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Status nach Unfall mit Schwerbehinderung?

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
6 Dez. 2009
Beiträge
2,373
Hallo,

ich habe mal eine etwas "dumme" Frage:

mein Sohn erlitt einen Verkehrsunfall 2009 mit darauf folgender Schwerbehinderung (50%). Nun stellt sich die Frage, was er - in etlichen Formularen usw. - im Feld "Beruf" ausfüllen sollte.

Als der Unfall geschah, war er Schüler (13. Klasse), konnte aber wegen den Unfallfolgen sein Abitur nicht machen.

Seitdem ist er - mit kurzen Unterbrechungen - zu Hause. Beim Arbeitsamt hat er sich gemeldet, die wollen versuchen, ihm über ein Berufsbildungswerk evtl. noch zu einer Ausbildung zu verhelfen. Lt. Rehabericht ist er bis auf "nicht absehbare Zeit" nicht in der Lage, eine Schule zu besuchen, allerdings sollte er drei Stunden "leichte Arbeit" (nicht näher bezeichnet) am Tag schaffen. Auf seine Bewerbungen dahingehend hat er nur Absagen erhalten.

Als er jetzt beim Arbeitsamt nach einem Termin fragte, wurde ihm einer am 30. Juni gegeben. Er hat aber noch Fragen zu ALGII/Grundversorgung. Irgendjemand müsste ja für ihn zuständig sein... Bis jetzt hat er von dieser Seite nichts erhalten. Weiß aber auch nicht, ob er Ansprüche hätte, da er ja Schüler war z. Zt. des Unfalls.

Und weiterhin bleibt die Frage nach seinem "Status": ist er Schüler, arbeitslos, Hilfsarbeiter, ... oder was?

Die HPV des Unfallverursachers streitet bisher ab, dass das alles Unfallfolgen sind, das wird das Gericht entscheiden müssen.

Wäre froh, wenn ihr mir bei der Beurteilung der Situation etwas helfen könntet.

Viele Grüße,

Rudinchen
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
Registriert seit
11 März 2007
Beiträge
3,038
Hallo Rudinchen,

ich glaube zZ ist er nur Sohn.
Dein Sohn bekommt doch sicher noch Kindergeld und ist bei Dir krankenversichert.

Besteht die Möglichkeit, dass er vielleicht im nächsten Jahr sein Abitur beenden kann? Vielleicht jetzt im Sommer schon dafür lernen....soweit er damit klar kommt.

Diese "verlorenen Jahre" sollten aber unbedingt der HPV in Rechnung gestellt werden.

Viel Glück und liebe Grüße
Kai-Uwin
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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6 Dez. 2009
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2,373
Hallo Kai-Uwe,

es sieht leider nicht so aus, als ob mein Sohn in absehbarer Zeit irgendetwas lernen könnte - zu viele Kopfschmerzen, Schwindel u. Konzentrationsstörungen ...

Deshalb ist es für ihn doppelt schwer "nichts" zu sein (außer Sohn)...

Viele Grüße, Rudinchen
 

Kai-Uwe

Gesperrtes Mitglied
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11 März 2007
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3,038
Hallo Rudinchen,

ich hoffe hier jemand einen guten Tipp für Euch......

Warum muß er so lange auf einen Termin warten?

Ganz lieben Gruß
Kai-Uwin
 

magenta

Erfahrenes Mitglied
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3 Okt. 2010
Beiträge
305
Hallo Rudinchen,
schlimm, dass der Unfall für Deinen Sohn diese gravierenden Folgen hatte und das er/ihr Euch jetzt noch mit der Versicherung des Unfallgegners rumschlagen müsst macht das ganze echt heftig.

Was den "Status" Deines Sohnes anbelangt und das Ausfüllen von Formularen. Entweder das Feld Beruf gar nicht ausfüllen bzw. einen Leerstrich machen oder den Vermerk "zuletzt Schüler". Bei vielen Formularen kann man noch handschriftlich eine Schlussbemerkung machen, da würde ich dann kurz die Situation beschreiben z.B. bis zum Unfall am..... als Schüler die .............Schule besucht, wegen Unfallfolgen derzeit keine Berufs- /Schulausbildung möglich.

Die Frage welche Ansprüche auf "Lebensunterhalt" Dein Sohn im Augenblick hat ist denke ich nicht einfach zu beantworten.
Da Dein Sohn noch keine Ausbildung abgeschlossen hat, unter 25 Jahre alt ist und ich denke bei Dir zu Hause wohnt wird eine Zahlung von ALG II bzw. Leistungen nach der Grundsicherung abhängig sein von dem Einkommen beider Elternteile.

