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Schmerzensgeldfrage nach Verkehrsunfall

Bazteee

Nutzer
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11 Okt. 2006
Beiträge
8
Hallo,

ich habe bereits in das alte Forum geschrieben und hätte da eine Frage, doch vorab nochmal den Sachverhalt:

Am 15.08.2005 bin ich bei einem Verkehrsunfall verunfallt, bei dem mir ein Autofahrer die Vorfahrt nahm (ich war mit meinem Motorroller unterwegs) und dabei brach ich mir das Bein (offene Unterschenkelfraktur 2.Grades), zog mit eine Fraktur am Fußzeh zu (Großzehenendgliedfraktur) und hatte noch diverse Schürfwunden an Knie, Ellebogen und Handgelenken. Ich wurde sofort ins Krankenhaus gefahren und lag da 16Tage. Ich hatte während dieses Besuchs zwei OPs. Bei der ersten wurde mein bein gerade gerichtet (fixateur extern) und bei der zweiten bekam ich dann platten (2platten 19 Schrauben). Entlassen wurde ich auf krücken. 2Monate später war keine verbesserung meines beines festgestellt und ich bekam eine knochentransplantation aus dem becken ins bein (spongiosaplastik) was nochmal 9Tage krankenhausaufenthalt bedeutete. Es besserte sich langsam und ich konnte nach 8monaten ohne krücken laufen. Allerding humpel ich noch heute ein wenig und habe relativ oft schmerzen (unregelmäßig, aber auch immer bei Wetterumschwung). Und das 1,5Jahre nach dem Unfall. Meine Platten habe ich NOCH drin, kommen aber wahrscheinlich bald raus. Seit dem Unfall kann ich weder richtig joggen, noch lange fahrrad fahren. Sport ist also tabu. Bleibende sichtbare Spuren sind halt zum Teil die Narben von den Schürfwunden und von den OPs an Bein und Becken.

Jetzt würde ich gerne wissen, ob da jemand Erfahrung hat oder ob ihr mir einfach mal schreiben könntet mit was für einer Summe ihr rechnen würdet.
Ich beantworte auch gerne Fragen.
Und wenn hier jemand mit einem ähnlichen Schicksal sit würde ich auch gerne Erfahrungen udn des gleichen austauschen.


Vielen Dank an alle
 

seenixe

Super-Moderator
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31 Aug. 2006
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Hallo Batzee,
Herzlich Willkommen im Forum.
Du sagst nicht, von wem Du mit welchen Summen rechnen willst. Ich gehe mal von der gegnerischen Versicherung aus. Die Narben sind das eine, wenn keine anderen bleibenden Schäden zurückgeblieben sind, dann wird die Versicherung neben dem Ersatz der eingetretenen Schäden (Krankengeld; Verdienstausfall) ein eher geringes Schmerzensgeld zahlen. Du solltest darauf achten, das Du Spätschäden geltend machst. Auf Grund des Unfalls treten Spätschäden auf und Du kannst sie wegen Verjährung in ein paar Jahren nicht mehr geltend machen.

Gruß von der Seenixe
 

Bazteee

Nutzer
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11 Okt. 2006
Beiträge
8
Also die Narben sind nicht die einzigen gebliebenen Schäden.

ich wache teils nachts vor schmerzen auf und diese verschwinden dann nur mit medikamenten wieder. Ich kann weder schwimmen gehen, weil da das bein schmerzt und die narben brennen, noch kann ich anderen sport treiben, obwohl ich gerne sport getrieben habe (laufen, schwimmen, fahrradfahren, hockey spielen)...

für mich sind das riesen einschränkungen.
Dann tritt noch ab und zu das hummpeln auf und langsam bekomme ich auch beckenschmerzen. Der arzt meint, dass sowas halt auftritt, weil das bein nicht mehr exakt so lang ist wie vorher und der körper schwierigkeiten hat dies auszugleichen.

Vielleicht sehe ich äußerlich gesund auf und ich danke auch gott dass ich wieder gehen kann, aber die unerträglichen schmerzen zum teil...
 

sam

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1 Sep. 2006
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re. Antwort

Hallo Baztee,

Du hast die Fragen von seenixe nicht beantwortet ! Oki,...

Zu Deinen schmerzen hast Du hier schon einmal eine Schmerzbehandlung / Therapie in betracht gezogen. Wäre in Deinem Sinne, denn so baut Dein Kopf kein Schmerzgedächtnis / Zentrum auf. Besprich das bitte mal mit Deinem behandelnden Arzt.

