsreform und Wartelisten bei den Psycho-Docs

Das Problem mit den Psychologen, leider sind die guten zur Zeit völlig ausgelastet.

Auf Grund der Gesundheitsreform bevorzugen gerade diese Privatpatienten. Versuch mal einen zu finden, ich hatte dies probiert und bis heute in der Umgebung niemand zu finden. Wen man Pech hat, dann kommt evt. auch noch auf eine Warteliste, d.h. 1-2 Jahre warten.

gruß

Hollis:(
 

withtears

Nutzer
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20 Dez. 2006
Beiträge
5
hallo,

danke schonmal für die antworten.
ich war noch nicht fertig, musste aber aufhören da mein freund nach hause gekommen war.

ich muss dazu sagen, das ich mich zwar gut erinnere, aber auch nicht an alles, ich erinnere mich eher mit fakten daran, nicht mit gefühlen. mit gefühlen nur ganz seltend und wenn dann muss ich gleich weinen.
zudem, habe ich schon eine psychose hinter mir welche ich aber, seid ich arbeite und wieder einen mehr oder weniger geregelten tagesablauf habe (schichtarbeit halt).. ich sag mal überwunden habe. medikamente nehme ich keine mehr.

ich habe insgeheim schon darüber nachgedacht zu einem psychologen zu gehen. nur traue ich mich nicht. ich habe hier wo ich wohne erst einen gefunden (damals mit der psychose) der ich vertraut habe. welche aber leider nicht mehr tätig ist.

mein umfeld, also freunde, familie, arbeitskollegen, reagiere komisch auf mich. ich komme damit nicht klar.

kurz nachdem unfall war ich sehr nachdenklich und wenn man mich fragte wieso dann meinte ich halt, das mich das belastet das ich angst hatte zu sterben.
ich bekam dann antworten wie "aber es ist nicht so gekommen, also mach dir keinen kopf darüber"...
sie wissen halt auch nicht was sie sagen sollten.

und jetzt paar wochen danach, will ich drüber reden, aber kann nicht... ich bekomm keinen ton raus. in den momenten kenn ich die passenden wörter nicht, und sitz dann da wie jemand der noch nicht sprechen gelernt hat.
mir tut es sehr weh wenn ich meinen freund dann da sitzen sehe und er will mir helfen, kanns aber nicht.

ich hab permanent einen druck in mir, als ob ich ein riesen klumpen brot runter geschluckt hätte...

danke nochmal für eure antworten, ihr habt mir damit schon sehr geholfen.

baba wt
 

sam

Mitgliedschaft beendet
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1 Sep. 2006
Beiträge
795
re.

Hallo baba,

deine Gefühle die Du nicht empfinden kannst, werden durch den Schutzmechanismus Körperlich aufgebaut, durch Dich selbst ausgelöst. Es ist eine Art - Sperre. Diese Sperre kannst nur Du selbst aufheben mit der Unterstützung von professioneller Hilfe durch einen Psychologen / gin. OK.

In diesem Sinne, sam ;)
 

Southy

Nutzer
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12 Sep. 2006
Beiträge
37
Hallo withtears,

vor allem ist es wichtig, dass diese Sperre nur langsam und stückchenweise geöffnet wirst, sonst kann es vorkommen, dass du alles noch einmal durchlebst mit dem gleichen Unsicherheitsgefühlt. (Flashback)
Ein guter Psychologe kann abschätzen wieviel Erinnerung (auch Gefühlerinnerung) sein Patient auf einmal vertragen kann.

Gibt es bei dir in der Nähe eine Traumaambulanz?
Da war ich zunächst und dadurch habe ich ziemlich schnell einen Termin bei einem guten Psychologen bekommen.

Liebe Grüße
Southy
 

MikeHRO

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Beiträge
6
hallo withtears,

ich hab die gleichen probleme wie du und kann dich sehr gut verstehen. auch ich lass meinen frust an meiner familie aus und komm dann wieder weil ich nicht allein sein will.
an meinen unfall kann ich mich auch nicht erinnern und frage mich immer wieder was damals passiert ist.

