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Schleudertrauma, erhebliche Beschwerden nach 4 Monaten, was tun?

Registriert seit
25 Jan. 2016
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44
#1
Hallo zusammen,

ich hatte unverschuldet eine Autounfall. Mir ist jemand (fast) ungebremst mit ca. 50-60 km auf mein stehendes Fahrzeug aufgefahren. Mein Wagen wurde um ca. 8 m nach vorne geschoben. Der Unfallverursacher ist stark krank und stand unter Medikamenteneinfluss. Anwalt ist eingeschaltet.

Folgende Diagnosen wurden nun erstellt
- HWS Distorsion, nach 4 Monaten immer noch akute multisegmentale Funktionsstörung der HWS, BWS und LWS
- Spannungskopfschmerzen und Schlafstörungen, die Nerven liegen blank
- CMD, crainomedibuläre Dysfunktion
- Anpassungsstörung, Angstzustände beim Autofahren

Zudem habe ich Probleme mit den Augen: bei Lese- oder Bildschirmarbeit verschwimmen die Buchstaben ich sehe nicht mehr klar oder sehe Buchstaben/Wörter doppelt, sehr schnelle Ermüdbarkeit, Einschränkungen beim visuellen Greifen, deutliche Instabilität hinsichtlich der Vergenzen in Richtung Exophorie. Ich habe gelesen, dass solche Wahrnehnungsdefizite auch nach Schleudertrauma und Hirnschlägen bestehen können. Kennt sich hier jemand damit aus? Welche weitere Diagnostik ist sinnvoll?

Der Unfall war vor 4 Monaten, seitdem bin ich krankgeschrieben, die Beschwerden sind weiterhin vorhanden, nachts wache ich vor Schmerzen auf, das Liegen auf dem Rücken, der Seite und dem Bauch tut sehr weg. Schmerzen im Bereich der LWS, Brustkorb/Rippen tun weh. Ich schlucke nun schon seit 4 Monaten Schmerzmittel in nicht erheblicher Dosis und bin dennoch nicht schmerzfrei. Längeres Sitzen mehr als 1,5 Stunden bereitet mir erhebliche Schmerzen, im Auto sind die Schmerzen schon nach wenigen Minuten durch die Lehne des Sitzes da.

Vor dem Unfall hatte ich keinerlei Probleme mit der Wirbelsäule/Rücken und konnte Sport 2-3 Woche machen. Folgende Therapieangeobte habe ich schon wahrgenommen:
- 16 Mal Physio
- 3 Mal Osteopathie
- 1 Mal NIS (spezielle Form der Osteopathie)
- MRT der HWS und LWS wurde erstellt, Ergebnisse erklären nicht die Schmerzen

Was hat Ihnen geholfen?
Was würden Sie aus welchem Grund noch veranlassen?

Im Forum habe ich gelesen, dass eine Schweigepfichtentbindung nicht ratsam ist, ich habe diese dem Anwalt für den Hausarzt schriftlich erteilt, soll ich diese wieder entziehen?
Was spricht hierfür? Wenn ja, wie sage ich das meinem Anwalt am Besten?

Besten Dank für Ihr Feedback und mögliche Ansätze zur Besserung.

Viele Grüße thinktwice
 
Zuletzt bearbeitet:

Rudinchen

Erfahrenes Mitglied
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#2
Hallo thinktwice,

stelle dich einmal beim Neurootologen und beim Neuroopthalmologen vor. Die sollten deine Beschwerden zumindest diagnostizieren können ... Diese sollte es in jeder Uniklinik geben, aber wie gut sie sich mit Schleudertrauma auskennen, ist sehr unterschiedlich.

Heilen wird es wohl nur die Zeit. Die Sehstörungen können verschwinden (hat bei uns über 6 Monate lang gedauert, treten nur noch bei Müdigkeit auf), tun es aber nicht immer.


Eine sehr gute Diagnostik erfährst du hier:

http://www.mueller-kortkamp.de/

Osteopathie bzw. Kraniosakraltherapie ist sicher hilfreich, bezahlt die Krankenkasse aber nicht unbedingt bzw. lange.