Dann zu Deinem Gangbild / gehen, wurden Deine Beine schon einmal vermessen ? ( Orthopäden) Vielleicht könnten Einlagen oder Spezielles Schuhwerk hier helfen, so das mehr stabilität erreicht wird. In diesem Sinne,..sam
 
Registriert seit
29 Sep. 2006
Beiträge
15
Hallo Batzee,

Die Frage muss weniger lauten mit wieviel Schmerzensgeld Du rechnen kannst, sondern Du musst dich selber Fragen wieviel die Versicherung zahlen müsste, das deine durchgestandenden Schmerzen halbwegs entschädigt werden.

aber nachfolgend noch ein paar Urteile zur Orientierungshilfe:

Bein

Unterschenkel


E 200
OLG Düsseldorf, Urt. vom 23.07.1999 - 22 U 27/99 - VersR 2001, 250
7.500 € Vorstellung: 15.000 €
Unterschenkelfraktur
Die 48 Jahre alte Klägerin kam vor dem Grundstück des Beklagten infolge Schneeglätte zu Fall. Sie erlitt einen Schienbeinbruch rechts. Nach stationären Krankenhausaufenthalten von drei Wochen und nochmals 4 Tagen konnte sie das Bein wieder voll belasten.


E 204
OLG Köln, Urt. vom 18.02.2000 - 19 U 87/99 - OLGR 2000, 274
10.000 €
Unterschenkelfraktur – 5 Narben
Der Kläger erlitt bei einem Verkehrsunfall eine erstgradige, offene, komplette Zweietagenunterschenkelfraktur, ein Knieinnentrauma und eine dislozierte Tibiaschaftfraktur. Die Verletzungen waren besonders schmerzhaft. Der Kläger trug 5 Narben davon, die gut sichtbar sind. Die stationäre Behandlung

dauerte 17 Tage. Eine MdE bestand 4 Monate.



E 207
OLG Frankfurt, Urt. vom 17.10.2001 - 23 U 212/00 - NJW-RR 2002, 815
17.500 € Vorstellung: 35.000 €
Unterschenkelfraktur
Der Kläger ist weiterhin beeinträchtigt und massiv in seiner Bewegung eingeschränkt. Der Heilungsverlauf war lang und kompliziert; eine Pseudoarthrose heilte erst nach 5 Jahren aus. Die Berufsaussichten des Klägers, eines ungelernten Arbeiters, sind beeinträchtigt, weil er zu körperlich belastender Tätigkeit nicht mehr in der Lage ist. In den Möglichkeiten, Sport zu treiben, ist er beschränkt. Über Jahre bestand Amputationsangst.
Ein weiterer Dauerschaden besteht darin, dass der Unterschenkelbruch in einer Fehlstellung verheilt ist, weshalb massiv starre Bewegungseinschränkungen des oberen Sprunggelenkes und Wackelsteife im unteren Sprunggelenk gegeben sind. Ferner sind ausgedehnte Narben am Unterschenkel vorhanden, die zu Durchblutungsstörungen führen. Außerdem ist die Zehenbewegung links beeinträchtigt.



Dies nur zur Orientierung. Aber wie gesagt, Du musst Dir im klaren darüber sein wieviel Du haben willst. Und das würde ich dann auch verlangen!



Hoffe ein bisschen geholfen zu haben.



Beim Schmerzensgeld nicht kleckern sondern klotzen! Weniger kanns immer werden wenn einmal gefordert, aber mehr in keinem Fall.
 
Zuletzt bearbeitet:

unfallopfer19

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www.allianzopfer-bewegung.de
als erstes gute besserung

hi es gibt keine schmerzensgeld tabelle, die richter orientieren sich an ähnlichen fällen, und leider sind das keine summen wie in amerika naja.

ich kenne jemanden der dir bestimt weiterhelfen kann er ist selber querschnitsgelähmt duch ein autounfall und hilft anderen betroffenen in zb.
schmerzensgeld-unfallspätfolgen-usw.

www.ufukdogru.de

liebe grüsse unfallopfer19:);):(
 

Bazteee

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11 Okt. 2006
Beiträge
8
Vielen Dank für die Antworten.
Hilft mir ein Stück weiter.

