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Schwerer Unfall - Wie lange kann es bis zur Reanimation gedauert haben?

BeateT

Neues Mitglied
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9 Nov. 2020
Beiträge
21
Hallo in die Runde,

mein lieber Freund hatte leider einen Unfall mit Todesfolge. Er ist gegen einen Laster gefahren und hat sich überschlagen. Das Auto lag dann auf dem Dach und war bis einschließlich des Fahrertraums total zerquetscht, wie ich auf den Fotos sehen musste.

Ich denke nun daran, wie es ihm nach dem Unfall vielleicht noch ergangen ist, falls er noch etwas gemerkt haben sollte. Es heißt: "Reanimationsmaßnahmen blieben ohne Erfolg". Wie lange wird es aber gedauert haben, bevor man überhaupt versuchen konnte, zu reanimieren? Erstmal dauert es doch, bis überhaupt Hilfe kommt. Dann wird es dauern, bis man denjenigen überhaupt aus dem Auto heraus bekommen hat. Wieviele Minuten können das zusammengerechnet sein? 10, 20, 30 .... ? - Da das Auto auf dem Dach gelandet ist, hing er ja auch kopfüber. Das stelle ich mir schrecklich vor, wenn man das noch mitbekommt. ... Ist hier vielleicht ein Rettungssanitäter, der das mal erklären kann?

Der Fall ist noch sehr frisch und ich mag die Familie meines Freundes nicht mit dieser Frage bedrängen.

Liebe Grüße, Beate
 

Pfong

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22 Feb. 2018
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Hallo Beate

Erstmal mein Beileid, schrecklich sowas.
Ich denke mal die Zeit ist immer individuell.
Mein Vater ist zu Hause auf dem Sofa verstorben.

Er ist innerlich verblutet und die Sanitäter mit Arzt vorher haben 40minuten um sein Leben gekämpft.
Mein Vater selber hat davon nicht mehr mitbekommen, er ist einfach eingeschlafen durch den massiven blutverlust.

Unser Trost ist es, das er nicht leiden musste.

Wie das konkret bei deinem Freund war, darüber kann man nur mutmaßen.
Vlt könnte man mit den Sanitäter Kontakt aufnehmen.

Ich wünsche dir alles gute und viel Kraft.

Mfg
 

Pfong

Erfahrenes Mitglied
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Kurzer Nachtrag, hab deine Frage falsch verstanden, sorry.

Es kommt drauf an wie lange die Einsatzkräfte brauchen um vor Ort zu sein und wie schwierig die Bergung ist.
Ich hab war mal in der Feuerwehr und am Einsatzort ist man sehr schnell gewesen.

Aber eine schätzt Zeit kann ich leider nicht geben.

Mfg
 

BeateT

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Herzlichen Dank, Pfong, für deinen Beitrag und für deine Wünsche.

Es tut mir sehr Leid, dass auch du einen lieben Angehörigen durch einen Unfall verloren hast.

Ja, es kommt sicher auf Mehreres drauf an. Aber vielleicht gibt es ja doch Erfahrungs- und Durchschnittswerte. Mal sehen, ob hier noch jemand mehr weiß.
 

Kasandra

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Hallo Beate,

auch von mir ein herzliches Beileid.

Ich denke ich kann mir vorstellen wie es Dir geht. Die Trauer und Fragen über Fragen.... Man zermartert sich.

Aber: Deine Frage kann niemand beantworten!

Du müsstest die kompletten Aufzeichnungen erhalten:

1. Unfallmeldung - Alamierung
2. wann Ausrücken
3. wann erreichen der Unfallstelle
4. war Dein Freund sofort im PKW seitens der Rettungskräfte und Sanitäter erreichbar oder musste noch eine Notöffnung durchgeführt werden?
5. wie lange hat diese Notöffnung gedauert

Die Gedanken beschäftigen und bewegen Dich. Sicherlich weil Du riesigen Schmerz empfindest weil Du auch nicht weißt wie lange Deine Freund imt Bewußtsein leiden musste.

