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Schwerer Unfall - Wie lange kann es bis zur Reanimation gedauert haben?

Isländer

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Grüß Dich, BeateT,


also Architektur hat er Dir gezeigt und bis ins letzte Detail erklärt. Und Musik hat er Euch gegeben, Musik interpretierst Du auch selbst, Du verstehst davon offensichtlich etwas: Sonst hättest Du nicht gestaunt, wie ich das Ende des Songs "old and wise" sehe! Du bist also ein Mensch mit Kunstverständnis. Kultur ist also ein Thema, das Euch verbindet.

Solche Menschen, solche wie Du also haben dann ihrerseits irgendetwas, was sie ihrer Herde erklären, erzählen. Etwas, was Dich besonders anspricht.

Was war "Dein Thema, Dein Faszinosum"-?

Geschichte könnte es sein - vielleicht, ich habe jetzt nur geraten.
Daneben? Nun, was ist dann Dein Thema, aus dem Du gerne beisteuerst?

(Damit, meine lieben Freunde, jetzt riskiere jetzt einiges. Hoffentlich ist es nichts, von was ich keinen Dunst habe. Gute Güte, jetzt wird's womöglich für mich peinlich, und ich kann womöglich nur sagen: "Herr, in meinem Kopf ist nur Nebel..." (Don Camillo). Jetzt, liebe Freunde, dürft ihr gespannt sein, ob ich gleich in der Tinte sitz oder nicht! Aber, Freunde, ihr wißt ja: Die Isländer sind ein durchaus mutiges Völkchen. Brauchst Du auch am Polarkreis.

ISLÄNDER
 

BeateT

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Einen lieben Gruß zurück, lieber Isländer. Und danke, dass du so viel nachfragst. Ich erzähle gerne über meinen lieben Freund. Ich möchte aber auch nicht allzu Persönliches allzu öffentlich schreiben. Deshalb freue ich mich schon darauf, wenn ich dir eine persönliche Nachricht schicken kann. Falls es dich dann wirklich weiter interessiert.

Der absolute Kunstinteressent und -versteher war mein lieber Freund. Ich selbst habe mich immer für Musik interessiert, aber nicht für so viele Musikrichtungen wie er. Ich habe Musik gehört, weil ich sie schön fand. Habe schon immer gerne auf Texte gehört und auf das, was sie mir sagen. Ich mochte schon immer am Liebsten Rock und Pop-Musik. Mein Freund aber hat nicht nur das gehört, sondern auch klassische Musik, Orgel zum Beispiel, oder Stücke mit Schlagzeug. Und er kannte auch aus dem Rock und Pop viel mehr als ich. Ihn interessierte nicht nur der Wohlklang, sondern auch Musik mit Reibungen und Dissonanzen. Er brachte mir ein Stück nach dem Anderen, das ich als ganz besonders empfand. Manches hätte ich mir nie angehört, aber er hat es geschafft, mich dafür zu begeistern. Er hat mir den Unterschied erklärt zwischen Kunst und Kitsch in der Musik, den ich zuvor nicht wahrgenommen habe. Die Texte erschienen ihm wohl zweitrangig. Er hörte die Musik und verstand sie auch ohne Text.

Mein Freund hat mir auch Gemälde gezeigt. Dafür hatte ich ebenfalls vorher so gar kein Verständnis. Ich fand immer Gemälde schön, die fast wie ein Foto aussehen. Weil ich es als eine unglaubliche Kunst betrachte, so real malen zu können. Mein Freund hingegen mochte Bilder, die ganz verschwommen aussehen. Er konnte dabei mehr Phantasie haben. Und nachdem er mir das erklärt hatte, mochte ich diese Bilder auch lieber. Genauso oder soähnlich erzählte er dann eben auch über Architektur. - Und ich sagte ja, ich verstand nicht wirklich etwas davon. Aber WIE er das erzählt hat, das war einmalig. Mein Freund war einfach mitreißend.