Der Unfall ist mittlerweile 20Monate her. Meine Platten und Schrauben habe ich noch immer im Bein. Der Knochen ist noch nicht ganz durchwachsen und bei einer Knochenzinthigraphie bei einer Radiologin kam jetzt der Verdacht einer Knochenentzündung. Muss nächste Woche in die BGU und die schauen weiter. Das erklärt meine zum Teil unerträglichen Schmerzen.
Sport ist Tabu, besonders meine Lieblingssportarten wie Skaten, Tauchen und Skifahren. Joggen geht nur über max 1km und Radfahren nur ohne Steigung, also Kardio.

Wenn es also nach mir ginge müsste der Kerl ordentlich zahlen.
Ich bin sowas von eingeschränkt. Auch wenn ich gesund aussehe und laufen kann. Aber ich bin begeisteter Sportler und momentan auch in Ausbildung wo ich jetzt schon wegen Schmerze einige Zeit gefehlt habe. Verringert natürlich auch meine Übernahmechancen.

Danke für die Anteilnahme
 

Bazteee

Nutzer
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11 Okt. 2006
Beiträge
8
Hallo ans Forum,


ich habe lange nichts mehr ovn mir hören lassen.

Wollte nun nochmal die Frage stellen, was ihr schätzt, was es an Schmerzensgeld geben könnte...

Den Anfang könnt ihr ja oben nachlesen und jetzt ergänze ich soweit mal die Geschichte:


Die Knochenentzündung hat sich in der BG nicht bestätigt. Jedoch kamen weiterhin Schmerzintervalle, die sich mein UnfallChirurg auch nicht erklären konnte, außer dass sich der Körper gegen das Metall wehrt.

Am 17.Oktober wurde ich nun operiert und mir wurde das Metall entfernt. Allerdings gab es auch da Komplikationen. Von den 2 Platten und 18 Schrauben im Unterschenkel konnten sie nur 1 Platte und 16 Schrauben entfernen. Die anderen beiden bekamen sie nicht raus. Und aus der 45min. OP wurde auch schnell eine 2,5Std. OP. Dementsprechend war ich mitgenommen und mein Bein litt unter der OP. Ich hatte eine Woche Krankenhaus-Aufenthalt und liege nun seit 2 Wochen daheim. Meine Ausbildung leidet auch darunter, da ich wegen meines Abiturs verkürzt habe und das sowieso schon anstregend werden kann.
:(

Hoffe, dass ich bald das Laufen wieder aufnehmen kann.


Jetzt schonmal danke, dass ihr euch meinem Beitrag annehmt.
 

hertler04

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Hallo Bazteee,
ich hatte einen ähnlichen Unfall im August 2004 (ich-Motorrad, der andere im Auto). Was ich nicht verstehe, warum du in Deinen Beiträgen nix von einem Anwalt erwähnst - hast Du Dich denn nicht beraten lassen? Den Anwalt muß doch die Versicherung des Unfallgegners zahlen, wenn Du nicht schuld bist. Auch wenn Du eine Teilschuld hast, darfst Du sowas nie Ó-H-N-E Anwalt machen (bin selbst keiner!). Aber es lauern so viele "Tretminen" in dem Dschungel aus Versicherung und Rechtsprechung, dass Du unbedingt eine professionelle Unterstützung nehmen mußt (z.B. wg. Verjährung).
Und nun zu Deiner Frage: Fast alle SG-Beträge werden nach der Schmerzensgeldtabelle von "Hacks-Ring-Böhm" behandelt. Das ist eine Tabelle mit ca. 4000 SG-Urteilen. Das Buch gibts entweder in der Bibliothek der Uni (Jura) oder beim Anwalt. Du kannst es u.U. auch beim ADAC kaufen, denn der verlegt es mit dem Deutschen Anwaltverlag (kostet ca. 70,-€).
So zum durchstöbern gibt Dir es jeder Anwalt - wenn er es hat - auch gewiß eine alte Auflage ein paar Tage mit nach hause.
ABER: Die Höhe des SG handelt immer Du mit dem Unfallgegner (oder seiner Versicherung) aus. Leider ist die Tabelle nur eine Empfehlung und "vor Gericht und auf hoher See bist Du immer in Gottes Hand". Hört sich blöd an - ist es auch - aber da kannst Du nix dagegen machen.
Gruß hertler04
 