Aber dies kannst Du nicht klären! Weder emotional noch mit Zeitprotokollen, welche Dir als Freundin wegen Datenschutz nicht zur Verfügung gestellt werden.

Versuche bitte diesen Gedanken zu verdrängen oder abzuschließen. Lass offene Trauer zu und versuche Dich an die schönen Zeiten zu erinnern , auch mit seiner Familie.

Gerne kannst Du Dir auch psychologische Betreuung nehmen.

Viele Grüße

Kasandra
 

BeateT

Neues Mitglied
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Danke auch dir, liebe Kasandra.

Ich glaube, gehört zu haben, dass man ihn erst "herausschneiden"? musste. Vielleicht ist damit eine Notöffnung gemeint. Aber wie lange dauert sowas? 5 Minuten, 15 oder 30? Bestimmt ist das auch wieder individuell. Aber wie lange dauert es gewöhnlich?

Verdrängen ist glaube ich nicht der richtige Weg für mich. - Ich gehöre zu der Sorte Menschen, die alles ganz genau wissen müssen, um irgendwie ein bisschen zur Ruhe zu kommen. ...
 

Pfong

Erfahrenes Mitglied
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Hey

Mein Vater ist nicht verunfallt, er ist einfach innerlich verblutet, war aber auch vorerkrankt.

Das rausschneiden kann schnell oder langsam gehen.
Kommt immer darauf an wo und wie man das Fahrzeug öffnen muss.
Welcher Fahrzeug Typ, wieviel Platz usw da spielen so viele Faktoren rein.
Da kann man sich Jahre lang den Kopf dran zerbrechen.

Also ich würde, wenn mich das beschäftig, mit der Feuerwehr Kontakt aufnehmen.
Wenn man dort berechtigtes Interesse nachweisen kann, geben die vlt Auskunft.

Aber unabhängig davon bringt dir nichts den geliebten Menschen wieder, ich kann dich aber sehr gut verstehen.
Solche Gedanken können einem zermürben.

Ansonsten hat kassandra das schön aufgelistet.
Man muss sich auch nicht schämen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mfg
 

Kasandra

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Liebe Beate,

genau mit Notöffnung meinte ich individuell des Unfalgeschehens auch das Herausschneiden.

Dies ist natürlch abhängig vom PKW-Typ und der Verformng vom PKW. Auch hier kann man keine Zeiten beziffern.

Aber ich denke ich darf für alle Feuerwehren, Sanitäter und Notärzte sprechen, wenn ich sage: Sie haben wirklich volles Engagement beim Unfall gegeben.

Es sind Menschen, welche sich privat - ehrenamtlich - sowie auch beruflich engagieren und was geht für andere Menschen geben - sowie auch zur Vermeidung von Havarien o. ä.

Das Grübeln über irgendwelche Zeiten wird Dich sicherlich nicht weiter bringen.

Ich stelle mir die Frage, suchst Du Schuldige am Ableben Deines Freundes? Oder bist zu am Verständnis dazu zu suchen was die Unfallursache ist / war?

Viele Grüße

Kasandra
 

Sekundant

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hallo Beate,

ich habe lange überlegt, ob ich dazu etwas beitragen kann und soll. gerade dewegen, weil es erstens wirklich heikel ist, ohne genügend hintergrundkenntnis und "fachlicher" eignung sehr schnell schief laufen kann, du andererseits auch eine mehr technisch begründete antwort suchst, wenn du fragst

Ist hier vielleicht ein Rettungssanitäter, der das mal erklären kann?
aber darum scheint es dir nicht in erster linie zu gehen. daher aus meiner persönlichen sicht sowohl als (nicht in diesem ausmass, aber mit einer wohl meist lebensbeendenden hws-fraktur) betroffener, aber auch mit einigen derartigen fällen früher direkt vor ort befassten tätigkeit.

und diese tätigkeit kann dir nur eines sagen: eine antwort kann dir, wie @Kasandra schon beschrieben hat, nur die einsatz-führende mannschaft von feuerwehr und notarzt sagen, auch weil die verletzungen hier nicht bekannt sind, die auch nur annähernd einen rückschluss zulassen (der dann aber auch nur zu spekulation verleiten würde). aber eines geht aus deinem beitrag hervor, das mich dann doch zu einer aussage brignt, auch wenn ich im medizinischen bereich nur laienhaft vermuten kann:

