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Schmerztherapie

Vetty

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Registriert seit
3 Feb. 2016
Beiträge
97
#1
Liebe Leidende....,

vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.

Da ich unter chronischen Schmerzen leide, wurde ich in die Hände eines Schmerztherapeuten übergeben......

Nun wird alles gut....., denn irgendwann erkennt man einfach: wehren bringt nix und die Zeiten, in denen man ein selbstbestimmtes Leben führte, sind nun mal vorbei.

So wie es grad aussieht, kann ich entweder schmerzfrei / schmerzarm sein oder eben nicht. Nehme ich die Medis, bin ich relativ schmerzfrei, mein Gehirn ist aber leider im dauerhaften Schlummermodus. Nehme ich die Medis nicht, habe ich Schmerzen und kann weder schlafen, noch tagsüber irgendwas halbwegs sinnvolles erledigen. Von der ersten Medikamenten-Kombi habe ich nach 4 Wochen Einnahme über Nacht eine richtig schlimme Depression bekommen und wollte der Sache ein Ende machen. Nachdem ich einen Teil abgesetzt habe, ging die schwere Depression zügig weg, aber gut geht's mir trotzdem nicht.

Aufgrund einer "tollen" beruflichen Qualifizierungsmaßnahme, musste ich zunächst auf die Einnahme verzichten, da lernen und "kein Gehirn" leider nicht zusammenpassen. Mittlerweile sind aber die Schmerzen und der Schlafmangel so erheblich, dass ich die Medis nehme.....und nur noch "labberige" Masse bin und froh, überhaupt morgens aufzustehen. Mir ist einfach alles grad recht egal......Noch schlimmer kann es nicht mehr werden und was soll man mir wegnehmen, was ich nicht längst verloren habe........meinen Beruf habe ich sehr geliebt und leidenschaftlich täglich ausgeübt. Aufgrund eines Unfalls und einer nachfolgend sinnlosen und schlecht ausgeführten OP werde ich in meinem Beruf niemals mehr arbeiten können, für mich eine Katastrophe, denn alles was danach kommt, ist für mich keine Perspektive, nur der 5. Platz.......

Trotzdem geht ja die berufliche Qualifizierung (die keinesfalls meinem ehemaligen sozialen Status entspricht) planmäßig weiter und zeitnah wurde ich noch in ein Praktikum verpflichtet (was ich sicherlich nach 3 Jahren AU nicht vollzeitig überleben kann). Interessiert aber keinen und auch die Bedenken der zuständigen Therapeuten werden konsequent ignoriert.

Wer kann mir einen Rat geben? Natürlich möchte ich aus der entmündigten "wir bestimmen ihr Leben"-Phase raus und wieder ohne liebe Begleitung leben. Leider sehe ich da momentan recht schwarz, da es mir wirklich nicht gut geht und ich keine Zeit habe, überhaupt "gesund" zu werden.


Was kann ich machen? Gibt's einen guten Rat für mich?

Gruß

Vetty
 

Kasandra

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Beiträge
5,305
Ort
Irgendwo im Nirgendwo
#2
Hallo Vetty,

Trotzdem geht ja die berufliche Qualifizierung (die keinesfalls meinem ehemaligen sozialen Status entspricht) planmäßig weiter und zeitnah wurde ich noch in ein Praktikum verpflichtet (was ich sicherlich nach 3 Jahren AU nicht vollzeitig überleben kann).
Ich nehme an, es geht auch nicht nur um Deinen sozialen Status sondern auch sehr um Deinen beruflichen Status.

Frage: wer ist bei dir für die Qualifizierung zuständig?

Weiterhin, nicht jeden Tag dort hin gehen, sondern aussetzen weil Du Schmerzen hast.

Alternativ auch, wenn die Medikamente "plemm-plemm" machen, kläre ab, wie Du dort hin kommst und zurück!

Was das Praktikum und auch die Qualifikation angeht, kommst Du mit Maschinen etc. zu tun? Äh, dann frag mal an, wie man aufgrund der Medikation einen möglichen Unfall vermeidet.

Noch besser, lasse Dir ärztlich bescheinigen vom Schmerzarzt, das Du mit den Medikamenten xy usw. in der Lage bist zur Qualifikation mit dem Auto zu fahren und die Qualifikation physisch und psychisch durchzuführen. Ebenso das Praktikum.

