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Unfall mit Fraktur des BWK12

Jogel

Neues Mitglied
Registriert seit
1 Nov. 2018
Beiträge
10
#1
Hallo,
hatte am 24.08.2017 einen Rad Unfall mit folgenden Verletzungen.
1. Distraktionsverletzung HWK 6/7 ( AO Spine:B3,N1,F0 )
2. Fraktur des 12.BrustwirbelKörpers ( AO Spine: A3 N3 MO ) mit inkompletter Paraplegie
3. HWK 5-Fraktur ( AO Spine : A1 NO MO )
Therapie:
ad 1 Ventrale Spondylodese HWK 6/7 mit Syncage und Skylineplatte am 24.08.17
ad 2 Percutane dorsale Instrumentierung BWK 11 auf LWK 1 sowie Laminektomie BWK 12 am 24.08.17
Ventrale bisegmentale Spondylodese BWK11 auf LWK1 mit Wirbelkörperersatzbisegmentaler Platte ( MACS-Platte )am 7.09.17

war 3 Wochen in der BG Kilinik in Ludwigshafen und wurde dort operiert.Danach 5 Wochen in Reha.
Ich arbeite seit Nov. 2017 wieder.Habe seit dem Unfall im rechten Fuß und der Hand Gefühlsstörungen und kann nicht ohne das ich mich festhalte Treppensteigen.
Wenn ich auf der ebene laufe geht es so,aber sobald ich Treppen oder wenn es hoch geht laufen muss wird es schwer.
Meine PUV hat das mit Beinwert 1/20 und die Wirbelfraktur mit 20 % bewertet.
Ergibt ein Invalidität mit 23.5 % begutachtet.
Das erscheint mir zu wenig zu sein.
Meine Frage: wo kann ich das nachprüfen lasse oder was soll ich machen.

LG

Jürgen
 

Pfong

Mitglied
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22 Feb. 2018
Beiträge
68
#2
Hey jogel

Ich hatte einen Trümmerbruch lwk2 mit hinterkante, der wirbelkanal war fast komplett zu.
Ich wurde von lwk1-lwk3 versteift.
Sowohl von hinten mit fixateur als auch von vorne mit mit wirbelersatzkörper.
Das Metall bleibt für immer drin.

Ich habe ähnliche Beschwerden wie du.

Zur begutachtet von der Puv hat mir der Gutachter alles genau erklärt.
Die Verletzung von mir war schwer und nur durch ein Wunder kann ich überhaupt wieder laufen.
Allerdings zählt nicht die schwere der Verletzung sondern das Ergebnis, welche Einschränkungen nach der Heilung noch vorhanden sind.

Hätte ich die selbe Verletzung in der brustwirbelsäule gehabt hätte ich weniger % bekommen da die bws von der Anatomie her steifer ist als die lws oder die hws.

Die Puv hat mir von sich aus 20% angeboten, damit war ich nicht einverstanden.
Der Gutachter hat dann 25% begutachtet.

Wenn du nicht einverstanden bist solltest du dir einen guten Anwalt suchen der auf dem Gebiet Erfahrung hat!

Ich selbst war auch bei einem Anwalt der mich fair beraten hat.

Gute Besserung

Mfg
 

Gsxr1983

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#4
Guten Morgen Jogel,

Schön das du zu uns gefunden hast und vielleicht können wir dir sogar etwas weiter helfen!

Grundlegende Fragen:
Besteht ein Schmerztagebuch mit Medikation?
Hast du alle Unterlagen und Befunde angefordert und Chronologisch zur Hand?
Kannst du deine Schmerzen und Einschränkungen auf eine Skala 1 - 10 beschreiben?

Hast du dich vor der Begutachtung über deine Verletzungen Informiert?
Hast du alle Befunde Gegoogelt?
Warst du mit Begleitperson beim Gutachten?

Was für ein Arzt hat dich begutachtet?
Was für Untersuchungen bestehen neurologisch?

