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Stabile Fraktur des C7 - jetzt OP?

maxdd

Nutzer
Registriert seit
29 Aug. 2011
Beiträge
3
Ich habe mir im Urlaub in Spanien bei einem Badeunfall meinen 7. Halswirbel gebrochen (Kompressionsfraktur um 15 %) und lag jetzt eine Woche in Spanien in einem Krankenhaus. Zum Glück gab es bei mir keinerlei neurologischen Ausfälle. Als einzige "Therapie" trage ich eine starre Halskrause und bekomme Schmerzmittel.
Jetzt meinte der Neurochirug aber, dass er mir empfehlen würde mich doch operrieren zu lassen um die Fraktur zu stabilisieren. Die Alternative wäre eine Minerva Halskrause, die ich aber für eine deutlich längere Zeit tragen müsste. Er meinte mit der OP wären zwar Risiken verbunden, es wäre aber an sich keine komplizierte Operation und die Heilung würde deutlich schneller gehen. :confused:

Hat irgendjemand von euch Erfahrungen mit der Thematik? Was würdet ihr mir empfehlen?
 

sab

Erfahrenes Mitglied
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27 Dez. 2009
Beiträge
155
Hallo,


ich habe mir bei einem Unfall stabile Frakturen (auch Impressionsfrakturen) an 5 Rückenwirbeln durch einen Reitunfall zugezogen. Vorweg - ich bin keine Ärztin ! Ich bin NICHT operiert worden - das war pures Glück, wäre der Unfall hier in Bremen passiert, hätte man mich sofort operiert. Mein Orthopäde hat mir erklärt, dass ich da grosses Glück hatte, weil es bei den Versteifungsops sehr, sehr oft zu Folgeproblemen kommt. Du musst auch wissen, dass man in Deutschland der traurige Vorreiter in der EU ist, was Rücken-, Knie und Hüft-OPs betrifft. Und bei den RückenOPs kenne ich viele, die hinterher Probleme bekommen haben. Vor allem, Du kannst die Versteifung natürlich nicht rückgängig machen.

Meine Empfehlung ist ganz, ganz klar- wenn es nicht absolut notwendig ist (weil instabiler Bruch oder Lähmungserscheinungen), dann würde ich mich auf KEINEN FALL operieren lassen. Das dauert jetzt alles konservativ scheinbar länger aber Du wirst da sicherlich mehr von haben.

Du kannst auch noch mal in das Forum >Bandscheibe.de> gehen, da sind versteifte Leute drin.

GUTE BESSERUNG !

LG

Sabine
 

maxdd

Nutzer
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29 Aug. 2011
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3
Danke Sabine für deine schnelle Antwort! Ich werde heute mit dem Flugzeug nach Deutschland verlegt und dann mal sehen, was die deutschen Ärzte sagen..
Was wurde denn bei dir als Therapie angewendet? Und wie lange hat es gedauert bis du wieder einigermaßen einsatzbereit warst?

Liebe Grüße
Max :)
 

muppet

Erfahrenes Mitglied
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19 März 2009
Beiträge
241
Fraktur C 7

Hallo,

ich hatte eine instabile Fraktur der Wirbelsäule und wurde auch operiert, drei Wirbel wurden dauerhaft versteift.
Ich würde es nur machen lassen, wenn es wirklich nicht anders geht. Ich konnte zwar dadurch schnell wieder aufstehen, aber die Schmerzen und Einschränkungen durch die Ops halten nach zehn jahren noch an und sind nicht mehr rückgängig zu machen.
Nicht umsonst lassen sich statistisch gesehen Ärzte im Allgemeinen viel seltener operieren als normale Patienten, grins.
Durch die Versteifungen ändert sich die gesamte Statik der Wirbelsäule und es ist wahrscheinlich, dass die Bandscheiben über der Versteifung nach einiger Zeit sehr leiden, weil diese Stelle besonders belastet wird.
Viele Grüße,

muppet
 

Rekobär

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Versteifung der Wirbelsäule

Hallo maxdd,

in der Tat. Bei einer Versteifung der Wirbelsäule wird die Statik der Wirbelsäule verändert. Man muss damit rechnen, dass sich die Fassettengelenke oberhalb oder auch unterhalb der Versteifungsstelle verändern. Soviel ich weiss gibt es mehrere OP-Möglichkeiten. Es ist nicht gesagt, dass Wirbel unbedingt durch Platten und Verschraubung versteift werden müssen. Es kann auch sein, dass die schadhafte Wirbelstelle anders stabilsiert wird (durch Ausgiessen mit Festigungsmaterial). Aber, das wird Dir ein Neurochirurg besser erklären können.

Gruss der RekoBär:)
 

sab

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
27 Dez. 2009
Beiträge
155
Hallo,


ohne OP dauert die Heilung natürlich etwas länger. Ich musste noch lange liegen - "flache Bettruhe" nannte sich das. Aber Du darfst eines nicht vergessen; alle Abkürzungen, die Du jetzt nimmst, musst Du später bezahlen. Die Versteifungen sind nicht ohne weil sie eben zu Überbelastungen der Anschlusswirbel führen. ich würde das auf keinen Fall tun. Und im Bereich der HWS schon gar nicht ! Vor allem kann es zu Problemen führen an denen Du für den Rest Deiner Tage zu kauen hast.


