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Oberschenkelbruch - und dann bricht der Nagel

Hadel

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10 Nov. 2010
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43
@Annaminna: Schön nach langer Zeit zu lesen. Wie berichtet, sind an meinem Thema ebf. Print und TV-Konsumentenmagazine dran. Mittlerweile habe ich zwei weitere Gutachten erstellen lassen, wobei ich eines bereits in den Händen habe. In diesen wird deutlich, dass der Pseudosachverständige vor Gericht (1. Instanz), der nicht einmal ein Facharzt für Unfallchirurgie ist, sich mehr als einmal widersprochen hat und die unmöglichsten Dinge vom Stapel gehauen hat = Vertuschungsgutachten.

Meine Sache läuft nun vor dem OLG.

Auch in meinem Falls war der Nagel zu lange, zu dick und im falschen Winkel zu verzeichnen und laut Frakturkategorie wären Alternativen denkbar gewesen, über die ich nicht aufgeklärt wurde. Dann kam noch zum Vorschein, dass nicht nur in der 1. OP drei grobe Behandlungsfehler erfolgten, sondern ebf. in der OP Nr. 3 (Revisions-OP), hier, aufgrund der unterlassenen Dynamisierung des Marknagels (weil der Nagel eben zu lang war), die entstandene Pseudarthrose behandelt wurde ... nur nicht mit einer erneuten Osteosynthese versorgt wurde, mit der Konsequenz, dass das Bein post-op nach 3 Wochen refrakturierte ....

6 Tage wurde dann in einem anderen Khs meine OP vorbereitet, da sogar die Amputation im Raum stand.

Mittlerweile haben sich zwei weitere Betroffene des Khs gemeldet, u.a. jemand, die bei einem Radiosender arbeitet, deren Chefin ich kenne. Nun will die Radiostation einen Aufruf möglicherweise schalten ...

Hier einige Bilder der 6 OPs (4 x mit Spongiosaplastik und Antibiotikakette).... Markraum bleibend defekt, Trochanter Major amputiert und zerstört inkl. Muskelansätze, Low Grade Infekt ... 1-2 OPs müssen noch erfolgen.

Zitat der Arztes nach der 1. OP: "Tut uns Leid, wir hatten keinen passenden Nagel". Also haut man mir das rein, fast man noch im Schrank hat (Schnitt-Naht-Zeit fast 6h).:

Fraktur 2006:
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=1261fc-1329144024.jpg

Post-OP 2006:
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=ede9af-1329144072.jpg

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=8dd705-1329144102.jpg

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=b27891-1329144154.jpg

2008: Hier sieht man sehr schön, wie sehr die Oberschenkelspitze, an der sehr wichtige Muskulatur hängt, zerstört wurde ... der Nagelüberstand entsprach erzeugte bei jeder kl. Bewegung ein Messerstichschmerz ins Gesäß .... außerdem erkennbar (auch laut div. Gutachten, weil unterlassene Dynamisierung) die Pseudarthrose nach 18 Monaten!

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=b75e43-1329144268.jpg

3 Wochen nach der 1. Revisions-OP 2009 (OP Nr. 3), Refraktur:

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=ba9856-1329144332.jpg

7 Monate nach operativen Versorgung immer noich nicht gut:

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=e3e169-1329144372.jpg

Daher wiederholte Revisions-OPs:

2010:
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=689f8b-1329144466.jpg

2011:
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=f4581b-1329144510.jpg

Viel Erfolg weiterhin.
 
Zuletzt bearbeitet:

jangun

Mitgliedschaft beendet
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26 Okt. 2007
Beiträge
664
Nábend Hadel,
oh je was für eine Odysee, wirklich heftig, ich wünsche Dir auch alle Gute.
Dagegen ist mein 3/4 Jahr fast ne´Lachnummer.
Meine Diagnose war übrigens auch: verzögerte Knochenbruchheilung nach OS Marknagelimlantation. da sich bei mir keine zufriedenstellende Frakturheilung zeigte, entschloss man sich zu einem Revisionseingriff, mit neuem Aufbohren bzw. interne Spongiosa als Frakturheilungskonzept.
Der erste Femurnagel hatte sich rausgedreht, ich konnte mich nicht mal mehr auf´s Kloh setzen!
Nach fast ein Jahr an Krücken entschloß ich mich übrigens dazu den Gammanagel verbleiben zu lassen. Anfangs hatte ich noch Bewegungseinschränkung im Knie aber mit viel KG und einer Motorschiene wurde es im Laufe des Folgejahres besser. Nun habe ich mich damit arrangiert und wie ich zur Zeit laufe langt mir für den Rest meines Lebens.
Siehst Du da eventuell noch Probleme mit dem verbleibenen Material nach ein paar Jahren?