Viele Grüße

Kasandra
 

elster999

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#3
Hallo vetty,
bitte suche dir einen erfahrenen Schmerzarzt, der weiß was er tut und dir damit hilft!
Ich muss auch konsequent meine Medis nehmen, da ich ohne es auch vor Schmerzen nicht aushalten würde.
ABER: ich bin so eingestellt, dass diese mich nicht dauerhaft "benebeln" und plemplem machen, es wirde meine Fahrtauglichkeit unter den Medis getestet und für die Schmerzspitzen habe ich Medis optional, die ich dann und wann auch benötige und ebenfalls gut vertrage.
Zuständig ist meine Schmerzärztin, die ich alle 3 Monate aufsuche und mit ihr bespreche, ob ich klarkomme oder nicht, ob wir was anpassen oder ändern müssen etc.

Wenn ich das bei dir so lese, dann gruselt es mich. Du kannst mit Medis nicht und lässt sie deshalb weg, was dir auch nicht gut tut. Und da muss ich Kassandra recht geben: kläre ab, dass du mit den Medis das nicht leisten kannst kognitiv und ohne mit den Schmerzen auch nicht. Zunächst solltest du optimal eingestellt sein auf Medis, die du verträgst und dann kannst du lernen, Praktika machen etc.
Wenn du dich immer durchbeißen tust, ist das ehrenhaft für dich, hilft dir aber nicvt weiter. Dann heisst es nur: das hat sie doch gut hinbekommen, warum will sie jetzt nicht mehr? Also gehe jetzt zum Arzt und bitte um Hilfe. Du brauchst Medis, die du gut verträgst und die gut eingestellt sind und dann kannst du auch gut lernen!

Ganz viel Erfolg,
LG Ellen
 

Hrc4Life

Erfahrenes Mitglied
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173
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#4
Hallo Vetty!

Ich habe ähnliche Probleme wie Du. Ich hatte im Jahr 2010 einen Motorradunfall (fremdverschuldet) hatte schwere Verletzungen an beiden Beinen.
Durch Reha und konsequenter Trainingsmassnahmen schaffte ich es das ich etwa 10 Monate nach dem Unfall wieder relativ normal gehen konnte. Ich schaffte es auch wieder zurück in den Beruf auf die Baustelle, mit ein paar Hürden. Aber im grossen und ganzen ging es nicht so schlecht. Erst nach und nach traten aber dann Probleme mit der Wirbelsäule auf, besonders die Halswirbelsäule macht seither mehr oder weniger Probleme.
Aus welchen Gründen auch immer, verlor ich schlussendlich dann noch den Arbeitsplatz.
Ich stellte einen Antrag auf berufliche Reha und nahm auch daran Teil. In erster Linie geht es dort einmal darum welche Ausbildung für mich passsend wäre.
Ich hatte dort einige Wünsche (alle im elektrotechnischen Bereich) unter anderem wäre ein Ausbildungswunsch Mechatronik gewesen, aber keine dieser Ausbildungen würde mir von der Arbeitsmedizin genehmigt.
Dazu könnte ich mich z.B. für Betriebslogustig oder eine Bürotätigkeit nicht
begeistern. (Ich möchte in Bewegung sein)
Für mich ist diese Reha leider gescheitert und bin nun bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren auf Arbeitssuche, in Bereichen wo die körperlichen Belastungen etwas unter jenen der Baustellenarbeit liegt. Bisher leider ohne
Erfolg.
Bin auch wegen Einschlafstörungen seit Anfang 2011 in neurologischer Behandlung,
und habe da neben einem Schlafpulver auch seither ein Antidepressiver eingenommen.
Nun habe ich aber festgestellt, das dieses Antidepressiva über Jahre eine gewisse Nervösität/Unruhe, Gereiztheit usw. bewirkt hat. Habe nun vor 7 Monaten beschlossen das Antidepressiva abzusetzen (dies aber relativ schnell innerhalb von 2-3 Wochen)
und es läuft bis heute noch sehr schlecht.
Unruhe, Nervösität, schlechte Stimmung usw.
Für mich siebt es so aus, das sich durch die jahrelange Einnahme einige Sympthome entwickelt haben die ich vorher (zumindest in dieser Größenordnung) nicht kannte.
Ich hoffe aber für mich das ich einen Weg finden werde um wieder etwas runter zu kommen!

