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Neue Fraktur bei Osteosynthese

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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23 Juli 2007
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Hallo,
(gefragt sind insbesondere die Chirurgen im Forum ;))

bei der Materialentfernung gelingt es einem Chirurgen nicht eine Schraube zu lösen.

Er versucht deshalb mit einem Meisel die Schraube zu lösen bzw. Material um die Schraube zu lösen.

Dabei verursacht er eine neue Fraktur des zuvor durchgeheilten Knochens.

Ist das normales Risiko oder deutet dies auf eine Behandlung, die nicht aktuellen medizinischen Erkenntnissen, entspricht.

Hat jemand Ahnung davon oder Hinweise dazu?

Grüße
oohpss
 

Kasandra

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Hallo Oohpss,

was mir google gezeigt hat, gehört eine eventuelle Re-Fraktur zu den möglichen Komplikationen. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass diese Schrauben nicht immer wie aus einem Möbelstück zu lösen sein. Habe mir meinen Marknagel im Oberschenkel mit Spinalnarkose holen lassen. Es war für die Operateure eine große Anstrengung. Der Nagel bewegte sich lange Zeit kein Stück. Es musste von allen OP-Beteiligten viel Kraft aufgebracht werden. OP-MA haben mich an den Füßen und an der Schulter festgehalten, damit ich auf dem OP-Tisch blieb und der Nagel rausgwuchtet werden konnte. Für mich war es nicht schlimm, aber das OP-Team hatte wirklich seine Mühen.
Ansonsten, auch "kleine Schrauben" im Fuß oder im Arm machen oft große Probleme bei der Entfernung.
Es tut mir leid, dass Du nun wieder große Einschränkungen hast und hoffe, dass dieser neue Bruch bei Dir in den nächsten Wochen konservativ heilen kann! Drücke Dir fest die Daumen.
LG Kasandra
 

Santafee

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Hallo Oohpss,

ich bin zwar kein Mediziner, aber möchte Dir nur mal so meine Gedanken dazu schreiben:

1. Ist vor dieser OP darüber aufgeklärt worden, dass der Knochen brechen kann?

2. denke ich, dass ein Arzt nicht einfach so drauf los hämmern kann, um die Schraube raus zu bekommen. Bei einer Freundin ist dabei mal die Bohrerspitze abgebrochen und steckt nun im Bein... bei einer Allergie z.B. auch nicht so toll! Eher ist es dann wohl üblich, die Schraube drin zu lassen...

3. Wie lange war denn das Metall drin? Normalerweise sollte es ja nach ca. 1-2 Jahren entfernt werden (bei meiner Freundin waren es ca 5 Jahre), dann sollte es auch nicht so problematisch sein...

4. Wie ist der Knochenzustand? Ich meine, wenn vorher Infektionen im Knochen waren oder es ältere Leute betrifft, sollte schon vorsichtiger gearbeitet werden und auch an Osteoporose oder Entkalkungen oder...(?) gedacht werden...

5. ...(?) muss mal weiter überlegen, vielleicht fällt mir noch was ein...:cool:

VG Santafee
 

Quidomoritz

Erfahrenes Mitglied
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Hi,

bei mir haben sie ein Jahr nach dem Unfall den Marknagel sehr gut entfernen können und div. Schrauben und Platten nicht. Ich bin dann während der Op gefragt worden ob sie dies mit Gewalt und evt. neuerlichem Bruch rausholen sollen oder drin lassen sollen. Da wir schon vorher über diese Möglichkeit gesprochen hatten, haben sie die Schrauben und Platten im Bein belassen, da sie mich nciht gestört haben. Auch heute 5 Jahre später stören mich die Teile nicht.

Trotzdem gute Besserung für Dich.

LG Claudia
 

oohpss

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... gehört eine eventuelle Re-Fraktur zu den möglichen Komplikationen. ... Der Nagel bewegte sich lange Zeit kein Stück.
Hallo kasandra,
Danke für Deinen Beitrag und Deine Wünsche.
Vorweg: es geht um meine Frau (deshalb schreibe ich so oft "wir", man/Mann leidet da ja doch mit.)

Heute Nacht und heute morgen habe ich auch noch gegoogelt.
Soweit ich das verstehe ist die Re-Fraktur als ein neuer Bruch, der später an der gleichen Stelle auftaucht, weil zu schnell die alte Belastung auf den durchlöcherten Knochen wirkte. Es ist, soweit ich bisher verstanden habe, nicht der Bruch, der während einer Operation entsteht.