Bei Dir scheint ja nun wirklich ein eindeutiger Behandlungsfehler vorzuliegen.
Wenn ein Facharzt sich in Widersprüche verwickelt oder das Zitat mit dem falschen Nagel. Ich kann mir auch gut vorstellen, das man nach sovielen Jahren mit der Psyche zu Fuß geht, schließlich möchte jeder "irgendwann" mal sowas wie einen Normalzustand haben, dafür läßt man sich operieren. Ich bleibe übrigens bei meiner Meinung-das eine Marknagelung als intramedulläre Versorgung bei Femurschaftfrakturen nicht die beste Wahl ist, sondern nur als mögliche Alternative zur Plattenosteosynthese diese abgelöst hat.
Eine Frage: hat man bei Dir mal eine Abstrich bzw. eine Knochen- PE aus dem Frakturbereich gemacht? Die Ärzte kamen nämlich bei mir auf die Idee, das ich eventuell eine schlechte Knochendichte hätte oder prädestiniert wäre für Brüche oder schlechte Knochen hätte, die Untersuchung ergab jedoch, das es nicht der Fall ist.
Entweder liegt es an dem Patienten oder es ist Materialermüdung, nie macht der Operateur einen Fehler, soviel weiß ich Heute.
Ich kann nur hoffen, das Leute die ähnliche Probleme mit Gammanagel hatten oder haben auf diese Seite aufmerksam werden.

Gruss Jan
 
Zuletzt bearbeitet:

Hadel

Mitglied
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10 Nov. 2010
Beiträge
43
Hallo Jan,

in der Tat eine Odysee.

Eine verzögerte Heilung bei subtrochant. Frakturtypen hängt wohl nicht unselten mit einer unterlassenen Dynamisierung oder aber einer fehlerhaften Auswahl im Hinblick des Materials oder OP-Technik zusammen.

Alle meine Revisionseingriffe (OP 3-6) wurden ebf. mit Spongiosaplastik vorgenommen, zusätzlich in der 1. mit BMP7 (ist aber für den Femur eigentlich gar nicht zugelassen, keine Osteosynthese, obwohl Pseudarthrosenresektion und laut radiolog. Gutachten die Fraktur nur zur Hälfte verheilt war), 2. Rev-OP mit GPS, Targobone und Septopalkette, 3. ebf. OP mit GPS, Targobone und Septopalkette, 4. Rev.-OP OP mit GPS, Targobone und Septopalflies - keine Kette, wel diese kl. Löcher macht und mein Oberschenkel nicht unnötig mehr defekt gemacht werden muss.

Ich konnte mich ebf. nicht aufs Klo setzen und bin wie der letzte Hampelmann gelaufen, vor Schmerzen und dies trotz Schmerzmedikamenten, weil der Gammanagel eben soweit rausragte.

Man überlegte bei mir (Khs 2) bereits nach wenigen Monaten die vorzeitige Entfernung des Gammanagels, was sich aber als problematisch erwies, da der Nagel zu dick war und auch die Cerclagen nicht optimal sind (vgl. zahlreiche Studien zur Thematik Cerclagen im Femurbereich). "Als letzte Alternative bliebe ein Verfahrenswechsel, jedoch nicht unproblematisch." (Artzbericht)

Mein Ehepartner (Mediziner) hat Patienten, die bei der Fa. Stryker arbeiten. Laut deren Aussage, wird die Produktion des Gammanagels bei USA-Patienten, in günstigstem Fall, zuvor geplant, damit dieser 100% passgenau sei und viele dann ihr Leben damit rumlaufen. Dies ist zwar medizinisch betrachtet nicht optimal, aber im Hinblick der gesundheitsmedizin. Versorgungspolitik in den USA, so häufig üblich. Die Aussage, die ich von vielen Fachärzten hörte war (ich bin nicht einmal 40), dass es bei jüngeren Patienten besser sei den Nagel zu entfernen.

