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Schadenermittlungsbüro als Hilfe für Geschädigte und Rechtsanwälte als Vorschlag

Rekobär

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#1
@ alle,

@Isländer hat in einem anderen Tread https://www.unfallopfer.de/threads/die-kanzlei-bld-scheint-mitzulesen.37961/page-4 ein Schadenermittlungsbüro vorgeschlagen, was ich sehr interessant finde. Auch ich beobachte immer wieder, dass es zwar eine Reihe von Fakten und Beweisen gibt, die aber weder durch einen Rechtsanwalt, noch durch die Geschädigten selbst so aufbereitet wurden, dass die geführte Klage den gewünschten Erfolg bringt.

Zu dem Vorschlag gäbe es zwei grundsätzliche Dinge zu klären:

1. Wie sollte solch eine Einrichtung aussehen und welche Spezialisten müssten dort mitarbeiten?

2. Wie könnte man solch eine hilfreiche Einrichtung finanzieren?

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

tamtam

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#2
Hallo @All,

der Vorschlag ist hervorragend.

Die Stelle sollte zunächst als e.V. gegründet werden und seine Mitglieder auf Gegenseitigkeit betreuen. Einige hier erfahrende Unfallopfer können die Aufbauarbeit leisten und Stellen in Nord, Süd, Ost und Mitte einrichten (Vorschlag :Hamburg, Berlin, Rhein-Main und München) eröffnen. Um die Privatsphäre zu wahren könne man für Sprechstunden zunächst öffentliche Räume mieten, das Gros wird aber zunächst per Mail und Telefon abzuarbeiten sein.

Und dann muss für jeden ein Mandentenkonto eingerichtet werden, in dem die Dokumente gesichert werden an Hand derer das Mitglied bzgl. der nächsten Schritte beraten wird.

Und am wichtigsten: Wir brauchen ganz dringend so selbstlose Experten wie Isländer, die bereit sind für ihre Manden "durchs Feuer zu gehen". Die beste Aufbereitung nützt nichts, wenn der Anwalt sich sagt, meine bescheidenen PKH-Gebühren sind mir in jedem Fall sicher und nach mir die Sintflut….


Gruß
tamtam
 

Sekundant

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#3
dieses szenario geht mir schon seit jahren durch den kopf. ein anlauf sollte ja die sammlung von infos zu GA, SV ua sein. auf welcher basis das zu lösen wäre ist nicht einfach zu lösen. meine ausgangsvorstellung waren die möglichkeiten der gerichte mit der zuarbeit von StA, polizei und sonstigen behörden. das ist zwar etwas illusorisch, aber eine ähnliche bandbreite halte ich für nötig.

in der vorherigen forenversion gab es nach meiner erinnerung eine möglichkeit zur errichtung von arbeitsgruppen, was aber nicht/kaum genutzt wurde. ähnliches als anlaufhilfe könnte ich mir gut vorstellen. worauf es dann hinausläuft, ob e.V. (befürchte ich verwässerungseffekte) ist den anforderungen, den befugnissen ua zugrunde zu legen. für jede mögliche art gibt es anforderungs- und zielführungskriterien (ich suche gerne mal meine arbeiten dazu heraus).


gruss

Sekundant
 

Aramis

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#4
Hallo,

sehr gute Idee!

Zitat Isländer:
<Eine Art neuen Berufes: Den Schadensermittler, Belegezusammensucher und -auswerter. Ich meine nämlich sehen zu können, dass vieles deshalb nicht funktioniert, weil der Sachverhalt nicht gründlich aufgearbeitet ist. Eigentlich sollte der Mandant geordnet, Systematisiert und mit Belegen versehen den Sachverhalt beim RA anlanden. Der Anwalt soll ihn dann juristisch verarbeiten.....>

Hier sehe ich das größte Problem: die ganzen Belege zu sammeln, mit Fahrtgeld, Begleitperson, Zuzahlungen, etc. und zwar so , dass man nicht zu jedem Beleg usw. einen Roman schreiben und diesen notariell beglaubigen lassen muß!

