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Sprunggelenksprothese oder Versteifung

seenixe

Super-Moderator
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31 Aug. 2006
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#1
Hallo,

mancher wird sich schon gewundert haben, dass ich ein wenig ruhiger war :rolleyes:
Aber dies hatte seine Gründe. Nachdem im vorigen Jahr meine Knie-TEP ausgewechselt wurde lagen erneut Verdachtsmomente vor, dass sich auch die neue Tep gelockert habe. Nun habe ich drei Artzmeinungen: 2 sagen, dort sind am Knochen bei der Prothese nach Röntgenbild sichtbare Veränderungen und einer meint ....alles in Ordnung. Zum Anderen wurde festgestellt, dass die posttraumatische Arthrose im Sprunggelenk so stark fortgeschritten ist, dass eine Prothes versucht werden kann, notfalls aber nur eine Versteifung in Frage kommt, um die Situation zu verbessern. Diese Aussagen galt es für mich erst einmal vernünftig zu verarbeiten. Da es ja hier ja Erfahrungen mit Springgelenks-Prothesen gibt, hoffe ich, das ich auch schnell für mich die richtige Auswahl finde.
Die Informationen, was hat welche Auswirkungen sind in solche einem Entscheidungsprozess für mich immer sehr wichtig. Ich gehe davon aus, dass als erstrebenswertes Ziel schon die Prothese in Frage kommt, da die Versteifung endgültig wäre, dann doch lieber den Zwischenschritt. Dadurch bleibt die Beweglichkeit noch eine Weile gegeben, aber da die Forschung auf diesem Gebiet längst nicht soweit ist, wie bei Knie und Hüfte auch das Risiko, schnell wieder unter das Messer zu müssen und doch zu versteifen.

Jeder, der vor ähnlichen Entscheidungen steht, kann sicher nachvollziehen, wie der Kopf dann brummt. Zumal damit auch immer wieder Krankschrift und Arbeitsausfall verbunden ist.

Gruß von der Seenixe
 

eltoro

Erfahrenes Mitglied
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#2
Hallo Seenixe ,
obwohl mein Sprunggelenk fast steif ist konnte ich einer Versteifung nicht zustimmen (die Angst vor dem Entgültigen hat gesiegt) . Ich (laufe) inzwischen so rum und lebe damit , dass ich nicht lange stehen kann , auf keinen unebenen Boden laufen kann und halt öfters Schmerzen habe . Glaube für mich war es so die beste Entscheidung . Was in ein paar Jahren ist mach ich mir noch keine Gedanken da ich gravierendere Baustellen in meinen Körper habe und inzwischen Verrentet bin .
mfg eltoro
 

seenixe

Super-Moderator
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#3
Hallo,

gestern habe ich eine Veranstaltung zum Thema Arthrose besucht. Ich war mächtig erstaunt, wie voll die Veranstaltung war. Die Vorträge waren ein Gemisch von Fachvortrag für andere Ärzte und Werbung, doch unbedingt mal in einer der vertretenen Praxen vorzusprechen.
Es gibt einen großen Bedarf an medizinischer Behandlung bei gut ausgebildeten Orthopäden und an Aufklärung über Möglichkeiten und Nutzen. Einer der Referenten meinte auf die konkrete Frage einer Besucherin, was sie denn machen könne in ihrem Fall:

Suchen sie sich einen der Ärzte, der ihnen das Gefühl gibt aufgehoben zu sein und vertrauen sie einfach diesem. Jeder Arzt hat eine andere Meinung und wenn sie darüber zum besten Verfahren kommen wolle, dann wäre sie total überfordert.
Ich persönlich wäre nur zu sehr wenigen der anwesenden ca. 15 Vertretern Ihrer Praxen gegangen.

Vor dem Versammlungsraum waren dann verschiedene Firmen vertreten mit Bandage, Tens-Geräten, Prothesen und Trinkampullen für "gesunde Gelenke". Wer auf die Homepage schaut, der findet einige interessante Vortragsdokumente
Bei mir selbst ist man inzwischen etwas zurück gerudert und möchte nun vor Prothese oder Versteifung doch noch einmal in das Problemgebiet mittels Arthoskopie schauen und erst danach eine Entscheidung treffen. Wenn ich daran denke, wieviel Angst mir erst einmal gemacht wurde.... In Zukunft bitte immer etwas ruhiger...
Ich kann jedem nur raten....sich mindestens eine besser sogar zwei weitere Meinungen einholen.....bevor man eine Entscheidung trifft.