Ja man hat Abstriche gemacht:
Die müssen aber nichts aussagen ... es gibt neuere Studien zur Thematik "Low Grade Infekt": Hier müsste eine Bebrühtung zwischen 10 Tagen und 8 Wochen erfolgen .... wird aber in 99% der Fälle nicht gemacht, stattdessen nur wenige Tage.
Vgl. http://orthopaedie-unfallchirurgie....sche-möglichkeiten-bei-protheseninfektionen-0

Und suche mal im Internet nach "Low Grade Infekt".

Bei mir ging man aufgrund unterschiedlicher radiolog. Aspekte davon aus: Sklerosierte Osteolysen, verzögerte Knochenbruchheilung, vgl. auch das CT 2011, das Krisselige am Rand. Außerdem geht man bei mir davon aus, dass an der ehemaligen Einschlagstelle ebf. ein Infekt im Defekt vorliegen könnte.

Das im.Verfahren ist sicherlich in den meisten Khs Verfahren 1. Wahl bei subtrochant. Frakturen, aber über die Alternativen und damit verbundenen Vor- und Nachteile muss man aufklären. Bei mir lag aber einer per- und subtrochantäre Fraktur vor, vgl. Bild 1, d. h. bei dieser Frakturart wäre eine DCS (Dynam. Kompressionsschraube oder Kondylen-Ti-Fix-PLatte) sinnvoller gewesen, als einen Nagel mitten durch einen Frakturauslöser, dann noch mit einem zu dicken Nagel, um dann damit noch weitere Fissuren im unteren Bereich auszulösen.

Die Knochendichte habe ich viele Monate nach der Fraktur mal testen lassen, da hieß es, ich habe eine Osteopenie, die aber dadurch gegeben sein könnte, dass ich a) mich kaum bewegte, b) aufgrund des Nagels auch kaum in der Natur war. Der KNochen scheint aber im Bezug der Dichte während der 1. OP gut gewesen zu sein (so die Ärzte).

Wie man das aushält? Ich war von Anfang an nicht bitter! A) Bin ich Christ (und wie Du weißt auch Theologe), b) habe ich gleich nach der OP-Aussage des Arztes gemerkt, dass ein systemimmantes Problem im Khs vorlag, inkl. Fixierungsproblem des Arztes. Wenn man bitter ist, vergeudet man unnötig Kraft und die braucht man, auch um den Kampf durchzustehen. Des Weiteren haben wir viele Ärzte im Bekanntenkreis, die alle ihre Kontakte und Kompetenzen mir zur Verfügung stellten.

Anbei eine Mitschrift bzgl. meines letzten Khs-Besuches (Nov 11) bei meinem Prof. Dr. XY.

Nach einer erneuten Kontrollaufnahme wurde ich nach meinem Schmerzzustand seitens Prof. XY befragt. Ich äußerte, dass man das Ibuprofen von 400er auf 600er (4 x täglich) steigerte, ich zusätzlich das Norspanpflaster trage, nach 200 m Gehen die Schmerzen so unerträglich sind, jedoch jeder Arzt mir raten würde, gegenwärtig keine Revisions-OP zu fokussieren, weil der Knochen morsch sei.



Darauf Prof. XY: „Der Knochen ist nicht nur morsch, der ist vernarbt. Sie haben Narben, Knochennarben, auch im Knochen. Ein Bruch ist nicht mehr sichtbar – Gott sei Dank. Eine Kontinuitätsunterbrtechung des Knochens liegt nicht vor, aber von innen ist der Knochen bleibend defekt und auch nicht ganz stabil.“


Darauf ich, aufgrund der alten Röntgenbilder:
„Ich solle Sie nochmals fragen, aufgrund der 1. OP Ende 2006, warum ist die Klinik Nr. 1 nicht herging, nach 8-12 Wochen und den Gamma-Nagel dynamisiert hat? Was ist Ihre Idee, zumal dies mehrere Ärzte und Gutachter nun erwähnten?“



Prof. XY nahm das Röntgenbild und fragte mich: „Warum sie das nicht gemacht haben? Ich weiß es nicht, richtig ist das nicht.“



Ich: „Normalerweise wird das doch gemacht oder nicht?“


XY: „Ja, normalerweise macht man das, gerade bei solchen subtrochantären Frakturen.“