Wir legen eh drauf! Wer ersetzt mir 3 Tage Urlaub und 2 Fahrten zu einem einzigen Gutachten?
Wieso: ein Termin wurde ganz kurzfristig verschoben, der 2te Termin wurde abgesagt, als wir fast beim Gutachterort waren!

Wie soll man diesen teuren Schadensteil für andere aufarbeiten?
Unsere Gegnerisch lehnt sogar die Unkostenpauschale für Schreibkram von 25€ ab.

LG
Aramis
 
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#5
Hallöle,

eine hervorragende Idee. Es dürfte ob des Aufwandes eine Lebensaufgabe werden.

Wichtig ist aus meiner eigenen Erfahrung heraus (ich beschränke mich jetzt auf die originär anwaltlichen Bereiche):

Maximal strukturiertes Arbeiten
Unbedingtes Vermeiden des Hervorrufens irrealer Vorstellungen und Erwartungshaltungen bei Mandanten (was leider nur zu oft geschieht)
Unbedingtes Vermeiden des Hervorrufens des Eindrucks, dass Fachanwälte für Medizinrecht mehr wissen als solche ohne Titel (ich hatte ihn 2007 erworben, hierdurch Nullkommanull dazugelernt), also Aufklärung der Opfer = Mandanten, dass Titel Schall und Rauch sind
Aufklärung darüber, dass medizinrechtliche Prozesse auf PKH-Basis mega gefährliche Fallen sein können (macht kaum ein Kollege)
Aufklärung darüber, dass Strafanzeigen gegen Ärzte idR nichts nützen
Anwaltliche Erfahrung von mindestens 500 durchgeführten Prozessen bei Gericht

Ich sehe Probleme in der ganz praktischen Realisierung, Finanzierung und dem Aufwand, "Belege" incl. Krankenakten selbst beizuziehen.
Ich und meine damaligen medizin- und zahnmedizinischen Helferlein waren schon mit der Auswertung der Krankenakte mehr als beschäftigt ...

Aber wie gesagt: Sehr gute Idee!
 

Sekundant

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#6
das größte Problem: die ganzen Belege zu sammeln, mit Fahrtgeld, Begleitperson, Zuzahlungen, etc.
es mag anders gemeint sein oder die vorstellung dahingehend sein, meine vorstellung war eine andere.
diese arbeiten und vorgänge sollten schon bei der originären zuständigkeit bleiben, also RAe, mandanten etc. worum es (mir) vor allem geht, sind solche dinge, die man weitgehend mit ermittlung, information und fachliches bewerten (man könnte sagen: BI - business intelligence) umschrieben werden könnte. auch ganz allgemein jene tätigkeiten, die mit der erhebung von nicht fallbezognen fragen zusammenhängen und über den einzelfall hinausgehen. so zb informationen zu SV (wie schon mehrfach hier beschrieben), denn wer kann bei gerichtlicher beauftragung schon mit solchen möglichen fakten aufwarten und begründet eine befangenheit vorbringen.
ebenso geht es um fachliche beurteilungen, wie eben medizinische belange, die von "befähigten" vorgenommen wird; hier in einzelfällen dann ggf sachliche, fachliche, formale richtigkeit oder widersprüche auffinden, eben das, was den eh überforderten betroffenen oder RA als laien nicht gleich ins auge sticht.


gruss

Sekundant
 

Rekobär

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#7
Hallo @,

das sehe ich ähnlich, wie @Sekundant . Das Problem besteht weniger im Sammeln von Belegen, sondern eher in der Gewichtung und Einordnung. Und das fängt bereits bei der Notversorgung unmittelbar nach dem Unfall an. Die Dokumentation der Erstversorgung ist vielfach unvollständig und teilweise sehr allgemein gehalten.