Gruß von der Seenixe
 

seenixe

Super-Moderator
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Berlin
#4
Hallo,
wer aufmerksam gelesen hat, hat mitbekommen, dass ich im Krankenhaus bin. Dies hat mit dem Sprunggelenk und den Problemen zu tun.
Donnerstag war OP. Mittels Arthroskopie wurde in 2,5 Stunden wurden freie Gelenkkörper entfernt, Debridement (unter dem Begriff Debridement versteht man das Entfernen von nekrotischem Gewebe aus einer Wunde bzw. deren Umgebung) des oberen Sprunggelenks und eine Synovektomie (Unter dem Begriff der Synovektomie versteht man die offene oder arthroskopische Abtragung der erkrankten Gelenkinnenhaut (Synovialhaut, Synovialis)). Nach Aussage der Ärzte war dieses sehr nötig, die Versteifung oder der Einsatz eines Gelenks zumindest für einige Zeit verschoben.
Vielleicht auch für andere User eine Alternative, bevor man eine Versteifung oder den Einbau einer Prothese vornehmen will.
Morgen geht es wieder nach Hause und die nächsten Wochen erst einmal mit Stützen, aber wenn dadurch die Prothese hinaus gezögert werden kann, gerne wieder.

Gruß von der Seenixe
 
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#5
Hallo Seenixe,
zuerst alle Möglichkeiten auszuloten bevor man eine endgültige Entscheidung trifft ist immer angebracht. Ein Tep oder eine Versteifung kann als letzte Alternative immer noch gemacht werden. Ich wünsche Dir, dass die vorgenommene Athroskopie erfolreich war.

Gute Besserung und unfallfreies ;; Krückengehen ;;

Gruß Walter
 

Santafee

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1,591
#6
Hallo Seenixe,

ich hoffe, es wurden auch Gewebeproben entnommen! ? Es müssen Gründe für die Nekrosen vorliegen und diese sind doch meist im Gewebe zu finden;).

Auch die Entfernung der Gelenkschleimhaut (Synovektomie) wird gemacht, wenn Entzündungen vorherrschen. Die Frage auch hier ist das WARUM? Klar Arthrose macht Entzündung, aber ich habe letztens mal wieder einen Bericht gelesen, wonach ja Knorpel keine Schmerzrezeptoren haben, somit auch von der Arthrose allein keine "Probleme" ausgehen (außer vllt. von der folgenden Schwellneigung), aber viel interessanter waren die Hinweise auf die oftmals vorliegenden Knochenmarködeme, welche diese typischen (Knochen-)Schmerzen machen sollen! Da aber in einer Arthroskopie nicht in den Knochen vorgedrungen wird, lässt sich das so nicht feststellen und oftmals kommen rasch die Probleme wieder... wichtiger wäre dann ein (gutes!) MRT, welches auch den umliegenden Knochen beurteilt!

Alles Gute!
Santafee
 

mengo

Erfahrenes Mitglied
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#7
Hallo Seenixe,
ich hatte die von Dir beschriebenen Eingriffe (Gelenksdebriment und Synovektomie sowie Innenmeniskusteilresektion) im Juni diesen Jahres, im Knie. Muß sagen nach dem Eingriff waren die Beschwerden etwas besser, aber was wichtig ist die Beschwerden wurden seit dem auch nicht mehr schlimmer. Vor diesem Eingriff habe ich von Monat zu Monat immer stärkere Beschwerden gehabt. Eigentlich wäre bei mir jetzt schon, mit gerade mal 30, eine Totalendoprothese fällig, aber die Ärzte sind der Meinung das ich diesen Eingriff so lange wie möglich raus ziehen soll. Bei der letzten Kontrolluntersuchung, meinte der Arzt das man diese Eingriffe gerne nochmal, gleichzeitig mit der Metallentfernung Anfang nächsten Jahres machen könne, er meinte vielleicht kann man auf diese weise noch ein paar Jahre dazu bekommen. Ich muß auch sagen, das ich nach diesen Eingriffen keine größeren Probleme hatte, ich konnte am nächsten Tag schon wieder nach Hause. Aufgrund meiner Handverletzung kann ich ja auch keine Gehstützen benutzen, was aber kein Problem war, da ich am nächsten Tag schon wieder belasten durfte.
Also ich kann diese Methode nur weiter empfehlen.
Gruß Mengo
 

seenixe

Super-Moderator
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Berlin
#8
Hallo,
vielen Dank für die Hinweise und Bestätigungen. Ich kann nur hoffen, dass viele dies lesen und wirklich auch versuchen notfalls eine zweit oder dritt-Meinung einzuholen. Viele Ärzte, viele Meinungen, gesunder Menschenverstand und einen Schritt nach dem anderen.

Vielen Dank noch mal.
Gruß von der Seenixe
 

moni68

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657
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Niedersachsen
#9
Alles Gute und toi, toi, toi Seenixe, daß die Prothese wirklich aufgeschoben wurde !