Ich: „Gerade wegen der dadurch entstandenen Pseudarthrose.“


XY: „Ich sehe zusätzlich noch ein anderes Problem. Das Problem ist, dass durch die Cerclagen, die darum gemacht worden sind (zeigt auf die alten Bilder), dass man damit die Durchblutung des Knochens weitgehend hinrichtet. Dieser Knochen hatte letztendlich keine Durchblutung von innen, weil der auch zu dicke Nagel darin war und keine Durchblutung von außen. Das sind die denkbar blödestens Voraussetzungen bei der Knochenbruchheilung, weil sie die periostale Durchblutung, über das Perios, mit den Cerclagen abquetschen und die endostale Durchblutung durch den Nagel nicht gegeben war. Der Knochen hätte niemals unter diesen Voraussetzungen heilen können.“


Ich: „Andere Ärzte hätten eher eine DHS favorisiert.“


XY: Ne, eine DHS hätte ich nicht genommen, unter keinen Umständen eine DHS, weil Sie mit einer DHS dieser Sache (zeigt auf das Röntgenbild) nicht gerecht werden. Das hier kann man mit einer DHS behandeln (zeigt auf einen der beiden Frakturausläufer), aber nur dann, wenn das nicht gebrochen wäre.“


Ich: „Sie hätten damals die Platte genommen, die sie dann später 2009 sowieso benutzt haben?“


XY: „Ich hätte vielleicht ein anderes Implantat genommen. Ich hätte den Knochen innen drin in Ruhe gelassen und ich hätte ein Implantat genommen, was hier oben (zeigt auf den Riss oben) anfängt, entweder als Dynamische Kompressionsschraube, DCS, nicht die DHS, sondern die DCS, die geht hier rein im rechten Winkel und geht hier und mit einer Platte bis hier hin. Die hat den Vorteil, ich kann diesen Bruch (zeigt auf einen Frakturausläufer) unter Kompression bringen und kann diesen Bruch hier ebenfalls unter Kompression bringen, mit einer Zugschraube – oder aber, ich hätte das Implantat genommen, was wir ja später verwendet haben (sic. Kondylen Ti-Fix, 2009).“


Ich: „Man sah ja, als der Nagel damals entfernt wurde recht deutlich, dass der Bruch an dieser Stelle überhaupt nicht einstauchen konnte, zumal es einige Ärzte verwunderte, dass Arzt Nr 2 BB (im Khs 2) mit der 1. Pseudarthrosenresektion, wir hatten ja die Pseudarthrose von 2007 bis 2009 immer wieder angesprochen, dass er kein Osteosynthesematerial verwendet hat, denn sonst wären wir Beide uns ja nicht begegnet, ich wäre nicht bei ihnen gelandet und ich hätte mich nicht hier behandeln lassen müssen.“


XY: Guckt nach unten und nickt.


Ich: „Da fragt man sich, was er sich dabei gedacht hatte? Macht eine Pseudarthrosenresektion mit Spongiosaplastik, BMP7 und wendet dann anschließend kein Material zur Stabilisierung an? Ich bin ja wirklich nur minimal an die Gehstütze getickt, dann brach es.“


XY: Nickt. „Ich weiß.“


Ich: „Naja, dumm gelaufen. Fakt ist, ich habe Schmerzen und der Schmerzarzt hat gesagt, dass es keine Lösung sei, mein gesamtes Leben Ibuprofen in der Dosis und Norspan nehmen zu müssen.


XY: „Würde ich Ihnen auch nicht zu raten.“


Ich: „Wäre ein künstliches Hüftgelenk eine Lösung, da dies mein Hausarzt ansprach, jedoch noch nicht gegenwärtig?“


