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Schleudertrauma, HWS, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule

husar3

Mitglied
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27 Juni 2007
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41
Hallo Ihr Lieben,

schaut bitte mal, ob Ihr da etwas wisst:

ICH BENÖTIGE DRINGENST EINEN

" OBER-PROF." also "höchste Ebene "

im Bereich HNO-NEUROOTOLOGIE

der aus demselben Holz wie Dr. Müller-Kortkamp geschnitzt ist
(wegen eines GUTACHTENS)

Weiß jemand, ob CLAUSSEN noch GUTACHTEN macht ?
GIBT ES IN EUROPA NOCH EINEN " NEUROOTOLOGISCHEN HAUDEGEN "
aus dem HOLZ VON C L A U S S E N

ganz herzlichen Dank
 

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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6 Dez. 2009
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2,589
Hallo,

habe hier einen Überblick über die HNO-Klinik gefunden. Evtl. ist das auch eine Hilfe für einige HWS-Geplagte? Allerdings wieder eine Privat-Leistung ... Und ich muss sagen, dass ich nichts aus persönlicher Erfahrung dazu sagen kann.

Hat schon mal jemand Erfahrungen damit gemacht?

http://www.hno-mannheim.de/klinik/manuelle-medizin/index.html

Vielleicht wäre das ein Ansatz für dich, Husar3?

Viele Grüße, Rudinchen
 

hapek

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Hallo sachsblau,

ich selber bin auch betroffen und kann Dir nur zustimmen. Es ist wirklich ein sehr langes Suchen! Ich hatte einen Auffahrunfall im August 2010 und bin seit diesem Zeitpunkt arbeitsunfähig. Ich habe seit diesem Tag eine riesige Liste an Fachärzten abgehakt. Bei meinem rechten Auge hatte ich folgendes Problem: Intensive Schmerzen um den Augapfel herum (wie ein heisser Draht ums Auge), rapide Abnahme der Sehleistung wenn ich in einem bewegten Fahrzeug bin. Mein Anwalt riet mir zu einem Termin bei einem Spezialisten und nach einer richtig grossen Untersuchungsserie kam er zum Schluss, dass ich unter einer Akinetopsie leide. Dies ist ein Problem bei der visuellen Bewegungswahrnehmung und soll eine typische Unfallfolge bei Traumata mit cerebraler Beteiligung bei Auffahrunfällen sein. Da die Untersuchung nicht in der "normalen Standartuntersuchung" enthalten ist, sollte man dies wirklich konkret bei einem Augenarzt ansprechen, damit man auf dieses Problem hin getestet wird. Ansonsten läuft man Gefahr, dass es einfach übersehen wird.
Viele Grüsse
hapek
 

sachsblau

Erfahrenes Mitglied
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Hallo hapek,

vielen Dank für diesen Verweis im Zusammenhang mit Deinem Unfall.

Kannst Du vielleicht noch ergänzen, welche Untersuchungen genau gemacht werden müssen, um das festzustellen. Wenn man gezielt nachfragen möchte, ob ein Arzt diese durchführt, wären die Angaben sehr hilfreich.

Und wie wird die Akinetopsie behandelt? Was wurde bei Dir nach der Diagnose gemacht und hat es Dir geholfen?


Herzlichen Dank und alles Gute für Dich
sachsblau
 
Zuletzt bearbeitet:

hapek

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Hallo sachsblau,

die Untersuchung ist relativ einfach. Man nennt sie: Willkür-Sakkaden und Blickfolge. Mein Arzt ist der Meinung, dass es sich dabei um die einfachsten Untersuchung handelt, aber kein Arzt sie gerne macht. Ich beschreibe mal die Untersuchung:Der Arzt gibt dir zwei Aufgaben. Die erste ist einem bewegten Objekt (z.B. einem Stift) auf neutralem Hintergrund (weisse Wand) mit den Augen zu folgen. Klappt sehr gut bei mir. Zweite Aufgabe ist die gleiche, nur vor einem strukturierten Hintergrund (Wand mit Bildern, Tapete oder ähnlich) das geht eben nicht. Die Augen bleiben immer wieder an der Struktur "hängen" Du kannst dem Objekt nicht in einem Zug gleichmässig folgen. Eine Behandlung ist leider nicht möglich, aber man geht davon aus, dass man mit der Zeit auch hier ein Vermeidungsverhalten zeigt und dann einigermassen klar kommt.
Des weiteren gibt es noch andere Tests. Zum Beispiel schnellstmöglich die Augen in der Horizontalen bewegen. Und im zweiten Test in der Vertikalen. Falls dies geht, alles klar. Kommt es hierbei zu ungewöhnlichem Verhalten im Bereich der Nackenmuskelatur (wie z.B. ein Abdrifften des Kopfes oder zu krampfähnlichen Zuständen) stimmt auch cerebral etwas nicht.
 

hapek

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Hallo Rekobär!

ich habe auch gerade mit der AGU zu tun.
Zuerst hat die gegnersiche Versicherung mir eine Unfallanalyse vorgelegt. Diese habe ich mir sehr genau angeschaut und mir kamen Zweifel an deren Richtigkeit. Darufhin hat mein Anwalt dies bei der Versicherung angezeigt und die haben Ihre eigene Unfallanalyse bei der AGU zum einen bestätigen lassen und auch noch gleich ein biomechanisches Gutachten erstellen lassen. Ich selber habe in Berlin diese Unfallanalyse überprüfen lassen und die gaben mir recht.

Hintergrund: Ich stand mit meinem Fahrzeug an einem Fussgängerstreifen. Eine Frau welche telefonierte, fuhr in mein stehendes Fahrzeug auf. Nun ergab deren Unfallanalyse das sie mit einer Geschwindigkeit zw. 4-6 km/h ungebremst in mich hineingefahren sein soll. Aber die Überprüfung in Berlin spricht von einer höheren Geschwindigkeit und auch davon das das auffahrende Fahrzeug voll oder zumindest stark abgebremst worden ist. Die Versicherung schildert einen Bagatellunfall wie er täglich passiert, aber so war es eben nicht.

Wie konntest Du diese Unfallanalyse der AGU auseinander nehmen? Die ganze Sache belastet mich sehr, da ich diese Unfallanalyse als wichtiges Instrument in den Verhandlungen ansehe. Mein Anwalt will einfach diese Analysen im Grundsatz nicht akzeptieren und glaubt somit durchzukommen. Das erscheint mir aber etwas heikel, da ich seit dem Unfall im Aug 2010 nicht mehr arbeiten kann und es um meine Existenz geht.

Vielen Dank für ein Feedback und viele Grüsse

hapek
 

sachsblau

Erfahrenes Mitglied
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Hallo hapek,

herzlichen Dank für Beschreibungen der Untersuchungen. Ich denke, das Thema könnte für einige hier wichtig und interessant sein. Nur wenn man als Patient weiß, wonach man suchen und fragen muss, kommt man vielleicht wieder ein Stück weiter in seiner Sache.
Schlimm nur, dass wir gezwungen sind, uns mit medizinischen Dingen auseinderzusetzen, obwohl das eigentlich Sache von ausgebildeten Ärzten sein sollte...

Mein Arzt ist der Meinung, dass es sich dabei um die einfachsten Untersuchung handelt, aber kein Arzt sie gerne macht.

Toll,....das sind genau die Aussagen, die einen immer wieder freuen.
Vielleicht sollten wir ja dazu übergehen, solche "einfachen Tests" zu Hause zu machen - Stift ist sicher überall vorhanden, gemusterte Tapete vielleicht beim Nachbarn... ;)

Nochmals vielen Dank für die interessanten Ergänzungen.
Beste Grüße
sachsblau
 

hapek

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Hallo sachsblau,

Gerne geschehen! Falls weitere Infos gewünscht werden stehe ich gerne zur Verfügung.