Und ja, interpretieren, philosophieren, wie ist etwas gemeint, wie könnte etwas gesehen werden, das war so etwas, was uns beide verband. Da hatten wir verschiedene Themen jenseits von Kunst, über die wir uns mal heftig gestritten haben und bei denen wir uns ein anderes Mal sehr einig sein konnten. Eine solche Kommunikation habe ich noch nie mit einem anderen Menschen so intensiv geführt. Und auch da habe ich gefühlt, dass er ein ganz besonderer Mensch ist. Er war bereit, mit mir da weiter zu diskutieren, wo andere längst dicht gemacht hätten.

Ich habe heute eine Frau getroffen, der ich nur ein kleines Bisschen was über meinen Freund erzählt habe. Sie sagte: "Menschen mit Depressionen sind oft Genies." - Und damit hat sie wohl recht. Zumindest traf das auf meinen Freund zu. Er war einfach ein Genie. Ich hatte ein ganz besonderes Glück, einen ganz besonderen Menschen zu treffen. - Und jetzt habe ich eben das ganz besondere Pech, diesen ganz besonderen Menschen schon nach 9 Jahren, die ich ihn kannte, wieder zu verlieren. ...
 

BeateT

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Und lieber Isländer, es kommt gar nicht darauf an, ob du von einem Thema Dunst hast oder nicht. Das Besondere an dir ist, dass du nachfragst und dass du mir Gelegenheit gibst, von meinem besonderen Freund zu schreiben. - Dafür danke ich dir.
 

Isländer

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Grüß Dich, BeateT!

01
Wie ich jung war (in der Tiefe des vergangenen Jahrtausends), war für mich ein Foto zur Dokumentation da. Entsprechend kam rein technische Fotographie heraus: Möglichst alles schön scharf abgebildet. Das ist gut, wenn man Korrisionsschäden an einer Brücke fotografiert. Aber wenn man von einem Hügel auf ein Dorf herfotographiert, ist das Mülltonnenhäuschen neben dem Lager hinter dem Schuhgeschäft vielleicht nicht das wichtig. Zwar ist wahr, da ist ein Tonnenhäuschen. Kommt es darauf an? Und ich begann, mir Gedanken zu machen, auf was es mir eigentlich ankommt (was will ich dennn eigentlich zur Abbildung bringen? Was will ich zeigen?).

02
Der Dorfplatz war, was ich zeigen wollte, eingebettet in einen Ring älterer Häuser.

Aber da war ein großer scharzer Hund auf dem Dorfplatz zufällig mit abgelichtet worden. Den hatte ich bei der Aufnahme gar nicht bemerkt. Der Hund schaute sich ganz versonnen die Sonnenuhr an, na sowas, das wollte ich dann in der Bildbearbeitung dem Betrachter besonders zeigen. Weil es gar so kurios war. So kam die Bearbeitung im Labor ("Fotoshop" gabs damals noch nicht).

03
Habe ich jetzt die Wahrheit manipuliert? Sicher, ja. Habe ich. War das gelogen? War es Unrecht? Nein - es diente nicht der Täuschung. Ich habe eine andere Wahrheit sichtbarer gemacht, den Betrachter die seltsame Szene gezeigt, als wolle der Hund sagen: "Was...schon 11:00 Uhr?".

Eine Interpretation macht aber auch eine Wahrheit sichtbar, was sonst vielleicht übersehen wird, also durchaus auch auf seine Art wahrheitsliebend.

"Was ist Wahrheit?" (Pontius Pilatus)

04
Ich bin froh, technische Fotographie an der Schule gehabt zu haben, die brauche ich heute noch in meinem Beruf. Aber ich bin auch froh, dass ich auch interpretierende Fotografie gelernt habe. Denn sie verleitet (auch ohne Kamera in der Hand!), nachzudenken: "Was sehe ich eigentlich da alles?" Man nimmt sich zum Schauen Zeit, und dann bekommt man auf einmal ein offenes Ohr für:

"Zum Sehen geboren
zum Schauen bestellt
dem Turme geschworen
gefällt mir die Welt...."

Was für eine Ruhe und Selbstsicherheit.

Den Rest (es ist das Türmerlied in Goethe, Faust II) wirst Du, da bin ich sicher, schnell selbst im Internet lesen wollen.