Hier wäre aber grundsätzlich die Frage, inwieweit die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners für Leistungen zum Lebensunterhalt mit aufkommen muss, da sich bei Deinem Sohn ja jetzt der beruftliche Werdegang auf unbestimmte Zeit verzögert, bzw. es nicht mal klar ist inwieweit Dein Sohn überhaupt eine Ausbildung beginnen und durchführen kann.

Ich nehme doch an, dass Ihr einen Anwalt habt, der Deinen Sohn in der Unfallsache vertritt. Den Anwalt würde ich auch mal wegen der "Unterhaltsfrage" um Auskunft und ggf. weitere Veranlassung bitten.

Soweit erstmal meine Gedanken und Einschätzung.
Für Deinen Sohn und Dich alles Gute
Lieben Gruß
magenta
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
6 Dez. 2009
Beiträge
2,373
Hallo Kai-Uwe und Magenta,

wg. dem Arbeitsamt weiß ich nicht, warum es so lange dauert ... Zu wenig Leute, zu viel zu tun? Keine Ahnung.

Der Anwalt sagt immer, dass wir erst die gerichtliche Entscheidung abwarten müssen (Beweissicherungsverfahren). Da sollen vier Gutachten gemacht werden. Aber die HPV verzögert das alles mit etlichen hahnebüchenen Eingaben und Anträgen... Seit Februar ist erst ein Gutachten gemacht worden - und schriftlich liegt noch gar nichts vor... Das kann sich also monatelang hinziehen...

viele Grüße, Rubinchen
 

gummibär

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
21 Feb. 2008
Beiträge
569
Hallo Rudinchen!

Dumme Situation... Leider sind die Eltern erst dann gesetzlich aus dem Schneider, wenn sie ihrem Nachwuchs eine abgeschlossene Erstausbildung finanziert und ermöglicht haben.
Was passiert, wenn der eigene Junior durch Unfallfolgen weder die Schule vernünftig abschließen kann, noch eine Berufsausbildung bzw. ein Studium absolvieren kann, weiß ich leider nicht.
Vielleicht gibt es die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung in einem Berufsförderungswerk .
Paßt auf, daß er nicht unvermittelt in eine Beschäftigung in eine Werkstatt für Behinderte abgeschoben wird!
Die Arbeitsagenturen versuchen mit diesem Schachzug gerne ihre Arbeitslosenstatistik zu frisieren. Das nennt sich dann erfolgreiche Vermittlung, weil der entsprechende Kandidat dann vermeintlich erfolgreich in den Arbeitsprozeß (re)integriert wurde.
Zumindestens zum Thema Kindergeld braucht ihr euch keine großen Gedanken machen: Kindergeld gibt es über das 25. Lj auch hinaus, wenn das Kind wegen körperlicher, geistiger, seeliger Gebrechen keine Erwerbstätigkeit ausüben kann und seinen Lebensunterhalt auch nicht aus Vermögen bestreiten kann.
Ich fürchte, ihr braucht einen guten juristischen Beistand.

Kopf hoch und alles Gute.

Gruß- Gummibär
 

magenta

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
3 Okt. 2010
Beiträge
305
Hallo Rudinchen,
ich hab da noch die Idee, dass Ihr Euch gemeinsam mit Eurem Sohn im Rahmen einer "Beratung in allen Lebenslagen" " Sozialberatung" an eine Beratungsstelle der Caritas oder Diakonie wenden solltet.

Die dortigen Berater/innen haben meist einen guten Überblick und auch die Möglichkeit Auskünfte und Informationen einzuholen, ohne das Eure Namen genannt werden.

Ein Versuch ist es sicherlich wert und habt auch keine Scheu diesen Weg zu gehen....mir selber hat vor einigen Jahren der Weg in die Beratungsstelle der Diakonie sehr weiter geholfen.
Eine Beratungsstelle ist sicherlich auch bei Euch in der Nähe.

Hier mal einfach zwei Links zum Nachlesen und Informieren.

http://www.evangelische-beratung.info/angebote/sozialberatung

http://www.caritas.de/23948.html

Lieben Gruß
magenta
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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2,373
Hallo gummibär,

danke für deine Antwort. Das "Dumme" ist eigentlich, dass mein Sohn zwischen allen Stühlen sitzt ... Er ist intelligent, kann Rechnen, Schreiben usw., alles was er in der Schule usw. gelernt hat - das heißt, das Langzeitgedächtnis funktioniert ziemlich gut (zum Glück!).

