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Schmerzpflaster nur für Menschen ab 80j ?

JoachimD.

Nutzer
Registriert seit
21 Feb. 2007
Beiträge
1,736
Ort
Schwarzwald
Guten Tag,

ich war kürzlich bei einer Schmerztherapeutin!
ich habe das Problem das ich nach der Verschreibung (über Jahre) von Diclofinac sehr große Probleme mit dem Bauch habe (Reizdarm udgl).

Das heisst ich bekomme nach der Einnahme von Medikamenten mitunter Bauchkrämpfe und danach extremen Durchfall. Ich habe nun so
ca. 12 verschiedene Schmerzmittel gehabt.

Auf die Frage ob man nicht zumindest auch mal ein Schmerzpflaster probieren kann, kam die Antwort.
Schmerzpflaster werden nur an Menschen so um die 80 J. verschrieben!
Ich habe so ein Gefühl das die Ärztin denkt ich bilde mir die Schmerzen nur ein!

Nun hat sie mir ein Psychopharmaca mitgegeben. Das ich in der Nacht besser schlafen kann.
Die ganze Sache schränkt mich deutlich ein. So dass eine körperl. Betätigung schwieriger wird.
Wie seht ihr das - welche Erfahrungen habt ihr gemacht.....?
Bleibt mir nichts anderes übrig als das Ganze hinzunehmen?
 

tiptoe

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
5 Dez. 2007
Beiträge
242
schmerzpflaster?

Hallo Joachim,

meine alte Mutter musste Schmerzpflaster haben, da sie an sehr schmerzhafter Artrose litt. Die Artrose hatte sich in fast sämtlichen Knochen ausgebreitet.

Diese Schmerzpflaster enthalten Morphin. In kleiner Dosierung ist das wohl noch einigermaßen verträglich. In hoher Dosierung ist das ein Alptraum. Es dämmt nicht nur die Schmerzen, sondern die gesamten Körperfunktionen, auch die Verdauung, das Gehirn. Es war grausam, bei meiner Mutter zusehen zu müssen. Ich denke da gar nicht gern dran. Schmerzen allerdings hatte sie wohl nicht mehr.

Meiner Meinung nach sind die Nebenwirkungen zu hoch. Natürlich verstehe ich Dich sehr gut, wenn Du das Diclufenac loswerden willst und loswerden musst. Ist ja auch ein Sauzeug. Ich vertrage es auch nicht.

Wichtig ist, dass Du aus dem Schmerzkreislauf rauskommst. Von dem Schmerzgedächtnis hast Du ja sicherlich schon gehört. Die Idee mit den Psychopharmaka klingt zwar brutal, ist aber vielleicht vor dem Hintergrund des Schmerzgedächtnisses gar nicht so falsch. Kommt dann aber sicherlich wieder darauf an, welches Medikament das ist.

Tiptoe
 

wurzlpurzl

Erfahrenes Mitglied
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5 Okt. 2007
Beiträge
687
Hallo Joachim,
erst gestern hat mir meine Freundin vom Entzug ihrer Tante (85) erzählt. Die Tante ist auch ein Unfallopfer, querschnittgelähmt und HWS-Bänderschaden. Jedenfalls hat man jetzt im Krankenhaus die Ursache für ihre Wesensveränderung, mentale Abwesenheit usw. gefunden: Morphium Pflaster. Der Arzt sagte: Morphium verändert die Persönlichkeit mehr als Schmerzen! Nun ist sie seit einigen Tagen im Entzug, und sie ist viel besser drauf, lacht auch mal wieder....
Ich weiss aber, dass auch jüngere Menschen diese Pflaster bekommen, nicht nur alte.
Trotzdem, es gibt Alternativen! Von Dicolphenac nach Morphium ist doch ein sehr grosser Schritt. Dazwischen gibt es auch noch andere Mittel.
Geh doch mal in eine Schmerzklinik!
 

