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schwerer Verkehrunfall - Schuldfrage noch ungeklärt

Jade

Nutzer
Registriert seit
5 Nov. 2007
Beiträge
5
Hallo,

am Dienstag dem 31.10.07 hatte ich einen schweren Verkehrsunfall und bin total fertig...

Vielleicht haben einige von Euch ähnliches erlebt und können mir weiterhelfen?

Am besten erzähle ich Euch einfach mal was passiert ist, soweit ich mich an den Unfallhergang erinnern kann:

Am Dienstag morgen um ca. 7:15 Uhr fuhr ich mit meinem Ford Fiesta die Autobahnauffahrt auf. Meine Geschwindigkeit lag bei max. 60 kmh (eher 55kmh). Mein Fahrzeug war meines Wissens nach in einem technisch guten Zustand (keine bekannten technischen Mängel) und hatte vor ca. 2 Monaten neue Ganzjahresreifen erhalten.
Am Ende der Auffahrt geriet mein Fahrzeug ins Schleudern und ließ sich nicht unter Kontrolle bringen.

Ich schleuderte auf die linke Fahrspur, wo mich vermutlich zuerst ein Mercedes rammte. Der Mercedes erwischte mein Fahrzeug auf der linken Fahrerseite in Höhe des Motors. Dann habe ich vermutlich die Leitplanke gestreift und bin auf die rechte Spur geschleudert. Auf der rechten Spur wurde ich erneut von einem Fahrzeug gerammt. Diesmal auf der rechten Beifahrerseite in Höhe der Rückbank.

Die anderen Unfallbeteiligten haben zum Glück nur leichte Verletzungen davon getragen. Der entstandene Schaden wird vermutlich sehr groß sein. Es sind Motor-Flüssigkeiten ausgelaufen und mindestens zwei Autos sind wirtschaftliche Totalschäden (der Mercedes und mein Fiesta) und die Leitplanke wurde beschädigt.

Obwohl ich sehr großes Glück bei diesem Unfall hatte und nur schwere Prellungen und große Hämatome an beiden Unterschenkeln davon getragen habe, sitzt der Schock tief.

Ich bin eine umsichtige Fahrerin, die keine unnötigen Risiken eingeht. Vernünftiges, angepasstes Fahren im Strassenverkehr ist mir sehr wichtig.

Vermutlich bin ich die Schuldige am diesem Unfall; so ließt es sich zumindest aus den Unterlagen die mir vorliegen.

Ich fühle mich total hilflos und das Schlimmste ist, dass ich keine Ahnung habe, welche rechtlichen Folgen dieser Unfall für mich haben wird.

Körperlich bin ich noch sehr lädiert und psychisch geht es mir auch sehr schlecht. Ich habe mein Auto (Gebrauchtwagen) verloren, welches ich erst ein Jahr hatte und bin zur Zeit ans Haus "gefesselt". Meiner Arbeit kann ich nicht nachgehen und da ich auf Provisionbasis arbeite, bekomme ich auch kein Geld für die Zeit meines Ausfalls.

Ich habe auch Angst vor dem Moment, wenn ich wieder Autofahren muß und an der Stelle des Unfall vorbei zu kommen...

Grüße, Jade
 
Zuletzt bearbeitet:

Cateye

Mitgliedschaft beendet
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Beiträge
1,059
Hallo Jade,

ich denke, dass das Glück auf Deiner Seite stand. Du solltest jedoch schleunigst mit einem Rechtsanwalt in Verbindung treten, damit Du Einsicht in die Akten bei der Polizei bekommst, damit Du Dich zumindest mit dem aktuellen Ermittlungsstand auskennst.

LG,
Cateye
 

seenixe

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Hallo Jade,

herzlich willkommen hier im Forum. Sicher können viele Betroffene Deine Empfindungen nachvollziehen. Ja, ein Unfall ist ein sehr belastendes Erlebnis. Wenn Du jetzt schon feststellst und Angst vor dem Einsteigen in ein Fahrzeug hast, solltest Du bereits jetzt mit einem Psychologen Kontakt aufnehmen. Wichtigste Voraussetzung ist die Verarbeitung des Geschehenen. Ein weiterer Schritt, den Du auch nicht lange herauszögern solltest, ist der Besuch bei einer Fahrschule. Kaufe Dir einfach 2 Fahrstunden. Wenn Du dann mit einem Fahrlehrer an Deiner Seite den Unfallbereich befahren hast, läßt vielleicht die Angst auch sehr schnell nach und Du findest zu Deinem inneren Gleichgewicht zurück.

