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Unfall in Karatestudio

Winterwald

Neues Mitglied
Registriert seit
11 Sep. 2018
Beiträge
2
#1
Hallo,
ich bin ganz neu hier und noch voller Fragen...für verschiedene Bereiche...

Mitte Juli hatte ich einen Unfall in einem Karatestudio. Bei einer Bungee-Trainings-Übung habe ich mir eine LWK Fraktur des 2. Lendenwirbelkörpers und eine Radiusfraktur links zugezogen.

Der Studioleiter fragte mich, ob ich diese Übung ausprobieren möchte und zog mir dann ein Brustgeschirr an, hängte mir das Bungee-Seil im Rücken an und ich bin in das Seil gelaufen, bis die, für mich maximalste Spannung erreicht war. Dann dachte ich, ich müsste nur dem Zug nach mit zurücklaufen. Das war allerdings eine Fehleinschätzung, denn diesen enormen Kräften ist man in Bewegung gar nicht gewachsen und ich wurde folglich von dem Seil zurückgeschleudert und prallte mit dem Becken/Rücken auf den Boden, wobei ich mir die Frakturen zuzog.

Im Krankenhaus wollte man zunächst operieren. Da ich aber noch unter Morphiumeinfluss stand, habe ich dies zunächst abgelehnt und wollte Bedenkzeit. Daraufhin kamen mehrere Tage, diskussionen mit den Ärzten, mit verschiedenen Meinungen.

Wir haben uns letztendlich darauf geeinigt, Kontrollaufnahmen zu machen und abzuwarten, in wie weit die hintere Wirbelwand stabil bleibt.
Ich wurde nach einer Woche entlassen und vom Orthopäden weiterbehandelt, mit Schmerzmitteln und Stützgurt.

Seit 1 Woche habe ich nun Physio-Therapie und die Schmerzen sind einem unheimlichen Druck gewichen, der bei Belastung zunimmt (1 Stunde Sitzen, Stehen oder Gehen, ohne sich hinzulegen).

Gleich am Tag nach dem Unfall hat mich der Studiobesitzer im KH besucht und ich habe ihn auf einen evtl. Versicherungsfall hingewiesen, woraufhin er zugestimmt hatte, dass es im Verlauf eines Schnuppertrainings passiert ist.
Davon will er inzwischen nichts mehr wissen und weist auch jegliche Schuld von sich, da seine Versicherung nur für Mitglieder gilt.

Ich bin allerdings der Meinung, dass er eine Trainingsmethode mit einem solchen Risikopotenzial hätte eingehend erklären müssen, da man nicht davon ausgehen kann, dass jeder weiß, wie es funktioniert. Ich wusste es zumindest nicht.

Ich finde nirgends genaue Informationen, wie ich nun weiter vorgehen kann.
Ich will niemandem etwas böses aber auf der ganzen Linie benachteiligt zu sein, sehe ich auch nicht ein, zumal ich zu 50% im Angestelltenverhältnis arbeite (Sozialdienst in einem Pflegeheim) und Freiberuflich als Coach und Seminarleiterin (mit ensprechend angemieteten Räumen, also laufenden Betriebskosten).
Also gewerblich Unkosten und keine Einnahmen und inzwischen im Krankengeldbezug.

Meine Krankenkasse hat sich inzwischen mit einer Forderung an der Betreiber des Studios gewandt. Da bekomme ich allerdings auch keine Infos.

Fühle mich gerade ziemlich unsicher in jeder Beziehung, zumal ich mich auch vom Orthopäden ziemlich ignoriert fühle.
Das Handgelenk ist offensichtlich nicht so verheilt, wie es sollte...da soll sich aber die Physiotherapie drum kümmern. Wurde nicht einmal mehr angeschaut, obwohl Schwellungen an Stellen sind, wo gar kein Bruch war und das nach fast 9 Wochen und die Bewegung stark eingeschränkt ist.

Für den Umgang mit der LWK-Fraktur bekomme ich auch keine genaue Anleitung, nur dass ich jede Beugung und Rotation vermeiden soll und nicht Heben...Auf meine Aussage, dass Autofahren die "Hölle" ist, nur mitleidiges Lächeln.
Keine Prognose, nichts. Bin gerade ziemlich verzweifelt. Zwar dankbar, dass ich noch Glück hatte und auch die Schmerzen besser sind aber ich hätte schon gerne jemanden zur Seite, der sich ein wenig auskennt.

Das wäre erstmal eine grobe Zusammenfassung und weitere konkrete Fragen kommen bestimmt noch.
 

Gsxr1983

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#2
Hallo Winterwald,

herzlich willkommen hier im Forum wenn der Anlass auch ein schönerer sein könnte.

Grundlegendes zuerst:
Schmerztagebuch mit Medeikation, kein jammern sondern was verursacht schmerzen und diese auf einer Skala 1-10. Wobei 10 ist wenn es einem Reinfährt stechend über einen längeren Zeitraum! Was erzeugt die Schmerzen wann halten Sie wie lange an?

Alle Unterlagen anfordern und Chronologisch ablegen!
Warst du bei einem WS Spezialisten oder nur Provinzkrankenhaus?

Wurden alle Versicherungen Informiert? Unfall, Berufsunfähigkeit usw?

was für eine LWK Fraktur hast du denn? Deckplattenimpression? Quer- und Dornfortsätze betroffen? Was darfst du für Übungen bereits machen?

