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Spätfolgen nach Verkehrsunfall - Problem mit Anerkennung

cora

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28 Jan. 2007
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Sachsen-Anhalt
Hallo an alle!

Ich bin neu hier, habe dieses Forum durch einen Hinweis eines Nutzers im Forum einer anderen Website gefunden.

Ich habe dringende Fragen, selbst die grobe Schilderung wird leider etwas länger. Hoffentlich hat jemand genug Geduld, das mal zu lesen.

Kurz zu mir: bin weibl., jetzt 43 J., normalgewichtig, Beruf:Sachbearbeiter.

Im Apr. 2004 hatte ich einen schweren Verkehrsunfall, unschuldig, Schuldfrage eindeutig geklärt. Mir wurde auf einer Landstr. die Vorfahrt genommen, bin mit ca. 60 kmh in das gegn. Fahrzeug geprallt.

Festgestellte Verletzungen: Trümmerfraktur Sternum (Brustbein), Thoraxprellung, Rißwunde re. Knie - genäht, Beteiligung des Herzes wurde nach 3 Tagen ITS ausgeschlossen, wahrscheinl. Lungenprellung.

Nach Verlegung auf Normalstat. heftige Rückenschmerzen trotz sehr starker Schmerzmedis (auf ITS per Schmerzpumpe, dann oral, Valoron-Tropfen + Vioxx-Tabl.). Paßte wohl nicht zu den Verletzungen, also nochmals HWS + BWS geröntgt, o.B. Als Ursache wurden Verspannungen bzw. Stauchung/Zerrung durch den Aufprall angenommen. Übrigens waren die Gurtmarken gut erkennbar, positiv für mich, denn die Schwere der Verletzungen legte nah, daß ich nicht angeschnallt gewesen sein könnte.

Nach 1 Wo. entlassen, weiter starke Schmerzen, sowohl im Thorax- als auch WS-Bereich. Weiterbeh. durch Hausarzt, Mitbeh. durch Chirurgen. Der stellte Ende Mai eine nahezu abgeschlossene Verknöcherung des Bruchs fest und damit war von seiner Seite die Beh. abgeschlossen. Mittlere Schmerzen Thorax, starke Rückenschmerzen weiter vorhanden, deshalb nochmals CT d. BWS, o.B. Aussage Chirurg: Da kann ich nicht weiterhelfen, von meiner Seite keine weitere Behandl.notwendigkeit.

Durch HA weiterhin AU, mit kurzer (2 Tage) Unterbrechung im Juli bis Nov. 2004. Thoraxbeschw. rückläufig, Rückenschmerzen kaum gebessert, ich konnte allerdings auch nie eine konkrete Stelle benennen, einfach ziehende Rückenschmerzen. Ab Mitte Nov. wieder zur Arbeit (Büro), nur mit Schmerzmitteln (Diclo res. 2 x tgl.), selbst damit teilw. starke Schmerzen.

Von Dez. 04 bis Anfang Jan. 05 kompl. Jahresurl v. 2004 genommen, viel Ruhe, Rückenschmerzen gebessert. Mitte Jan. Vorstellung bei Ortho., eben wegen fortbestehender Beschwerden. Vermutung, daß durch leichte Thorax-Verformung Spannungen in der WS aufgebaut werden - Verordnung Krankengymn. zur Lockerung.

Nach dem 2. Termin plötzlich starke Schmerzen u. Gefühlsstörungen li. Bein, nach 2 Wo. keine Besserung, erneuter Arztbesuch. Abenteuerliche Diagnosen (Muskelzerrung - abwarten), nach fast vollst. Lähmung d. Beins schickte mich der Chirurg ! zum CT d. LWS. Diagnose: Bandsch.vorfall L5/S1 mit Wurzelkompr. Neurochir. differenzierte: Verknöcherter, also älterer BSV mit Sequestrierung (Absplitterung v. Mat.). Konservative Beh. erfolglos, 2 x OP erfolglos, seitdem chron. Schmerzpat., seit Okt. 05 volle Erwerbsmind.rente f. 3 Jahre.

