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PTBS unmöglich

wolfe

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#1
ein Gutachter hat PTBS bei mir ausgeschlossen da ein mir auf meiner Spur entgegenkommender Rübenvollernter mit montiertem Mähwerk für mich kein Grund ist zu erschrecken da ich durch mein Hobby als Motorrad Rennfahrer durch div. Stürtze daran gewöhnt sei. wirkt sich mein Vorleben darauf aus ob eine PTBS entstehen kann ?
 

seenixe

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#2
Hallo Wolfe,

natürlich ist der Mensch jeweils im Kontext seines Lebens zu sehen. Ein Rennfahrer sollte schon anders reagieren können, als ein blutiger Laie, der das erste Mal auf einem Bock sitzt. Ich würde aber bestreiten, dass nicht trotzdem eine PTBS entstehen kann. Dazu sind sicher viele Faktoren zu berücksichtigen und sicher der individuelle Fall durch uns überhaupt nicht einschätzbar.
Dies kann sicher nur ein Arzt einschätzen. Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Du mit der PTBS in med.Behandlung bist. Was sagt Dein behandelnder Arzt dazu?

Gruß von der Seenixe
 

ptpspmb

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#3
Hallo wolfe,

hat er dir eine Angststörung oder
Depression oder etwas
anders angehefet?

Oder bist du auf ein mal völlig "Gesund"?

Wie lange bist du schon wegen der PTBS in Behandlung?
 

Meli

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#4
Schon älter, aber ein wichtiges Urteil, das meines Wissens nach auch vom BSG so gesehen wird:

LSG NRW, Urteil vom 06.12.2001 - L 7 V 87/96:
Eine nach den "Anhaltspunkten" festzustellende Kausalität zwischen einem psychischen Trauma und einem seelischen Dauerleiden - hier Einflüsse der Kriegsgefangenschaft und posttraumatische Belastungsstörung - kann nicht durch eine andere wahrscheinliche Kausalität, sondern nur durch eine sicher nachgewiesene andere Kausalität widerlegt werden.

LG
Meli
 

wolfe

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#5
er hat eine "rezidive Depression" festgestellt obwohl Depressionen nur direkt nach dem Unfall zum ersten mal Diagnostiziert wurden und nach Beginn einer Traumatherapie verschwanden.

ich war 8 Wochen Stationär und 160 Std. in ambulanter Traumatherapie. Momentan sind nur noch dissoziative Symptome vorhanden.

es werden doch auch z.B. Soldaten und Feuerwehrleute nach Jahrelangen Einsatz Traumatisiert aber nach der Aussage des Gutachters dürfte das doch dann auch nicht sein ?
 

ptpspmb

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#6
Hallo wolfe,

das Problem wird sein, dem GA nachzuweisen, dass er nicht richtig liegt!

Der GA macht sich ja bei seiner Untersuchung ein Bild von dir und den Akten!
Dann kommt alles in eine Kiste und es wird gedreht, das Ergebnis hast du auf der Hand!
Der GA macht ja nur eine Momentaufnahme (Blitzlicht) von dir und aller Wahrscheinlichkeit nach auch nur einen

Querschnitt von deiner Erkrankung!

Aufgenommen muss aber der

Längsschnitt werden!

Hier liegt das Problem, dass der GA dies nicht machen muss!
 

elster999

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#7
Hi Wolfe,
ich muss da meinem Vorredner ptbspmb leider zustimmen. Schreiben dürfen diese Herren ja leider sehr viel, wenn der Tag lang ist. Und da sie nen weißen Kittel anhaben, meistens sogar ungestraft.
Aber auch ich denke, wenn man die Leitlinien etc. Dazu genau studiert, dass dieses Ereignis schon dazu führen könnte...weiteres müssen sie Mediziner wissen. Frag deine Behandler!
Auch ich kenne dieses Gefühl, bei mir ist es das VA, dass da rumspinnt. Da kam die interne ärztliche Mitarbeiterin, seines Zeichens Unfallchirurgin zu der Einschätzung, dass ich gar keine PTBS haben kann, da ich ja kaum eine Erinnerung an den Unfall habe (ich habe keine Bilder, das ist richtig. Aber körperliche Erinnerungen). Und die Traumatherapie über die BG hat sie sogar in Frage gestellt!
Bisher bin ich da auch nicht gegen angekommen, die meint halt Recht zu haben und fertig. Mehr als klagen kann ich nicht!
Deshalb denke ich, musst du mit deinen Ärzten gucken, wie du das widerlegst und brauchst bestimmt nen guten Anwalt.
Ich wünsche dir viel Kraft dafür!
LG Ellen
 

ptpspmb

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#8
Hallo

nächstes Problem ist dann, einen eigenen GA zu finden!
Aber dann kommt der Richter ins Spiel, wenn der glaubt zu wissen, dass es gar keine PTBS gibt, dann kannst du den Sack zu machen!
 

wolfe

Mitglied
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#9
Hallo elster999,

"" ich gar keine PTBS haben kann, da ich ja kaum eine Erinnerung an den Unfall habe (ich habe keine Bilder, das ist richtig. Aber körperliche Erinnerungen). Und die Traumatherapie über die BG hat sie sogar in Frage gestellt! ""

wie bei mir: ich habe eine lückenhafte Erinnerung (mir fehlen ca. 5 Sec. als ich mich überschlagen habe ) und die Traumatherapie hat zufällig geholfen das es mir besser geht !

keiner beachtet : Diagnose Kriterium "C" Punkt 3. Unfähigkeit, sich an einen wichtigen Aspekt des Traumas zu erinnern.
 

spezialagenthead

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Beiträge
15
#10
immer diese Ahnungslosen...

Auch ohne Erinnerung kann eine PTBS vorliegen! Die Psyche schützt den Menschen in dem man ihm die Erinnerung an schlimmer Erinnerungen verdeckt. Das ist ein Schutzmechanismus! Was würde sonst mit Menschen passieren, wenn sie sich an alles erinnern könnten? Viele Gewaltopfer können sich nicht an die Tat erinnern. Man denke z. B. an sexuellen Missbrauch, den Frauen nicht mehr erinnern können... Wenn man sich mit dem Thema befasst, weiß man, dass es schwarze Flecken auf der Seele gibt, die als Schutz dienen. solche Ahnungslosen Aussagen von Ärzten kotzen mich an!
 

elster999

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#11
Hi,
genau das meinte ich ja. Manche Ärzte meinen als Halbgötter mit ihrem nicht vorhandenen Halbwissen als Unfallchirurgen fachfremde Zusammenhänge ohne weitere Infos widerlegen zu können mit so einem Schwachsinn... Aber sie können und wir stehen dann da und müssen kämpfen.
Das ist das irrsinnige daran!
LG Ellen
 

athena

Wegen Mehrfachmitgliedschaft geperrte Mitglieder
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407
#12
F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung (ICD) ist zwar eine anerkannte seelische Erkrankung, jedoch gibt es - bei sozialrechtlichen Ansprüchen und Streitigkeiten - äußerst "eingeschränkte" Meinungen zu möglichen Ursachen. Die Anerkennung einer PTPS ist daher schwer zu erreichen. Das vehemente Bestehen auf eine PTPS wird von vielen GA als ausschließliches Entschädigungsbegehren (im negativen Sinne verstanden) interpretiert.

Gruß von athena
 
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