Viele Grüsse

hapek
 

wolfgang-f-doerr

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128
Hallo hapek,

das einzig Gute an der agu ist, dass ihre Crash-Datenbank frei zugänglich ist. Ansonsten ist in dem genannten Seminar alles versammelt, was HWS-Traumata negieren will.

Wenn man mit einem physikalisch-technischen Auge die Versuche anschaut, sieht man klar, dass jeder Verlauf individuell ist, dass jedes Auto individuell in sich schwingt z. B. wähtrend der zentelsekunde des Stoßes.

Aber zurück zu deiner Frage. Zitiere doch einfach die Studie "No stress no whiplash" von Castro ( die auch in der Leitlinie (AMWF) zum Schleudertrauma zitiert wird. Dort wird behauptet, bei "keinem nennenswerten Delta-V" (es dürfte bei 1,x km/h gelegen haben) seinen Beschwerden aufgetreten......


So wollte das Castro nicht verstanden wissen, aber man kann es auch so lesen!

http://www.anb-ev.de/Publikationen/2010_bedeutung_deltav_castro.pdf

Mit solchen Vorträgen versucht Castro, im Geschäft zu bleiben.

Da ist der Originalartikel zu kaufen:

http://www.springerlink.com/content/rv611897a5r3ptlt/

Was man auch noch wissen sollte, sind die leitlinien, die in Frage kommen:

HWS-Schleudertrauma (frei zugänglich als pdf)

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-095.html

Zum leichten SHT (was man meistens auch noch dazukriegt):

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-047.html

Schließlich zur begutachtung von Kopfschmerzen, die jeder der Leser hier haben dürfte:

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/062-007.html

Kommentar: Zuletztgenannte Leitlinie ist ziemlich gut und zum zitieren geeignet, da sie von der Kopfschmerzgesellschaft (und nicht von der Neurologengruppe wie Tegenthoff etc gemacht ist).

Stöbert mal, es gibt das noch das eine oder andere, was interessant ist.


SO und zu Claussen: Der macht keine Gutachten mehr. Sein Praxisnachfolger kommentiert das Gutachtergeschehen so:
"Das System ist krank. Wenn sie den größeren Teil ihrer Einkünfte mit Gutachten erzielen und sie Gutachten nur bei bestimmtzen Ergebnissen als Auftrag bekommen, dann ist klar, worauf das hinausläuft."

Kurz: Mir ist kein streitbarer Neurootologe bekannt - bräuchte auch einen!

Allen alles Gute - und nur den Gottlosen und anderen, die mit G anfangen, einen Logenplatz im Fegefeuer
- oder ist das unchristlich?

wfd
 

sachsblau

Erfahrenes Mitglied
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Hallo hapek,
vielen Dank für das Angebot - darauf komme ich sicher nochmal zurück.


Hallo Wolfgang,
wie immer sehr gute Infos, die Du hier zur Verfügung stellst. Danke.

Gibt es denn kein gutes "Ziehkind" von Prof. Claussen?
Auf der Internetseite der Gesellschaft zur Erforschung von Geruchs-, Geschmacks-, Gehör- und Gleichgewichtsstörungen (http://www.vertigo-dizziness.com/) werden neben Claussen (der sie wohl begündet hat), leider nur zwei Argentinier genannt...


Noch eine andere Frage, hat jemand vielleicht schon Erfahrungen mit dieser Praxis gemacht? Und wenn ja, welche?
HNO-Zentrum-im-Schlössle
Dr. med. Olaf Müller
Neuburger Strasse 40
86167 Augsburg
Internet: http://hnozentrum-augsburg.de/Willkommen.html

