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Motorradunfall mit Personenschaden

Isländer

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#61
Grüß Dich, Anna Bo!

Ich versuche, mich genauer auszudrücken:

01
Pardey unterscheidet mehrere Anspruchsstufen des Haushaltes. Von "einfach" bis "gehoben". Mit durchaus erheblichen Folgen, wieviel Arbeit das kostet.

(a)
Klar, eine "Raviolibüchsen-Küche" ist schneller als eine, in der selbstgebackerner Kuchen vorkommt.

(b)
Teppichbrücken machen mehr Arbeit als Auslegeware.

Die Liste ist beliebig verlängerbar!


Wie wurde die richtige Stufe gefunden? Welche Eigenschaften des Haushaltes wurden dazu herangezogen, wie sind diese belegt?



02
Die Listen von Pardey enthalten nicht: Zeiten für den Einkauf, Zeiten für häusliche Reparaturen und Schönheitsreparaturen. Dafür findet Parey zu wenige statistische Ansätze. Was wurde aus dem Zeitbedarf dafür?


ISLÄNDER
 

Aramis

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#62
Hi!

Pardey berücksichtigt auch nicht wer alles bewirtet werden muß, nachdem der UO wieder zu Hause ist.
Für den Genesenden irre wichtig, dass Alle zur Audienz kommen.
Es ist wirklich heilungsfördernd, es ist Gesprächtherapie, auch ratloses Schweigen, einfach nur, dass dieses schreckliche Ereignis das ganze Umfeld schockiert.

Natürlich hat man immer Getränke und was zu Essen da! Zwischendurch hatte ich das Gefühl ein florierendes Gasthaus zu führen....
Nein diese Ausgaben habe ich nicht eingereicht, sollte die Gegnerische weiterhin zicken, werde ich unseren RA bitten die Klage zu erweitern:rolleyes:

LG
Aramis
 

Anna Bo

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#63
Hallo Isländer ,
nun habe ich verstanden was du meinst .Ich kopiere dir mal mein Schreiben an die Huk
Unfall vom 01.11.2015
Haushaltsführungsschaden


Hiermit bitte ich um Ausgleich meines Haushaltsführungsschadens .Aufgrund des Unfalls vom 01.11.2015 kann ich die Aufgaben im Haushalt ,die ich ohne die Unfallfolgen wahrgenommen hätte nicht bzw. nur noch zu einem Anteil wahrnehmen.


Ich bitte um fiktive Schadensabrechnung vorerst vom 02.11.2015-31.01.2016
Da bei mir eine typische Verletzung (Brüche,Verlust /Minderung bestimmter körperlicher Fähigkeiten etc.) besteht ,habe ich die Tabelle von Reichenbach /Vogel zur Ermittlung des Beeinträchtigungsfaktors mit herangezogen.




Zur Situation des Haushaltes Ich führe den Haushalt seid 2008 zu 80%. .
Mein Mann hat nach seiner Pensionierung 2008 eine Nebentätigkeit aufgenommen mit ca. 15Stunden in der Woche.Abwesenheit 17Stunden /Woche .Wir haben uns damals entschieden das ich den Haushalt zu 80% übernehme und er eine Nebentätigkeit aufnimmt (450 Euro Job ).Zur Genauen Beschreibung unseres Haushaltes habe ich den Fragebogen zum Hohenheimer Verfahren nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt.


LG Anna
 

Anna Bo

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154
#64
Hi!

Pardey berücksichtigt auch nicht wer alles bewirtet werden muß, nachdem der UO wieder zu Hause ist.
Für den Genesenden irre wichtig, dass Alle zur Audienz kommen.
Es ist wirklich heilungsfördernd, es ist Gesprächtherapie, auch ratloses Schweigen, einfach nur, dass dieses schreckliche Ereignis das ganze Umfeld schockiert.