XY: „Das Gelenk sieht ja nicht schlecht aus, das Gelenk selber ist ja noch intakt. Das, was jetzt Probleme macht, ist der große Defektbereich hier (zeigt auf das neue Röntgenbild den zerstörten Trochanter Major Bereich), zumal dieser recht arg ist. Das hier ist der Problembereich. Man kann hergehen und diesen Bereich hier revidieren. Das große Problem, das besteht ist, da ja bereits ein großer Teil der Muskulatur mit der 1. OP beschädigt wurde, weil sie abgelöst wurde - deshalb würde ich nicht von oben rangehen, wie man das schon einmal machte, weil dann das Problem mit dem Trendelenburg nur noch größer macht. Nur mit einer Prothese wird man dieses Problem nicht lösen können – das Problem bekommen Sie nicht mit einer Prothese gelöst und hätten dann die gleiche Problematik, die Sie dann nur noch schlechter stellt als es bereits ja schon ist. Das Problem ist dieser Bereich (zeigt auf den Defekt). Ich habe bei Ihnen schon mehrfach überlegt, ob man irgendwann, auf jeden Fall nicht jetzt (sehr bestimmend), von dieser Seite hier reingeht (zeigt auf das Röntgenbild, seitlich) und nicht von hier oben reingeht, sondern durch ein Knochenfenster hier (zeigt aufs Bild). Diesen Teil dann innerlich ausräumen und mit Knochen füllen. Bei diesen Verhältnissen im Moment hier, würde ich in der Tat die nächsten 2 Jahre nichts machen. Aber danach muss man sich das überlegen, denn der Zustand kann so definitiv nicht bleiben. Aber erst wenn die Reparation in diesem Bereich (zeigt aus das Röntgenbild) komplett abgeschlossen ist.“


Ich : „Dumm gelaufen; nicht bei Ihnen.“


XY: „Fazit also: Beschwerden unverändert, später geplante OP mit Spongiosaauffüllung. Vorher aber würde ich testen, ob das überhaupt geht. Nach einem CT würde man dann ggf. mit einem lokalen Betäubungsmittel, vorher eine Infiltration machen.“


Ich: „Wegen des Low Grade Infekts?“


XY: „Ja und um zu sehen, ob es überhaupt funktioniert. Ich schreibe das nochmals zur Erinnerung auf. Gut, tut mir Leid für Sie. In zwei Jahren sehen wir dann, auch woher wir Material zum Auffüllen dann nehmen. Gut, wir sehen uns dann wieder in 6 Monaten.
 

jangun

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Moins Hadel,
dieses Gesprächsprotokoll um den Nagel mit dem Arzt-..kommt mir seeeehr bekannt vor, echt wahr. Aber Dein Arzt scheint mir da noch etwas einsichtiger zu sein was die Dynamisierung etc angeht.
Der Chefarzt der mir damals den Nagel verpasste arbeitet schon lange nicht mehr in dem Krankenhaus. Mein Glück im Unglück war ja, das die mich verlegten in ein BG Khs. da hatte man mehr Möglichkeiten mir zu helfen.
Da traf ich dann auch übrigens auf dem selben Zimmer den jungen Mann der ebenfalls den Nagel, aufgrund von Problemen entfernen lassen mußte. Also nicht irgendwo auf der Station sondern direkt mein Bettnachbar. Dem hat man dann übrigens eine winkelstabile Platten-/Schraubenosteosynthese mit intel. Microchip der Belastungsüberwachung verpasst, ich habe danach noch Kontakt zu ihm gehabt und er ist mit der Methode in kurzer Zeit völlig ausgeheilt.
Ich möchte aber gar nicht wissen wieviel Leute es da draussen gibt, die genau dieselben Probleme haben, aber z.B. nicht die Transparenz wie Du besitzen, weil Du mit einem Mediziner zusammen bist, sondern es lediglich als eine Komplikation im Heilungsverlauf einfach so hinnehmen. Es müste doch auch mittlerweile Statistiken darüber geben, in wievielen Fällen mit dem Typus von Marknägeln diese revidiert werden müssen. Da stimmt vieles nicht und passt nicht zusammen, ich hoffe das die Mediziner das mal überdenken.
Das immer wieder rumdoktern an einer Fraktur finde ich eine Grausamkeit am Patienten und man darf es so auch nicht hinnehmen.

L.G. Jan
 

Hadel

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Ich habe einige Dissertationen studiert, die sich genau mit Deiner Fragestellung beschäftigten.

In der Studie, SCHUMACHER, C. E.: Vergleichende biomechanische Studie intramedullärer Osteosynthesesysteme zur Versorgung proximaler
Femurfrakturen, Uni Münster 2007, wird kein Verfahren favorisiert, d. h. hier läge eine Gleichwertigkeit zwischen im- und extram. Verfahren statistisch betrachtet vor, was medizinrechtlich im Hinblick einer notwendigen Aufklärung über Alternativen normativ wäre. Mich hat man über Alternativen nicht aufgeklärt!