Beim Kurzzeitgedächtnis ist es anders - er vergisst Vieles, kann sich gelesene Texte/Gehörtes schwer merken - also schlechte Voraussetzungen für eine Ausbildung. Außerdem bekommt er bei geistiger u. körperlicher Anstrengung ziemlich schnell Kopfschmerzen - wenn die Anstrengung dann nicht beendet wird, bis zum Erbrechen. Wenn viele Eindrücke/Anforderungen auf ihn einstürmen, ist er total überfordert.

Das heißt, für den "normalen" Arbeitsmarkt eigentlich nicht wirklich tauglich, aber auch nicht geeignet für eine Behindertenwerkstätte. Er sitzt zwischen allen Stühlen ...

Er hat eine Reha gemacht - die hat damit geendet, dass er leichte Tätigkeiten einige Stunden am Tag wohl schaffen würde, aber eine Schule / Ausbildung ist "nicht absehbar". Und ohne Ausbildung bekommt er kaum einen Job. Wenn er Glück hat, evtl. mal als Pförtner ...

Hallo Magenta,

danke für den Tipp - das werden wir mal in Angriff nehmen.

Viele Grüße, Rudinchen
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
6 Dez. 2009
Beiträge
2,373
Hallo,

Fragen macht schlau! Die Rehaberaterin hat uns die kompetente Antwort gegeben: Mein Sohn ist "arbeitslos ohne Bezug". Na, wenn das mal nichts ist ...

Viele Grüße und danke für eure Hilfe!

Rudinchen
 

delphin29

Mitglied
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28 Feb. 2011
Beiträge
43
Ort
Sachsen-Anhalt
Guten Morgen, rudinchen!
ERst einmal: Kopf hoch für euch alle, besonders für dich und deinen Sohn!
Bitte rege doch deinen Anwalt an sowohl die HPV als auch das Gerciht darauf zu verweisen, dass der BGH eindeutig festgestellt hat dass dann, wenn die Hafpflicht einen schaden böswillig verzögert begleicht, ein immenser Aufschlag auf das Schemrzensgeld zu zahlen ist!
Vielleicht bringt die das zum Überlegen, rascher zu reagieren.
Ich drückeeuch die Daumen, alles Gute!
herzlich
delphin29
 

michisma

Erfahrenes Mitglied
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7 Sep. 2006
Beiträge
228
Hallo rudinchen

War lange nicht mehr hier, habe gerade eben deine Fragen gelesen.
Mein Sohn ist nach Seinem Unfall 2 Jahre zu Hause gewesen.
Er ging dann in eine Berufsfindungsstätte das war der volle Flopp, die haben ihm zu dem geraten was er überhaupt nict machen darf.
Das war von der Agentur für Arbeit für ihn ausgesucht worden.
Wir waren 2 Jahre jeden Monat bei der Agentur beim Rehaberater und es hat wirklich überhaupt nichts gebracht ausser dass ich jedesmal völlig am Boden war und mein Kind voller Zorn war.
Der Unfallgegner wird Euch immer versuchen über den Tisch zu ziehen, aber dafür habr Ihr ja hoffentlich einen guten Anwalt der Euch berät.
Michi war auch zu einem großen Gutachten in 4 Bereichen und ich muß sagen dass dieses Gutachten sehr fair und detailliert geschrieben wurde, so ausführlich auch auf die Spätfolgen bezogen das ich 2 Tage nur geweint habe und diese Seiten vor Michi versteckt habe und er diese auch nach 7 Jahren noch nicht gesehen hat, das will ich ihm nicht antuen wofür soll er sonst leben?
Geholfen hat uns Reha Care obwohl viele hier im Forum schlechte Erfahrungen gemacht haben aber vielleicht hatten wir Glück und eine gute Sachbearbeiterin.
Michi hat in den Jahren vom Kindergeld,, unserer Unterstützug und einer kleinen Unfallrente gelebt und es ging ganz gut.
Er konnte eine Umschulung machen und hatte auch einen Job.

Ich wünsche Dir und Deinem Sohn viel Glück und Kraft
Du musst für Ihn kämpfen und es ist nicht leicht, aber es lohnt sich

michisma
 
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