Wünsche allen einen hoffentlich angenehmen Freitag.
Beste Grüße
sachsblau
 

hapek

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Hallo Wolfgang,

besten Dank für Deine ausführlichen Infos! Die AGU Datenbank ist zwar frei zugänglich, aber es sind leider nicht immer die gewünschten Fahrzeuge dabei. Gerade bei neuen Fahrzeugen mit aktiver und/oder passiven Sicherheitsmerkmalen fehlen die Vergleiche. Meine gegenerische Versicherung hier in ZÜRICH (ohne ihren Namen nennen zu wollen) ist derart darauf spezialisiert Forderungsansprüche abzuwehren, dass sie sogar vor Betrug nicht zurückschreckt. In meinem Fall wurden dem Unfallanalytiker ein paar harmlose Fahrzeugbilder vorgelegt (ein paar Kratzer waren zu sehen) und die Bilder mit den richtigen Beschädigungen wurden zurückgehalten. Selbst die Werkstatt spielt in der gleichen Liga. So wurde ersteinmal eine Reparaturkalkulation erstellt ,auf dieser waren die Ersatzteile der "oberflächigen" Reparatur aufgeführt, und nach der erfolgten Reparatur sah die Ersatzteilliste schon anders aus. Auch hier hat man dem Unfallanalytiker nur die "light" Version ausgehändigt. Dies bedeutet, dass der Unfallanalytiker mit den Informationen die man ihm gab, eigentlich eine richtige Unfallanalyse erstellt hat.
Hätte er ALLE Bilder und Reparaturteile gesehen, wäre er sicherlich auf ein anderes Ergebnis gekommen. Auf die Einwände geht man bei der Versicherung nicht ein, sondern lässt die "falsche" Unfallanalyse einfach bei der AGU überprüfen (mit den gleichen harmlosen Bildern und der "light" Reparaturkalkulation) und die bestätigen einfach die Unfallanalyse.
Dann erstellt die AGU gleich noch ein biomechanisches Gutachten aufgrund der falschen Daten und macht auch gleich riesige Patzer. Die gegnerische Versicherung hatte kein Interesse daran, den Bericht des erstbehandelnden Arztes im Krankenhaus anzufordern, da zuviel bei dieser Untersuchung festgestellt wurde. 3 Monate lag dieser Bericht im Krankenhaus ohne das die Versicherung diesen angefordert hatte. Dieser Bericht wurde bei dem biomeschanischen Gutachten nicht berücksichtigt und die medizinischen Infos die es gab, wurden einfach ignoriert. Beispiel: In 3 med. Berichten wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Kopf beim Unfall nach links abgedreht war. Und was schreiben die in Ihrem Gutachten? Es gibt keine Gründe zur Annahme, das mein Kopf rotiert war.
Die ganze Sache stinkt einfach zum Himmel und ist schon kriminell! Zum Glück haben ich einen sehr fähigen Anwalt, der dies auch so in der Klage eingebracht hat. Die Versicherung kämpft mit ALLEN Mitteln. Unbeachtet ob legal oder nicht. Und daher kann ich mir nicht vorstellen, dass ich einfach Castro zitiere und alles ist geregelt.

"Zitiere doch einfach die Studie "No stress no whiplash" von Castro"

Schönes Wochenende!
Viele Grüsse
hapek
 

wolfgang-f-doerr

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Hallo hapek,

nein, das hatte ich auch nicht gedacht, dass es so einfach ist. Wollte nur drauf hinweisen, dass die Biomechaniker sich selbst widersprechen.

Dass Betrug bei der Abwehr von gerechtfertigten Ansprüchen an der Tagesordnung ist, entspricht leider auch meinen Erfahrungen.

War Deine Versicherung vielleicht dier ZÜRICHER?

Gegen deren Bauvorhaben bei uns in der Statd haben wir schon in den 70-er Jahren gründlich protestiert - was zu einer tagelangen Besetzung von Teile der Stadt durch die bereitschaftspolizei führte...

Kurz: Die Versicherungsidee, ein seltenes aber schwerwiegendes Risiko auf viele Schultern zu verteilen, ist genial. Die Versicherungsrealität, bei der ein gewinnorientierter Betrieb den Gewinn hauptsächlich zu Lasten der sowieso schon Geschädigten machen will, ist erbärmlich.


Trotzdem viele Grüße und alles Gute


wfd
 
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