Hollis

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Raum Ludwigshafen/Mannheim
Hallo JoachimD.,

die meisten Psychopharmaka erhöhen die Wirkung von Schmerzmitteln, Sie können sogar die Wirkungsdauer erhöhen.
Desweiteren werden die Deine Gehirnchemie etwas wieder ins Gleichgewicht bringen - Unser Gehirn wird in der Schmerzverarbeitung ziemlich stark belastet, daß wird es wohl oder übel etwas aus dem Gleichgewicht bringen.

Das was ich da einnehme, hat z.B. eine lokale Betäubung beim Zahnarzt auf 3 Tage verlängert! Obwohl ich es kompl. unterdosiert und nur bei Bedarf einnehme. Es stärkt auch die Konzentration des Gehirns (wegen HWS-Störungen). Bei einer allgemeinen Narkose (Vollnarkose) möchte ich es auf gar keinen Fall mal probieren! Da bekommen die Ärzte mich gar nicht schnell genug wieder wach - und je nachdem ist länger unter Einfluß der Vollnarkose (bei mir wird auf Grund der Vorerkrankungen bez. auf die OP spezielle Vollnarkose allerdings durchgeführt - nur mit Spritze und nicht mit Narkose-Gas) bleibt, desto schädlicher wird dies für das Gehirn!

Ist aber auf längere Sicht auch keine Lösung - verursacht starke Leberschäden und Nierenschäden - so in etwas wie Schmerzmittel ebenfalls - nur in Kombination noch wirksamer!

Versuch mal die Tabletten (Ibuprofen bzw. Diclofenac) immer nach dem Essen einzunehmen - selbst wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Das reduziert das Magenreizung und die des Darms. Kann man vermutlich nicht ganz abschalten!

Schmerzpflaster sind auch so eine Sache. Der Wirkstoff wird die Magenschleimhaut - Darmschleimhaut schädigen und nicht die Verabreichungsart (in welcher Form) - Bei den Pflastern wird der Wirkstoff allerdings gleichmäßiger über den Tag verteilt und die Schädigungen verzögert. In Angesichts der möglichen Regenerationsphase der Leber. Gegen Morphium bin ich eher auch negativ eingestellt! Egal wie man das nennt!

Natascha kennt sich mit den Medis allerdings besser aus wie ich. Vielleicht schreibt sie ja noch etwas dazu! Stationäre Schmerztherapie zwecks besser Einstellung der Medis wäre sicherlich sinnvoll für Dich. Da kann man auch besser die Probleme besser beobachten die daraus resultieren. Die kennen eh die Wechselwirkungen von Medikamten besser - als Ihre niedergelassenen Kollegen - die wollen sich, so habe ich den Anschein, gar nicht damit befassen! Manchmal habe ich auch den Eindruck die denken, na und dann gehen halt Ihre Nieren ex - für was gibt es Dialyse. Obwohl die Dialyse auch eine nicht unerhebliche Einschränkung für jemanden bedeutet!

gruß

Hollis

Irgendwie schein ich heute Nachmittag Blödsinn zu schreiben: ist soll ich, etc. Die Thematik ist heute wirklich sehr anspannend im Forum für mich.

Kurze Themen die gehen für mich allerdings langes Geschribsel! Echt der Hammer! Hoffe man erkennt den Zusammenhang allerdings in meinen langen Texten!


gruß

Hollis
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

JoachimD.

Nutzer
Registriert seit
21 Feb. 2007
Beiträge
1,736
Ort
Schwarzwald
Guten Abend,

erst einmal DANKE für eure Antworten.
Ich habe seit drei, vier Wochen sämtliche Schmerzmittel abgesetzt!
Aus dem Grund der starken Nebenwirkungen - wenn man so richtige Bauchkrämpfe bekommt und
sehr große Schwierigkeiten die vier Meter dann zur Toilette zu schaffen das ist schon extrem.
Da könnte nicht einmal ein Psychologe mehr helfen, da bleibt nichts mehr vom Selbstwertgefühl.
Wen man da verheiratet wäre bräuchte man nicht einmal einen Scheidungsrichter..
Wie auch immer ich muss irgendwie eine Alternative finden, mit der ich leben kann. Das Ganze schränkt massiv ein!
Eine Umwelt gibt es dadurch nicht mehr. Von der notwendigen körperl. Betätigung gar nicht zu reden...

VG Joachim
 
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