Ich wünsche dir gute Ärzte an deiner Seite,

Rudinchen
 
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#3
Hallo Rudinchen,

lieben Dank für Deine Anwort und dass Sie mir Mut machen, dass die Sehstörungen mit der Zeit nachlassen werden. An manchen Tagen bin ich dadurch sehr eingeschränkt. Hinzu kommt, dass ich freiberuflicher Berater bin und ich daher viel mit dem Laptop arbeite und auf meine Augen angewiesen bin.
Zur Besserung wurde mir von einer Optometristin ein visuelles Augentraining über ein Jahr empfohlen. Kostenvoranschlag in Höhe von 2.200 Euro, das übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nicht. Kann so etwas helfen? Wie ist Ihre Einschätzung?

Der Hinweis auf die neurootologische Untersuchungenist sehr hilfreich und ich bin bereit für gute Ärzte eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen. Soltau ist jedoch sehr weit entfernt, hat jemand eine Empfehlung für den Raum Frankfurt/Stuttgart/Karlsruhe/Heidelberg/Mannheim?
Benötige ich eine Überweisung hierfür? Wenn ja, von wem?

Ich übe mich jeden Tag in Gelassenheit und tue vieles, was mir und der Seele gut tut. Doch irgendwie stellt sich kein richtiger Aufwärtstrend ein und das beschäftigt mich doch sehr. Ich habe nun einen sehr guten Unfallchirugen/Orthopäden gefunden, der auch noch Osteopaht ist und zu dem angeblilch nur noch die Spezialfälle für seine Fachrichtung kommen, er hat sehr gute Referenzen.

Ich bin seit knapp 10 Jahren selbständig und arbeite gern und möchte auch bald wieder arbeiten können!

Viele Grüße
thinktwice
 

Sekundant

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#4
hallo,

auch hier zunächst einmal den hinweis, sich dringend sämtliche behandlungsunterlagen, röntgen- und mrt-aufnahmen von ärzten und kliniken geben zu lassen.

wurden denn überhaupt irgendwelche aufnahmen gefertigt? wer hat sie ausgewertet und mit welchem ergebnis?


gruss

Sekundant
 

Rudinchen

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#5
Hallo,

hier gibt es zum Nachlesen noch eine Dissertation:

file:///D:/Daten/Downloads/Dissertation_Antje_Claussen%20(1).pdf

GNATHOLOGISCHE ASPEKTE EINES TINNITUS NACH
HWS-SCHLEUDERTRAUMA
Inaugural-Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde
der Medizinischen Fakultät
der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität zu Würzburg
vorgelegt von
Antje Mathilde Claussen
aus Unterthingau

Evtl. hast du auch Glück in der Uniklinik Mannheim:

http://www.hno-mannheim.de/hno-klinik/hno-ambulanzen-und-sprechstunden.html?showall=&start=9

Aber da kann ich aus eigener Erfahrung wenig zu sagen.

Viele Grüße,

Rudinchen
 

Sekundant

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fallakte.12hp.de
#6
danke Rudinchen,

die hatte ich noch nicht

hier gibt es zum Nachlesen noch eine Dissertation:

file:///D:/Daten/Downloads/Dissertation_Antje_Claussen%20(1).pdf

GNATHOLOGISCHE ASPEKTE EINES TINNITUS NACH
HWS-SCHLEUDERTRAUMA
Inaugural-Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde
der Medizinischen Fakultät
der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität zu Würzburg
vorgelegt von
Antje Mathilde Claussen
aus Unterthingau
aber weil ich nicht auf deinen rechner zugreifen kann, nehme ich diesen link :)

https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/files/1183/Dissertation_Antje_Claussen.pdf


gruss

Sekundant
 
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#7
Hallo zusammen,

ich habe gerade in der Uniklinik Heidelberg angerufen und hatte ein sehr freundliches zuvorkommendes Gespräch mit Assistenz der Ambulanz. Sie hat Rücksprache mit einem Oberarzt gehalten, falls notwendig können Gutachten erstellt werden:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Schielbehandlung-und-Neuroophthalmologie.345.0.html
Hat jemand bereits Erfahrung mit der Amulanz gesammelt?

Ich gehe nun mit dem Bericht vom Optometristen zur Augenärztin nächste Woche und lasse mir eine Überweisung aufstellen.