Natürlich hat man immer Getränke und was zu Essen da! Zwischendurch hatte ich das Gefühl ein florierendes Gasthaus zu führen....
Nein diese Ausgaben habe ich nicht eingereicht, sollte die Gegnerische weiterhin zicken, werde ich unseren RA bitten die Klage zu erweitern:rolleyes:

Hallo Aramis ,
da hast du absolut recht .Aufgrund der Tatsache das ich die erste Zeit ja wirklich fast nicht raus kam hatten wir viel Besuch .Klar brachte jeder was mit jedoch ist ja trotzdem hinterher viel zu spülen aufräumen usw .Das blieb dann an meinem Mann hängen denn ich konnte es definitiv nicht .:p
 

Anna Bo

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#65
liebe Leute ,ich glaubs ja nicht ,die Huk hat geschrieben .
Anerkannt hat sie sämtliche Zuzahlungen für KG
sämtliche Fahrtkosten die ich aufgeführt habe ,
Betreuung meiner beiden Hunde komlett wie ich es eingereicht habe ,(pro hund 15euro /Tag ,die Mädels waren bei einer Freundin von mir untergebracht )

Haushaltsführungsschaden haben sie gefragt welche Tabellen ,bzw.Basiswerte der Berechnung zugrundeliegen .Auch meinen sie die angesetzten 10 Euro sind zu hoch .Insgesamt betrachtet freue ich mich und bin zufrieden .
Ein weiterer recht hoher Vorschuss wurde zur Verfügung gestellt .:)
" Zum gegenwärtigen Erkenntnisstand stellen wir weitere ....Euro als Vorschuss zu unserer beliebigen Verrechnung zur Verfügung "
Das rühre ich jedoch erst mal nicht an denn evtl.ist das ja zu viel und ich muss dann wieder was zurück geben .Wobei expliziet steht :auf das Schmerzensgeld 1000Euro ! Das kann ich dann ausgeben !
Bzgl.meiner Rückenschmerzen war ich bei einer Tailänderin die mich massierte und bestimmte Dehnübungen machte .Nun kann ich mir eine weitere 10er Karte gönnen :D
Lieben Gruss
Anna
 

Anna Bo

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#67
Danke Farradunfallopfer ,
die Huk schreibt das auf den fiktiven Nettolohn einer Ersatzkraft abzustellen ist .daraus ergibt sich Netto 6,30 Euro ,laut Tarif Deutschen Hausfrauenbundes .Meine Anwältin hat daufhin der Huk ein Urteil gesandt das besagt 9,00 (OLG Düsseldorf vom 09.12.14 )zu dem Bezirk gehöre ich ja .Ich bin gespannt :)
 

Anna Bo

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#68
Ui ich muss mal kräftig Staubwischen .Fast ein Jahr ist mittlerweile vergangen .Was hat sich getan in der Zeit ? Anfang des Jahres war ich zur Schmerztherapie .Dadurch das ich den Fuss nicht ordentlich abrollen kann und Schmerzen an der Narbe habe bekam ich grässliche Rückenschmerzen durch eine Schonhaltung .Durch die Therapie hat es sich wieder auf ein erträgliches Mass reduziert .
Anfang des Monates war ich beim Gutachter .Der bescheinigte mir 2 /10 Funktionsbeeinträchtigung des linken Fusses .Die Private Unfallversicherung rechnete mit dem Fusswet ab = 40 Prozent .Das verstehe ich irgendwie nicht denn die Beeinträchtigung bezieht sich auch auf Empfindungsstörungen an der 14 cm langen Narbe .diese geht ja über den Fuss hinaus .Eine Bewegungseinschränkung ist auch bestätigt worden .Ich muss bei der Unfallversicherung anrufen und mir das erklären lassen .