LG

Sabine
 

maxdd

Nutzer
Registriert seit
29 Aug. 2011
Beiträge
3
Hallo Ihr lieben!
Vielen Dank für eure vielen Antworten... Ich kann ja mal den neuesten Stand durchgeben.. Also Ich bin jetzt wieder in Deutschland und durfte nach einem erneuten Krankenhausaufeinthalt nun mit ziemlich großer Halskrause nach Hause gehen.. Ich muss trotzdem viel liegen und bin relativ schwach auf den Beinen.. Nun war ich bei einem super Neurochirurgen und der hat das Thema Operation wieder auf den Tisch gebracht... Er meinte es gibt im Moment keine akute Indikation zu einer OP...

Es wäre aber so, dass sich bei dem Bruch auch einer der Spinalnervenkanäle etwas verschoben hätte... und dieser besagte Kanal kann und wird sich im Zuge des Heilungsprozesses noch weiter "verdichten" und damit aber auch verkleinern.. er meinte das würde mir zwar nicht jetzt sofort aber in einiger Zeit neurologische Probleme machen.. nun wird morgen ein MRT gemacht, um zu schauen wie viel Spielraum in dem Kanal ist und man davon ausgehen kann, dass der Nerv unberührt bleibt.. wenn das aber knapp ist, würde der Arzt mir eine Versteifung/Stabilisierung mit Titanplatte empfehlen.. da bei mir nur der vordere Wirbelkörper betroffen ist, würde die Operation auch über einen Zugang durch den Hals/oberen Brustkorb geschehen..

und speziell @muppet die Frage:
was gibt es denn bei dir für Spätfolgen und Schmerzsymptomatik nach deiner Versteifung? und welche(r) Wirbel waren bei dir denn betroffen? und wie war deine Erfahrung mit der OP? wo hast du dich denn operieren lassen?

Vielen Dank für eure Hilfe! :)
 

muppet

Erfahrenes Mitglied
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19 März 2009
Beiträge
241
Hallo Maxdd,

bei mir wurde die OP in einer Uniklinik gemacht. Bei der OP wurden ziemlich viele Nerven verletzt, was mir aber erst hinterher klar wurde. Diese Nerven machen mir noch nach Jahren zu schaffen. Außerdem habe ich jetzt Probleme mit der Bandscheibe über der versteiften Stelle.
Viele Grüße,

muppet
 

maja

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
6 Sep. 2006
Beiträge
1,262
Hallo Max!

Aus meinen Erfahrungen: lass Dich nicht "bequatschen"!

Scheue nicht den Weg und hole Dir eine 2. dritte 4 Meinung ein!

So eine OP ist nicht rückgängig zu machen!

Ich denke nicht, dass Du Dich missbrauchen lassen möchtest,
weder zur Bereicherung irgendeines Krankenhauses und schon gar nicht als "Versuchskarnickel".
Du musst mit den Folgen leben!

Halte unbedingt Ruhezeiten ein und lasse Dir Zeit mit
der Genesung-es zahlt sich aus!

VG
maja
 

sab

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
27 Dez. 2009
Beiträge
155
Hallo Max,

ich kann dem nur beipflichten - lass Dich nicht vorschnell operieren ! Die OP ist nicht rückgängig zu machen und hat oft genug gravierende Nachteile. Ich würde im Zweifel IMMER abwarten. Die MRT-Und Röntgenbilder sind nur Momentaufnahmen und sagen nichts, wie es Dir mit der Sache geht. Ich will dmait sagen, dass man miese Bilde rhaben kann trotzdme aber ein schmerzfreies Leben. Und umgekehrt !

Ich habe gerade letzte Woche mit einem Schmerztherapeuten gesprochen. der hat ins einer Praxis die operierten Leute . Der hat mir knallhart gesagt, dass die Operatuere sich in der Regel überhaupt nicht dafür interessieren wie es den Leuten hinterher ergeht - Hauptsache, die OP war efrolgreich (Dir ist doch klar, dass so eine OP finanziell überaus lukrativ für den Operateuer ist, nicht wahr ).

Hol Dir weitere Meinungen und wrate ab. Rein auf Verdacht würde ich mich auf keinen fall operieren lassen !

LG

Sabine
 

lachmal

Neues Mitglied
Registriert seit
16 Sep. 2013
Beiträge
21
Hallo Max,

...... Die MRT-Und Röntgenbilder sind nur Momentaufnahmen und sagen nichts, wie es Dir mit der Sache geht. Ich will dmait sagen, dass man miese Bilde rhaben kann trotzdme aber ein schmerzfreies Leben. Und umgekehrt !

LG

Sabine
Ein wirklich passendes Beispiel. Ich habe gestern ein MRT machen lassen und die anschliessende Diagnose lautet: Instabile LWK 1 Kompressionsfraktur mit Hinterkantenbildung.Mir wurde dringendst und schleunigst eine vendrodorsale Stabilisierung mit aufspreizbaren Cage nahegelegt. Da ich mich jetzt in Woche 8 nach meinem Unfall befinde und schmerzfrei bin und keinerlei erwähnenswerte Einschränkungen hab, kann ich deine oben geschrieben Zeilen nachvollziehen und aus heutiger Sicht bestätigen. Leider besitze ich keine Glaskugel um in die Zukunft schauen zu können.

Alles Gute euch
 
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