Gruß von der Seenixe
 

Jade

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5 Nov. 2007
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5
Hallo,

erstmal Danke für Eure Antworten!

Es geht mir Momentan wirklich schlecht...

Den Rat mit den Anwalt werde ich wohl annehmen, auch wenn ich (bzw. wir) mir diesen eigentlich nicht leisten kann.
Aber ich fühle mich sehr überfordert und kann jede Hilfe gebrauchen.

Grüße, Jade
 

sorell

Nutzer
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1 Nov. 2007
Beiträge
6
Liebe Jade,

Ich kann Dich ganz gut verstehen..... Ich hatte auch am Dienstag, das war aber 30.10? abends einen schweren Unfall mit drei Autos, leichtverletzten und sehr höhen Sachschaden... Ich leide auch sehr darunter, habe Angst und meine finanzielle Situation ist auch könnte besser sein.
Aber.... an einem Rechtsanwalt gehst Du nicht vorbei. Vielleicht, bist Du Mitglied von einem Autoclub? Dann ruf da an.
Ich weiß, alle diese Vorschläge, einen Psychoterapeut zu besuchen... es ist alles nicht so leicht. Zuerst, gibt es sehr wenig gute... lange Wartezeiten, man muss das Ganze mit der Krankenkasse genehmigen, und nicht alle Psychoterapeute sind bei der Krankenkasse bezahlt...Dazu kommt auch, wenn man kein Auto hat, ist man (wenn es nicht in einer Stadt wohnt) zu Hause wie gefesselt....
Ich kann nur einen sagen.... zuerst ein Anwalt, dann, oh Gott! ich weiß, wie schwierig ist das.... Versuche nur heute leben, denke nicht nach hinten oder nach vorne. Die Zeit ist die beste Medizin. Und die Hauptsache, dass Du zu Hause Unterstützung bekommst....
Und noch Probleme mit der Arbeit..... Nimm Dir zur Zeit was anderes.... man kann Babysitting machen oder noch was in Deiner Umgebung. Das kann auch gut ablenken.

Ich drücke Dir den Daumen,wünsche viel Kraft und gute Besserung!
Alexandra
 

frank

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11 Okt. 2006
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849
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Nähe Wildnis in Flussauen
Hallo zusammen,

und nochmal der Tipp: Wenn das Geld fuer einen Anwalt fehlt und man in keinem Autoclub mit Verkehrsrechtsschutz ist und man keine Rechtsschutzversicherung (z.B. Advocard) hat, dann besteht die Moeglichkeit, beim naechsten Amtsgericht anwaltliche Beratungskostenhilfe zu beantragen.

Alle Unterlagen zum Unfall mitnehmen und die Einkommensnachweise.

Viel Erfolg :)
 

Jade

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5 Nov. 2007
Beiträge
5
Hallo Alexandra,

das ist genauso schrecklich...

Ja, ans Haus bin ich auch gefesselt und das macht die Sache natürlich nicht leichter, besonders wenn ich fast den ganzen Tag alleine bin.

Ich bin nur froh, wenn alles vorbei ist.

Wie sieht die Sachlage denn bei Dir aus?

@Frank:

Das ist bei mir leider nicht so einfach - ich lebe mit meinem Verlobten zusammen, der ein gutes Gehalt bezieht. Ich selber verdiene max. 300,- €, bekomme Unterhalt für meinen Sohn und das Kindergeld.

Von daher weiß ich nicht, ob ich ein Anrecht auf Prozesskostenbeihilfe habe.

Grüße, Jade
 

sorell

Nutzer
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1 Nov. 2007
Beiträge
6
Hallo Jade,

Ich lebe zusammen mit meinem Lebenspartner und unserem gemeinsamen Sohn, der 22 Monate ist. Ich bekomme noch 2 Monate Erziehungsgeld und dann wird mir diese 300 Euro sehr fehlen. Mein Arbeitgeber ist 200 km entfernt, und ich bleibe bis zu 3 Jahren zu Hause. Mein Freund ist selbstständig und wir kaum halten über Wasser.... obwohl vor paar Jahren hat er das Haus gekauft... Natürlich, fast komplett in Kredit.
Morgen gehen wir zum Anwalt, den Namen habe ich von ADAC bekommen. Erstes Treffen ist kostenlos. Bin gespannt, bis dahin zieht sich diese kostenlose Beratung....
Ich weiß es auch nicht, ob ich den Anspruch auf Prozesskostenhilfe habe, weil wir nicht verheiratet sind, und in einigen Sachen haftet er für mich nicht. Aber das Auto und die Versicherung war alles auf seinem Namen.