Ja, ich sammle alle Berichte fleißig. :) :)

Viele Grüße
thinktwice
 

Elamaus

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#9
So wie du es geschrieben hast, könnte es sich um meinen Unfall gehandelt haben. Der Unfall von mir war ein Wegeunfall im August. Mir ist eine Dame mit hoher Geschwindigkeit in einer 30iger Zone ins Auto gefahren. Beide Autos Totalschaden.
Ich habe erst 3 Tage später Beschwerden bekommen, die bis heute noch andauern. Seitdem schlucke ich nur noch Schmerztabletten. Obwohl der Unfall schon 6 Monate her ist, habe ich immer noch Kopfschmerzen, Sehstörung, Kribbeln in beide Händen und die Wirbelsäule HWS, Bws, Lws Distorsion beteiligt. Hinzu kam, daß 2 Bandscheiben in der HWS beschädigt sind. Hinzu kam V. a. Pseudotumor cerebri. Bei mir lief alles schief. Falsche bis keine Diagnostik, bis hin zum "Keine stationäre Behandlung". Es wurde jetzt einen Antrag auf stationäre Behandlung in einer Schmerzklinik gestellt.
 

Teddy

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#10
Hallo Elamaus,

willkommen im Forum. Wie ich aus der Infoliste sehe, bist du erst seit kurzem hier aktiv. Aus deinem Beitrag entnehme ich, dass du hier Themen gefunden hast, worin du dich wiedererkennst. Schön, dass du dich hier einbringen willst.

Hast du konkrete Fragen?

Meine Info an Dich: halten Schmerzen länger als 6 Monate an, gelten sie als chronisch. Das Schmerzgedächtnis liefert ständig die Impulse, obwohl vielleicht organisch manches schon sich gebessert haben kann, oder aber die Ursache ist so massiv, dass sie ständig weiter die Nerven reizen und nicht zur Ruhe kommen.

Der stationäre Aufenthalt in einer Schmerzklinik ist genau das, was ich dir raten würde. Unter professioneller Begleitung verschiedene Optionen auszuprobieren, was dir Besserung verschafft und jederzeit jemanden 24h ansprechen können, wenn es einem nicht gut geht, das ist eine große Chance.

Du kannst in der Suche auch mal den Namen Kuklinski eingeben oder Nitrosaminer Stress, da wird dir vielleicht auch noch manches bekannt vorkommen und du bekommst Hinweise, was mit dir durch den Unfall passiert ist.

Zum Forum noch ein paar Hinweise
Zu den Gepflogenheiten im Forum: wir schreiben eine kleine Anrede und einen Schlussgruß - so weiß man, dass es an alle Interessierte gerichtet ist oder speziell jemanden gezielten.
Über den Beiträgen taucht eine Zeitangabe auf: du hast bzw. ptpspmb auf ihren Beitrag vom 10. Februar 2016 geantwortet. Das ist bereits vier Jahre her.
Klickst du auf dem Seitenreiter direkt auf den Namen z.B. Teddy oder ptpspmb oder rudinchen, so erhälst du Infos, wann diese das letzte Mal aktiv waren und zu welchen Themen sie was veröffentlicht haben.

Jetzt sind wir mal gespannt, welche Fragen du hast oder Hinweise du uns nach erfolgreicher Schmerztherapie uns geben kannst.

LG Teddy
 

Elamaus

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#11
Vielen Dank Teddy für deine Rückmeldung.
Ich werde mich mit dem Thema Kuklinski und Nitrosaminer Stress beschäftigen.
Liebe Grüße Ela
 

Sekundant

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#12
hallo Ela,

deine beschreibung

Kopfschmerzen, Sehstörung, Kribbeln in beide Händen und die Wirbelsäule HWS, Bws, Lws Distorsion beteiligt. Hinzu kam, daß 2 Bandscheiben in der HWS beschädigt sind. Hinzu kam V. a. Pseudotumor cerebri
machen mich etwas aufmerksam und insbesondere die letzte bezeichnung, deren bedeutung ich erst mal nachlesen musste. und da es etwas ins detail gehen würde, hätte ich dich gerne mal angeschrieben. da dies erst nach 25 erstellten beiträgen oder einer mitgliedschaft als sponsor geht, warte ich so lange - oder du schreibst mich unter e-mail sekundant@t-online.de an. ich muss gestehen, dass ich nach langen eigenen recherchen über diese bzeichnung und diagnose überaus erstaunt bin und dass es diese erklärung geben könnte.


gruss

Sekundant
 
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