Hallo Jogel ich habe deine Verletzungen mal durch Googel gelassen und gehe davon aus das du in der HWS erheblich Bewegungseinschränkungen hast und BWK 12 auf LWK macht sich die Versteifung auch durch Muskuläre Probleme Bemerkbar gemacht. Myogelosen, Hartspan und ziehende Schmerzen?

War es so das du nach der Reha sofort Schmerzfrei warst? Bist ja direkt im Anschluss wieder arbeiten gegangen? Was für eine Medikation bekommst du?

Was Arbeitest du, das du so schnell wieder Arbeitsfähig warst und wie alt bist du ungefähr? Denn auf solche Versteifungen kommen meist Folgeschäden, da die verbliebenen Wirbel das Bewegungsdefizit kompensieren müssen!

Das sind so spontan meine Ersten Fragen die mir gerade im Bett eingefallen sind!



Ich finde die 23% einen schlechten Scherz und Begründe das mit: https://link.springer.com/content/pdf/bbm:978-3-642-30037-0/1.pdf
(siehe Tab. 14.17)


Weiteres folgt.


MfG


GSXR
 

Jogel

Neues Mitglied
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Beiträge
10
#5
Guten Morgen GSXR 1983,
erst mal vielen Dank für deine Rückmeldung.
Zu deinen Fragen:
Ich habe kein Schmerztagebuch
Die Befunde habe ich alle CT MRT und Berichte.
Meine Schmerzen und Einschränkungen kann ich beschreiben habe ich auch bei der Begutachtung vorgelegt.
Hatte aber den Eindruck das sie nicht sonderlich interessieren.
Vor der Begutachtung habe ich mich nicht informiert.Der Arzt ist mir von der PUV HDI zugeteilt worden.
Es haben zwei Untersuchungen stattgefunden ...bei einem Orthopäden und bei eimem Neurologen.Eine
Begleitperson war nicht dabei,war ein Fehler wenn ich so darüber nachdenke.Ich muss noch dazusagen das ich vor meinem Unfall ein Neurologische
Vorerkrankung Hatte ( RLS seit ca.20Jahren ) habe vor meinem Unfall 2 x 2 mg Ropinirol genommen und es war gut.Nach meinem Unfall hat sich das
wesentlich verschlechtert,ist auch im OP Bericht dokumentiert worden.Die Verschlechterung wurde von der PUV abgelehnt.Begründung ...
Augmentation durch Überdosierung nach einem Unfall.Zur HWS da habe ich eigentlich die wenigsten Probleme.
Meine größten Probleme sind das RLS und das ich nicht ohne Probleme Treppen laufen kann und aus der Hocke nicht ohne Hilfe hoch komme.
Habe ich bei jeder Untersuchung gesagt,wurde aber nicht beachtet.Meine Schmerzen sind morgens beim Aufstehen und wenn ich was körperlich arbeite.
Am 17.10.17 war ich nochmal bei einer Untersuchung in der Wirbelsäulenchirurgie in Markgröningen,können aber nichts mehr für mich tun.
MRT Aufnahmen vom 5.10.18 zeigen Myelopathiezeichen im Bereich von BWK 12 keine Spinalkanalstenose und keine Neuroforamenstenose.
HWS soweit i.o. bist auf das verbleibende Inplantat.
Habe aber seit dem Tinnitus und Schluckbeschwerden,war auch schon beim HNO Arzt.
Er meinte das kann schon vom Unfall kommen.
Ich bin Mechaniker und arbeite als CNC Fräser die meiste Zeit im stehen.
Ich bin 58 Jahre und hatte vor meinem Unfall keine Probleme mit dem Rücken,habe viel Sport gemacht.Bin im Jahr so zwischen 5000 und
8000 km Rad gefahren.