Es wird wieder alles in Ordnung!

Liebe Grüße,
Alexandra
 

Jade

Nutzer
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5 Nov. 2007
Beiträge
5
Hallo Alexandra,

dann bist Du vermutlich in der gleichen besch... Situation wie ich.

Die ganze Situation ist Sch... - ich war gerade beim KFZ Versicherungswechsel und die streiten sich jetzt wer zuständig ist.
Beruflich versuche ich gerade in die Selbstständigkeit zu wechseln, was auch noch nicht geklärt ist, da die Gewerbeanmeldung wegen fehlerhaften/widersprüchlichen Angaben abgewiesen wurden. Mein Arbeitgeber behauptet ich bin ich es schon. Also gibt es für meinen Fall wohl auch keine zuständige Berufsgenossenschaft...

Ich hoffe nur, dass mein Verlobter zustimmt einen Anwalt einzuschalten, da mir die Unfallklärung über den Kopf wächst.

Zusätzlich kommt hinzu, dass ich eigentlich eine neue Ausbildung (gerne Kosmetikerin) anfangen wollte, um beruflich wieder Fuß fassen zu können. Diese muß allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden - das kann ich jetzt wohl auch vergessen!

Zur Zeit habe einen total miesen Job, bei dem ich ca. 3,- € die Stunde verdiene.

Grüße, Jade
 

Bozi

Nutzer
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24 Sep. 2007
Beiträge
56
Ort
Brandenburg
Hallo Jade,ich rate dir auch,such einen Rechtsanwalt auf und bereite dich auf lange,geduldige Wartezeit vor.
Ich hatte einen schweren Autounfall vor 3 Monaten.Mein Mann hat sofort einen Anwalt eingeschaltet und bis jetzt hat er keine Akte zur Ansicht bekommen,was sehr nervlich ist.Ich habe nur von Polizei Anhörungsbogen bekommen,wo steht dass ich mit defekten Reifen fuhr und mit nicht angepaßte Geschwindlichkeit.Weiter weiß ich nicht und leider kann ich mich auch und will auch nicht-mich an Unfallhergang erinnern.
An Unfallort bin ich erstmal vor ein paar Tagen vorbeigefahren,hatte auch großes Angst davor.Hab den Baum mit kaputte Rinde gesehen - es war schon schreckliche Gefühl aber ich habe es überstanden.Bis heute fuhr ich nicht vor lauter Panik selbständig Auto.Als Beifahrerin bekomme auch Panik.Bin noch krank geschrieben und weiß es nicht wie es weiter geht.Mein Arbeitsplatz ist auch 80 Km entfernt.
Ich wünsche dir Geduld und Ruhe. Bozi
 

Jade

Nutzer
Registriert seit
5 Nov. 2007
Beiträge
5
Hallo Bozi,

diesen Anhörungsbogen (schriftliche Äußerung als Beschuldigte) habe ich auch bekommen...

Mir wird zur Last gelegt fahrlässige Köperverletzung bei Verkehrsunfall begangen zu haben und unangepasste Geschwindigkeit.

Mein Verlobter kann zum Glück eine kostenlos Helpline (durch seinen Arbeitgeber) in Anspruch nehmen, dort habe ich vorhin angerufen und warte nun auf den Rückruf eines Anwaltes. Wenn dieser auch zu einem Anwlt rät. Werden wir uns einen nehmen.
Mein Verlobter möchte dieses Gespräch noch abwarten.

Ich persönlich bin absolut dafür - alleine schon deshalb, weil ich mich dieser komplizierten Situation nicht gewachsen fühle.

Das Du Dich nicht mehr an den Unfall erinnern möchtest kann ich sehr gut verstehen - ich wünschte meiner wäre nie passiert...

Grüße, Jade
 
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