Bazteee

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Hi hertler04,

danke für deine Antwort.
Habe den Anwalt vergessen zu erwähnen. Hatte schonmal in das ganz alte Forum bei UNFALLOPFER geschrieben, und da hatte ich den Anwalt erwähnt.
Der begleitet mich und den Fall schon seit Anfang an, aber irgendwie glaube ich, ist sie nicht so die richtige dafür. Sprich sie nimmt den Fall nicht so ernst. Sie vertritt meine Meinung und bleibt ständig in Kontakt mit der Versicherung, aber als ich sie mal fragte wegen Schmerzensgeld hat sie sich nach dieser Tabelle gerichtet und die Auflage war schon ein wenig älter... das Ende vom Lied ist, dass sie meinte: 2500-3000Euro wären angebracht... seit dem ist schon wieder einiges passiert, aber selbst für den damaligen Stand fand ich es zu wenig.

Habe gedacht, dass mir hier jemand helfen kann, es ein wenig auf eigene Faust zu machen. Zumindest mich auch zu erkundigen, damit ich nicht nachher mit "zu wenig" abgeknappst werden.

Hat nicht jemand so einen Katalog oder so einen Unfall mitgemacht, der mir sagen kann was ihm widerfahren ist und was er dafür bekommen hat?

Danke für jede Antwort
 

Bazteee

Nutzer
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11 Okt. 2006
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8
Hallo,...

ich habe nun auch meine letzte OP hinter mir und wollte jetzt nochmal die Finale Frage stellen.

Hat jemand ein vergleichbares Ereignis? Wenn nicht langen mir auch grobe Schätzungen, was ihr für so einen Unfall haben wolltet an Schmerzensgeld.

Hier nochmal eine Kurzzusammenfassung:

15.08.2005 Verkehrsunfall, UnterschenkelFraktur 2.Grades (Bein war schiefgestellt), Großzehenendgliedfraktur, diverse Schürfwunden und Blutergüsse

Krankenhausaufenthalt von 16 Tagen (08/2005)
1.OP Fixateurextern (Bein gerade-geschient)
2.OP Plattenostheo. (2Platten 19 Schrauben)


Krankenhausaufenthalt von 8 Tagen (10/2005)
3. OP wegen verzögerter Knochenheilung, Knochtransplantation von Hüftknochen ins Bein

Krankenhausaufenthalt von 8 Tagen (10/2007)
4. OP Teil Metallentfernung... 2 Schrauben und 1 Platte konnte nicht entfernt werden

Krankenhausaufenthalt von 5 Tagen (12/07)
5. OP Restmetallentfernung (rausgebohrt)

Sichtbare Schäden: Humpeln, 2 große Narben am Unterschenkel, 1Narbe am Becken

Bis zur letzten OP hatte ich fast täglich starke Schmerzen gehabt und ab und zu auch ungewollte Schwellungen.

Insgesamt (nicht am Stück) 9 Monate an Krücken gelaufen.


Das sind jetzt nur körperliche Schäden... von psychischen mal abgesehen.


ICH BIN AUCH FÜR SCHÄTZUNGEN DANKBAR!

Nennt mir einfach ein paar (von euch ernstgemeinte) Summen, was ihr verlangen würdet, nur auf Grund dieser Angaben.

Wäre wirklich dankbar!
 

carlina

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Hallo Bazteee,

sorry, ich kann Dir selbst mit einer Schätzung nicht helfen... aber es gibt doch die "Schmerzensgeld-Bibel" für Anwälte... weiß jetzt leider nicht, welchen offiziellen Namen das Werk trägt, aber es enthält in tabellarischer Übersicht Urteile zu allen möglichen Fällen samt Schädigungen, die ein juristisch bestätigtes Schmerzensgeld in Höhe x begründen und damit ein realistischer Anhaltspunkt für Schmerzensgeldforderungen sind.

Ich habe damals mit meinem Anwalt zusammen ein paar Stunden über dieser "Bibel" gesessen und wir haben anhand der bezeichneten Schäden die Fälle heraus gesucht, die meinem am nächsten kamen.

Ist eine wirklich gute Orientierungshilfe und müsste theoretisch in jeder Kanzleibibliothek stehen...

Wenn Interesse besteht, kann ich nochmal den genauen Namen des Buches (wird jedes Jahr aktualisiert aufgelegt) bei meinem Anwalt erfragen.

Alles Gute!
 
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