Ich bin derzeit wieder am Punkt "ich muß damit los" angelangt !
Meine McMinn links ist vor 4 Jahren super geworden, deshalb habe ich auch keine Sorgen, mir die jetzt rechts einsetzen zu lassen. Muß leider noch warten wg. der Metallentfernung im Unterschenkel, uff !

Bei meiner ersten McMinn bin ich bei min. 20 Ärzten gewesen, keiner wollte mich operieren: zu jung ! Und wenn, dann nur eine Totalprothese. Hallo, geht's noch ? Ich war damals erst 36 ! Was meinen die denn wieviel Knochen ich für Wechsel-OPs zur Verfügung habe ?

Mann sollte sich "rundum" informieren, nicht nur den Ärzten andächtig lauschen ! Ich habe alle Infos in mich aufgesogen, war tage- und nächtelang im Netz unterwegs ! Bei meinen 20 besuchten Ärzten war dann letztlich EINER, dem ich vollkommen vertraut habe ! Insofern kann ich Deine "Quote" von dem Fachvortrag nur bestätigen ! :D
 

gummibär

Erfahrenes Mitglied
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569
#10
Hallo Seenixe!
Wünsch Dir gute Besserung.
Medizinische Koryphähe für Sprunggelenke ist Prof.Zwipp, -Uniklinikum
Dresden Carl-Gustav-Carus..
Dresden ist ja von Berlin nicht allzu weit entfernt.
Viel Glück
Gummibär
 

hhuss

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20
#11
Hallo,

bei mir steht auch irgendwann Versteifung an. Also mein Artzt hat gesagt, das ist eine Entscheidung die Du treffen musst.
Er meinte es sind immer die Hälfte der Ärtzte der Meinung versteifen, die andere Hälfte sagt künstliches Gelenk.

Künstliche Spunggelenke sind schwieriger da im Sprunggelenk nicht so viel "Knochen" ist wie in der Hüfte.

Da mann beim Künstlichen Sprunggelenk viel vom Knochen wegnehmen muß, ist eine Versteifung hinterher schwieriger.

Ich stehe auch vor der Entscheidung. Weiß auch noch nicht was ich machen soll. Ich hoffe ich habe noch ein paar Jahre Zeit.

Schöne Grüße
Heini
 

Kuckuk

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#12
Hallo,

wenn Entzündungen vorherrschen. Die Frage auch hier ist das WARUM?
ich hab's zwar nur mit einer postoperativen Mc Minn Hüfte zu tun, die nicht will, wie sie soll aber war deshalb auch schon heftigst unterwegs.

Tatsächlich ist es so, dass allergische Reaktionen auf Material und Knochenzement so gut wie gar nicht erforscht sind. In meinem Fall kommt so was in Betracht, interessiert nur kein Schwein.....

Siehe hier:
http://allergomat.klinikum.uni-muenchen.de/index.php?option=com_content&task=view&id=15&Itemid=27

Ist halt typisch für Chirurgie, Orthopädie usw.: Man interessiert sich für's zu operierende Körperteil und der Rest ist wurscht, obgleich Allergien bei den Operateueren auf den anzurührenden Zement, der in Mikrospuren beim Anrühren und Einbringen (früher.... heute verwendet man für diese Tätigkeit eine Apparatur) durch die Handschuhe dringen konnte, bekannt waren.

Ich hab mir die *pdf im Einzelnen nicht abgespeichert, bin aber auf Seiten gestoßen, wo's mir reichlich übel wurde: Anaphylaktische Schocks kommen z.B. beim Einbringen des heißen Knochenzements vor, Markraumödeme....

Dann hab ich so einige Tierstudien unter die Lupe genommen.... usw. Es lohnt sich der Blick in die Fachliteratur.... Die ganze Endoprothetik befindet sich noch in einem Versuchsstadium.... aber wird munter viel Geld mit verdient. Meistens geht ja auch alles gut....

Ach und dann bin ich u.a. auch auf eine Obduktions-Studie gestoßen. Da war das Ergebnis, dass ein richtig großer Teil (ich glaube lag im 2-stelligen Bereich) keine Materialfehler vorlagen, sondern Implantationsfehler: Zu steil eingebracht o.ä.

An eine ordentliche Diagnostik kommt man als Problempatient nur schwierig dran.... Knochenszintigramm, Knochendichtemessung im operierten Bereich fällt mir dazu ein. MRT taugt glaube ich eher nicht so gut, weil im Bereich des Implantats die Bilder aufgrund der elektromagnetischen... (ach was weiß ich) verwischen.

Schon auch übel das alles.

Liebe Grüße
 
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