LG MikeHRO
 
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1 Jan. 2007
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Hallo,
dein Unfall klingt echt heftig. Ich kann völlig nachfollziehnen wie du dich fühlst! Ich hatte auch einen unfall vor zwei Monaten wurde von einem Kard angefahen. Hatte relativ viel glück, hatte trozallem Schlüsselbeinbruch,Prellungen,Rippenquetschungen Schürfwunden und was so ein Unfall noch mit sich bringt.
Erlich gesagt ich habe diesen Unfall Verdrängt, aber auch so mit gute Freunde verloren. Ich konnte nicht mehr mit ihnen reden so wie du sagst so als hätte ich nie sprechen gelernt aber das kam so 3wochen später.
Mir fehlt vom Unfall nicht viele Erinnerungen aber im meinem Altag kommen immer Situationen die mich daran erinnern. und es kommt dazu das ich völlig weggetreten bin. Ich habe nach meinem Unfall den Führerschein gemacht und ich frag mich heute noch wie ich das geschaft habe. Wenn ich an die Straßekomme, kommen ziemlich viele Blitzerinnerungen hoch. Ich kann nicht über die Straße gehen ohne mich dreißig mal umzudrehen selbst dann habe ich noch Angst herüberzulaufen. Ich habe auch angst zum Psyologen zu gehen ich habe noch nicht einmal geschaft mit meinen Eltern darüber zu reden. Ich habe nur einwenig darüber geredet aber sie meinten das ist normal. Die Zeit wird das schon heilen.
Ich glaube nicht das ich dir damithelfen konnte aber vielleicht siehst du das du damit nicht alleine bist
Alles Gute
Britta
 

Cate

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Ort
Ebensfeld (Lichtenfels)
Hey withtears!
Hmm ich hab genau das gegensätzliche Problem zu deinem.Bei mir war es so,dass mein Freund einen Autounfall hatte,der auch ziemlich heftig war.Er hat sich dabei fünfmal überschlagen,lag anfangs auch auf der Intensiv.Anfangs sprach er ganz offen über den Unfall,nur ist er seit ca 3 Wochen sehr seltsam geworden.Er will niemanden sehen,redet mit keinem mehr und sitzt den ganzen Tag nur in seinem Zimmer,sogar an Weihnachten.Er erzählte mir,dass es sich wie eine Art Depression anfühlt und dass er an unserer Beziehung bzw an seinen Gefühlen mir gegenüber zweifelt (was meiner Meinung nach recht merkwürdig ist,wenn man grad erst frisch zusammen ist).Jedoch erfuhr ich gestern von Freunden,dass er wenigstens Silvester woanders war als zu Hause.Wir denken alle,dass er eine Art Trauma vom Unfall hat (drei Tage vor seinem Unfall ist ein Arbeitskollege gestorben,als er gegen einen Baum fuhr).Nur kann ihm niemand helfen bzw er lässt sich von niemandem helfen,denn ich denke auch,dass man das alleine nicht schafft.Es ist gut,dass du von dir selber aus sagst,dass du zu einem Psychologen willstIch wünsche dir alles Gute dabei!Ich kann jetzt nur abwarten,denn wenn er mich nicht sehen will,ist es nich so toll,wenn ich mal zu ihm hinfahre.Wolltest du deinen Freund denn anfangs auch nicht sehen?Weiss nich mehr,was ich machen soll,ob es gut oder schlecht ist,dass er sich seinen Freunden wieder annähert,mich aber weiterhin links liegen lässt.Vielleicht kannst du mir da ja n bisschen weiterhelfen,denn ich verstehe sein Verhalten einfach nicht.
Alles Liebe!
 

withtears

Nutzer
Registriert seit
20 Dez. 2006
Beiträge
5
huhu,
danke für eure lieben antoworten.

also meinen freund wollte ich schon sehen, und will ihn auch sehen. derzeit wohn ich mehr oder weniger bei ihm. er ist der einzige den ich sehen möchte. er ist auch der einzige der mich mit dem thema unfall in ruhe lässt und wartet bis ich mit dem thema anfange (aber das auch erst seid kurzem weil ichs ihm gesagt habe, das er mich damit in ruhe lassen soll).
ich kann die ganzen anderen nicht sehen, meine eltern, freunde usw. bei ihnen habe ich ständig das gefühl sie würden mich komisch angucken und jeden moment wieder mit dem unfall anfangen.
es ist wechselhaft. manchmal will ich einfach nur alleine sein und für mich sein. und manchmal will ich meinen freund da haben, oder etwas unternehmen.

ich habe wieder angefangen zu arbeiten, weil mein chef mich umbedingt brauchte.
seit ich wieder arbeite habe ich kopfschmerzen die mich beinahe umbringen. und mir macht die arbeit nicht mehr so viel spaß wie früher. früher bin ich echt gerne arbeiten gegangen, jetzt sehe ich das eher als belastung.
am montag habe ich einen termin beim neurologen wegen der kopfschmerzen halt, nur der termin ist mitten in meiner arbeitszeit und mein chef macht voll den terror deswegen.
wir hatten aber damals abgemacht, das wenn ich früher aus meinen urlaub wiederkomme, ich jederzeit nach hause gehen kann wenn es mir nicht gut geht und ich auch frei bekomme bei arztterminen. naja, chefs versprechen vieles und können sich dann später plötzlich nicht mehr daran erinnern ;_;
den termin verschieben möchte ich nicht, ich wurde schon dazwischen gequetscht und wenn ich ihn nun nocheinmal verschiebe dann muss ich 3 wochen warten.

liebe grüße
wt
 
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