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Schwerbehindertenfreibetrag beim Finanzamt, wie?

Rolandi

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
16 Okt. 2012
Beiträge
1,787
hallo zusammen,

eine Sparte Finanzamt gibt es hier nicht, nun habe es hier zugeordnet.

Nun wer kennt oder hat schon das Problem gehabt:

Sozialleistungen erhalten, daher
keine Steuer wurden abgeführt an das FA,
da Sozialleistungen nicht steuerpflichtig sind

man hat als Schwerbehinderter entsprechend der zugesprochenen Gradzahl der Schwerbehinderung
einen Steuerjahresfreibetrag(Schwerbehindertenfreibetrag/oder Pauschbetrag genannt?) den man bei Finanzamt bei der Lohnsteuererklärung gelten machen kann
und nun das Problem:

wenn keine Steuer abgeführt worden sind (Sozialleistungen), bekommt man es dennoch vom Finanzamt zurück? (durch Jahreslohnsteuerformular-Antragsstellung) oder doch nicht?
 

Gerhard 001

Mitglied
Registriert seit
5 März 2010
Beiträge
51
Ort
Niedersachsen
Hallo Rolandi,

grundsätzlich gilt im Steuerrecht, dass Du nur Steuern zurückerhalten kannst, wenn Du auch welche in dem Jahr gezahlt hast, für das Du eine Steuerklärung abgegeben hast.
Ausnahmen gibt es natürlich wie immer im deutschen Steuerrecht, und zwar dann, wenn Du einen sog. Verlustvortrag aus den Vorjahren geltend machen kannst ( typische Beispiele: Aktiengeschäfte,negative Miet-
einnahmen etc. )
Wenn Du einen Behindertenfreibetrag in Deine Steuerkarte eintragen lässt,
bist Du automatisch dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.
Ansonsten brauchst Du einen Lohnsteuerjahresausgleich auch nur zu machen, wenn Du tatsächlich Steuern gezahlt hast ! ( Unterschied:
Einkommensteuererklärung ist eine Verpflichtung, Lohnsteuerjahresausgleich ist freiwillig.
Wie gesagt, in Deinem Falle bringt es für dieses Jahr nichts, da Du Sozialleistungen erhalten hast ( in diesem Fall weiß ich aber nicht, ob Du bei Erhalt von Sozialleistungen auch zur Abgabe einer StErkl. verpflichtet bist. Hier bitte kurz beim Finanzamt nachfragen. )
Da es ja sein kann, dass Du im nächsten Jahr wieder "normal" verdienst,
würde ich auf alle Fälle dann einen Behindertenpauschbetrag eintragen lassen. In dem Fall vermindert sich Dein zu versteuerndes Einkommen um den Betrag der Höhe des Pauschbetrages. Beispiel nur zur Veranschauung:
Bruttolohn= 25000.-, Sozialabgaben= 7000.-, Arbeitnehmerpauschbetrag=
1000.-, Sonderausgaben 1000.- ergibt ein zu versteuerndes Einkommen von 16000.-. Wenn Du z.B. 40% GdB hast, vermindert sich das zu versteuernde Einkommen um 420.-EUR, so dass Du dann auf einen Betrag von 15580.-EUR Steuern zu zahlen hast. Je nach Höhe des zu versteuernden Einkommens ergibt das einen Steuervorteil von ca. 70.- EUR
( alles ohne Gewähr, kann mehr oder weniger sein, dient alles nur als Beispiel ).

MfG Gerhard 001
 

Bully1

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
26 Mai 2010
Beiträge
376
Ort
Worms
Hallo

im Jahr meines Unfalls wurden auch keine Sozialleistungen abgeführt und das Resultat war ,das ich 1900 Euro Steuer nachzahlen musste .Obwohl ich 30 % Gdb habe und meine Frau durch Krebs bedingt 50 % . So viel zum
Steuerrecht
Glaube eher nicht das du was bekommst wo du gar nicht bezahlt hast


Gruss
Bully
 

indianerin

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
25 Mai 2011
Beiträge
789
Hallo Rolandi,

wie Gerhard001 schon schrieb,nur wer Lohnsteuer gezahlt hat, kann was zurück bekommen.

Wenn du zur Einkommensteuererklärung verpflichtet bist, wird das Verletzten-/Krankengeld zur steuerfreien Einnahme gerechnet.
Die Einnahmen deiner Frau kommen dazu.
Bei Ehegattensplitting kommt man dann in eine andere Kategorie.

Das heißt es können Steuern anfallen. Da am besten den Fachmann fragen oder entsprechende Literatur im Internet suchen.:eek:
 

Sonni1956

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
14 Dez. 2010
Beiträge
988
Ort
Hamburg
Hallo.


Ich habe letzte Jahr auch nur Verletztengeld,Kranken und Übergangsgeld erhalten und habe 50% GdB .Leider haben wir geheiratet und somit hat mein Mann Steuerklasse 3 und ich 5 und wir wurden aufgefordern einen Lohnsteuerbescheid zumachen da werden wir sicherlich was nach zahlen müssen.Wir lassen es aber prüfen was besser ist gemeinsam oder allein den Bescheid zuveranschlagen.
Man bekommt auf Grund des Unfalls schon weniger der Partner macht Überstunden damit man klar kommt und dann hält das Finanzamt die Hände noch auf.


LG SONJA
 

Angehörige

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12 Okt. 2012
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NRW
Euch allen vielen Dank für die Aufklärung. Es ist wirklich oft zum Haare ausraufen, wie schwer es einem kranken Menschen gemacht wird.
Das sehen auch wir immer wieder -
Euch alles Liebe u schlaft gut Ophelia
 
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