Ich wurde von Anfang an anwaltlich vertreten. Größtes Problem ist, daß ich keine Rechtsschutzversicherung habe.

Die hinzugetretene Erkrankung, also der Bandsch.vorfall, wurde bei der gegn. Vers. geltend gemacht. Ein Gutachter stellte im Nov. 06 allerdings fest: Bandscheibenvorfälle sind sehr selten (ca. 5 %) Unfallfolgen. Und wenn, dann treten diese sofort auf, nicht erst nach 1 Jahr (was so ja nicht stimmt). Es wurde nicht berücksichtigt, daß ich seit dem Unfall die unklaren Beschwerden hatte, deren Ursache nicht gefunden wurde. Ich hatte extra darauf hingewiesen, auch, daß ich vorher niemals derartige Beschwerden hatte.

Allerdings bemängelte der Gutachter, daß seitens der beauftr. Vers. keinerlei Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden. Ich hatte nur Kopien von Entlassungsbriefen d. Kliniken, teilweise Befunde v. CT-/MRT-Untersuchungen und die Mitteilung d. Chir., daß eben Ende Mai 2004 seinerseits die Behandl. abgeschlossen sei. Und eben auf den Mai 2004 bezieht sich der Gutachter, er betrachtet nun die kompl. Behandl. zu diesem Zeitpunkt für abgeschlossen, obwohl ich ja bis Nov. AU, also in ständiger Behandl. beim HA war.

Kann mir hier im Forum jemand einen Rat geben, was ich noch tun kann? Eine Klage ist meinerseits nicht finanzierbar. Prozeßkostenhilfe entfällt, da ich verheiratet bin u. mein Mann auch ein Einkommen hat, ich bekomme ja EU-Rente.

Macht ein Gegengutachten Sinn, und wieviel würde das so in etwa kosten?

Als letzten Ausweg habe ich schon mal daran gedacht, mich an so einen Prozeßkosten-Finanzierer zu wenden, bei dem man dann eben einen gewissen Prozentsatz abtreten muß. Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht und kann mir Empfehlungen geben?

Vielleicht gibt es hier im Forum Betroffene, die eine ähnliche Vorgeschichte haben.

Es wäre wirklich sehr hilfreich, wenn ein paar Erfahrungsberichte bzw. Ratschläge gegeben werden. Ich bedanke mich schon mal bei allen, die mir vllt. hilfreiche Tips geben können.

Liebe Grüße

Cora
 

Cindy

Erfahrenes Mitglied
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6 Sep. 2006
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467
Hallo cora,

nur ein wenig aus meinem Erleben. Ich hatte nach einem Unfall mit LWK-Berstungsfraktur entsprechende Beschwerden, klar. Ausserdem wies ich meinen Neurochirurgen immer wieder daraufhin, dass da noch mehr sein müßte. Einige Monate später wurde ein BSV festgestellt, als ich auf ein MRT bestand - ansonsten hätte ich die Praxis nicht verlassen.

Ich bin im Schmerzensgeldprozeß bis vor das OLG gegangen, um den BVS mit anerkannt zu bekommen. Ich hatte einen Privatgutachter, der mit Literaturhinweisen und eigenen Ausführungen den BSV als sehr wahrscheinlich traumatisch bezeichnete, aber es war erfolglos.

So kann es gehen, da die Anerkennung traumatischer BSV sehr schwierig ist.
Aber du kannst ja hier in der Suche und bei google Bandscheibenvorfall eingeben - bei google 'traumatischer Bandscheibenvorfall'.

Vielleicht findet sich hier noch jemand, der Erfolg hatte.

Viel Glück
Cindy
 

cora

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Hallo Cindy,

vielen Dank für Deine Antwort.