In der Studie von HIERSEMANN, K.: Die Wertigkeit des Verriegelungsgleitnagels bei der proximalen Femurfraktur im Vergleich zu den konventionellen Osteosyntheseverfahren. Eine prospektive klinische Studie, Uni Köln 1999 hieß es als Fazit bereits:

"Im Verlauf der Studie wurden 101 pertrochantäre und 8 subtrochantäre Femurfrakturen bei 21 männlichen
und 88 weiblichen Patienten (Durchschnittsalter: 79,6 Jahre) unter Verwendung von 17 DHS-Implantaten, 40
Gammanägeln und 40 Verriegelungsgleitnägeln sowie 10 Langvarianten des Gammanagels und 2
Langvarianten des Verriegelungsgleitnagels osteosynthetisch versorgt. Bezüglich der Altersstruktur, der
Geschlechtsverteilung sowie der Anzahl internistischer Vorerkrankungen (im Durchschnitt 1,4
Risikoerkrankungen) und der häufig eingeschränkte Kooperationsfähigkeit handelte es sich um das für
proximale Femurfrakturen typische Patientenkollektiv. Als ein Ergebnis der durchgeführten Studie zeigte
sich, daß die Rate der intraoperativ-technischen Komplikationen stark vom jeweiligen
Osteosyntheseverfahren abhängig war. So belief sich die intraoperative Komplikationsrate auf 17,5% beim
Gammanagel, auf 5,9% bei der DHS und auf 2,5% beim Verriegelungsgleitnagel. Einen Einfluß auf die
Belastbarkeit und den weiteren Verlauf hatten diese intraoperativen Komplikationen jedoch nicht. Als
häufigste intraoperative Komplikation trat beim Gammanagel in 12,5% der Osteosynthesen eine distale
Fehlbohrung auf. Die Rate der lokalen postoperativen Komplikationen mit der Notwendigkeit zur operativen
Revision stellte sich mit 10% nach Gammanagelung und 7,5% nach Verriegelungsgleitnagelung dar, wogegen
bei keinem Patienten nach DHS-Osteosynthese eine revisionsbedürftige Komplikation im Heilungsverlauf
auftrat. Beim Gammanagel kam es postoperativ in einem Fall zur kranialen und in zwei Fällen zur axialen
Protrusion der Schenkelhalsschraube sowie in einem Fall zum Wundinfekt. Nach Verriegelungsgleitnagel-
Osteosynthese trat bei einer Patientin eine axiale Protrusion der Schenkelhalsklinge bei gleichzeitiger
Femurschaftfraktur am Nagelende infolge eines erneuten Sturzes auf, und bei zwei weiteren Patienten mußte
ein Wundinfekt revidiert werden. Im Hinblick auf die anhand postoperativ angefertigter Röntgenbilder
beurteilte morphologische Rekonstruktion der Frakturzone und die Implantatlage im Femurkopf bestand
zwischen den intramedullären Osteosyntheseverfahren kein signifikanter Unterschied. Die röntgenologischen
Resultate nach DHS-Osteosynthese waren nicht zuletzt aufgrund der auf stabile Zweifragmentfrakturen
eingeschränkten Indikationsstellung signifikant besser. Im Verlauf des postoperativen Belastungsaufbaus ließ
sich zwischen den verschiedenen Osteosyntheseverfahren kein Unterschied feststellen, und auch das
funktionelle Langzeitergebnis, das anhand zweier Funktionsscores erhoben wurde, wies keine signifikant
unterschiedlichen Resultate auf. Insgesamt konnten im Rahmen der Nachuntersuchung 58,8% der
Verriegelungsgleitnagel-Patienten, 53,3% der DHS-Patienten sowie 44,1% der Gammanagel-Patienten 6
Monate postoperativ eine mit dem prätraumatischen Zustand vergleichbare Verfassung bezüglich der
Kriterien des Scores nach Sanders und Regazzoni aufweisen. Im Rahmen einer multivariaten Analyse
verschiedener Parameter hinsichtlich ihres Einflusses auf die postoperative Wiedererlangung des
ursprünglichen prätraumatischen Funktionszustandes stellte sich der präoperative Allgemeinzustand der
Patienten als bestimmender Einflußfaktor heraus, während sowohl in bezug auf die Komplixität der
Frakturzone und die Wahl des Osteosynthesematerials als auch bezüglich aller anderen dokumentierten
Faktoren keine signifikante Beeinflußung des funktionellen Behandlungserfolges festzustellen war.Der Verriegelungsgleitnagel stellte sich im Rahmen dieser Studie als universell einsetzbares
Osteosyntheseverfahren dar, welches mit der gleichen Indikation wie der Gammanagel bei allen per- und
subtrochantären Femurfrakturen sowie den proximalen Femurschaftfrakturen zur belastungsstabilen
Versorgung eingesetzt werden kann. Im Hinblick auf die intra- und postoperative Komplikationsrate
zeichnete sich der Verriegelungsgleitnagel im direkten Vergleich zum Gammanagel als das
komplikationsärmere Verfahren aus. Gerade die geringe Anzahl der postoperativen lokalen Komplikationen,
welche fast immer eine Revisionsoperation nach sich ziehen, spricht nach den Ergebnissen dieser Studie für
die klinische Anwendung des Verriegelungsgleitnagels."