05
Island ist voller Gedichte. Es kann gut sein, dass ein Isländische Gedichtband in 30.000 Exemplaren verkauft wird - jeder 10. Isländer kauft ihn dann. Erstaunlich, nicht wahr, wenn man an den Kampf um's Leben am Polarkreis denkt. Aber es ist eben auch das Land der Sagas.

ISLÄNDER
 

BeateT

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Was ich mich gerade frage, lieber Isländer, nennst du dich so, weil du aus dem Land Island kommst oder weil dein Pferd ein Isländer ist? Oder vielleicht beides?

Deine Geschichte zu dem Foto und zu dem Hund gefällt mir. Sie enthält Verschwommenes und das Detail. In einem Dorf oder auch in einer Stadt gibt es Millionen von Details, mehr als Menschen und Tiere darin wohnen. Aber hinter der großen Zahl verschwindet jedes einzelne Detail und erscheint dann geradezu unbedeutsam. Es ist schön, wenn dann wenigstens mal ein einzelnes Detail gezeigt wird. - Mein Freund S. hätte gesagt, "Es gibt immer mehrere Wahrheiten." - Oder auch: "Wahrheit gibt es nur im Märchen."

Ich habe mir auch das Gedicht angeschaut. Es steht in einer Interpretation, dass dann ein vernichtendes Feuer kam, das der Türmer nicht sah. ... Und da bin ich wieder bei der Frage, was ich beim Betrachten meines lieben Freundes nicht gesehen habe und hätte vielleicht doch sehen können, um die Katastrophe zu verhindern. Denn (mit seinen Worten) "Es zählt nicht nur das, was man gesagt hat, sondern auch das, was man nicht gesagt hat." Oder übertragen: "Es zählt nicht nur das, was man gesehen hat, sondern auch das, was man nicht gesehen hat." ...
 

Isländer

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Grüß Dich, BeateT!

(A)
Du fragst Dich, was Du hättest sehen, tun, verhindern können. Mein Rat: Tu's nicht:

01
Die Frage setzt Fähigkeiten eines Wesens voraus, von dem wir vernünftigerweise wissen: Ein Mensch ist dieses Wesen schon einmal gewiss nicht.

02
Daraus, dass wir uns vorstellen können: "Hätte ich (dieses oder jenes) gemacht, so wäre es nicht dazu gekommen..."

ziehen wir den Schluss

wir hätten das kommen sehen, so handeln können und sollen,

und dann wäre das alles vermieden worden.

Damit sieht man sich dann in der Schuld, weil wir eben nicht so gehandelt haben, dass das Unheil vermieden worden wäre.

03
Solche Schuldgefühle tauchen oft bei einem Unglück auf. Sie sind fürchterlich, weil ebenso unsinnig wie qualvoll:

Was im Nachhinein denkbar erschien, war es im Voraus nämlich nicht. Dazu hätte man in der damaligen Gegenwart ausreichend belastbare Indizien dafür haben müssen, was bevorsteht. Und das hattest Du nicht.

Schuldig sind wir aber immer nur, wenn wir entweder vorsätzlich oder fahrlässsig falsch gehandelt haben. Fahrlässig handelt man nur, wenn man eine Sorgfalt nicht hat walten lassen, die ein besonnener, gewissenhafter Mensch aber durchaus der Lage hätte angedeihen lassen.

Für die Schuldgefühle gibt es also keine reelle Grundlage.

04
Das Teuflische daran ist: Das ist vernünftig. Das ist aber den Schuldgefühlen völlig gleichgültig. Die kommen trotzdem.

05
Das beste, was ich dagegen kenne, ist, sich immer wieder klar zu machen, dass es für diese Schuldgefühle keine reelle Grundlage gibt. Dann trollen sie sich nach einiger Zeit auch wieder. Verdrängen ist auch eine sinnvolle Kunst!

Ich nehme an, die Schuldgefühle sind so ähnlich aufgebaut wie die Panik. Panik verdummt den Menschen und lässt uns den kühlen Kopf verlieren. Aber wir wissen - Panik, die gibts. Wir wissen auch, dass man ihr teilweise mit Erfolg begegnen kann.