lieben Gruss
Anna
 

Anna Bo

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#69
In den letzten 7Monaten ist einiges passiert . Meine Gehstrecke hat sich vergrössert .Mittlerweile habe ich mich an den Dauerschmerz beim Abrollen gewöhnt .Zwischendurch habe ich versucht das Tilidin zu reduzieren .Das klappt nur bedingt . Mein Orthopäde hat mir eine Strahlentherapie des Fusses empfohlen da eine chronische Entzündung (Peritendinitis )vorliegt die mit Sicherheit mit für den Dauerschmerz verantwortlich sein soll. Die Huk erkennt den Haushaltsführungsschaden insoweit an das sie mir eine Pauschale von 5.000Euro anbietet für die Vergangenheit .Das entspricht ca der Häfte von dem was ich geltend gemacht habe .Auch schreibt die Huk " beeinträchtigungen bis 20% Mde begründen nach der Rechtssprechung keinen Anspruch auf Ersatz eines Haushaltsführungsschadens . (das Gutachten der privaten Unfallversicherung hat 2 /10.Fusswert bescheinigt ) von daher sehen sie keinen erstattungsfähigen Schaden . Wie sehr ihr das ? bzw hat jemand von euch den Haushaltsführungsschaden bewilligt bekommen bei 20%Mde ?
Mittlerweile habe ich mir jemanden gesucht der mir im Haushalt hilft .Das Wischen der Böden macht mir zu schaffen ,früher habe ich tapeziert ,bin auf die Leiter und mein Mann hat mir die Tapete angereicht .Unser Schlafzimmer musste dringend nach 19 Jahren renoviert werden .Da ich nicht auf eine Leiter kann musste ich eine Firma beauftragen. Bin jedoch glücklich und zufrieden das das Zimmer wieder ordentlich aussieht . durch die Vorrauszahlungen der Huk war mir das auch möglich .
Lieben Gruss
Anna
 

Isländer

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#70
Grüß dich, Anna Bo!

01
Mit 9,00 Euro pro Stunde dürfte sich im Raum Düsseldorf kaum eine Ersatzkraft finden. Ich tippe eher auf 11,00 Euro (für 2018),nachdem ich gesehen habe, dass schon in den neuen Budnesländern, allerdings für einen städtischen Haushalt, im Jahr 2015 die 10,00 Euro-Grenze geknackt wurde. Das hängt aber auch davon ab, wo (Stadt/Land) der Hausahlt ist!

02
Du kannst eine %-Zahl "MdE" auf die MdH (Minderungs der Haushaltsführungs-Fähigkeit) übernehmen! Das ist ein Denkfehler, sagt der Bundesgerichtshof (BGH VersR 91/179). Das hat gute Gründe, weshalb der "logische" Schluss der Versicherung ("unter 20 % MdE keine MdH") nur beweist, dass die Versicherung wenig Verständnis vom Haushalt an den Tag legt.

(a)
Im allgemeinen Erwerbsleben gibt es viele "Sitz-Arbeitsplätze" - das sind so ungefähr 40 % aller Abreitsplätze. Die Haushaltsarbeit kannst Du aber nicht zu 40 % im Sitzen leisten!

(b)
Im allgemeinen Erwerbseben gibt es viel "Denk- und Beratungsarbeit". Vom Steuerberater bis zum Telefonisten. Dort sind körperliche Einschränkungen nicht so tragisch. Aber im Handwerk, da sind sie tragisch! Nun ist Haushalt eine (so hab ich's mal in einem Gutachten gelesen) eine "handwerkliche Mischtätigkeit, überwiegend im Stehen und Gehen". Also: Eine Geh- und Stehbehinderung sollte mehr % MdH als % MdE erzeugen - der Tendenz nach.