In zahlreichen weiteren Studien wird dem PFN gegenüber dem Gammanagel ebf., aufgrund div. Modifikationen, Vorteile bescheinigt.
Vgl. u.a. EHMS, R.: Die Behandlung der instabilen per- und subtrochantären Femurfraktur unter besonderer Berücksichtigung der reversed fracture, Jena 2008.

Bei allen im. Systemen ist jedoch die Gefahr eines Cut-Out und Komplikationen bzgl. der Varusstellung gegeben. Sagte mir auch niemand.

Ganz interessant ist diese Studie:
TRIEBE, J.: Vergleich zwischen winkelstabiler und nicht winkelstabiler Plattenosteosynthese am proximalen Humerus – eine biomechanische Studie, Lübeck 2006. Als Fazit, dass winkelstabile Konstruktionen "signifikant höhere Werte für die Stabilität erzielt." (S. 46).

Einige weitere Studien aus dem süddt. Raum liegen mir vor, aus denen man entnehmen kann, dass zu ca. 75% eine winkelstabil. Osteosynthese gegenüber einem im. Osteosyntheseverfahren (Gammanagel, Classic-Nagel, PFN) benutzt wurde. Auch da stellt man sich die Frage, warum in zahlreichen Khs, obwohl beide Systeme vorhanden sind, einer winkelstab. Platte/System der Vorzug gegeben wird.

Von daher Studien gibt es.
 

Kwilli

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Hallo, danke für Deine Zuschrift. Der Hersteller muss, entsprechend dem Produkthaftungsgesetz , für den entstandenen Schaden haften . Aus diesem Grunde klagen wir ja nun auch. Ohne Anwalt geht da aber gar nichts, Du stößt nur auf eine Mauer des Schweigends und Verleugnens .Als Lieferanten und Hersteller dieser Nägel kenne ich für Deutschland nur die Synthes GmbH mit verschiedenen Außenstellen. Wir können uns gerne auch noch einmal privat unterhalten. Hier meine Mailadresse : Annaminna@kabelbw.de. Vor allem kann ich Dir eine Anwaltskanzlei empfehlen. die nur auf solche Dinge spezialisiert ist.
Bei meinem Mann ist auch der Nagel gebrochen und jetzt liegt er seit der OP im künstlichem koma.da er ziemlich ca. 4 Liter Blut verloren hatte,da der Knochen der Länge nach aufgeschnitten wurde .meine Frage sollte ich einen Anwalt einschalten ,er kämpft Jetzt schon 6 Tage um sein Leben, ich weiß nicht weiter.... Bin für jede Meinung dankbar
 

Etienne1

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20 Sep. 2017
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Bonjour, Annaminna

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ich Dir und Deinem Mann mit dem PDF-Dokument (Marknägel/Synthes GmbH) als Informationsquelle bezüglich der technischen Eigenheiten und vor allem Sicherheitserfordernisse solcher Implantate per E.-Mail an Deine hier oben genannte E.-Mailadresse weiterhelfen könnte. Vielleicht hilft das Dokument sogar den Advokaten weiter! Gibst Du hier bitte kurz Bescheid, sobald Du das PDF-Dokument erhalten hast? Merci beaucoup. :)

P. S. So, ich habe es Dir gerade geschickt! :cool:

A bientot et reste en bonne santé!/Bis bald und bleibt gesund!

Etienne
 
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