Es heißt: "Reanimationsmaßnahmen blieben ohne Erfolg".
wenn reanimationsmassnahmen erforderlich waren, sind nach meinem verständnis (und ich habe es nicht anders erlebt) die vitalfunktionen soweit heruntergefahren bzw. ausgefallen, dass eine irgendwie geartete wahrnehmung nicht mehr möglich sein dürfte. vielleicht hilft es dir, wenn du dich mit genau diesem begriff auseinandersetzt und dich darüber informierst (ich mache das jetzt bewusst nicht, dass ich dazu fundstellen schreibe).


gruss

Sekundant
 
Zuletzt bearbeitet:

BeateT

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Ich danke euch beiden für eure weiteren Zeilen. Der Tipp, mal bei der Feuerwehr nachzufragen, ist gut.

Psychologische Hilfe würde ich mir wohl nicht holen, denn es gibt viele Menschen, die diese sicher dringender benötigen und ich weiß, dass da die Nachfrage größer ist als das Angebot. Leider bringt mir ja auch eine solche meinen Freund nicht wieder.

Danke auch für den Hinweis, dass die Menschen bei der Feuerwehr und die Sanitäter ihr Bestes tun. Das glaube ich sofort. Und ich kann da nur den Hut vor ziehen, denn diese Menschen werden mit vielen schrecklichen Situationen und Anblicken konfrontiert.

Nein, ich suche keine Schuldigen. Ich zermatere mir allerdings wirklich den Kopf darüber, was genau die Unfallursache war. Mein Freund litt unter Angststörungen und nahm Psychopharmaka. Wollte er sich das Leben nehmen? Waren die Medikamente schuld? Hatte er einen Schwächeanfall? War etwas mit dem Auto? - Es heißt, er wäre Schlängellinien gefahren und dann gegen den LKW geprallt. Deutet das auf irgendwas von Alledem hin?

Ich frage mich auch, warum er mit seiner Krankheit überhaupt noch Auto fahren durfte. Warum musste er nicht den Führerschein abgeben? Dann wäre das bestimmt nicht passiert.

Aber das sind schon wieder ganz andere Fragen. Bestimmt gibt es dazu Untersuchungen und ich erfahre irgendwann ein bisschen mehr darüber.
 

BeateT

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Hallo Sekundant, ich danke dir auch für deine Zeilen.

Ja, ich denke auch, dass mit Beginn der Reanimationsmaßnahmen keine Wahrnehmung mehr da war. Aber ich glaube, dass es bestimmt 20 oder 30 Minuten gedauert haben muss, bis diese beginnen konnten. Und was war in der Zeit dazwischen? Minute 1, Minute 2, .... Minute 10, ... Minute 15 ... usw. ??? Kopfüber hängend in dem Autowrack.

Es ist vorbei. Es ändert nichts mehr. Aber doch: Was war los? Wie hat sich das angefühlt?
 

Sekundant

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hallo Beate,

deine zielvorstellungen gehen jetzt nacch dem letzten beitrag in verschiedene richtungen. daher einmal bei der eingangman sfrage und dem letzten beitrag:
es wird letztlich von den verletzungen abhängen, wie der verlauf war. aber deiner beschreibung nach sind diese verletzungen, die dann ja auch die reanimation zur folge hatten, schon massiv gewesen sein und sofort zu reanimationsmassnahmen geführt haben. aber das kann letzten endes nur die mediznische beurteilung beantworten. wenn entsprechende verletzungen vorlagen, die zur reanimation führten, dann kann man auch davon ausgehen, dass vorher schon die wahrnehmung nicht mehr gegeben war, da der körper durch den schock schon entsprechend reagiert und "abschaltet". wenn die wahrnehmung aber schon fehlt, dann ist ein zählen von minuten auch nicht richtig, denn - eigene erfahrung - das nimmt man nicht mehr wahr.


gruss

Sekundant
 
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