Ich wünsche Dir auf jeden Fall, das Du auch wieder auf den richtigen Weg kommst!

Grüße

Hrc4Life
 

Tina79

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Beiträge
118
#5
Hallo Vetty,

gebe Dir auch den Rat, Dich vom Schmerztherapeuten behandeln/einstellen zu lassen bevor Du irgendwelches Procedere ausübst!

Es ist schon gut, was Du selbst erkannt, eingesehen hast! Das ist schon viel wert! Jetzt heißt es, schmerztherapeutisch etwas zu unternehmen, und dann, weitersehen. Viel Zeit, und Geduld dafür wünsche ich Dir...

Interessieren (wer auch immer) werden die sich dafür müssen, wenn Du entsprechende Attest/Berichte/Krankschreibung v. Schmerztherapeuten/Facharzt hast und vorlegst! Deine Therapeuten werden sicher gern einen Bericht dazugeben. Dann gehts zur Abgabe, der gesammelten Werke. Es geht doch noch anders weiter! Tatsächlich! Bei Dir selbst schon... und da kommst Du hin!

Mache da nicht mit! Das geht mehr wie schlecht aus, für Deine Gesundheit!!!!
Ich bin so bei Euch!

Ich wünschte, ich hätte einwenig früher, die Möglichkeit gehabt, ein wenig anders bzw. andere Hilfe/n aufzusuchen. Anstatt dann alles mit mir zu machen, oder auch nicht... Körperlich, und auch psychisch.
Mittlerweile bin ich gut eingestellt, mit Medis die helfen, körperlich und geistig. Ich kann wieder aus den Augen sehen, denken, und handeln und mich bewegen. Mit Hilfen ist das wieder möglich geworden, ein veränderter Zustand. Oft, seehr oft.
Befinde mich auch regelmäßig zum Check...

Ich lasse mich nicht mehr stresseno_O Nun ja, ich arbeite noch dran ;)
Es nutzt doch nix!
ersetz(t)e Wörter, muss-> kann
usw.... und ich mache den Mund wieder auf! lebe v.a. bewusster, in Ruhe.
es geht anders weiter.

Lass Dir helfen!
Wünsche Dir viel Kraft und Erfolg!!!
 

Vetty

Aktiver Sponsor
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3 Feb. 2016
Beiträge
97
#6
Liebe Helfer,

ich danke euch für die Ratschläge. Ich tue mich einfach mit der Umsetzung schwer. Natürlich sollte ich zuerst an mein Wohlergehen und meine Gesundheit denken und danach erst an die berufliche Qualifizierung.

Einerseits möchte ich endlich gerne schmerzfrei und leistungsfähig sein, andererseits möchte ich mich durch berufliche Alternativen schnell von den Personen, die mein Leben bestimmen lösen und nichts mehr mit dem Irrsinn zu tun haben.

Ein anderer Aspekt ist wiederum, etwas "aufzugeben" und ich habe schon so viel aufgeben müssen. Also wieder etwas "nicht können" und ich kann durch meinen Unfall, die nachfolgenden schlecht durchgeführten Operationen und die restliche sehr zögerliche Aktivität der verantwortlichen Träger schon heute nur noch einen Bruchteil der Dinge, die ich vorher konnte. Das fängt beim Haushalt an, bei einfachen Aufgaben und hört bei der beruflichen Zukunft (sofern es denn eine gibt) noch lange nicht auf.

Ich habe in den letzten Jahren soviel streiten müssen, ich musste mich wehren und , wie ihr alle auch, für mein Recht kämpfen. Ich fast jedem auf die Füsse treten, der mein Geld nahm und unterdurchschnittliche Leistung dafür erbrachte, ich musste warten, Geduld haben, Verständnis haben und noch so vieles mehr. Ich mag einfach nicht mehr kämpfen oder streiten.

