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Umsonst zur Begutachtung - wer zahlt die Kosten?

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
6 Dez. 2009
Beiträge
2,371
Hallo,

ich habe jetzt einmal eine etwas ungewöhnliche Frage:

Mein erwachsener Sohn hatte vor einigen Jahren einen Verkehrsunfall erlitten (SHT u. Schleudertrauma) und jetzt stand eine gerichtlich angeordnete Begutachtung in einem ca. 100 km entfernten Klinikum an.

Wir bekamen den Termin per Telefon. Auf meine Frage, ob wir den Termin nicht auch schriftlich bekämen, sagte die Sekretärin, das sei nicht nötig, wir hätten ja alles am Telefon besprochen.

Am Morgen rief ich noch mal an, um nachzufragen, welche Unterlagen benötigt würden und derart ausgerüstet liefen wir dann pünktlich zur Begutachtung im Klinikum ein.

Nach ca. 30 Minuten Wartezeit wurden wir dann zum Arzt gerufen, der uns mitteilte, dass dieser Termin nicht mit ihm abgesprochen worden sei (der Termin wurde vom Sekretariat gemacht). Er wäre im Urlaub gewesen und hätte einige andere Arbeiten zu erledigen, aber er hätte uns jetzt einen neuen Termin gemacht und wir sollten dann wiederkommen ... Kurz ging er dann noch die Krankengeschichte durch und wir konnten wieder heimfahren. Auch den neuen Termin erhielten wir nicht schriftlich.

Der zweite Termin fand statt, aber gleich zu Beginn wurde uns eröffnet, dass die Untersuchungen für meinen Sohn so anstrengend seien, dass die Untersuchungen gesplittet worden wären und wir zu einem dritten Termin kommen sollten, der uns - auch wieder nur mündlich - genannt wurde.

Meine Frage nun: wer bezahlt eigentlich die ganzen Fahrtkosten? Ich habe mir dafür extra drei Tage Urlaub genommen, weil mein Sohn diese Strecke ja gefahren werden muss und sich auch besser fühlt, wenn jemand bei der Begutachtung dabei ist.

Irgendwie fühle ich mich etwas perplex mit der Handhabung dieser Begutachtung ...

Die HPV der Unfallverursacherin lehnt die Kostenübernahme ja generell ab, da sie behauptet, dass der Unfall nicht die Ursache für die Schädigungen meines Sohnes wäre ...

Muss das Krankenhaus jetzt zumindest für die eine "vergebliche" Fahrt haften? Oder kann man diese Kosten auch der HPV in Rechnung stellen für den Fall, dass man vor Gericht Recht bekommt?

Brauche ich eine Bescheinigung für die drei Termine, die wir in dieser Klinik waren? Denn es gibt ja sonst keine schriftlichen Unterlagen dafür? Sollte ich mir eine solche Bescheinigung von der Klinik ausstellen lassen?

Könnt ihr mir da weiterhelfen?

Viele Grüße, Rudinchen
 

DieHard

Gesperrtes Mitglied
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18 Juli 2012
Beiträge
813
...gerichtlich angeordnete Begutachtung in einem ca. 100 km entfernten Klinikum an.

Wir bekamen den Termin per Telefon. Auf meine Frage, ob wir den Termin nicht auch schriftlich bekämen, sagte die Sekretärin, das sei nicht nötig, wir hätten ja alles am Telefon besprochen.


Irgendwie fühle ich mich etwas perplex mit der Handhabung dieser Begutachtung ...

Muss das Krankenhaus jetzt zumindest für die eine "vergebliche" Fahrt haften? Oder kann man diese Kosten auch der HPV in Rechnung stellen für den Fall, dass man vor Gericht Recht bekommt?

Brauche ich eine Bescheinigung für die drei Termine, die wir in dieser Klinik waren? Denn es gibt ja sonst keine schriftlichen Unterlagen dafür? Sollte ich mir eine solche Bescheinigung von der Klinik ausstellen lassen?

Viele Grüße, Rudinchen
Hallo Rudinchen,
also ich würd mir auf jeden Fall die drei Termine vom Krankenhaus bescheinigen lassen. Nach allem was da schon schief gelaufen ist, kann sich sicher später auch keiner an drei Termine oder auch zwei erinnern.

Also meine Empfehlung Termine grundsätzlich irgendwie schriftlich, wenigstens per Mail oder Fax bestätigen lassen.
Die Erfahrung sagt wer da schon bei der Terminvergabe nichts bestätigen will weiß warum er das so handhabt...

Denke für den ersten erfolglosen Termin ist ist das Krankenhaus bzw. der Gutachter habtbar... nur alles schwierig ohne Belege.

Ist eine Begleitperson medizinisch notwendig, habt ihr da irgendeine Bescheinigung?
Für eine medizinisch nicht notwendige Begleitung wird man wohl immer selber aufkommen müssen.

VG DH
 

Rekobär

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Termine schriftlich fixiseren

Hallo Rudinchen,

eigentlich müßte der bzw. die Untersuchungstage im Gutachten vermerkt sein, ähnlich, wie in meinem Gutachten für Deinen Sohn.

Besser wäre natürlich, wenn das KKH tatsächlich Dir eine Terminauflistung geben würde. Sage doch der Sekretärin, Du bräuchste eine Bestätigung für Deinen Arbeitgeber, da Du ja extra Urlaub nehmen musstest.