Mit freundlichen Grüßen
und noch einen schönen Sonntag

Jürgen
 

Jogel

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#6
Hallo GSXR,
habe nochmal was in Internet gefunden,einGreichtsurteil.
Inwieweit ist denn das zu Bewerten in meinem Fall.
( OLG Hamm 9.5.07 , 20U228/06 Abruf-Nr. 072968 )

LG

Jürgen
 

Hefti

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#7
Hallo Jürgen

Die PUV lehnt die RLS- Verschlechterung mit dem Argument: "Augmentation durch Überdosierung nach einem Unfall" ab?
Wie begründen die das? Beim Unfall eine Packung Pillen versehentlich verschluckt?
Wenn durch die Unfallbehandlung eine Überdosierung stattgefunden hat, so ist es doch eine Folge des Unfalls, oder??

Beste Grüße
Hefti
 

Jogel

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Beiträge
10
#8
Hallo Hefti,
erst mal vielen Dank für deine Rückmeldung.
Ich habe nach dem Unfall heftige Beschwerden in den Beinen gehabt und habe deshalb meine Dosis erhöt.
Aber die Beschwerden sind schon bei der OP da gewesen,das ist im OP Bericht auch vermerkt.
Ist mir auch rätselhaft wie man so was behauten kann,aber hat der Neurologe bei der Begutachtung so in seinem
Bericht behauptet.Das werde ich so nicht akzeptieren ...oder was meinst du ?
Ich denke mal das man die Invalidität auserhalb der Gliedertaxe umgehen will.

Grüße
Jürgen
 

Hefti

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Beiträge
29
#9
Hallo Jürgen,

zum weiteren und richtigen Vorgehen kann ich Dir wenig schreiben.
Ich habe nur mitgelesen und versucht mit meinem (aus meiner subjektiven Sicht) gesunden Menschenverstand die Begründung der PUV zu verstehen.
Und es gelingt mir nicht. Ich finde es eine Unverschämtheit.
Aber solche und ähnliche Erfahrungen machen die Mitglieder dieses Boards leider ständig.
Abgesehen von der Unterstützung untereinander gibt es leider auch keine Hilfe durch Recht und Gesetz. Die beiden sind scheinbar so flexibel auslegbar, dass im Endeffekt der Kranke/Geschädigte immer den Kürzeren zieht.
Traurig aber Realität.

Gruß
Hefti
 

Sekundant

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#10
hallo Jürgen,

aus deinen bisherigen beschreibungen entnehme ich folgendes, was einer klärung bedarf und der versicherung entgegengehalten werden könnte:

Die Verschlechterung wurde von der PUV abgelehnt.Begründung ...
Augmentation durch Überdosierung nach einem Unfall.
steht dies auch sinngemäss in diesem GA und wird das auch vom SV begründet, weshalb und in welchem ausmass eine überdosierung vorliegt (es scheint im bereich des möglichen zu liegen, wenn man sich zu dem medikament informiert)? aber ob das dann tatsächlich ausreicht, halte ich für etwas gewagt, ohne entsprechende grundlage (tests, beiziehung von unterlagen der medikamentenzulassung etc).

steht dagegen nichts davon um GA oder nur angedeutet und ist es eine reine vermutung des sachbearbeiters, ist die aussage ohnehin für diese begründung unzureichend.

Aber die Beschwerden sind schon bei der OP da gewesen,das ist im OP Bericht auch vermerkt.
ob nun vom SV im GA beschrieben oder vom sachbearbeiter vermutet, haben sie das wohl "übersehen" und du solltest das ergebnis des GA mit hinweis auf diese widersprüchliche festestellung im OP-bericht hinweisen und eine entsprechende würdigung nachsuchen. das ergebnis im GA ist mit der falschen tatsachenbewertung für dich offensichtlich ebenso unrichtig, und die unterstellte tatsache, es beruhe auf überdosierung nicht zutreffend und widerlegt.


gruss

Sekundant
 

Gsxr1983

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#11
Hallo Jogel,

dein Glück ist das es dass Gutachten nach dem ersten Jahr war. In deinem Gutachten steht, sicher ähnlich, am Ende: Es ist davon auszugehen das Schädigungen bleiben. Es kann aber das Endmaß noch nicht abgesehen werden da es noch zu Besserungen kommen kann. Eine Endgültige Einschätzung kann erst zum Ablauf der 3 Jahresfrist abgegeben werden.