Alle Unterlagen die ich gefunden habe, beschreiben, wie ein störischer Nagel bzw. eine Schraube entfernt werden können (ohne Bruch). Aber ich habe bisher nichts dazu gefunden, dass ein neuer Bruch als Risiko (es geht um den Oberarm) beschrieben wäre.

Allerdings habe ich schon den Hinweis gefunden, dass Gewalt nicht eingesetzt werden sollte, Kraft dagegen schon.

Nochmals Danke und Grüße
oohpss
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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... 1. Ist vor dieser OP darüber aufgeklärt worden, dass der Knochen brechen kann? ...
2. denke ich, dass ein Arzt nicht einfach so drauf los hämmern kann, um die Schraube raus zu bekommen. ... Eher ist es dann wohl üblich, die Schraube drin zu lassen...
3. Wie lange war denn das Metall drin?
4. Wie ist der Knochenzustand?
5. ...(?) muss mal weiter überlegen, vielleicht fällt mir noch was ein...
Hallo Santafee,
auch Dir Danke für Deine Gedanken.
Ich arbeite mal Deine Liste ab ;):
zu 1.) Nein. (Zum Glück war ich als Zeuge dabei. In der Literatur wird die Materialentfernung als eine OP mit sehr geringem Risiko beschrieben. Allerdings sinkt die Komplikationsrate erst mit steigender Erfahrung des Operateurs.) ein anderer Aspekt ist, dass die Patientin auch nicht darüber aufgeklört wurde, dass während der Operation entschieden werden könnte, dass das Material drin bleibt. Das Teile verbeliben könnten, darüber wurde sie aber aufgeklärt.
zu 2.) Ich habe schon die ersten Beschreibungen aus denen sich ergeben könnte was Standard sein könnte: Wenn der Kopf der Schraube weg ist, dann wird ein Loch in die Schraube gefräst und dann gibt es ein Werkzeug, dass in dieses Loch in der Schraube gedreht wird. Ansonsten bzw. zusätzlich wird von der Gegenseite der Kanal der Schraube geöffnet, so dass mann die Schraube von der einen oder der anderen Seite durchtreiben könnte. (Kommt wohl besonders dann in Frage, wenn die Schraube sich im Knochen dreht.)
zu 3.) 1 Jahr, 8 Monate, 5 Tage
zu 4.) Vorher gut verwachsen, nun gebrochen. Aber Du meinst wohl eher das Knochenmaterial. Keine Auffälligkeiten, also keine Osteo... und Pseudo... oder wie diese Knochenerkrankungen auch immer heißen mögen.
zu 5.) Danke vorab.

Manchen Leuten steht wohl auf der Stirn geschrieben: "Hallo Schicksal, tritt mir in den A...

Es wird wohl wieder wie üblich: Unterlagen von der Klinik kommen lassen. Neue Befunde machen lassen um zu erkennen wo der neue Bruch ist. Und wieder zum Anwalt.
Und bis dahin: moralischer/seelischer Beistand, Schmerzen beim Patienten und immer die Frage, wie bekommt nun die nächsten Wochen den Alltag gebacken. Als wenn das mit dem Sturz vor fast 2 Jahren, den Einschränkungen, der PTBS, der Versorgung vom Nachwuchs (und ein pupertierendern 12jähriger ist nicht wirklich selbständig) nicht schon genug gewesen wäre.

Na ja, was einen nicht kaputt macht, macht einen stärker ...:(

Grüße
oohpss
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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... Marknagel sehr gut entfernen können und div. Schrauben und Platten nicht.
Danke Claudia,
ich gebe die Wünsche weiter.
Bei der Entfernung des Fixateur exteren am Becken gab es keine Probleme. es ging alles raus, aber das waren ja auch Stangen die rund 20 cm aus dem Körper ragten.
Bei der Entfernung des Beckennagels hatten die Ärzte entschieden eine Unterlegscheibe drin zu lassen.

Nur jetzt beim Oberarm ist der Bruch entstanden, als sie mit dem Meisel hantierten. Ich bin mal gespannt was die Röntgenbilder hergeben, ob der Bruch an der Stelle ist, an der sie versuchten den Nagel zu entfernen oder daneben (also durch abrutschen des Meisels verursacht ...).