06
Das gelingt nicht immer. Beide Beine auf die Erde dann: Wenn man damit nicht fertig wird, nun, dann muss man sich psychologische Hilfe hinzuziehen. Freunde, Verständnis, Beistand und Anlehnung helfen gut. Aber manchmal braucht man stärkere Instrumente.

(B)
Beante rästelt.

01
Völlig unvorhersehbar für sie (siehst Du! So oft gibts das! Siehe oben!) taucht der Isländer auf. Er sieht nur einiges, ein paar Mosaiksteine, dann rechnet er mit ein paar Erfahrugnswerten, riskiert dann Aussagen: Und die verblüffen BeateT. Wer ist der Mensch, der das so macht? Was steckt dahinter?
DIe Kunst ist gar nicht so groß, wie es scheint. Aber BeateT will jetzt bald mal etwas mehr sehen, will wissen, wer da -weiß Gott wo- sitzt, in die Landschaft schaut, und dann solche Sachen schreibt. Was ist das für eine Frau? Oder für ein Mann?

02
Ein verständlicher Wunsch, mehr zu erfahren! Was sie bis jetzt sieht, das ist schon reichlich sphinxhaft. Sowas von einem Orakel. Das ist ja in einem Computerspiel ganz nett, aber wir sind hier in der Wirklichkeit. Da will man eben wissen, mit wem man es zu schaffen bekommen hat. Genaugenommen bin ich eine Zumutung: Der ISLÄNDER schreibt von ihr so viel, und er selbst? Ein paar Details...aber wie sieht das Ganze aus? BIs jetzt reichlich mystisch.

03
Nun ist ein festes Konstruktionselement des Forums die Anonymität. Darauf bin auch ich angewiesen, und zwar aus vielen ernsten Grüdnen. Es wird anders, wenn Beate Privatnachrichten schreiben kann.

Aber so weit kann ich es sagen:

(a)
Ich bin Reiter, ja. Ich reite gern. Aber ich habe nicht die Zeit, die ein Pferd braucht (2 1/2 - 3 Std. pro Tag sollten es schon sein - wenigstens). Also habe ich keines, so bin ich ein kleines, armes Vereinsreiterlein. Ein wirklich guter Reiter bin ich nicht, weil ich schon erwachsen war, als ich mir diesen Kindertraum wahrgemacht habe.

(b)
Ich habe aber eine gute Weile in Island verbracht: Ich wäre fast dort geblieben. Diese Zeit hat mir unheimlich viel gebracht, viel gelernt in jenem Jahr. Das ist nie abgerissen. Das Land beschäftigt mich. Deshalb bringe ich immer wieder ins Forum aus Island etwas mit.

(c)
Davon, dass ich fast in Island geblieben wäre: Davon habe ich übrigens einmal einem Kollegen etwas erzählt (wir mussten gerade auf etwas warten - Zeitvertreib), aber was macht dieser grundschlechte Mensch?!
Der verdreht die Augen zum Himmel. Mit den Händen ringt er! "Ach!", lamentiert er, "ja, wärst Du doch nur oben geblieben! Bei Deinen Eisbären! Da wäre uns wahrhaftig viel, viel erspart geblieben!" Plötzlich hat er einen Einfall: "Sag mal", leuchten mich ein Paar Augen an, "sollen wir vielleicht sammeln? Damit Du wieder rauffährst?! Zu Deinen Geysiren? Ich glaub, da spendiert jeder gern, das haben wir gleich zusammen!"

Da wetzt sich die Wildsau an der Eiche. Aber ich sage nicht, wer die Eiche ist und wer die Wildsau!

(d)
Nun, BeateT, dreh' doch den Spieß mal einfach um: Wer oder was ist der ISLÄNDER, was macht er, wo sitzt er? Oder sie?

Was vermutest Du denn? Probier mal, wie die Mosaiksteine, die Du hast, zusammenpassen könnten. Muss ja nicht gleich alles passen. Wage alles! Es ist schwierig.

Aber wir sehen ja, Du hast eine sehr sensibele, vor allem: Genau arbeitende Antenne, das sehen wir ja schon länger, Kassandra z.B. sieht so etwas sofort. Du wirst Dir bestimmt einiges zusammendenken können.