Du bestätigst eigentlich das, was ich auch befürchte. Ich sehe auch kaum noch Chancen, versuche aber jetzt trotzdem erstmal an alle Unterlagen, auch aus den Kliniken, zu kommen. Aber selbst da wird immer wieder geblockt, ist zum Verzweifeln.

Ich werde mal googlen, auf "traumatischer BSV" war ich nicht gekommen!

Schönen Abend noch!

Cora
 

seenixe

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Berlin
Hallo Cora,

ganz interessant ist für Dich vielleicht der Artikel "Bandscheibenvorfall und Trauma" von Prof. Dr. Krämer et al. Erschienen in der Zeitschrift "Der Orthopäde" Heft 2/2001 aus dem Springer-Verlag. Sicher einsehbar in großen Bibliotheken oder Uni-Bibliotheken.

Gruß von der Seenixe
 

schmerz

Nutzer
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Hallo Cora......es tut mir
sehr Leid was Dir wiederfahren ist.......habe hier schon einige male über mein Unfallgeschehen berichtet und es sah nicht immer gut aus.Erst nach einem Jahr nach dem Unfall stellte man bei mir ein schweren Bandscheibenvorfall fest HWS 5/6.Unfall März 2002,Bandscheibenvorfall festgestellt Januar 2003,Op April/2003.....Zusammenhangs-Gutachten Juni 2005.......,
Jetziger Zustand nach Op bist heute verschlimmert....
2.Bandscheibenvorfall in C7
Vergleichtsangebot von Gericht habe ich abgelehnt.......nachteil
ohne Rechtschutz verlagt es eine Vorschusszahlung (ANZAHLUNG)für eine weitere Begutachtung(1200€)und diese darf danach nicht 120% übersteigen ich hatte gott sei dank eine Rechtschutz Abgeschlossen.......
2.Begutachtung 27-01-2006
5 Jahre bin ich jetzt am Kämpfen.....
wichtig ist es darzustellen wie wars vorm Unfall....wie danach.......
Bin jetzt fast 10 Jahre in einen Grosshandel beschäftig und war vor diesen Autounfall nicht einmal Krankgeschrieben wurden.....Nach diesen Unfall hat sich das geändert....
Ich kann Dir nur Raten Zeige deine Stärke und gehe es an.......hinterher ärgert man sich wenn man es nicht Versucht hat.....
In ein paar Wochen jetzt nach der erneuten Begutachtung steht Bei mir
das Urteil ins Haus, werde dann hier berichten wie es ausgegangen ist..........
Ich wünsche Dir eine gut Besserung und
bleibe am Ball .......
Gruss
schmerz


DIE ZEIT HEILT NICHT ALLE WUNDEN ::MIT DENNEN DIE NOCH DA SIND MUSS MAN LEBEN!
 
Zuletzt bearbeitet:

cora

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Hallo Seenixe,

danke für den Hinweis. Ich habe gleich mal eine Anfrage an den Verlag gestellt, vllt. kann ich ja eine Kopie des Artikels bekommen. Bis jetzt habe ich aber noch keine Antwort, werde noch bis Anfang d. W. abwarten.

Andernfalls kann evtl. mein Sohn (Student) mal in der Uni-Bibliothek versuchen, an den Artikel zu kommen. Bin schon neugierig, ob ich was damit anfangen kann!

Grüsse

Cora
 

cora

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Hallo Schmerz,

Du kämpfst jetzt schon 5 Jahre, und noch immer kein Ende in Sicht? Ich werde mir in den nächsten Tagen mal ein paar von Deinen Beiträgen anschauen, nur habe ich z. Z. wieder große Probl. mit dem Sitzen.