ISLÄNDER
 

Anna Bo

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#71
Hallo Isländer ,danke für deine Antwort ,die Ersatzkraft die zu mir kommt berechnet 18,80 pro Stunde inkl.MWST. Er übernimmt die Arbeit die ich nun wirklich nicht mehr bewerkstelligen kann . 2 Stunden in der Woche kommt meine Kraft .(Wischen der Böden insbesondere die Ecken am Sofa ,unter den Highbords , alle Arbeiten wo ich auf eine Leiter muss ) Die Huk schreibt unter anderem : leichte Behinderungen können durch eine andere Arbeitseinteilung und /oder durch technische Hilfsmittel -im Mehrpersonenhaushalt durch andere Arbeitsaufteilung innerhalb der Familie ausgeglichen werden (KGZfS2005,182 ; LGAachen NZV 2003,137; OLG Hamm Schadenspraxis 2001 ,376; OLG Köln Schadenspraxis 2000 ,337 . Meine Anwältin meinte daraufhin nur zu mir es sei schwierig mit dem Haushaltsführungsschaden ,immerhin habe die Huk mir für die Vergangenheit 5000Euro angeboten .Für die Zukunft sehen sie keinen erstattungsfähigen Schaden . Ich sehe den jedoch da ich deutlich eingeschränkt bin in der Haushaltstätigkeit .Das Gutachten für die private Unfall versicherung hat einen Dauerschaden von 20 % festgestellt . Lieben Gruss Anna
 

Isländer

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#72
Grüß Dich, AnnaBo!

Die Antwort der Vericsherung ist fast schon klassisch:
Schlagworte statt Argumente. Das Dumme daran ist, dass an den Schlagworten schon etwas dran ist. Es steckt oft ein durchaus achtbarer Gedanke dahinter. Geht man der Sache nach, so sind diese Argumente im konkreten Fall oft wenig wert.

01
Es ist manchmal richtig, dass man eine Behinderung damit ausgleichen kann: Man übernimmt vom Ehepartner Arbeit, die man selbst trotz Behinderung durchführen kann. Dafür übernimmt dieser in gleicher Menge Arbeit, die vorher der verletzte Ehepartner durchführen konnte.

(a)
Dazu muss aber der andere Ehepartner solche Arbeit zum Wegtauschen haben. Was ist, wenn er aber nur solche Arbeiten durchgeführt hat, die Du jetzt auch nicht durchführen kannst? Gerade dieser Fall trifft oft ein, wenn eine Dame eine Gehbehinderung hat und die Arbeit, die vor dem Unfall der Ehemann übernommen hat, durchgehend Arbeit im Stehen und Gehen war. Der hat keine "Haushaltsarbeit im Sitzen" durchgeführt, die er der Frau geben könnte.

(b)
Auch oft passiert, dass die Arbeit, die nun der Ehemann durchführen soll, an dessen Berufstätigkeit scheitert. Das Mittagessen für die Kinder muss am Mittag auf dem Tisch sein. Was macht man, wenn der Mann zu diesem Zeitpnkt 50 km weiter rechts auf Arbeit ist?

02
Dass "Die Hilfmittel" etwas ermöglichen, was ohne nicht (zumutbar) geht, das kommt vor, das gibt es. Nicht selten.

Aber bitte jetzt mal konkret: Welche Hilfmittel sollen bei Deiner Verletzung welche Tätigkeit ermöglichen?

Wetten: Wenn Du das die HUK fragst, dann schweigt des Sängers Höflichkeit. Da musst Du aber dann penetrant werden, aber auch hart nachfragen, welche Geräte ganz konkret die HUK meint.

03
Es ist ja wahr! Es gibt ja Gesundheitsschäden, die sich im Haushalt sich nicht auswirken. Nehmen wir an, jemand hat eine Skalpierungsverletzung, damit keine Haare mehr: Kein Problem in der Haushaltsarbeit.

Nur: Eine Gehbehinderung im Haushalt soll sich nicht auswirken, ja, was ist denn das für dummes Zeug-?

04
Lass Dir nicht die Butter vom Brot kratzen. Eine konkrete Aufzählung, welche Arbeit woran scheitert, wird DIr ein Stück weiterhelfen. Damit bohre nach, wie das jetzt erledigt werden soll.


ISLÄNDER
 
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