Lass uns mal wörtlich wissen wie der letzte Satz und die Einschätzung gesamt lautet!

Sekundant ist Profi und hat dir schon einen Weg aufgezeigt wie du gegen das zuletzt erstellte Gutachten vorgehen musst! Arbeite dir ein Schreiben aus in dem du mit vorhandenen Diagnosen die Angaben des SV wiederlegst! Am Einfachsten Tabellarisch:

Beachte den Link den ich dir geschickt haben und verweise darauf!!!! Du hast Kaputte BWS auf LWS Wirbel und hast die Versteifung in der HWS deren Mitbeurteilung wohl vergessen wurde, der Fremdkörper besteht! Du musst für deine 58 Jahre schon extrem Fit sein wenn du nur so geringe Schädigungen hast! Der Gutachter (SV) vergleicht dich einfach mit Gleichaltrigen in schlechtestem zustand und im vergleich zu denen ist das mit der Hocke ein Scherz!

Gib rotzfrech an das dass erstellte Gutachten so stark Fehlerbehaftet ist damit es vor Gericht als Gefälligkeitsgutachten wertlos ist!

Und dann mal abwarten was passiert!

MfG


GSXR
 

Jogel

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#12
Hallo Sekundant
Hallo GSXR

ich hätte nicht gedacht das ich solche Schwierigkeiten mit der PUV habe .Ich habe die PUV bestimmt schon 20 Jahre und sie haben mir nach dem
Unfall gekündigt,aber das ist eine andere Sache.
Nun zum RLS ...ja es steht in der GA das eine Augmentation denkbar ist,aber Ropinirol ist das Medikament mit den geringsten Nebenwirkungen.
Es geht nicht ohne Medikamente und irgend was wuss ich doch nehmen.
Ich bin vor meinem Unfall gut mit der Dosierung zurechtgekommen,das hat sich aber nach dem Unfall drastisch Verschlechtert.
Das wurde auch so im OP Bericht der BG Klinik Ludwigshafen so dokumentiert.
Der Wortlaut :
Bei neurologischen Defiziten im Bereich der unteren Extrenitäten wurde die Indikation zur sofortigen stabilisierende Operation des 12.BWK und zur
Laminektomie gestellt und wie oben beschrieben durchgeführt.Im gleichen operativen Eingriff erfolgte die ventrale Stabilisierung der unteren HWS.
Postoperativ konnte Herr K...... unter physiotherapeutischer Aufsicht mobilisiert weden.Die Mobilisation wurde immer wieder durch starke Beinschmerzen bei bekanntem RLS Syndrom erschwert.Es erfolgte deshalb im Verlauf die Vorstellung von Herr K.... in beim Facharzt für Neurologie.
Hier erfolgt eine Anpassung der Medikation.

Auch bei der Zweiten OP beim Wirbelkörperersatz ist das im Bericht erwähnt.

Nun zu der Frage von GSXR

1. die vom Orthopäden
Eine Metallentfernung ist nicht möglich.Eine Änderung der Unfallfolgen ist somit nicht zu erwarten.Eine Nachuntersuchung wird nicht empfolen.

2. der Neurologe
Die bei der neurologischen Untersuchung nach nachweisbaren Unfallfolgen mit Gefühlsstörungen im Bereich der rechten Oberschenkelausenseite sind vermutlich als dauerhaft einzuordnen.Eine wesentliche Besserung dürfte im Verlauf nicht mehr zu erwarten sein.Insofern ist bereits jetzt von einem beurteilungsfähigen Endzustand auszugehen.

Noch was ...auf meine anderen Beeinträchtigungen ist gar nicht weiter eingegangen worden.

Besten Dank nochmals für eure Infos

Grüße

Jürgen
 
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