Und ich bin gespannt. Ich sehe die Welt ja durch meine Augen. Wie sehen mich die anderen - durch ihre Augen? Woraus BeateT weiß, was sie wohl schon geahnt hat: Neugierig ist der ISLÄNDER schon mal sicher.)


ISLÄNDER
 

BeateT

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(A)
Mit den Schuldgefühlen ist das so eine Sache. Logisch betrachtet hast du bestimmt Recht. Aber Gefühle sind nicht immer logisch. - Ich hätte schon irgendwie vorhersehen können, dass mein lieber Freund vielleicht einen Suizid begeht. Er hat vor Jahren schon mal Tabletten geschluckt. Dann aber bekam er es mit der Angst zu tun, ließ sich ins Krankenhaus fahren und den Magen auspumpen. - Wer das einmal versucht hat, versucht es vielleicht ein zweites Mal. ... Vor zwei Monaten war seine liebe Frau bei uns zu Besuch. Natürlich ohne ihn. Ihm ging es ja permanent schlecht und er wollte Niemanden sehen. Da sagte sie, dass sie es für möglich halten würde, dass er es wieder versucht. Ich habe das kaum glauben können, denn ich erinnerte mich an den Tag, an dem er von Suizidversuch seiner Schwester erfuhr. Da hatte ich ihn gerade besucht. Ich habe seine Reaktion erlebt. Er hat mir etwas von Tabletten erzählt, Psychopharmaka, die süchtig machen und mit denen man sich für kurze Zeit gut fühlt. Davon hatte seine Schwester zu viel genommen. Er sagte, er hätte auch immer so eine in der Tasche. Aber nur eine für alle Fälle. Unser Gespräch fühlte sich so an, dass er mir versprach, es selbst nicht wieder zu versuchen. - Nachdem mir seine Frau das aber gesagt hatte, hätte ich ihm vielleicht noch sensibler schreiben können. Er hatte Aussicht auf eine Therapie in einem erfolgreichen Krankenhaus, aber erst in 6 Monaten. Vorher war kein Platz frei. Ich hätte ihn die Tage vielleicht mal daran erinnern können, dass es nun nur noch 5 Monate sind und dass er es ganz bestimmt bis dahin schafft. Und ich hätte ihm vielleicht nicht schreiben sollen, dass ich mit ihm leide. Das wollte er evt. auch beenden. Er hat seine Frau gesehen, wie sehr sie leidet, er hat von mir gelesen, dass ich mit ihm leide, er hat das bestimmt auch von seinen Schwestern gehört. Dazu haben ihm alle immer wieder Tipps gegeben, was er selbst tun könne, damit es besser wird. Das wollte er aber alles nicht hören. Wir sind ihm alle mit unseren superschlauen Tipps auf die Nerven gegangen, denn er glaubte nicht daran, dass irgendwas davon ihm helfen kann. ... Vielleicht hat ihn also auch das - aus seiner Sicht - geballte Unverständnis seiner vertrautesten Personen mit in den Tod getrieben.

(B)
Ja, was vermute ich, wer du bist? In deinem Profil steht, du kommst aus Bayern. Also bist du vielleicht ein Bayer, der Island liebt. Und wer so sehr wie du Island liebt, darf sich gewiss Isländer nennen. - Dann schriebst du ja vorher, du wärst ein alter Mann. Ich glaube aber, ganz so alt bist du auch wieder nicht. Immerhin arbeitest du ja. Vielleicht bist du also ein Mann um die 60. Du hast einen Job, in dem du fotografierst. - Und nach Feierabend gehst du reiten und tröstetest traurige Menschen im Unfallforum. Du hast auch mal einen lieben Menschen verloren, ich nehme an 2012 als du dich hier angemeldet hast. Das hat offenbar dein Leben sehr verändert und wirkt nachhaltig. Sonst wärst du sicher nicht mehr hier. - Wenn du nichts vom Fotografieren geschrieben hättest, dann hätte ich es auch für möglich gehalten, dass du etwas mit Mathematik oder Progammierung zu tun hast. Denn immerhin schreibst du so schön strukturiert.
 
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