Ja, ich will auch weiterkämpfen. Denn fest steht ja, daß ich bis zum Unfall gesund und belastbar war, Rückenschmerzen waren ein Fremdwort für mich. Nun bin ich voll EU, irgendwie paßt das ja nicht zusammen. Aber es ist ein schwerer und langer Weg, und wie gesagt, ich hatte zu dieser Zeit keine Rechtsschutzvers., Prozeßkostenhilfe werde ich wahrscheinl. nicht bekommen.

Ich werde mich jetzt erkundigen, wie es sich mit Anwaltswechsel verhält, denn da bin ich überhaupt nicht zufrieden - bekam keinerlei Infos betreffs des Gutachtertermins, man ließ mich sozusagen im Regen stehen. Termin war Anf. Nov. 06, Gutachten Mitte Nov. datiert, ich habs vom Anwalt am 27.01.07 zur Kenntnis bekommen! Das kanns ja nicht sein, so komme ich da nicht weiter!

Ich danke für die aufmunternden Worte. Ich wünsche Dir auch viel Erfolg auf Deinem Weg zum Recht und freue mich über weitere Infos!

Schönen Abend und freundl. Grüße

Cora
 

diana

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An die Öffentlichkeit gehen

Hallo Cora hatte 1992 einen sehr schweren MOTORRADUNFALL.Nach Einigen Jahren Streß mit def Versicherrung bin ich ans Fernsehn gegangen.das war sehr wirkungsvoll.die Versicherrung war auf einmal sehr kooperrativ und hat gezahlt.
 

cora

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Hallo Diana,

ganz ehrlich, an so etwas habe ich auch schon gedacht.

Aber erst werde ich es noch auf "normalem" Wege versuche. Ich muß eben auch mal meine Anwältin ein bißchen wach machen, da scheint einiges im Argen zu liegen.

Ich habe mich auch schon mit Prozesskosten-Finanzierungen beschäftigt, da ich dummerweise zum Unfallzeitpunkt keine RS-Vers. hatte. Und da wird eine Klage sehr teuer. Vielleicht hilft so eine Androhung ja auch, damit sich die gegn. Versicherung ein wenig bewegt.

Darf ich fragen, an welche Sendungen bzw. Sender Du Dich gewandt hattest? Einen Versuch wäre es ja wert.

Freundl. Grüße

Cora
 

diana

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An die Öffentlichkeit gehen wirkt!

hallo Cora,ich habe mich damals an Sat 1.Akte07,Ullrich Maier gewandt.Der Sender hat schnell reagiert,sich bei uns gemeldet und alles weitere in die Wege geleitet.du glaubst nicht,wie schnell die Versicherrung(Allianz)gezahlt hat.Und zwar einen Betrag.der in keiner Hack-Tabelle steht.Ich hatte mit meinem Mann einen Motorradunfall.Ein betrunkener Autofahrer ist mit über 100kmh frontal in uns reingefahren.Mein linkes Bein wurde in Höhe der Hüfte abgerissen(Hemipelvektomie).Nach Hubschrauberrettung(da schon bei Ankunft klinisch tot)wiederbelebung,5 Wochen Koma usw.Jetzt gehts mir wieder super!
 

cora

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Hallo Diana,

auf die "Akte" wäre ich nun gar nicht gekommen!

Wie war das denn bei Dir, war die Sache schon vor Gericht? Und hat der Sender Deine Geschichte veröffentlicht, oder kümmern die sich auch so drum, ohne einen Beitrag draus zu machen?

Nach meinem nächsten Anw.-T. werde ich mir darüber mal ernsthaft Gedanken machen, denn so will ich mich nicht geschlagen geben! Ich finde es schon traurig, daß man gegen die Allmächtigen v. d. Versicherungen (auch bei mir Allianz) kaum ankommt. Und da ich keine RS-Vers. habe, hat es keinen Sinn, eine Klage anzudrohen, denn das ist bei dem evtl. Streitwert nicht zu finanzieren.

Danke für die Infos, komme bestimmt nochmal darauf zurück.

Schönen Abend!

Cora
 
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