Grüße
oohpss
 

Kasandra

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Irgendwo im Nirgendwo
Hallo Oohpss,

wie Du schon geschrieben hast, es sind noch einige Details bzgl. des operativen Vorgehens zu klären, wo ist der neue Bruch, was für OP-Instrumente wurden benutzt. Hier kannst Du gezielt nach dem sog. "OP-Sieb" fragen. Für jedes OP-Sieb gibt es eine Aufstellung der Instrumente welch im Sieb standardmäßig enthalten sind. Aber, es werden auch Instrumente während der OP von den Operateuren zusätzl. angefordert, dies ist zu bedenken und nicht immer dokumentiert.

Vielleicht helfen Dir und Deiner Frau die folgenden Links weiter, denn jeder Fall ist unterschiedlich.

http://www.orthobremen.de/word/aufklaerung_op.pdf

http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/012-004.htm

1. 8.8 Risiken und Komplikationen

Allgemeine Risiken
      • Intraoperative Frakturen
      • Nervenläsionen
      • Gefäßläsionen
      • Nachblutung
      • Hämatom/Serom
      • Wundheilungsstörungen
      • Weichteilinfekt
      • Knocheninfekt
      • Gelenkinfekt
      • Thrombo-Embolie
Spezielle Risiken
      • Verbleibende Implantate oder Metallteile
      • Refraktur (15 )
http://www.perimed.de/Pages/Or_Orthopaedie/Bogen/Muster/OrOp15EDe020709HueftgelenkendoprotheseTon_Muster.pdf

Hinweis z. B. aus dem Aufklärungsbogen für eine Hüft-TEP IMPLANTATION!

Knochenbrüche (z.B. Schaftsprengungen, Abrissbrüche des großen Rollhügels, Durchbohrung des Beckenbodens oder Sprengung des Beckenringes) sind sehr selten. Zusätzliche Knochenbruchbehandlungen oder längere Entlastungszeiten können die Folge sein.

Ich wünsche Deiner Frau noch gute Besserung, Kopf hoch und wenig Schmerzen!

Kasandra
 

sonja42

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och oooohps,

Euch liebt das Schicksla aber echt:cool:

Herzliche Grüße und ganz doll *Gute-Besserungs-Wünsche* an Deine Frau

Lieben Gruß nach HH

Sonja
 

tiptoe

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schraube

Hallo,

von diesen Schrauben, Platten und Nägeln hört an ja immer wieder Schauergechichten. Was da alles bricht, verrutscht, nicht rausgeht.

Ich meine, Patienten müssten gefragt werden, ob sie mit dem Fräsen einverstanden sind - insofern müsste meiner Meiung nach die OP abgebrochen werden. Denn das Fräsen ist ja ein massiver Eingriff am Knochen.

Wer da rumgerüpelt hat, wüßte ich gern. War das der chefarzt? es ist eine gute Idee, sich die Unterlagen kommen zu lassen, wo aufgezeichnet ist, welche Werkzeuge benutzt worden sind. Aber möglicherweise können diese nur im Fall einer Klage verlangt werden. Den OP-Bericht müssen die Ärzte rausgeben. Schaut euch das genau an - recherchiert auch mal, von welchem Hersteller das Material war. Vielleicht findet ihr dann seitens der Herstellerfirma etwas im Internet. Wichtig wäre zu wissen, ob die das richtige Entfernungsset hatten. Jeder Hersteller produziert eigene Sets.

Ich habe in meinem Fall eine genaueste Anleitung zum Entfernen gefunden und konnte anhand dessen den Fehler des Arztes ausmachen. Da muss man aber sehr, sehr genau hingucken.

Alles GUte, hoffentlich heilen die Knochen gut.

Tiptoe
 

oohpss

Erfahrenes Mitglied
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... es ist eine gute Idee, sich die Unterlagen kommen zu lassen, wo aufgezeichnet ist, welche Werkzeuge benutzt worden sind. Aber möglicherweise können diese nur im Fall einer Klage verlangt werden. Den OP-Bericht müssen die Ärzte rausgeben. ... Wichtig wäre zu wissen, ob die das richtige Entfernungsset hatten. Jeder Hersteller produziert eigene Sets. ... Da muss man aber sehr, sehr genau hingucken.
Danke tiptoe,
für die Hinweise. Das hört sich nach guten Ansatzpunkten an.
Ich/wir werden dem nachgehen.

Nun gibt es möglicherweise, wie ich heute beim besuch erfahren habe, auch noch Probleme mit den Nerven: Aktuell Gefühllosigkeit vom Ellenbogengelenk bis zu den Fingerspitzen.
Der Neurologe war da, hast aufgenommen/befundet und konnte weiter nichts dazu sagen, ausser so sei das und weiter könne er nichts dazu sagen.

Grüße
oohpss
 
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