Herzliche Grüße vom RekoBär:)
 

Kai-Uwe

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3,038
Hallo Rudinchen,

bei Euch läuft es ja echt abenteuerlich. Da würde ich mich auch sehr ärgern, zumal Du ja auch berufstätig bist.

Kommst Du an ein Faxgerät? Dann würde ich alle 3 Termine auflisten, mit schriftlicher Notiz was/wer begutachtet hat und gleichzeitig den neuen Termin in diesem Fax bestätigen.

Das wäre ein "Abwasch".

Wir haben bis jetzt jeden Gutachtertermin per Post bekommen und haben diese immer per Fax bestätigt, mit Hinweis auf Begleitperson.

Viel Glück und das Ihr endlich zu Euerm Recht und Ruhe kommt.

Lieben Gruß
Kai-Uwin
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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Hallo,

danke für eure Antworten ...

Ist tatsächlich oberdumm gelaufen mit dieser Begutachtung bzw. diesen "drei Begutachtungen". Jedes Mal Aufregungen wie es wird, Anfahrt durch eine unbekannte Gegend, Abwarten, was überhaupt während der Begutachtung passieren wird ... Diese Nervenanspannung wird einem sowieso nicht ersetzt!

Wäre schön, wenn wenigstens ein neutrales Gutachten daraus würde, dass die Schädigungen auch festhält!

Hallo DieHard,

eine Begleitperson ist schon deshalb notwendig, da ich als Betreuerin für meinen Sohn eingesetzt bin. Und mein Sohn würde es auch schlecht schaffen, eine solche Tour alleine zu machen, da er bei Belastung immer schlimme Kopfschmerzen bekommt!

Viele Grüße,

Rudinchen
 

Drahtesel

Erfahrenes Mitglied
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18 Nov. 2010
Beiträge
294
Hallo Rudinchen,

ich habe leider ähnliche Erfahrungen wie ihr gemacht, allerdings trotz schriftlich mitgeteilter Termine. Mein Gutachter war der leitende Oberarzt der Unfallchirurgie in dem betreffenden Krankenhaus und konnte die ersten beiden Termine wegen Notfällen im OP nicht wahrnehmen. Beim ersten Termin konnten wir gleich wieder gehen (ich hatte meinen Lebensgefährten dabei). Das zweite Mal wurde nach längerem Warten ein Teil der Untersuchungen von einer Assistenzärztin durchgeführt, dann sollte der eigentliche Gutachter noch dazukommen. Nach einer weiteren 3/4 Stunde erfuhren wir dann, dass er wegen eines Notfalls doch nicht mehr kommt. Beim dritten und letzten Termin mussten wir relativ kurz warten, die Begutachtung selber hat etwa 10 bis 15 Minuten gedauert. Das anschließende Gutachten hat den Sachverhalt stark verharmlost, außerdem stehen auch noch Dinge drin, die nicht stimmen.

Mich hat die Begutachtung psychisch so runtergezogen, dass ich keine Energie und Kraft hatte, bei irgendjemandem eine finanzielle Erstattung einzufordern. Allerdings war es bei uns auch nicht mit einer so weiten Anreise verbunden (45 Minuten einfache Fahrt mit den Öffentlichen). Ich kann dir leider keine Tips geben, teile aber eure Erfahrung.

VG Drahtesel
 

DieHard

Gesperrtes Mitglied
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18 Juli 2012
Beiträge
813
Hallo,

Ist tatsächlich oberdumm gelaufen mit dieser Begutachtung bzw. diesen "drei Begutachtungen". Jedes Mal Aufregungen wie es wird, Anfahrt durch eine unbekannte Gegend, Abwarten, was überhaupt während der Begutachtung passieren wird ...
Hallo,
ich denke die notwendigen Fahrten zur Begutachtung und der Begleitperson müsten ähnlich wie die z.B. Zeugengelder in die Verfahrenskosten eingehen; natürlich nur wenn der Anwalt dieses offiziell dem Gericht meldet bzw. beantragt.
Bei PKH kann man jedenfalls einen entsprechenden Vorschuß bewilligt bekommen.

Also auf jeden Fall Zeit und km notieren und mal mit eurem Anwalt drüber sprechen.

VG DH
 

alphabet

Erfahrenes Mitglied
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16 Juli 2012
Beiträge
125
Hallo,
wie die anderen schon geschrieben haben, unbedingt Zeiten und Kilometer notieren und dem Gericht mitteilen lassen.
Zusätzlich unbedingt auch vom Arbeitgeber eine Bescheinigung über das Dir normalerweise zustehende Arbeitsentgelt ausstellen lassen - dieses kann auch erstattet werden, da Dir ja Urlaubstage verloren gegangen sind - Dein Anwalt sollte hierüber jedoch Bescheid wissen.

Gruß
Jürgen
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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6 Dez. 2009
Beiträge
2,371
Hallo,

danke für eure Antworten. Wegen dem Vorschuss werde ich den Anwalt mal fragen.

Aber ich bin ja auch blöd: Wisst ihr, was ich jetzt gefunden habe? Die Quittungen für das Parkhaus in Frankfurt! Habe ich mir ja immer schön geben lassen und hatte die total in der Tasche vergessen... und jetzt beim Aufräumen wiedergefunden! Die "beweisen" ja sozusagen, wann wir wie lange da waren!

Aber eine Bescheinigung vom Krankenhaus werde ich trotzdem versuchen zu bekommen!

Viele Grüße,

Rudinchen
 
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