Du wurdest nicht versteift das ist ein gutes Zeichen! Ich habe 4 Wirbelfrakturen mit bis zu 40% Höhenminderung der Vorderkante und hatte das ganze Hochgradig Instabil also hinten alle gebrochen daher warten wir mal ab was noch kommt.

Es sind erst ein paar Wochen bei dir also halte dich an die Vorgaben der Ärzte auch bei Medikamente, zu wenig Schmerzmittel können zu einem Schmerzgedächtnis führen.

Hast du eine Rechtsschutzversicherung hast du bei dem Probetraining etwas unterschrieben?

Ich bin eher Wirbelsäulenerfahren als juristisch aber eines ist klar nur mit Wünschen und hoffen kommst du nicht weiter, wenn du etwas zeitnahe bewirken möchtest mach dir einE Erstberatung ebi einem Fachanwalt! Preis vorher Anfragen.


Ich musste mich kurz fassen da meine Frau gleich nach Hause kommt und ich noch kochen muss :)

MfG


GSXR
 

daphne

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#3
Hallo Winterwald,
wer hat deine Hand behandelt? Hoffentlich ein Handchirurg? Wenn du Physiotherapie für die Hand verschrieben bekommst, dann suche dir bitte einen Physiotherapeuten, der eine Spezialausbildung im Bereich Hand hat. Das ist ein Riesenunterschied, zu einem nicht speziell ausgebildeten Physiotherapeuten. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Bei einer Handverletzung musst du auch Geduld haben, das braucht Zeit.

Leider kann ich dir zu den anderen Punkten nichts an Tipps geben.
Liebe Grüße
daphne
 

Winterwald

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#4
Guten Morgen und vielen Dank schon mal

Es ist eine Deckplattenfraktur, die hintere Wirbelkörperwand steht...ein Arzt im KH meinte, es könnte wohl nicht zusammen wachsen, weil Bandscheibenmaterial zwischen der Trümmern ist...
Ja, es war ein Provinzkrankenhaus und Nein, kein Handchirurg und Physio musste ich erstmal im Dorf ansässigen nehmen (ohne Erfahrung), da ich noch nicht weitere Strecken mit dem Auto fahren kann.
Die Übungen bestehen aus Bauchmuskeln und Rückenmuskeln anspannen, im Liegen. Beuge- und Rotationsbewegungen sind nicht erlaubt.
Vielleicht möchten sie ja die nächste Kontrollröntgenuntersuchung, in zwei Wochen, abwarten.

Von einem Anwalt habe ich die Auskunft bekommen, dass es wohl noch zu früh ist, man den Heilungsprozess abwarten solle.
Rechtschutz habe ich keinen und ob der Inhaber des Karatestudios seine Versicherung informiert hat, weiß ich nicht. Schriftlich liegt nichts vor.
Meine KK drängt jetzt auf Reha, was wohl vernünftig ist, sollte ich eine Rehaklinik erwischen, die sich damit auskennen.

Musste ein bisschen schmunzeln, denn eigentlich bin ich gar nicht der Jammertyp. Eher im Gegenteil ein Stehaufmännchen. Mehrere Bandscheibenvorfälle innerhalb von 30 Jahren (LWS/HWS) prima wieder hinbekommen.

Liebe Grüße

Ups...es gibt keine schriftliche Vereinbarung für das Schnuppertraining
 

Gsxr1983

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#5
hallo Winterwald,

ach so nur bisschen Deckplattenimpressionsfraktur ;) , Okay dann weis ich da schon mal bescheid. So wie gesagt an die Anweisungen der Ärzte halten damit sich das ganze verfestigen kann und nur leichte Übungen. Das mit dem Stehen und Sitzen habe ich heute noch, also es kann abklingen oder auch bleiben, versuch verschieden Sitzpositionen.

Schau auf jeden Fall das du einen Termin bei einem Spezialisten bekommst, diesen hat man im Normalfall in 4 bis 6 Wochen.

Bei mir wurden die Frakturen ein Jahr nach dem Unfall diagnostiziert.

Das mit dem Autofahren kann ich nachvollziehen, bei dem ersten Rehasport geht es auch nicht um große Sachen es geht nur um die Lockerung der Muskulatur und deren Verspannungen. Warm halten ist ganz wichtig schau dir nach Shape Ware (z.B. Strammermax, etwas teuer aber gerade am Anfang sehr gut)

Das mit den Unterlagen und Schmerztagebuch ist wichtig! Alles schön ablege und aufschreiben.

Reha ist sehr wichtig schau das du auch eine für Rückengeschädigte bekommst, so selbstverständlich ist das nicht.

Ach ja wenn ich manchmal einen Eintrag wie deinen sehe, und noch schnell Antworten möchte, bin ich etwas überheblich, entschuldige meine Wort Wahl. Ich weis wie das ist wenn man so aus dem Leben gerissen wird! Aber sicher hast du gesehen das viel mit ähnlichen Verletzungen bereits nach 1-2 Jahren schon wieder Mountenbiken oder Ski fahren, aller Anfang ist schwer aber das Wichtigste ist das man sich bewusst ist, dass wenn man nichts macht es auch nicht mehr besser werden kann.

Die besten Genesungswünsche von mir, und noch etwas zum lesen https://link.springer.com/content/pdf/bbm:978-3-642-30037-0/1.pdf damit solltest du die Schwere deiner Verletzung abschätzen können.

MfG


GSXR
 
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