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Ober-Super-Sätze aus den Forumsbeiträgen, die an sich schon alleine stehen könnten

Ariel

Erfahrenes Mitglied
Registriert seit
23 März 2007
Beiträge
2,698
Hallo zusammen,

habe einen Beitrag gelesen, und bei einem Satz ist mir dies, in der Überschrift stehende, aufgefallen:

"Die Versicherungen aller Art biegen sich Ihre Wahrheit preiswert zu Gunsten ihres Gewinns zurecht."

von Paro, 27.1.08, 13:48
in Berufskrankheiten, unter "Beratender Arzt und BG"

Gruß Ariel
 

anaconda

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
6 Sep. 2006
Beiträge
346
@ Ariel
"
Koste was es wolle " - jeder Klageweg muss beschritten werden - viele und lange Wege führen bis zum BGH /BSG etc. - erst muss die Fahnenstange erreicht sein :(:(
horrende Summen an Prozesskosten spielen überhaupt keine Rolle -
vorerst nicht zahlen zu müssen ist oberste Priorität.

Für derartige Verfahren bis zum BGH darf die Versicherung je nach Streitwert Kosten von mindestens 30.000.- € plus bezahlen :p:p

Nicht nur Verfahrenskosten - hinzu kommt die Erstattung einer Schadenssumme und der materielle Schadensausgleich für die Vergangenheit und Zukunft :D

Nur so rechnen sämtliche Leistungsträger (u.a.BG+ Vers.)!
 

Paro

Sponsor
Registriert seit
3 Nov. 2006
Beiträge
1,294
Hallo Ariel, erst mal schönen Dank für die Blumen,
aber es ändert nichts an der Tatsache, das ein Einzelner, gegen ein finanziell und juristisch sehr gut ausgestattestes System, mit sehr bescheidenen finanziellen und juristischen Mitteln kämpft.
Leider sind unsere Sozialgerichte, wg. schneller Erledigung, auch nicht Willens uns zu unterstützen; denn Gutachten von renommierten Profs., zählen mehr als die Aussagen der Beteiligten.
Ich habe mir viele SG-Prozesse angesehen und angehört, der Profi, der Juristendeutsch spricht, hat gegen die richtigen, aber falsch formulierten Einwände der Kläger, immense Vorteile, denn der Richter versteht ihn sofort.
Wenn Du Dir mal einen Sitzungplan einer Kammer anschaust, wirst Du sehen was Du der Justiz wert bist, ganze 30 Min.
Wieviel Zeit bleibt Dir dann nach der Verlesung der Klageschrift, irgendetwas zu sagen, vor allen Dingen wenn Du unsicher bist, den Richter der zu Deinen Gunsten entscheiden soll, nicht zu verärgern?
Die anderen sitzen Tag für Tag im Gericht, kennen die Macken der Richter, man trifft sich in der Gerichtskantine und möchte seinen Arbeitstag ohne Stress bewältigen.
Man muss schon einen sehr langen Atem haben, um, auch mit Unterstützung eines guten Anwalts, das ganze Prozedere durchzustehen, vor allen Dingen, es könnte am Ende auch gegen einen Ausgehen und im besten Fall eine "schwarze Null" stehen.
Ich entschuldige mich bei allen, die wirtschaftlich auf einen "guten Ausgang" angewiesen sind, aber mich treibt die Ungerechtigkeit und schlussendlich hat auch David gegen Goliath gewonnen.
 

Dummvogel

Mitgliedschaft beendet
Registriert seit
22 Okt. 2007
Beiträge
67
Hallo Paro,

in dem für mich zuständigen SG sind sech Sitzungssäale. Ich hatte 9.00 Uhr Termin und war 8.15 Uhr - vor meinen Rechtsanwalt - im Gebäude.
Vier Säale von 9.00 - 14.45 Uhr im 30 Minutentakt Kläger gegen Rentenversicherung. Ein Saal - meiner - von 9.00 - 14.45 Uhr im 15 Minutentakt
Kläger gegen Unfallversicherung. Ein Saal von 9.00 -14.45 Uhr im 45 Minutentakt Kläger gegen Krankenversicherung.
Tag ein Tag aus.
Als mein Rechtsanwalt kam und wir uns begrüßt hatten habe ich ihm mitgeteilt, daß es schlecht ausschaut und die Klage abgewiesen wird.
Er: Warum? Ich: Nur 15 Minuten für die Verhandlung. Er: Dann wird abgewiesen. Es war 8.45 Uhr und alles gelaufen. Die Klage wurde abgewiesen.
Diesen Rechtsstreit habe ich vor dem LSG gewonnen. Das Vorlesen des Sachverhalts durch einen Richter hat allein 15 Minuten gedauert.

In meinen laufenden Verfahren spielt die erste Instanz keine Rolle mehr. Ich versuche mit meinen Anwalt so schnell wie es möglich ist an das LSG
zu kommen. Diese Entscheidungen kann ich akzeptieren - aber nicht die Entscheidungen der Beamten-Richter - das ist nicht im Namen des Volkes.

Das Abartige an diesen System liegt woanders.
Damit jeder Bürger Zugang zum Sozialgericht - also soziale Streitigkeiten regeln lassen kann - hat, wurde dieses Verfahren ohne anfallende Ge-
richtskosten verankert. Es gibt auch keinen Streitwert wonach Kosten berechnet werden.
In der ersten Instanz ist es dem Ursprung nach nicht erwünscht, daß ein Kläger sich durch einen Anwalt vertreten läßt.
Somit hat die mündliche Verhandlung eine sehr große Bedeutung. Im Rahmen der ausführlichen mündlichen Erörterung des Sachverhalts soll der
Richter sich die Meinung bilden und zum Urteil kommen.
Der Richter ist gehlten dies in einem Rechtszug, also mit einer mündlichen Verhandlung zu erledigen.
Daran kann man sehen, wo das Ganze gelandet ist.

Nur wer die Spielregeln kennt kann gewinnen und für das Unsoziale in meinen Land bin ich nicht verantwortlich.
Auch nicht für die Hoffnungen welche zerplatzen.

Est stellt sich nur die Frage: "Ist es ungerecht weil es so ist oder ist es es ungerecht weil es nicht abgeändert wird?
 
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