Meinen Schmerztherapeuten habe ich auf die BTMs angesprochen und über Müdigkeit, Mattigkeit, Lernen und Autofahren informiert. Seine Reaktion war totale Entspannung mit Abwinken: alles nicht so schlimm, ich sollte mir mal nicht so viele Gedanken machen.......

Da ich mich nun mit Medikamenten ein wenig auskenne, war mir das nicht geheuer und so habe ich mich gegen einen Teil der Medis und für Lernen und Autofahren entschieden........wenn ich das richtig einschätze, brauche ich etwa 3 Monate bis das richtige Medikament / die richtige Kombi gefunden ist und dann auch der Spiegel im Blut stabil ist und ich mich wieder wie ein Mensch fühle und mir Fahrtauglichkeit bescheinigen lassen kann. Aber ich habe bisher keine 3 Monate gehabt, um diese Therapie anzugehen. Immer jagt man von Arzt A nach Therapeut B zum Gutachter C oder muss halbwegs grade im Kopf sein, um die berufliche Seite zu packen und irgendwie über den Tag zu kommen.

Danke für eure Ratschläge!!

Vetty
 

Vetty

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#8
Hallo Kassandra,

ich erhalte Übergangsgeld von der BG und nehme in modularen Abschnitten an einem Kurs teil, der mich beruflich qualifizieren soll. Mein D-Arzt schreibt mich aber weiterhin arbeitsunfähig, da ich nicht Vollzeit arbeiten kann.

Die Psychotherapeutin hat im Juli letzten Jahres befundet, dass sie eine vollzeitige Maßnahme auf absehbare Zeit nicht für sinnvoll hält.

Mein Anwalt erklärte mir, es sei meine Entscheidung und er rät mir dringend zu der Maßnahme, da ich ansonsten mickrig berentet würde. Mit der Maßnahme erhalte ich wenigstens Übergangsgeld und die BG ist in der Pflicht, mir einen Dauersrbeitsplatz zu beschaffen.

Die drei Gutachten für die Verletztenrente sind nun endlich erledigt, das Ergebnis kenne ich noch nicht.

Liebe Grüsse

Vetty
 

Pemaho

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#10
Hallo Vetty,

ich leide mit dir und kann dir nur raten,
vom Schmerztherapeuten die Wirkung deiner Medikamente
auf Fahrtauglichkeit, Maschinenbedienbarkeit etc. an dir testen
und schriftlich befunden zu lassen. Allein daraus ergibt sich
m. E. ob du diese Weiterbildungsmodule machen kannst und
dies müssen die anderen involvierten Stellen auch anerkennen.

Natürlich verstehe ich auch die Sorge deines Anwalts bezüglich einer späteren
Altersrente. Aber ich lese aus deinen Schilderungen nicht heraus, dass
du einer durch Umschulung/Weiterbildung erlernten Arbeit wirklich
auch zukünftig nachgehen können wirst.

Ich würde weiterhin zur Psychotherapie gehen und auch an einer stationären
psychotherapeutischen Reha teilnehmen. Vieles geht mit Geld besser,
aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

LG
 
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14 Mai 2018
Beiträge
6
#11
Hallo Vetty,

ich würde mich ebenfalls mit dem Schmerztherapeuten absprechen. Du meintest ja selbst, dass du sowieso 3 Monate brauchst, bis deine Medikamente richtig eingestellt sind. Bis dahin kann man ja noch überhaupt nicht beurteilen, ob und wie sie deine Fahrtauglichkeit und deine Arbeitsfähigkeit (sowie die mentalen Fähigkeiten, die man für eine Fortbildung braucht) beeinflussen bzw. beeinträchtigen. Wenn du nach dieser Anfangsphase bemerkst, dass dich die Medikamentenkombi im Alltag zu stark beeinträchtigt, dann muss man eben noch daran rumschrauben... Aber ich rate von einem erneuten Absetzen der Medikamente ab... Du meintest ja selbst, dass deine Schmerzen dann so schlimm sind, dass du zu nichts imstande bist.

Außerdem schließe ich mich den anderen an: Du musst das auch mit deinem Arbeitsumfeld absprechen. Das sollte doch irgendwie gehen, dass du dir an deinen ganz schlimmen Tagen freinehmen kannst oder zumindest halbtags arbeiten kannst?

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Therapie
Lisa
 
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