Das heißt, solch eine Einrichtung sollte sowohl präventiv vor dem Unfall, als auch hilfestellend nach dem Unfall praktizieren. Das könnte z.B. so aussehen:

1. Unfallchecklisten verteilen.
2. Notversorgungschecklisten entwerfen und an Notaufnahmen, aber auch an Anwälte verteilen.
3. Beweissicherung kurz nach dem Unfall sicherstellen bzw. mit Rat helfen. (per Telefon, per App usw. )

Ich selbst führe in Firmen Weiterbildungsseminare durch zum Thema: "Richtiges Verhalten am Unfallort, damit nachher keine Nachteile entstehen"

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Trollin68

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#8
Hallo @,
Gutes und frohes neues Jahr wünsche ich euch und viel Durchhaltevermögen !!!
Habe ich den Ansatz Gründung eigener Experten+Gutachter (Schadensermittler) auf Vereinsbasis mit Regionalgruppen bundesweit richtig verstanden? Wie sieht es da mit der Anerkennung bei Gericht usw.aus?! Finanzierung....evtl. über Indigogo usw.möglich?! Und natürlich Vereinsbeiträge! Digitalisierung+Vernetzung mit Anderen?! Wem?! Betroffenen, Gewerkschaften,Politik,....?! Gute Idee....bin dabei! L.g Trollin68

Eine App....wäre toll!!!
 

tamtam

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#9
Hallo Rekobbär,

aus meiner Erfahrung fängt es schon beim Sammeln der Belege an. Die Leute wissen gar nicht, was sie für welche Stelle sammeln sollen. Darüber müssen sie erstmal aufgeklärt werden. Es ist ja irre was uns Unfallopfern zugemutet wird - wir müssen differenzieren zwischen Zivil-, Sozial und Steuerrecht. Und das, wo mir vor ein paar Tagen erst eine Richterin am Landgericht über den Weg gelaufen ist, der nicht einmal der Unterschied zwischen Einkünften und zu versteuernden Einkommen bekannt war. Aber Hauptsache sie weiss, dass sie ihr häusliches Arbeitszimmer absetzten kann obwohl wir Steuerzahler schon ein Dienstzimmer für sie finanzieren .Wohl bekommt´s :eek: Dass Sammeln selbst muss jeder natürlich selbst machen - für Dritte übersteigt das jegliches Arbeitsvermögen. Da finde die Sache mit App klasse. Gleich beim Arzt mal die App mit Scanner zücken und die Patientenmappe sichern. Die Aufgabe des Vereins oder wie auch immer es rechtlich ausgestaltet wird, besteht zunächst lediglich in der Sichtung und darauf folgend zu erteilende Hinweis, was noch zu unternehmen ist.

Gruß
tamtam
 

Rekobär

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#10
Hallo Tamtam,

deswegen habe ich ja den Tread hier eröffnet, damit jeder die bisherigen Schwachpunkte und damit Lösungsansätze hier beitragen kann.

Die App mit einer Scannerfunktion auszustatten, ist ein interessanter Ansatz. Schließlich hat heute fast jeder ein Smartphone, egal von welcher Firma. Man müsste dann gleich noch eine Zuordnungsfunktion mit einbauen. Beispielweise eine Aufsplittung nach medizinische Behandlung und Diagnosen (nach Datum geordnet), Beschäftigungszeiten (Zeit, die man braucht, um sich mit dem Unfall zu beschäftigen), Einschränkungen im Haushalt usw.

Ich bin gespannt, was die anderen User noch zum obigen Gesamtthema Thema beitragen können.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 

Trollin68

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#11
Hallo @,
Für die App sollte man an eine
1.mediz.Beschwerdeübersicht
2.Schmerztagebuch
3.Sortierfunktion für Befunde nach Relevanz, Datum, Umfang usw
4.behandelnde Ärzte Name und Funktion
5.Ablaufschema ....wie sollte es sein
Wie ist es.....
6.alle Fristen
7.Terminfunktion
8.Chatfunktion
9.Validierung/Auswertung Statistik
10.Erfahrung mit.....
So 'die Arme App keine Ahnung ob überfrachtet.....trage nur zusammen, was für mich bisher hilfreich war
L.g.Trollin68
 

Rekobär

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#12
Hallo Trollin68,

das wird dann aber eine wirklich umfangreiche App. Aber, je automatisierter, desto weniger kann letztendlich vergessen werden.

Und darum geht es ja. Alle Beweise sichern und chronologisch ordnen und gewichten.

Herzliche Grüße vom RekoBär :)
 
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